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Marionetten - John le Carré
Beitrag
erstellt am
(614 Beiträge)
Bei dem Buch handelt es sich um "Marionetten" Von John le Carré. Der Autor hat schon viele Bücher veröffentlich, die zum Teil dann auch Grundlage von Filmen wurden.
Inhalt:
Ein junger Moslem reist illegal über die Türkei und Dänemark nach Deutschland ein. Der junge Moslem, der eigentlich Tschetschne und auf der Flucht vor der Polizei ist, heißt Issa. Im Hamburger Stadtteil Altona bitte er eine türkische Familie um Hilfe, die ihn schließlich aufnimmt. Nur langsam finden die verängstigten Gastgeber heraus, wer der Fremde ist und was er in der Hansestadt will. Die Geheimdienste und auch andere Organisationen sind im ständig auf den Fersen. Er wendet sich schließlich an eine Organistion in Hamburg, die ihm eine Anwältin, Anabell Richter, zuteilt. Ein Bankier in Hamburg, Tommy Brue, dessen Großvater die Brue Frères vor "Urzeiten" gegründet hat, scheint mit dem Schicksal des jungen Isssas, der in Deutschland Arzt werden und den tschetschenischen Menschen helfen will, verbunden. Was haben die ominösen Lippizaner-Konten damit zu tun, und warum trägt Issa einen Zeitungsauschnitt und eine Todesanzeige von einem General der Roten Armee namens Karpow bei sich?...
So beginnt John le Carrés meisterhaft komponierter Roman über unsere Gesellschaft des Verdachts nach dem 11. September 2001. In einem raffiniert gesponnenen Netz aus privaten und politischen Interessen bewegen sich die Figuren zwischen Gewissenlosigkeit und Nächstenliebe, eiskaltem Kalkül und Gleichgültigkeit. Die Bedrohung durch den islamistischen Terror wird zur Kulisse für ein skrupelloses Spiel der Geheimdienst, in dem jeder, gleich ob Schuldig oder Unschuldig, Statist eines undurchschaubaren Marionettenspiels wird.
Über den Autor:
John le Carré, geboren 1931 in Poole, Dorset, studierte in Bern und Oxford Germanistik, bevor er in diplomatischen Diensten u. a. in Bonn und Hamburg tätig war. "Der Spion, der aus der Kälte kam" begründete seinen Weltruhm als Bestsellerautor. Der Autor lebt mit seiner Frau in Cornwall und London.
Eigene Meinung:
Der Titel "Marionetten" passt gut zum Inhalt des Buches, er spiegelt die Ausweglosigkeit der Personen wider, die an ihrem Marionettendasein, seien sie reich oder in höherer Position, nichts ändern können. Das Wort "Marionetten" fällt im Verlauf des ganzen Buches kein einziges Mal, erst zum Ende wird deutlich, wie wenig manche Personen an ihrem Schicksal ändern können, sogar diejenigen, die meinen selbst die Stricke der Marionetten zu halten. Im Englischen heißt das Buch übrigens "A Most Wanted Man"
Es handelt sich bei diesem Buch um ein gebundes Buch mit einem Schutzumschlag, der als Cover fungiert. Abgebildet ist eine regennasse Straße, die eine Person überquert. Von der Person ist allerdings nur die untere Körperhälfte zu sehen.
"Marionetten" hat mir wirklich sehr gut gefallen, ich habe es innerhalb einer Nacht und dem darauffolgenden Vormittag durchgelesen. Das Buch hat mich wirklich gefesselt, ich wollte unbedingt mehr über das Schicksal von Issa erfahren und auch wie es mit ihm weitergeht.
Ein kleiner Makel ist mir aber gleich zu Beginn des Lesen aufgefallen: Das Buch ist in alter Rechtschreibung geschrieben, d. h. "dass" steht noch mit "ß" und auch andere Wörter. Anfangs hat mich das gestört, aber mit der Zeit habe ich diese Stellen einfach gekonnt überlesen.
Das Buch beeinhaltet einen sehr verwickelte Handlung, er ganz am Schluss des Buches wird diese ein wenig gelöst, wobei mir noch ein paar Fragen offen bleiben. Gibt es eine Fortsetzung?
Teilweise ist das Buch sehr ironisch geschrieben, was nachteilig sein kann, aber hier hat es keinesfalls gestört. Dadurch wurden manchen Situationen sehr aufgelockert. Mr. Brue z. B. redet häufig (in Gedanken) mit sich selbst und ist dabei sehr ironisch.
Die Familie, die Issa aufnimmt, Melik und seine Mutter Leyla scheint es nicht zu stören, dass sie einen Wildfremden Mann aufnehmen. Das finde ich etwas komisch. Aber im Laufe des Buches spielen sie eh eine weniger wichtige Rolle, sie werden eingentlich erst am Schluss nochmal kurz erwähnt.
Das Buch behandelt ein sehr aktuelles Thema, was es für mich persönlich sehr interessant gemacht hat.
Vorurteile scheinen in dem Buch eine große Rolle zu spielen, hier ein Beispiel: Mr Brue verlässt Issa und seine Gastfamilie und ist sehr verwirrt, daraufhin verläuft er sich auf dem Heimweg. Seine Beobachter denken aber, dass er ein Profi sei und das absichtlich gemacht hat. So entstehen Vorurteile...
Zum Abschluss noch ein paar Zitate aus dem Buch:
"Wir sind Deutschland, aber wir sind auch etwas Eigenes. Wir sind besser als Deutschland. Wir sind Hamburg, aber zugleich nicht New York. Wir haben vielleicht keine Zwillingstürme. Aber die hat New York jetzt ja auch nicht mehr. Trotzdem, wir sind attraktiv. Wir haben das richtige Odeur für die falschen Leute."
