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Dem Tode Nah von Linwood Barclay

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Beitrag
erstellt am
Patwelli

Patwelli

(6710 Beiträge)

Die ersten Sätze - und man ist mitten drin in der Geschichte, so liebe ich das bei Thrillern. Auch das zweite Buch von Linwood Barclay besticht durch Spannung von Anfang an, man kann prima miträtseln und bekommt auf fast jeder Seite neue Anhaltspunkte geliefert.

Gewiefte Thrillerleser haben natürlich sofort ihre Mutmaßungen, wer warum dahintersteckt und was der Auslöser für die Taten gewesen ist. Scheinbare Zufälligkeiten vereinen sich dann zum Schluß zu der durchaus logischen Auflösung. Das Motiv war jetzt auch nicht wirklich Neues, ich hatte es schon recht früh erahnt, aber die Umsetzung bis zur Auflösung war einfach spannend geschrieben. Und es war ja auch nur ein Motiv von anderen möglichen - es hätte auch durchaus anders ausgehen können.

Die beiden Hauptprotagonisten, Derek und Jim Cutter, fand ich durchweg sehr sympathisch und ihre Beweggrunde sehr realistisch und nachvollziehbar, halt zwei Männer, die mit beiden Beinen fest im Leben stehen und immer versuchen, das Beste aus jeder Situation zu machen. Wohingegen ich mit Ellen, Jims Frau und Dereks Mutter so meine Schwierigkeiten hatte, mit ihr bin ich einfach nicht warm geworden und sie wurde mir auch immer unsympathischer. Ihre Handlungen konnte ich nicht immer so verstehen und habe mich so manches Mal ziemlich über sie geärgert - hier hätte ich mir schon ein anderes Ende gewünscht *gg*.

Das Buch ist auf alle Fälle lesenswert, ich habe es verschlungen, ein solider, handfester Thriller, der auch so einige Überraschungen beinhaltet.
21.11.2008 11:22:22
silkedb

silkedb

(17072 Beiträge)

Inhalt:
Derek Cutter ist ein 17jähriger Junge, der mit seinen Eltern Jim und Ellen in Promise Falls/New York lebt. Sein bester Freund Adam Langley lebt mit seiner Familie im Nachbar Haus. Sie teilen ein großes Hobby: alte Computer.
Um endlich einmal mit seiner Freundin Penny alleine sein zu können, plant Derek heimlich im Haus der Langleys zu bleiben, während diese in den Urlaub aufbrechen.
Alles beginnt wie geplant, doch überraschend kehren die Langleys schon nach kurzer Zeit nach Hause zurück und Derek kann sich gerade noch im Keller verstecken. Kurz darauf muss er Unfassbares mit anhören. Ein Unbekannter dringt ins Haus ein und erschießt die komplette Familie.
Aus Angst vor den Folgen für ihn selbst, traut sich Derek nicht, dass Verbrechen jemandem zu offenbaren.
Doch am nächsten Tag findet eine Mitarbeiterin von Mr. Langley die Familie.
Promise Falls ist erschüttert.
Ellen Cutter, Dereks Mutter, arbeitet für die Universität und organisiert in dieser Funktion ein Literatur Festival.
Jim Cutter, Dereks Vater, arbeitete in früheren Jahren für den Bürgermeister. Doch nach einem "Zwischenfall" betreibt er nun einen Gärtnerservice.
Die Polizei beginnt mit ihren Ermittlungen und schließlich gehört auch Derek zum Kreis der Verdächtigen.
Jim Cutter fallen vermehrt Ungereimtheiten auf und er beschließt auf eigene Faust Informationen zu sammeln. Doch kann er wirklich die Wahrheit ans Tageslicht bringen, oder muss er nun gar um sein eigenes Leben fürchten?

