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Dem Tode Nah von Linwood Barclay

 
Beitrag
erstellt am
Kinofan

Kinofan

(31 Beiträge)

Dem Tode nah - Linwood Barclay

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der es in sich hat und einen gleichzeitig sehr neugierig auf den Rest des Buches macht.
Dafür gibt es von mir einen extra Pluspunkt.

Danach wechselt die Erzählperspektive und der Rest wird aus der Sicht von Jim, dem Vater von Derek, erzählt.
Die Geschichte nimmt ihren Lauf, man erfährt so nach und nach einiges aus der Sicht aller Personen - und plötzlich ist nichts mehr so, wie es war.

Leider war mir ziemlich bald klar, wer der Mörder ist und weshalb er sich auf einem Rachefeldzug befindet. Und ich denke, dass dies vielen Thriller-Viellesern so gehen wird.
Gut, das Buch ist trotzdem kurzweilig und unterhaltsam geschrieben, Barclay hat einen Erzählstil, der es einem leicht möglich macht, das Buch am Stück zu lesen, so dass man auf jeden Fall auf ein interessantes Leseerlebnis zurück blicken kann.

Trotzdem schafft es der Autor meiner Meinung nach nicht, seinen Erstling "Ohne ein Wort" zu toppen.
03.10.2008 14:55:26
Flaemmle

Flaemmle

(2654 Beiträge)

Dem Tode verdamt nahe...

... dank durchlesener Nacht ;-). Schon lange hat mich kein Thriller dermaßen in den Bann gezogen. Zwar gibt es vorübergehende Durststrecken, diese geben einem jedoch eher die Möglichkeit Luft zu holen und das Buch für einige Minuten wegzulegen.
Lange hält man es nicht aus, da man bis kurz vor Schluss nur ein Gefühl hat, wer der Täter sein könnte und wie alles zusammenhängt. Schön sind die verschiedenen Erzählstränge, auch wenn diese nicht wirklich etwas mit dem Fall zu tun haben, miteinander verwoben, aber dadurch gelingt es dem Autor, den Leser auf eine "falsche" Fährte zu locken.
Einzig am Schluss flacht die Spannung ab, was dem Lesevergnügen zu dem Zeitpunkt jedoch nicht mehr schadet.

Komisch ist allerdings die Häufung der Zufälle, die das ganze Geschehen unwirklich erscheinen lassen, was ich beim Lesen von Fiktion jedoch nicht als störend empfinde.
Das Buch liest sich alles in allem sehr flüssig herunter, auch der Sarkasmus kommt nicht zu kurz. Ein gelungenes Buch eines Autors, von dem ich nun wohl das Erstlingswerk lesen werde.
03.10.2008 21:35:43
Jai20

Jai20

(480 Beiträge)

Der 17 jährige Derek ist dem Tode nah, als er sich im Haus seines besten Freundes versteckt um dort eine heimliche Liebesnacht mit seiner Freundin zu verbringen. Die Familie seines Freundes kommt jedoch völlig überraschend aus dem Urlaub zurück und wird wenige Minuten danach von 2 Killern erschossen. Das Buch geht direkt spannend los und Anfangs begleitet der Leser Derek bei seiner schrecklichen Erfahrung. Nachdem Derek zu seinen Eltern flüchten konnte wechselt die Erzählperspektive zu Derek´s Vater Jim, dem Ich-Erzähler der Geschichte.

Während die Geschichte sich weiter aufbaut wird man unweigerlich in einen Sog der Verstrickungen gezogen und immer wenn man gerade glaubt durchzublicken, geschieht wieder etwas Neues und unerwartetes.

Anfangs dachte ich, die Charaktäre der Protagonisten seien sehr vorhersehbar und einseitig, entwickeln sich jedoch im Laufe der Geschichte weiter und Gut und Böse werden vermischt. Einzig Ellen fand ich wirklich nervig, und habe mir während des Lesens mehrmals gewünscht, dass auch sie Begegnung mit Jim´s Gießkanne macht.

Sehr gefallen hat mir der Wortwitz mancher Dialoge und die Seitenhiebe auf die aktuelle amerikanische Politik.