Dieses Zitat stammt von einem gewissen Herrn Bachmann, der in dem Buch eine wichtige Rolle einnimmt. Hier sieht man, dass Ironie auch falsch eingsetzt werden kann und überzogen wirkt, vor allem, was die Zwillingstürme anbelangt.
"Das ist aber eines der großen Probleme unserer Modernen Welt, wissen Sie. Das Vergessen. Die vergessen nie. Fragen Sie einen Iren, was ihm die Engländer 1920 angetan haben, und er wird Ihnen die Namen sämtlicher Getöteten aufzählen, mit Datum un Uhrzeit. Fragen Sie einen Iraker,was ihm die Engländer 1953 angetan haben, und er kann es Ihnen sagen. Sein Kind kann es Ihnen sagen. Sein Enkel kann es Ihnen sagen. Selbst sein Urenkel wird es Ihnen noch sagen können, falls er einen hat. Aber fragen Sie einen Engländer...? (...) Schaut nach Vorne! Vergesst, war wir euch angetan haben. Morgen ist einer neuer Tag!" (...) Aber das Stimmt nicht. Das Morgen geht aus dem Gestern hervor, und aus dem Vorgestern, verstehen Sie? (...)Wer die Geschichte ingoriert, ignoriert den Wolf vor der Tür. (...)"
Das steckt Wahrheit drin, wie ich finde...
Fazit: Ein spannendes Buch, das mich sehr fesselte und sich lohnt gelesen zu werden.
Ich vergebe 9,5 von 10 Punkten.
Inhalt:
Ein junger Moslem reist illegal über die Türkei und Dänemark nach Deutschland ein. Der junge Moslem, der eigentlich Tschetschne und auf der Flucht vor der Polizei ist, heißt Issa. Im Hamburger Stadtteil Altona bitte er eine türkische Familie um Hilfe, die ihn schließlich aufnimmt. Nur langsam finden die verängstigten Gastgeber heraus, wer der Fremde ist und was er in der Hansestadt will. Die Geheimdienste und auch andere Organisationen sind im ständig auf den Fersen. Er wendet sich schließlich an eine Organistion in Hamburg, die ihm eine Anwältin, Anabell Richter, zuteilt. Ein Bankier in Hamburg, Tommy Brue, dessen Großvater die Brue Frères vor "Urzeiten" gegründet hat, scheint mit dem Schicksal des jungen Isssas, der in Deutschland Arzt werden und den tschetschenischen Menschen helfen will, verbunden. Was haben die ominösen Lippizaner-Konten damit zu tun, und warum trägt Issa einen Zeitungsauschnitt und eine Todesanzeige von einem General der Roten Armee namens Karpow bei sich?...
So beginnt John le Carrés meisterhaft komponierter Roman über unsere Gesellschaft des Verdachts nach dem 11. September 2001. In einem raffiniert gesponnenen Netz aus privaten und politischen Interessen bewegen sich die Figuren zwischen Gewissenlosigkeit und Nächstenliebe, eiskaltem Kalkül und Gleichgültigkeit. Die Bedrohung durch den islamistischen Terror wird zur Kulisse für ein skrupelloses Spiel der Geheimdienst, in dem jeder, gleich ob Schuldig oder Unschuldig, Statist eines undurchschaubaren Marionettenspiels wird.
Über den Autor:
John le Carré, geboren 1931 in Poole, Dorset, studierte in Bern und Oxford Germanistik, bevor er in diplomatischen Diensten u. a. in Bonn und Hamburg tätig war. "Der Spion, der aus der Kälte kam" begründete seinen Weltruhm als Bestsellerautor. Der Autor lebt mit seiner Frau in Cornwall und London.
Eigene Meinung:
Der Titel "Marionetten" passt gut zum Inhalt des Buches, er spiegelt die Ausweglosigkeit der Personen wider, die an ihrem Marionettendasein, seien sie reich oder in höherer Position, nichts ändern können. Das Wort "Marionetten" fällt im Verlauf des ganzen Buches kein einziges Mal, erst zum Ende wird deutlich, wie wenig manche Personen an ihrem Schicksal ändern können, sogar diejenigen, die meinen selbst die Stricke der Marionetten zu halten. Im Englischen heißt das Buch übrigens "A Most Wanted Man"
Es handelt sich bei diesem Buch um ein gebundes Buch mit einem Schutzumschlag, der als Cover fungiert. Abgebildet ist eine regennasse Straße, die eine Person überquert. Von der Person ist allerdings nur die untere Körperhälfte zu sehen.
"Marionetten" hat mir wirklich sehr gut gefallen, ich habe es innerhalb einer Nacht und dem darauffolgenden Vormittag durchgelesen. Das Buch hat mich wirklich gefesselt, ich wollte unbedingt mehr über das Schicksal von Issa erfahren und auch wie es mit ihm weitergeht.
Ein kleiner Makel ist mir aber gleich zu Beginn des Lesen aufgefallen: Das Buch ist in alter Rechtschreibung geschrieben, d. h. "dass" steht noch mit "ß" und auch andere Wörter. Anfangs hat mich das gestört, aber mit der Zeit habe ich diese Stellen einfach gekonnt überlesen.
Das Buch beeinhaltet einen sehr verwickelte Handlung, er ganz am Schluss des Buches wird diese ein wenig gelöst, wobei mir noch ein paar Fragen offen bleiben. Gibt es eine Fortsetzung?
Teilweise ist das Buch sehr ironisch geschrieben, was nachteilig sein kann, aber hier hat es keinesfalls gestört. Dadurch wurden manchen Situationen sehr aufgelockert. Mr. Brue z. B. redet häufig (in Gedanken) mit sich selbst und ist dabei sehr ironisch.