Meine Meinung:
"Dem Tode nah" ist ein gut konstruierter Roman, was zugleich Stärke und Schwäche des Buchs ist.
Die Story schreitet mit rasantem Tempo voran, unerwartete Wendungen der Ereignisse prägen den Plot und gerade wenn man sich sicher ist die Auflösung zu kennen, gibt es neue Informationen, die alles ändern.
Das ist jedoch auch gleichzeitig die große Schwäche des Romans. Hier war es ein wenig zu viel des Guten und die Story wirkt dadurch etwas zu sehr konstruiert und unwahrscheinlich.
War der Prolog noch aus Sicht von Derek, so wechselt die Perspektive ab dem ersten Kapitel zu Jim Cutter. Seine Gedanken wirken so auch im Schreibstil deutlich gereifter und mit klarem Vokabular. Jedoch wirkt dieser Erzähler nie belehrend, sondern kommt wunderbar locker und leicht daher.
Ähnlich einer männlichen Miss Marple beginnt Jim hinter die Fassaden zu sehen. Er will nicht hinnehmen, dass die Polizei ihren Verdächtigen inhaftiert hat. Der Leser weiß zu jedem Zeitpunkt immer nur genau soviel, wie auch Jim an Informationen zur Verfügung hat. Das macht es spannend mit zu rätseln.
Ebenso interessant wie die Aufklärung der Mordfälle, fand ich jedoch die Nebenplots. Sowohl die kleinen Seitenhiebe auf selbstgefällige Kleinstadtpolitiker, als auch der nicht fehlende "Donut-und-Kaffee" Polizist trugen dazu bei.
Insgesamt werden in diesem Thriller sehr viele Klischees bedient, was jedoch bei den Deutschen Lesern eher ein Schmunzeln herbeiführen sollte.

Fazit:
Nicht überragend, aber doch ein sehr solider Thriller der für abwechslungsreiche Leseabende sorgt.

21.12.2008 14:23:17
eiertanz30

eiertanz30

(11139 Beiträge)

Ich fand das Buch sogar besser als "Ohne ein Wort". Auch wenn diesmal das Ende vorauszusehen war.
27.02.2009 22:18:56
Sunflowerpower

Sunflowerpower

(5651 Beiträge)

Das Hörbuch fand ich okay - aber ich war von "Ohne ein Wort" nicht besonders begeistert und sah hier auch einige Parallelen. Aber wie gesagt, als HB war es ganz nett. Mehr aber auch nicht.
27.02.2009 22:27:08
rebellyell666

rebellyell666

(25 Beiträge)

Linwood Barcley enttäuscht einen nicht. Als ich das Buch in der Hand hielt, dachte ich nur: Endlich ein neues Buch von ihm!! Natürlich nahm ich es sofort mit!

Er hat mich wieder begeistert mich in seinen Bann gezogen. Barcley versteht es, Charaktere und Personen so zu zeichnen, dass man sich mit ihnen durch die Szenen bewegt.

Genauso wie in seinem ersten Thriller "Ohne ein Wort" hat er einen männlichen Helden gewählt, der so mutig ist, dem Geheimnis um den Tod seiner Nachbarn auf den Grund zu gehen.

Barcley schickt einen am Anfang schon einmal auf die richtige Fährte, verstreut dann aber nach und nach mehrere Möglichkeiten, den Leser wählen zu lassen. Dem Gärtnergehilfen traute ich zuerst nicht über den weg.

Obwohl der Fall natürlich sehr konstruiert ist, ist er doch atemraubend und spannend geschrieben. Ich hatte das Buch innerhalb von zwei Tagen durch.

Wer dieses Buch gut fand, der muss "Ohne ein Wort" lesen. Barcley ist zu meinen TOP-Autoren aufgestiegen.

5 von 5 Sternchen!
20.08.2009 11:05:49
Feelicitas

Feelicitas

(25514 Beiträge)

hallo rebellyell! Willkommen bei Tauschticket und ich freu mich, wenn jemand dazu stößt, der hier auch Bücher rezensiert! Fein! :-)
20.08.2009 11:19:45
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