Barclay hat wirklich einen rasanten und gut zu lesenden Schreibstil, der das Buch zum wahren Pageturner macht. Leider ändert das nichts daran, dass ich persönlich die Geschichte eher schwach fand. Aus der Idee hätte man mehr herausholen können. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich einfach schon zu viele Bücher gelesen habe, in denen man erst verwirrt wird um dann auf den letzten Seiten doch einen ganz anderen Täter mit anderen Motiven vorgesetzt zu bekommen. Dieses Buch ist nicht mit seinem Vorgänger zu vergleichen, den ich um Klassen besser fand.
04.10.2008 11:51:04
Stephi0187

Stephi0187

(15 Beiträge)

Derek Cutter ist hautnah dabei, als die Nachbarfamilie Langley, unter ihnen sein bester Freund Adam, kaltblütig erschossen wird. Er wollte die Abwesenheit der Familie nutzen, um das Haus eine Woche lange für sich und seine Freundin zu haben. Als die Langleys unerwartet zurück kommen, versteckt sich Derek im Keller und wird somit einziger Zeuge der grausigen Bluttat.
Die Ermittlungen laufen zunächst ins Leere, bis schließlich Derek verdächtigt wird. Er berichtet nun zwar endlich von den Geschehnissen, aber zunächst glaubt ihm niemand. Sein Vater Jim bemüht sich redlich, seinen Sohn zu entlasten und stößt dabei auf immer neue Hinweise, doch ob diese letztlich zum Mörder führen, bleibt bis zum Schluss fraglich.

Barclay baut zwei Handlungsstränge auf, an deren Ende der mögliche Täter stehen könnte. Dennoch bleibt das Ende wahnsinnig spannend und überraschend. Ab ungefähr der Mitte kann man einfach nicht mehr aufhören zu lesen.

Der Schreibstil ist absolut flüssig und leicht zu lesen. Der Ich-Erzähler in Form von Jim Cutter erkennt den Ernst der Lage, aber seine Gedanken sind trotzdem nicht schwarzmalerisch. Im Gegenteil, oft musste ich beim Lesen wirklich lachen. Er hat einen trockenen Humor, was das Lesen wirklich zu einem Vergnügen werden lässt. Andererseits zeigt er aber auch oft seine Gefühle, so dass man als Leser im wahrsten Sinne des Wortes mit ihm weinen kann.
Ich wage zu behaupten, dass noch kein Thriller mich gleichermaßen zum Lachen wie zum Weinen gebracht hat. Das schaffen überhaupt nur sehr wenige Bücher.

Die einzelnen Figuren bleiben zwar, abgesehen von Jim Cutter, ziemlich an der Oberfläche, zum Teil ist dies aber auch einfach für den Verlauf der Handlung notwendig, so dass ich darin keinen Kritikpunkt sehe. Der Erzähler offenbart sich natürlich wesentlich stärker und Barclay versteht es sehr gut, dem Leser seine Gefühle und Gedanken zu vermitteln.

Einziger Wermutstropfen bleibt für mich, dass Jim, der eigentlich kein Polizist ist, in meinen Augen mehr Ermittlungsarbeit geleistet hat als die Polizei selbst. Dies mag der Erzählperspektive geschuldet sein, erschien aber teilweise leicht unrealistisch. Dennoch hat es das Lesevergnügen für mich im Endeffekt nicht geschmälert.

Das überraschende und in meinen Augen auch nicht, wie sonst so oft, überzogene Ende ist wirklich sehr gelungen. Die Spannung bleibt erhalten, wird durch einzelne Dialoge aber aufgelockert und bietet somit einen rundum zufrieden stellenden Abschluss des Buches.

Dem Tode nah war zwar mein erster, wird aber definitiv nicht mein letzter Barclay bleiben. Ohne ein Wort liegt schon bereit.
07.10.2008 22:36:40
Toebi

Toebi

(250 Beiträge)

Meine Meinung zu dem Buch:

Dem Tode nah ist auf jeden Fall eine gelungene Übersetzung des Buchtitels. Die Protagonisten kommen dem Tode des Öfteren nahe. Gleich im Prolog erfährt der Leser aus nächster Nähe, nämlich aus Dereks Perspektive, wie sein Freund Adam und dessen Eltern kaltblütig umgebracht werden. Derek hatte sich im Keller der Familie versteckt, weil diese eigentlich in den Urlaub fahren wollte und Derek das leere Haus nutzen wollte, um sich dort mit seiner Freundin zu treffen. Doch dann kommt alles ganz anders. Ab dem 1. Kapitel wechselt dann die Erzählperspektive von Derek zu Dereks Vater Jim. Dies hat mir sehr gut gefallen und passt zum weiteren Verlauf der Geschichte. Spannung wird aufgebaut und als Leser fiebert man mit. Einige Sachen fand ich doch etwas vorhersehbar. Ein paar Überraschungen birgt die Geschichte aber auch, so dass die Spannung bleibt bzw. weiter gesteigert wird. Das im Klappentext erwähnte dunkle Geheimnis von Ellen hätte ich mir anders vorgestellt. Wenn dort nur Geheimnis gestanden hätte, wäre es aus meiner Sicht treffender gewesen, aber das mag auch Ansichtssache sein. Das Buch liest sich sehr flüssig und irgendwann konnte ich es auch nicht mehr aus der Hand legen. Verglichen mit Ohne ein Wort von L. Barclay würde ich sagen, dass ich Dem Tode nah minimal schlechter fand, weil ich bei Ohne ein Wort die Ereignisse weniger vorhersehbar fand.
10.10.2008 10:15:01
tigercat666

tigercat666

(119325 Beiträge)

Leider hat mich der Autor dieses mal nicht so überzeugt.


Der zweite Roman, Linwood Barclays, war meiner Meinung nach gut aber nicht so gut das ich ihn nicht wieder aus der Hand legen konnte, am Besten hat mir noch das erste Kapitel gefallen in dem Derek, Zeuge des Mordes an der Familie seines besten Freundes wurde.Nachdem im weiteren Verlauf der Story der Vater, Jim Cutter, die Erzählerrolle übernahm, wurde der Roman etwas langatmig. Häufig wurde etwas aus der Vergangenheit mehrmals wiederholt, so erzählt Jim Cutter 3 oder 4 mal, dass er dem Bürgermeister für den er früher als Chauffeur gearbeitet hatte, *fast die Nase gebrochen hat* Mir war auch Jim Cutter nicht sonderlich sympatisch, der um sich prügelnde Gärtner, der viel lieber Künstler wäre. Überhaupt war in dem Buch, keine Figur meiner Meinung nach kein Sympathieträger. Ich konnte mich gut in Derek einfühlen, der aus Angst zuerst verschwieg, Zeuge der Morde gewesen zu sein, natürlich konnte er das nicht lange Geheimhalten und wurde unter Mordverdacht verhaftet. Was dann folgte war eine nicht sonderlich spannende Suche nach dem wahren Täter, den man als Leser viel zu früh erahnen konnte. Ich hoffe das Linwood Barclay in weiteren Romanen wieder an sein Erstlingswerk * Ohne ein Wort* herankommt
13.10.2008 08:14:56
Fengolio

Fengolio

(564 Beiträge)

Derek Cutter, ein 17- Jähriger pubertierender Junge muss mit ansehen wie sein bester Freund und dessen Familie ermordet wird. Durch diesen brutalen Mord werden in der Familie Cutter Geheimnisse enthüllt, die über Jahre verborgen blieben und nun zum Vorschein kommen. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Dereks Vater, Jim Cutter, der sich sich auf die Suche nach den Mördern begibt und dabei selbst zur Zielscheibe wird.
Der Autor versteht sich darauf immer wieder neue Wendepunkte in die Geschichte einzubauen, mit denen der Leser nicht rechnet. Dennoch ist die Story stellenweise etwas zu langatmig und man kommt nicht richtig voran mit dem Lesen.Meiner Meinung nach wurde manche Personen zu sehr fokusiert, die im Nachhinein für die Story nicht wirklich wichtig waren. Positiv aufgefallen ist mir die Erzählperspektive. Endlich mal ein Thriller der nicht aus der Perspektive eines Ermittlers erzählt wird. Denn Thriller dieser Art gibt es zu genüge und dieses Buch war eine nette Abwechslung.
Das Buch hat die Spannung die der Leseeindruck versprochen hat gehalten, aber irgendwie hatte ich eine kaltblütigere, blutigere Story im Sinn.Es waren Ansätze dabei die vielleicht ein bisschen mehr in die Tiefe gehen sollten, aber dann eben nicht weitergesponnen wurden.
Als Fazit würde ich das Buch als gelungen einstufen , aber um zu keinem "Must Have Read" der Thrillerszene
13.10.2008 13:31:08
Raderhof