Die Familie, die Issa aufnimmt, Melik und seine Mutter Leyla scheint es nicht zu stören, dass sie einen Wildfremden Mann aufnehmen. Das finde ich etwas komisch. Aber im Laufe des Buches spielen sie eh eine weniger wichtige Rolle, sie werden eingentlich erst am Schluss nochmal kurz erwähnt.
Das Buch behandelt ein sehr aktuelles Thema, was es für mich persönlich sehr interessant gemacht hat.
Vorurteile scheinen in dem Buch eine große Rolle zu spielen, hier ein Beispiel: Mr Brue verlässt Issa und seine Gastfamilie und ist sehr verwirrt, daraufhin verläuft er sich auf dem Heimweg. Seine Beobachter denken aber, dass er ein Profi sei und das absichtlich gemacht hat. So entstehen Vorurteile...
Zum Abschluss noch ein paar Zitate aus dem Buch:
"Wir sind Deutschland, aber wir sind auch etwas Eigenes. Wir sind besser als Deutschland. Wir sind Hamburg, aber zugleich nicht New York. Wir haben vielleicht keine Zwillingstürme. Aber die hat New York jetzt ja auch nicht mehr. Trotzdem, wir sind attraktiv. Wir haben das richtige Odeur für die falschen Leute."
Dieses Zitat stammt von einem gewissen Herrn Bachmann, der in dem Buch eine wichtige Rolle einnimmt. Hier sieht man, dass Ironie auch falsch eingsetzt werden kann und überzogen wirkt, vor allem, was die Zwillingstürme anbelangt.
"Das ist aber eines der großen Probleme unserer Modernen Welt, wissen Sie. Das Vergessen. Die vergessen nie. Fragen Sie einen Iren, was ihm die Engländer 1920 angetan haben, und er wird Ihnen die Namen sämtlicher Getöteten aufzählen, mit Datum un Uhrzeit. Fragen Sie einen Iraker,was ihm die Engländer 1953 angetan haben, und er kann es Ihnen sagen. Sein Kind kann es Ihnen sagen. Sein Enkel kann es Ihnen sagen. Selbst sein Urenkel wird es Ihnen noch sagen können, falls er einen hat. Aber fragen Sie einen Engländer...? (...) Schaut nach Vorne! Vergesst, war wir euch angetan haben. Morgen ist einer neuer Tag!" (...) Aber das Stimmt nicht. Das Morgen geht aus dem Gestern hervor, und aus dem Vorgestern, verstehen Sie? (...)Wer die Geschichte ingoriert, ignoriert den Wolf vor der Tür. (...)"
Das steckt Wahrheit drin, wie ich finde...
Fazit: Ein spannendes Buch, das mich sehr fesselte und sich lohnt gelesen zu werden.
Ich vergebe 9,5 von 10 Punkten.
07.11.2008 12:29:08
(9655 Beiträge)
Ah, die Rezensenten kommen wieder. ;-)
Dieser Autor lebt noch, ich bin überrascht, aber seine Lieblingsthemen gehen ihm ja leider nicht aus.
07.11.2008 12:50:09
(119321 Beiträge)
Atalante, was spricht gegen LeCarre?
Ich hab vor Jahren mal was von ihm gelesen und das hat mir ganz gut gefallen.
Ich hab vor Jahren mal was von ihm gelesen und das hat mir ganz gut gefallen.
07.11.2008 12:53:33
(9655 Beiträge)
Ich war wirklich nur erstaunt, daß es ihn noch gibt.
Um etwas zu finden, was gegen ihn spricht, müsste ich ja ein Buch von ihm lesen. Dazu habe ich keine Lust. ;-)
07.11.2008 13:13:40
(119321 Beiträge)
Aber du scheinst dich mit seinen Lieblingsthemen auszukennen.
07.11.2008 17:07:51
(9655 Beiträge)
Ja, warum nicht?
Krieg, Spionage, Ost-West-Konflikt, Terror
07.11.2008 17:38:54
(9791 Beiträge)
niedlich, ihr zwei quatscht gerade ein bisschen aneinander vorbei ;-)
07.11.2008 22:37:23
(119321 Beiträge)
Silmo ich glaub nicht,
wenn ich das richtig verstanden habe liest Atalante keine Bücher von ihm weil sie mit seinen Themen nichts anfangen kann, also weil das Genre nichts für sie ist.
Richtig Atalante?
wenn ich das richtig verstanden habe liest Atalante keine Bücher von ihm weil sie mit seinen Themen nichts anfangen kann, also weil das Genre nichts für sie ist.
Richtig Atalante?
08.11.2008 09:33:04
(17589 Beiträge)
Na ich poste dann auch mal meine Rezension, die ziemlich anders ausfällt, als die erste - bietet ja vielleicht nochmal Diskussionsstoff? ;)
"Adrenalinlose Berg- und Talfahrt"
Ich glaube John le Carrés Schreibstil kann man nur wirklich mögen oder aber gar nichts damit anfangen.
Zu Beginn des Buches war ich richtiggehend begeistert von seinem Schreibstil und dem rasanten Einstieg in eine vielversprechende Story. Das erste Kapitel verging förmlich im Fluge.
Dann kam jedoch für mich schon der erste Haken an diesem Buch. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit völlig anderen Figuren, als noch das erste und man wird "brutal" aus dem Zusammenhang gerissen. Dieser Szenenwechsel nahm für mich so ziemliche das gesamte Tempo aus der Geschichte.
Leider geht es dann auch so weiter, denn im 3. Kapitel wird der Leser wieder in eine neue Szene geführt. Zwar sieht man nun schon minimale Zusammenhänge zum ersten Kapitel, aber trotzdem riss der rote Faden auf diese Weise ab. Ich mag diesen ständigen Wechsel einfach nicht und die unterschiedlichen Betrachtungsweisen bleiben lange Zeit unklar.