Raderhof

(22353 Beiträge)

Ich habe das Buch gerade beendet und mir hat es gut gefallen. Es gibt mit Sicherheit Bücher, die spannender sind, aber schlecht war es wirklich nicht.
Kein Buch das ich behalten würde, aber trotzdem absolut lesenswert.
13.10.2008 18:32:44
Sillesoeren

Sillesoeren

(107 Beiträge)

Ein spannender Krimi und Pageturner

Dem Tode nah ist der 17-jährige Derek, als er sich im Nachbarhaus versteckt und den Mord an seinem Freund Adam und dessen Eltern miterlebt und selbst nur knapp entkommt. Nach dem Prolog aus Sicht des Jungen schwenkt die Erzählperspektive auf seinen Vater Jim, der als Nachbar natürlich ein Interesse daran hat, zu erfahren, warum seine Nachbarn getötet wurden und dabei immer mehr feststellt, dass die Vergangenheit und das Schicksal seiner Familie viel enger mit dem dreifachen Mord verknüpft ist, als er sich in seinen wildesten Alpträumen hätte ausmalen können. Der Plot ist so spannend aufgebaut, dass ich kaum von diesem Buch lassen konnte. Die Charaktere sind plastisch und lebensnah beschrieben, auch wenn mir Jim geradezu langweilig gut rüberkommt, während mir bei anderen gefällt, dass ihre guten und bösen Seiten aufgezeigt werden. Der Autor legt theoretisch weiterführende Spuren aus, die trotzdem am Ende zu einem vollkommen unerwarteten Ausgang führen. Dabei gefällt meiner schwarzen Seele ganz gut, was am Ende mit dem Professor und dem Bürgermeister geschieht ;o)

Insbesondere die Ironien und Seitenhiebe machten den Roman zu einem kurzweiligen Lesevergnügen. Ich werde mir nun auch "Ohne ein Wort" von Linwood Barclay kaufen, seine Schreibe gefällt mir.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich liegt in der Übersetzung:
(1) Wie habe ich mir denn einen Schreibtisch vorzustellen, der (S. 110) "mit Computerzeitschriftem, Skateboards und Girls zugemüllt ist"?
(2) Ich habe mich gefragt, ob alle deutschen Leser wissen, was "French Toast" (ab S. 95) ist.
Wäre es hier nicht von Seiten des Übersetzers angebracht, es entweder auch zu übersetzen (=Armer Ritter) oder zumindest kurz zu erklären, was es ist?
18.10.2008 11:17:10
dgruenheid

dgruenheid

(9700 Beiträge)

ich bin gerade dabei, es zu lesen. Bin jetzt etwa bei seite 150 und fand es am Anfang ziemlich schwer in das Buch reinzukommen. Bei Ohne ein Wort war ich von Anfang an von der Gesichte gefesselt, was mir hier nicht passiert ist. Das erste Buch hat mir auf jeden Fall besser gefallen
18.10.2008 18:04:09
alegna100

alegna100

(13334 Beiträge)

Ich würde ja auch gerne mitreden...aber leider ist das Buch noch in meinen Suchis... *MalmitdemganzenZaunwink*
18.10.2008 19:39:31
tigercat666

tigercat666

(119325 Beiträge)

Krimis behalte ich eigentlich nie, wenn man weiß wer der Mörder ist muss man das Buch ja nicht nochmal lesen.
18.10.2008 21:30:02
dgruenheid

dgruenheid

(9700 Beiträge)

ich tu mich immer noch schwer mit dem Buch und überlege inzwischen, ob ich es abbreche. So ganz überzeugt es mich nicht :-(
19.10.2008 13:28:27
tigercat666

tigercat666

(119325 Beiträge)

ich war auch enttäuscht, *Ohne ein Wort* hat mir gut gefallen,so das ich mich auch * dem Tode nah+ wirklich gefreut hatte und dann sind die Charaktere alle so unsymphatisch, am symphatischsten fand ich im nachhinein den Mörder. ;O)
19.10.2008 18:38:10
snoops

snoops

(3100 Beiträge)