Dabei beginnt alles so spannend:
Melik, ein junger, türkischer Boxer, der in Hamburg lebt, trifft auf der Straße immer wieder einen ausgezehrt wirkenden Jungen. Dieser begegnet ihm an den ungewöhnlichsten Orten. Eines Tages steht er plötzlich vor seiner Haustür und bittet um Obdach. In den Zeiten nach dem 11. September sind aber alle viel misstrauischer, lebten doch einige der Attentäter zuvor in Hamburg. Jedoch führen der Glaube und das Mitgefühl von Meliks Mutter dazu, dass sie Issa, so heißt der junge Mann, aufnehmen. Melik ist davon wenig begeistert, aber je mehr er über Issa erfährt, desto mehr Mitgefühl hat er auch mit ihm.
Die Figur des Issa wird nach und nach auch in den anderen Szenen und aus Sicht anderer Personen betrachtet. Durchaus interessant ist dabei, welches Licht hier nun auf Issa geworfen wird, sind es doch vollkommen verschiedene Blickwinkel unter denen er fortan betrachtet wird. So etwa aus Sicht des Bankiers Brue oder der etwas verschroben wirkenden und geheimnisvollen Anwältin Annabel Richter. Jedoch hat auch der Geheimdienst seine Aufmerksamkeit auf Issa gerichtet. Da stellt sich für den Leser natürlich die Frage, welches Issas wahres Gesicht ist. Es handelt sich also durchaus um eine interessante Geschichte, die nicht ohne Belang ist, ja sogar gehaltvoll ist. Aber ist es nicht wie beim Essen? Gehaltvolle Nahrung muss noch lange nicht schmecken.
Mir persönlich ging zu viel der Spannung aus dem ersten Kapitel verloren. Alles wirkt darauffolgend sehr konstruiert und der Autor verliert sich des öfteren in ausufernden und langatmigen Situationsbeschreibungen, die die Geschichte in keiner Form voranbringen und auch nicht wichtig für das Verständnis sind.
Zudem kommen noch einige sprachliche Fehler hinzu, die ich als störend empfunden habe. Da hat der Übsetzer bzw. das Lektorat nicht gut gearbeitet.
Insgesamt ist es folglich ein inhaltlich interessanter, aber leider nur einigermaßen passabel umgesetzer Roman, der mich in seinem Grundtenor nicht überzeugen konnte. Zwar gab es ab und zu Lichtblicke, aber der Autor schafft es dann doch immer wieder diese zunichte zu machen. Ich fürchte, dass man ihm das nicht als Talent anrechnen kann.
(das enspricht dann etwa 2,5 von 5 Sternen)
"Adrenalinlose Berg- und Talfahrt"
Ich glaube John le Carrés Schreibstil kann man nur wirklich mögen oder aber gar nichts damit anfangen.
Zu Beginn des Buches war ich richtiggehend begeistert von seinem Schreibstil und dem rasanten Einstieg in eine vielversprechende Story. Das erste Kapitel verging förmlich im Fluge.
Dann kam jedoch für mich schon der erste Haken an diesem Buch. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit völlig anderen Figuren, als noch das erste und man wird "brutal" aus dem Zusammenhang gerissen. Dieser Szenenwechsel nahm für mich so ziemliche das gesamte Tempo aus der Geschichte.
Leider geht es dann auch so weiter, denn im 3. Kapitel wird der Leser wieder in eine neue Szene geführt. Zwar sieht man nun schon minimale Zusammenhänge zum ersten Kapitel, aber trotzdem riss der rote Faden auf diese Weise ab. Ich mag diesen ständigen Wechsel einfach nicht und die unterschiedlichen Betrachtungsweisen bleiben lange Zeit unklar.
Dabei beginnt alles so spannend:
Melik, ein junger, türkischer Boxer, der in Hamburg lebt, trifft auf der Straße immer wieder einen ausgezehrt wirkenden Jungen. Dieser begegnet ihm an den ungewöhnlichsten Orten. Eines Tages steht er plötzlich vor seiner Haustür und bittet um Obdach. In den Zeiten nach dem 11. September sind aber alle viel misstrauischer, lebten doch einige der Attentäter zuvor in Hamburg. Jedoch führen der Glaube und das Mitgefühl von Meliks Mutter dazu, dass sie Issa, so heißt der junge Mann, aufnehmen. Melik ist davon wenig begeistert, aber je mehr er über Issa erfährt, desto mehr Mitgefühl hat er auch mit ihm.
Die Figur des Issa wird nach und nach auch in den anderen Szenen und aus Sicht anderer Personen betrachtet. Durchaus interessant ist dabei, welches Licht hier nun auf Issa geworfen wird, sind es doch vollkommen verschiedene Blickwinkel unter denen er fortan betrachtet wird. So etwa aus Sicht des Bankiers Brue oder der etwas verschroben wirkenden und geheimnisvollen Anwältin Annabel Richter. Jedoch hat auch der Geheimdienst seine Aufmerksamkeit auf Issa gerichtet. Da stellt sich für den Leser natürlich die Frage, welches Issas wahres Gesicht ist. Es handelt sich also durchaus um eine interessante Geschichte, die nicht ohne Belang ist, ja sogar gehaltvoll ist. Aber ist es nicht wie beim Essen? Gehaltvolle Nahrung muss noch lange nicht schmecken.
Mir persönlich ging zu viel der Spannung aus dem ersten Kapitel verloren. Alles wirkt darauffolgend sehr konstruiert und der Autor verliert sich des öfteren in ausufernden und langatmigen Situationsbeschreibungen, die die Geschichte in keiner Form voranbringen und auch nicht wichtig für das Verständnis sind.
Zudem kommen noch einige sprachliche Fehler hinzu, die ich als störend empfunden habe. Da hat der Übsetzer bzw. das Lektorat nicht gut gearbeitet.
Insgesamt ist es folglich ein inhaltlich interessanter, aber leider nur einigermaßen passabel umgesetzer Roman, der mich in seinem Grundtenor nicht überzeugen konnte. Zwar gab es ab und zu Lichtblicke, aber der Autor schafft es dann doch immer wieder diese zunichte zu machen. Ich fürchte, dass man ihm das nicht als Talent anrechnen kann.
(das enspricht dann etwa 2,5 von 5 Sternen)
16.11.2008 20:26:45
(4329 Beiträge)
Die Leseprobe zu diesem Buch hat mich derart beeindruckt, dass ich mir das Buch gekauft habe. Leider ein Fehlgriff.
Anfangs will man unbedingt wissen, was mit Issa auf sich hat und was Melik und seine Mutter noch mit ihm erleben. Weiter geht es allerdings mit einem Bankier, der in etwas krumme Geschäfte mit Geldwäscherei verwickelt ist und der Anwältin von Issa. Schnell wird man dann an einen Schauplatz des Geheimdienstes geführt, die ebenfalls ein Auge auf Issa geworfen.
Und so läuft es weiter. Kaum kommt der leiseste Hauch von Spannung oder Neugierde auf, wird sofort abgebrochen. So quölt man sich von Seite zu Seite, muss sich selbst zum Weiterlesen zwingen, in der Hoffnung, dass etwas Interessantes passiert und wird jedesmal aufs Neue enttäuscht. Und das bis zum offenen Schluss.
Der Autor hat es geschafft ein brisantes Thema in gähnende Langeweile, Klischees und Vorurteile zu packen. Das war meine zweite und endgültig letzte Begegnung mit Herrn Carre!
Anfangs will man unbedingt wissen, was mit Issa auf sich hat und was Melik und seine Mutter noch mit ihm erleben. Weiter geht es allerdings mit einem Bankier, der in etwas krumme Geschäfte mit Geldwäscherei verwickelt ist und der Anwältin von Issa. Schnell wird man dann an einen Schauplatz des Geheimdienstes geführt, die ebenfalls ein Auge auf Issa geworfen.
Und so läuft es weiter. Kaum kommt der leiseste Hauch von Spannung oder Neugierde auf, wird sofort abgebrochen. So quölt man sich von Seite zu Seite, muss sich selbst zum Weiterlesen zwingen, in der Hoffnung, dass etwas Interessantes passiert und wird jedesmal aufs Neue enttäuscht. Und das bis zum offenen Schluss.
Der Autor hat es geschafft ein brisantes Thema in gähnende Langeweile, Klischees und Vorurteile zu packen. Das war meine zweite und endgültig letzte Begegnung mit Herrn Carre!
17.11.2008 18:37:21
(17589 Beiträge)
@garados: Du sprichst mir aus der Seele... die Leseprobe war so gut und dann der Rest :((
17.11.2008 18:54:41
(4329 Beiträge)
Ja, das war das erste Mal dass ich mich derart gründlich in einer Leseprobe getäuscht habe...
18.11.2008 14:24:55
(17 Beiträge)
So hier ist meine Rezi - hoffe für Euch hilfreich bei der Entscheidung ob Ihr das Buch lest oder nicht...
Wer ist von Wem die Marionette...
...wer zieht an welchen Fäden und wer zieht gemeinsam an einem Strang ?
John le Carre erzählt von dem tschetschenen Issa, dem Flüchtling der illegal nach Deutschland kommt. Vorerst lungert er auf den Straßen Hamburgs herum, findet aber in kurzer Zeit bei einer fremden türkischen Familie Unterschlupf. Melik der Boxer und seine Mutter Leyla nehmen Ihn mit ungutem Gefühl auf, da sie selber nicht 100%ig legal in Deutschland leben. Die Personen werden von le Carre sehr umfangreich beschrieben, der Leser kann sich gut in alle drei Personen reindenken. Doch schon bald kommen weitere Personen dazu, die Anwältin vom Fluchthafen Hamburg - Annabel Richter - und der Bankier - Brue Thommy -. Die Verfolgungsjagd beginnt und das Netz wird größer gesponnen. Es tauchen von Seite zu Seite immer mehr Personen mit unterschiedlichen Charakteren auf, die vorerst schlecht einzuordnen sind. Issa steht wegen seinem millionenschwerem Erbe im Mittelpunkt der Ermittlungen der Geheimdienste und wird nun beschattet, da eine Verbindung zu terroristischen Aktivitäten vermutet wird. Britische und deutsche Geheimdienste wollen nun schnellstmöglich "Operation Felix" beenden, stehen sich aber oftmals gegenseitig im Weg. Wer ist Issa wirklich - ein unschuldiger Flüchtling der den deutschen Pass benötigt um sein Arztstudium zu beginnen oder der gefährliche Tschetschene der terroristische Organisationen mit seinem Erbe unterstützen will ?
In "Marionetten" gibt es keinen Hauptprotagonisten, John le Carre erzählt immer wieder aus anderen Perspektiven. In seinem Buch geht es nicht darum die Spannung immer am Limit zu halten, sondern mit kleinen Details und immer wieder neuen Verwicklungen das Interesse des Lesers zu wecken. Wer aber dachte das im Vordergrund der 9/11 steht wird etwas enttäuscht, denn es geht um die Entwicklung in Deutschland nach dem Anschlag. Misstrauen, Skepsis und Vorsicht stehen auf der Tagesordnung. Bei den Romanfiguren spart le Carre etwas mit der Tiefgründigkeit, nur sehr wenig wird auf familiäres eingegangen.