Ich warte noch auf das Wanderbuch. "Ohne ein Wort" habe ich gelesen und muß sagen, anfangs fand ich es auch schwer reinzukommen. Ging irgendwie nichts, aber dann konnt ich irgendwann nicht mehr von dem Buch wegkommen. Tja was soll ich sagen? Bin gespannt auf das zweite Buch. Die Meinungen gehen hier ja ganz schön auseinander.
20.10.2008 22:02:46
IrinaS

IrinaS

(5 Beiträge)

Linwood Barcly ist mit seinem Buch ein spannender Thriller gelungen. Nachdem der Prolog noch aus der Sicht des Sohnes Derek geschrieben ist, wird die weitere Geschichte aus Sicht seines Vaters erzählt.

Das Buch fand ich wie gesagt sehr spannend erzählt, und die Charaktere waren jeder auf seine Art Interesant. Die Hauptfigur Jim mit Ihren kleinen Macken und Fehlern aber auch mit seiner sympathischen Art hat mir hier am besten gefallen. Teilweise wirkten die Zusammenhänge zwischen den Geschichten der Figuren etwas arg konstruiert und den Bösewicht der Geschichte konnte ich doch recht schnell nach seinem Auftauchen im Buch identifizieren. Nichtsdestotrotz war die Geschichte ein spannender Page-Turner und ich werde auf jeden Fall Ausschau nach weiteren Barclay Romanen halten.
24.10.2008 09:29:17
Binea7885

Binea7885

(17 Beiträge)

So, bin jetzt mit dem Buch fertig und will Euch mal meine Rezi hier hinterlassen. Kann es auf jeden Fall nur empfehlen !!

Genauso gefesselt wie bei Linwood Barclay seinem erstem Buch - Ohne ein Wort - war ich auch diesmal bei seinem zweiten Buch.
Mich fasziniert, wie Barclay es schafft, seine Leser 93% des Buches so ziemlich im dunkeln tappen zu lassen und erst 7% vor Ende sozusagen Licht ins Dunkel bringt.

Zwei liebenswerte Menschen, nur mit besten Absichten anderen zu helfen, haben mehreren Menschen das Leben zerstört. Obwohl man manchmal einfach nur Nett sein will und sich anderen annimmt, kann das oftmals ein schlimmes Ende nehmen.
In "Dem Tode nah" zeigt Barclay wie sich Idylle zu Horror verwandeln kann.

Ein sehr spannender Prolog leitet den Roman ein, bei dem ich genau wie Derek eine Gänsehaut bekam. Da Derek, wie seine Mutter Ellen beschreibt, immer gut für ausgeflippte Ideen und Unfug ist, schreckt es Ihn nicht ab das Haus der Nachbarn während des Urlaubes zu nutzen um sich dort mit seiner Freundin zu treffen. Doch dazu kommt es nicht.... ein Zwischenfall mit blutigen Folgen stoppt das Vorhaben. Kein anderer als Derek, hat mitbekommen, wie die Langleys umgekommen sind, wieso und warum bleibt vorerst ein Rätsel. Bei den Ermittlungen stellt sich Derek vorerst in den Hintergrund, um nicht selbst als Täter gehalten zu werden. Der Erzähler - Jim - Ehemann von Ellen und Vater von Derek, begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit. Derek fängt an sich Ihm anzuvertrauen und beiden gelangen auf eine heiße Spur. Während Jim sich mit seinem Verdacht, wer der Mörder der Langleys ist, sehr sicher ist, kommen Dinge ans Tageslicht, die nie jemand erfahren sollte. Seine Frau Ellen und der Romanautor Conrad hatten eine Affäre, sogar Ihm selbst wird eine mit der Nachbarsfrau Donna angedichtet. Jahrelang hat Ellen Ihm noch weitere Dinge verschwiegen, der Bürgermeister Finley ist auf Jim angewiesen und wie ist Brett wirklich gestorben - viele Erzählstränge des Buches spitzen sich zu und wollen ergründet werden. Dabei geraten immer wieder andere auf die Liste verdächtiger Personen.