Bei lesen habe ich oft Gänsehaut bekommen, da Hamburg nicht allzuweit entfernt liegt und dort warscheinlich bald täglich im "flucht-punkt" Menschen wie Issa ankommen. Das Buch hat mich sehr zum nachdenken angeregt, leider hat mich aber auch das offene Ende ein wenig enttäuscht. Gern hätte ich noch mehr über das Leben von Melik und Leyla erfahren und wie es mit Annabel und Brue weitergeht. Ein anspruchsvolles Buch was den Leser in eine nachdenkliche Stimmung bringt.
Wer ist von Wem die Marionette...
...wer zieht an welchen Fäden und wer zieht gemeinsam an einem Strang ?
John le Carre erzählt von dem tschetschenen Issa, dem Flüchtling der illegal nach Deutschland kommt. Vorerst lungert er auf den Straßen Hamburgs herum, findet aber in kurzer Zeit bei einer fremden türkischen Familie Unterschlupf. Melik der Boxer und seine Mutter Leyla nehmen Ihn mit ungutem Gefühl auf, da sie selber nicht 100%ig legal in Deutschland leben. Die Personen werden von le Carre sehr umfangreich beschrieben, der Leser kann sich gut in alle drei Personen reindenken. Doch schon bald kommen weitere Personen dazu, die Anwältin vom Fluchthafen Hamburg - Annabel Richter - und der Bankier - Brue Thommy -. Die Verfolgungsjagd beginnt und das Netz wird größer gesponnen. Es tauchen von Seite zu Seite immer mehr Personen mit unterschiedlichen Charakteren auf, die vorerst schlecht einzuordnen sind. Issa steht wegen seinem millionenschwerem Erbe im Mittelpunkt der Ermittlungen der Geheimdienste und wird nun beschattet, da eine Verbindung zu terroristischen Aktivitäten vermutet wird. Britische und deutsche Geheimdienste wollen nun schnellstmöglich "Operation Felix" beenden, stehen sich aber oftmals gegenseitig im Weg. Wer ist Issa wirklich - ein unschuldiger Flüchtling der den deutschen Pass benötigt um sein Arztstudium zu beginnen oder der gefährliche Tschetschene der terroristische Organisationen mit seinem Erbe unterstützen will ?
In "Marionetten" gibt es keinen Hauptprotagonisten, John le Carre erzählt immer wieder aus anderen Perspektiven. In seinem Buch geht es nicht darum die Spannung immer am Limit zu halten, sondern mit kleinen Details und immer wieder neuen Verwicklungen das Interesse des Lesers zu wecken. Wer aber dachte das im Vordergrund der 9/11 steht wird etwas enttäuscht, denn es geht um die Entwicklung in Deutschland nach dem Anschlag. Misstrauen, Skepsis und Vorsicht stehen auf der Tagesordnung. Bei den Romanfiguren spart le Carre etwas mit der Tiefgründigkeit, nur sehr wenig wird auf familiäres eingegangen.
Bei lesen habe ich oft Gänsehaut bekommen, da Hamburg nicht allzuweit entfernt liegt und dort warscheinlich bald täglich im "flucht-punkt" Menschen wie Issa ankommen. Das Buch hat mich sehr zum nachdenken angeregt, leider hat mich aber auch das offene Ende ein wenig enttäuscht. Gern hätte ich noch mehr über das Leben von Melik und Leyla erfahren und wie es mit Annabel und Brue weitergeht. Ein anspruchsvolles Buch was den Leser in eine nachdenkliche Stimmung bringt.
23.11.2008 12:15:07
(1040 Beiträge)
Zum Autor:
John le Carré wurde 1931 in Poole, Dorset geboren. Er studierte in Bern und Oxford Germanistik, bevor er in diplomatischen Diensten u. a. in Bonn und Hamburg tätig war. 'Der Spion, der aus der Kälte kam' begründete seinen Weltruhm als Bestsellerautor.
Klappentext:
Hamburg nach 9/11. Der Schock darüber, dass die Anschläge von New York hier geplant wurden, sitzt immer noch tief. Der neue Roman von John le Carré erzählt von einer durch den Terror veränderten Gesellschaft, in der Unschuldige und Schuldige gleichermaßen Statisten in einem undurchschaubaren Marionettenspiel sind.
In einem raffiniert gesponnenen Netz aus privaten und politischen Interessen bewegen sich seine Figuren zwischen Gewissenlosigkeit und Nächstenliebe, eiskaltem Kalkül und Gleichgültigkeit. Die Bedrohung durch den islamistischen Terror wird zur Kulisse für ein skrupelloses Spiel der Geheimdienste.
Meine Meinung:
Schnell wird der Leser von einem Handlungsort zum anderen gejagt, dadurch wird kaum Spannung aufgebaut, endlich einmal erreichte Spannung wird durch rigorosen Wechsel des Schauplatzes sofort wieder im Keim erstickt. Die ständig wechselnden Perspektiven sind sehr verwirrend. Le Carré beschreibt die Personen sehr detailliert, was nicht zum leichteren Verständnis beiträgt, sondern die Handlungen noch zusätzlich undurchsichtig und schlecht nachvollziehbar macht.
Für mich ist es ein aktueller Politthriller, der gut recherchiert wurde, allerdings beim Lesen sehr zäh ist.
John le Carré wurde 1931 in Poole, Dorset geboren. Er studierte in Bern und Oxford Germanistik, bevor er in diplomatischen Diensten u. a. in Bonn und Hamburg tätig war. 'Der Spion, der aus der Kälte kam' begründete seinen Weltruhm als Bestsellerautor.
Klappentext:
Hamburg nach 9/11. Der Schock darüber, dass die Anschläge von New York hier geplant wurden, sitzt immer noch tief. Der neue Roman von John le Carré erzählt von einer durch den Terror veränderten Gesellschaft, in der Unschuldige und Schuldige gleichermaßen Statisten in einem undurchschaubaren Marionettenspiel sind.
In einem raffiniert gesponnenen Netz aus privaten und politischen Interessen bewegen sich seine Figuren zwischen Gewissenlosigkeit und Nächstenliebe, eiskaltem Kalkül und Gleichgültigkeit. Die Bedrohung durch den islamistischen Terror wird zur Kulisse für ein skrupelloses Spiel der Geheimdienste.
Meine Meinung:
Schnell wird der Leser von einem Handlungsort zum anderen gejagt, dadurch wird kaum Spannung aufgebaut, endlich einmal erreichte Spannung wird durch rigorosen Wechsel des Schauplatzes sofort wieder im Keim erstickt. Die ständig wechselnden Perspektiven sind sehr verwirrend. Le Carré beschreibt die Personen sehr detailliert, was nicht zum leichteren Verständnis beiträgt, sondern die Handlungen noch zusätzlich undurchsichtig und schlecht nachvollziehbar macht.
Für mich ist es ein aktueller Politthriller, der gut recherchiert wurde, allerdings beim Lesen sehr zäh ist.
09.12.2008 09:58:29
(33782 Beiträge)
Ich habe lange mit mir gehadert, überhaupt eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben...
Anfangs war die Handlung fesselnd und ich mochte es nicht zur Seite legen, jedoch wurde es ab der zweiten Hälfte holperig. Der Hauptakteur wird immer mehr in den Hintergrund gedrückt, dabei erscheint gerade er so wichtig, dass ich gerne mehr über ihn erfahren hätte.
Irgendwann ging es nur noch darum, wie sich die einzelnen Organisationen versuchen, das Brot vom Brot zu klauen und im letzten Drittel hab ich enttäuscht aufgegeben, da ich die Hoffnung aufgab, dass es wieder besser wird. Eigentlich schade.....
Entweder ist John le Carré einfach nicht mein Fall, oder er lehnte sich mit diesem Buch einfach zu weit aus dem Fenster.
Anfangs war seine Schreibweise flüssig und fesselnd, ab dem zweiten Drittel wurde diese holperig und zu Anfang des letzten Drittels hatte ich den Eindruck, dass er nicht mehr wußte, was er schreiben soll.
Ein für mich leider enttäuschendes Buch
Anfangs war die Handlung fesselnd und ich mochte es nicht zur Seite legen, jedoch wurde es ab der zweiten Hälfte holperig. Der Hauptakteur wird immer mehr in den Hintergrund gedrückt, dabei erscheint gerade er so wichtig, dass ich gerne mehr über ihn erfahren hätte.
Irgendwann ging es nur noch darum, wie sich die einzelnen Organisationen versuchen, das Brot vom Brot zu klauen und im letzten Drittel hab ich enttäuscht aufgegeben, da ich die Hoffnung aufgab, dass es wieder besser wird. Eigentlich schade.....
Entweder ist John le Carré einfach nicht mein Fall, oder er lehnte sich mit diesem Buch einfach zu weit aus dem Fenster.
Anfangs war seine Schreibweise flüssig und fesselnd, ab dem zweiten Drittel wurde diese holperig und zu Anfang des letzten Drittels hatte ich den Eindruck, dass er nicht mehr wußte, was er schreiben soll.
Ein für mich leider enttäuschendes Buch
12.01.2009 13:41:53
(8624 Beiträge)
Auch mir geht es wie meiner Vorschreiberin. Monatelange habe ich dieses Buch immer wieder zur Hand genommen und es dann nach ein paar wenigen Seiten wieder beseite zu legen.
Die Leseprobe hat mich seinerzeit regelrecht in den Bann gezogen, ich war total fasziniert und wollte unbedingt wissen, was es mit Issa auf sich hat.
Auch das Buch selber fing dann sehr vielversprechend an. Das erste Kapitel habe ich fast atemlos verschlungen, aber dann.....
Ich wurde immer verwirrter, verstand immer weniger und verlor immer mehr die Lust an diesem Buch....
Da ich aber nicht kampflos aufgeben wollte, habe ich es immer wieder neu versucht, mit diesem Buch warm zu werden...erbegnislos.....
Vor ein paar Tagen dann habe ich es endgültig zugeklappt und wenn ich ehrlich bin, weiß ich jetzt schon nicht mehr, was ich überhaupt gelesen habe...:o(
Nun liest mein Vater -ein großer Le Carré Fan- das Buch und er ist hellauf begeistert...Vielleicht bringe ich ihn ja dazu, eine aussagekräftigere Rezension als ich zu schreiben?!
Die Leseprobe hat mich seinerzeit regelrecht in den Bann gezogen, ich war total fasziniert und wollte unbedingt wissen, was es mit Issa auf sich hat.
Auch das Buch selber fing dann sehr vielversprechend an. Das erste Kapitel habe ich fast atemlos verschlungen, aber dann.....
Ich wurde immer verwirrter, verstand immer weniger und verlor immer mehr die Lust an diesem Buch....
Da ich aber nicht kampflos aufgeben wollte, habe ich es immer wieder neu versucht, mit diesem Buch warm zu werden...erbegnislos.....
Vor ein paar Tagen dann habe ich es endgültig zugeklappt und wenn ich ehrlich bin, weiß ich jetzt schon nicht mehr, was ich überhaupt gelesen habe...:o(
Nun liest mein Vater -ein großer Le Carré Fan- das Buch und er ist hellauf begeistert...Vielleicht bringe ich ihn ja dazu, eine aussagekräftigere Rezension als ich zu schreiben?!
26.01.2009 09:43:12
(17071 Beiträge)
Also ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und mir hat es gut gefallen!