Linwood Barclay hält in seinem Thriller die Spannung immer auf einem Level, bei dem es schwer fällt, dass Buch wieder aus der Hand zu legen.
Seine Charaktere sind sehr real. Er beschreibt Menschen, wie du und ich, ohne besondere herausstechende Eigenschaften, was es für den Leser einfach macht sich mit den Personen zu identifizieren bzw. sich in sie hinein zu versetzen. Ich kann "Dem Tode nah" genau wie "Ohne ein Wort" von Barclay allen Lesern die Krimi, Thriller, Familientragödie und Spannung pur in einem Roman haben wollen, nur ausdrücklich ans Herz legen. In beiden Büchern hat man einen Verdacht und ist sich 100%-ig sicher wer der Mörder ist und wer was mit wem zu tun hat. Doch dieses Denken wird einem von Linwood Barclay in einer verblüffenden Art und Weise genommen und man wird mit einer "um 360 Grad" Wendung überrascht.
07.11.2008 09:30:45
garados

garados

(4329 Beiträge)

Solide Leistung

Begrüßt wird der Leser mit äußerst schnoddriger Jugendsprache.
Der 17-jährige Derek beobachtet den Mord an seinem besten Freund und dessen Familie, da er sich in deren Haus eingeschlichen hat, um es in Abwesenheit der Langleys als Platz für Schäferstündchen zu nutzen.
Wobei ich mich frage, ob ein Jugendlicher der seine Freundin dazu bringen will, das erste Mal mit ihm ins Bett zu gehen, ernsthaft zu sagt: "Mein Ding sprengt mir bald die Hose." Weitererzählt wird allerdings aus der Sicht des Vaters, was der Geschichte wirklich gut tut.

Beharrlich wird der Leser in eine Richtung geführt, bei der einem ein Täter geradezu aufgedrängt wird. Da diese Spur das gesamte Buch über verfolgt wird, kommt teilweise ein kleiner Hauch Langeweile auf, weil sie entweder falsch sein muss oder eben nur das Drumherum und Dahinter des Mordes erzählt wird. Da Linwood Barclay aber sehr flüssig und gut zu lesen schreibt, ist es trotzdem nicht schwer, das Buch zu Ende zu bringen.
Wofür man dann mit der einen oder anderen Wendung belohnt wird...

Dem Tode nah mag zwar nicht ein absolutes Meisterwerk sein, jedoch eine grundsolide Leistung, die man getrost weiterempfehlen kann.
08.11.2008 11:17:43
urlaubsbille

urlaubsbille

(1040 Beiträge)

Von Anfang an wird Spannung aufgebaut, die auch gut gehalten wird. Zwischendurch werden die Personen mit Wissenswertem beschrieben und nach und nach wieder alle Fäden zusammengezogen.

Erst auf den letzten 20 Seiten wird aufgeklärt, wer der Mörder ist. Bis dahin bleibt viel Raum für Spekulationen.
Ein gut geschriebener Thriller, der Spaß gemacht hat.
09.11.2008 12:07:17
Lee2go

Lee2go

(18 Beiträge)

In gewohnt schneller Manier erzählt Linwood Barclay seine Story und zieht den Leser bereits nach den ertsen Seiten in seinen Bann. Immer wieder bringt er einen kleinen Lichtschein in die Dunkelheit der Unwissenheit wer nun der Mörder war oder seine Motive. Jedoch werden bereits nach wenigen Seiten genau diese Vorahnung wieder gnadenlos zerschlagen, sodass der Leser wieder in die Dunkelheit taucht. Erst im letzten 1/3 des Buches kamen mir die ersten richtigen Ideen und Schlüsse, wie alles zusammenhängen könnte, was natürlich kurz danach fast gänzlich wieder verworfen wurde. Das Ende war meiner Meinung nach sehr gut konstruiert und schlüssig. Wie auch bei "Ohne ein Wort" wird man durch die kurze Kapiteleinteilung praktisch gezwungen, dass Buch weiterzulesen, was dem Leser mehr als entgegenkommt und somit der Spannungsbogen nicht immer wieder abfällt. Einie etwas "langweiligere" Dialoge konnten ohne Angst etwas zu verpassen auch übersprungen oder quergelesen werden. Auch die Sprache, die etwas einfach und schnörkellos gehalten wurde hat mir zugesagt und das Lesetempo positiv beeinflusst. Alles in allem wie der Vorgänger ein solider Thriller, der sich seiner Konkurenz durchaus stellen kann und mit einer interessanten Thematik und Erzähldynamik aufwartet.
10.11.2008 09:23:31
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