Ich vergebe 4 von 5 Sternen. :-)
Die Marionetten sind wir alle
Inhalt:
Ein junger Mann russisch tschetschenischer Abstammung taucht auf illegalem Weg in Hamburg auf. Er spricht kein Deutsch und hat außer einem Brief, einigen Zeitungsausschnitten, einem kleinen Schlüssel und amerikanischen Dollars nichts bei sich. Zunächst wird er von einer türkischen Familie versteckt, bis er Kontakt zur jungen Anwältin Annabel Richter bekommt, die sich auf Asylrecht spezialisiert hat und russisch spricht.
Der junge Mann, von dem nun bekannt ist, dass sein Name Issa Karpow lautet, hat Informationen über ein Konto bei einer Privatbank bei sich. Die Bank befindet sich seit vielen Generationen im Besitz der Familie Brue und der aktuelle Bankdirektor Tommy Brue wird schon bald von Annabel in die Geschichte eingeweiht. Doch was hat es wirklich mit diesem geheimnisvollen Konto auf sich und was will der Verfassungsschutz von Issa?
Meine Meinung:
"Marionetten" von John Le Carrè hat mir sehr gut gefallen. Schauplatz ist die Stadt Hamburg im Jahr 2008. Zu Anfang dachte ich, dass es sich um den üblichen Thriller rund um 9/11 handelt und hier mal wieder die Gefahr geschürt werden soll, die von islamischen Attentätern ausgeht. Dem ist jedoch absolut nicht so!
Ganz im Gegenteil zeigt uns John Le Carrè hier, welche Gefahr die Rechtfertigung von Aktionen mit dem Argument des "Heimatschutzes" oder der "Terrorverhinderung" birgt. Sollte die Vorgehensweise der deutschen Behörden wie dem Verfassungsschutz auch nur zum Teil der Wahrheit entsprechen, so finde ich das sehr bedenklich. Bisher war ich noch von der wagen Hoffnung ausgegangen, dass eine aggressive Vorgehensweise, wie sie hier beschrieben ist und wie sie eher der Manier amerikanischer Geheimdienste entspricht, in unserem Land noch keinen Einzug gefunden hat.
"Marionetten" ist erschreckend realistisch und spannend bis zur letzten Minute. John Le Carrè zieht an den richtigen Fäden und auch seine Figuren sind eigentlich nur Puppen im großen Spiel. Auch wenn es sich hier um eine Übersetzung aus dem englischen handelt, merkt man, dass der Autor sehr vertraut mit Deutschland, der deutschen Kultur und Mentalität ist. Alles wirkt sehr stimmig und von den Figuren bis zu den Schauplätzen gut recherchiert und ausgearbeitet. Die beiden so gegensätzlichen Figuren des Privatbankiers und der Sozialanwältin sind mir sehr sympathisch und ich hätte auch nichts dagegen, wenn sie einmal in einem weiteren Buch von John Le Carrè erneut auftauchen.
Fazit:
Erschütternd, realistisch, beängstigend.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen. :-)
Die Marionetten sind wir alle
Inhalt:
Ein junger Mann russisch tschetschenischer Abstammung taucht auf illegalem Weg in Hamburg auf. Er spricht kein Deutsch und hat außer einem Brief, einigen Zeitungsausschnitten, einem kleinen Schlüssel und amerikanischen Dollars nichts bei sich. Zunächst wird er von einer türkischen Familie versteckt, bis er Kontakt zur jungen Anwältin Annabel Richter bekommt, die sich auf Asylrecht spezialisiert hat und russisch spricht.
Der junge Mann, von dem nun bekannt ist, dass sein Name Issa Karpow lautet, hat Informationen über ein Konto bei einer Privatbank bei sich. Die Bank befindet sich seit vielen Generationen im Besitz der Familie Brue und der aktuelle Bankdirektor Tommy Brue wird schon bald von Annabel in die Geschichte eingeweiht. Doch was hat es wirklich mit diesem geheimnisvollen Konto auf sich und was will der Verfassungsschutz von Issa?
Meine Meinung:
"Marionetten" von John Le Carrè hat mir sehr gut gefallen. Schauplatz ist die Stadt Hamburg im Jahr 2008. Zu Anfang dachte ich, dass es sich um den üblichen Thriller rund um 9/11 handelt und hier mal wieder die Gefahr geschürt werden soll, die von islamischen Attentätern ausgeht. Dem ist jedoch absolut nicht so!
Ganz im Gegenteil zeigt uns John Le Carrè hier, welche Gefahr die Rechtfertigung von Aktionen mit dem Argument des "Heimatschutzes" oder der "Terrorverhinderung" birgt. Sollte die Vorgehensweise der deutschen Behörden wie dem Verfassungsschutz auch nur zum Teil der Wahrheit entsprechen, so finde ich das sehr bedenklich. Bisher war ich noch von der wagen Hoffnung ausgegangen, dass eine aggressive Vorgehensweise, wie sie hier beschrieben ist und wie sie eher der Manier amerikanischer Geheimdienste entspricht, in unserem Land noch keinen Einzug gefunden hat.
"Marionetten" ist erschreckend realistisch und spannend bis zur letzten Minute. John Le Carrè zieht an den richtigen Fäden und auch seine Figuren sind eigentlich nur Puppen im großen Spiel. Auch wenn es sich hier um eine Übersetzung aus dem englischen handelt, merkt man, dass der Autor sehr vertraut mit Deutschland, der deutschen Kultur und Mentalität ist. Alles wirkt sehr stimmig und von den Figuren bis zu den Schauplätzen gut recherchiert und ausgearbeitet. Die beiden so gegensätzlichen Figuren des Privatbankiers und der Sozialanwältin sind mir sehr sympathisch und ich hätte auch nichts dagegen, wenn sie einmal in einem weiteren Buch von John Le Carrè erneut auftauchen.
Fazit:
Erschütternd, realistisch, beängstigend.
22.09.2009 20:38:30

