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Wohin der Fluss uns trägt - Charles Martin

 
Beitrag
erstellt am
silkedb

silkedb

(17071 Beiträge)

Hallo,

ich habe gerade dieses Buch gelesen.
Eigentlich ist das eher nicht meine Leserichtung, aber es hat mir doch ganz gut gefallen. :-)

Der Fluss endet nie

Inhalt:
Abbie und Chris sind seit 14 Jahren verheiratet.
Mit 31 Jahren wurde bei Abbie Krebs diagnostiziert, eine Krankheit an der auch schon ihre Mutter in jungen Jahren verstarb.
Als Tochter einer angesehenen Charlestoner Familie erhält Abbie jede mögliche Behandlung, doch nach vier Jahren anstrengendem Kampf sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft und keine Hoffnung auf Genesung mehr in Sicht.
Zum Jahreswechsel hat Abbie eine Liste von 10 Wünschen erstellt, die sie noch gerne in ihrem Leben erfüllen will. Es sind keine großen Wünsche, doch die Zeit ist knapp. Als nun das Ende ihres Lebens in Sicht ist, bittet sie ihren Mann ihren größten Wunsch zu erfüllen: eine Fahrt mit dem Kanu auf dem St. Mary's River von Moniac bis ans Meer, eine Strecke von knapp 200 km.
Mit jedem Abschnitt auf dem Fluss, legen Abbie und Chris auch einen Abschnitt ihrer Vergangenheit zurück. Werden sie dort ankommen, "wo der Fluss endet"?

Meine Meinung:
Das bemerkenswerteste an "Wohin der Fluss uns trägt" ist die Erzähl-Perspektive. Bücher über Frauen, die an Krebs erkrankt sind gibt es zu genüge. Aber dieses hier ist das erste Buch zu dem Thema, das ich kenne, dass die Geschichte aus der Sicht des Ehemannes schildert.
In 45 Kapiteln wird abwechselnd ein Abschnitt der Flussfahrt geschildert und ein Kapitel aus Chris und Abbies gemeinsamer Vergangenheit, bis die Vergangenheit schließlich die Gegenwart einholt.
Mir persönlich haben die Kapitel aus der Vergangenheit besser gefallen, da ich gerne erfahren wollte, wie Chris und Abbie zu dieser Einheit geworden sind, als die sie von Anfang an erscheinen.
Die Kapitel, die der Flussfahrt gewidmet sind, fand ich nicht immer so interessant, da sie zum einen sehr viele unbedeutende Informationen zu Landschaft und Infrastruktur enthalten und ich zum anderen einige Ereignisse auf der Fahrt als zu unpassend empfand.
Sicherlich ist der Gedanke nicht neu eine Geschichte über eine Todkranke zu schreiben, die ihre letzten Wünsche erfüllen will. Meiner Meinung nach stand hier aber weniger die Wunscherfüllung an sich im Vordergrund, sondern das wofür dieser Fluss bei Abbie steht. Chris ist hier aufgewachsen, hier haben sie ihre Flitterwochen verbracht und die Zeit scheint hier in einem langsameren Rhythmus zu schlagen, als in der Stadt. Das mag im ersten Moment unbedeutend erscheinen, doch für jemanden, der nur noch wenige Tage oder Wochen zu leben hat, zählt jeder Moment in dem man sich frei fühlen kann. Die Krankheit für einen kurzen Moment vergessen und sich dahintreiben lassen auf dem Fluss. Das alles in der Gewissheit nicht alleine zu sein, jemanden bei sich zu haben der zu einem steht, bis zum letzten Atemzug.
"Wohin der Fluss uns trägt" drückt ganz klar auf die Tränendrüse. Meine Gedanken schweiften oft ab, zu einer Person aus meinem persönlichen Umfeld, die ebenfalls in jungen Jahren am Krebs verstarb. Aber wichtig ist es nicht nur, wie lange ein Leben ist, sondern wie man es gelebt hat. Abbie lebt es in vollen Zügen und Chris zeigt vor allem eins: Rückgrad. Er ist da für sie, ohne Bedingungen. Doch durch Abbies Stärke findet auch er selber die Kraft, endlich aus sich heraus zu kommen.
Der Titel "Wohin der Fluss uns trägt" ist wohl eher aus der Klangmelodie heraus gewählt. Denn als Übersetzung von "Where the river ends" trifft es nicht wirklich den Sinn.

Fazit:
Ein bewegender Bericht über eine Liebe, die nicht nur in guten Zeiten besteht.

16.01.2009 19:03:19
Jai20

Jai20

(480 Beiträge)


Einfühlsam und authentisch erzählt Charles Martin die Geschichte von Chris und Abbie.

Chris und Abbie sind ein ungleiches Paar. Chris ist mittelloser Maler, Abbie hingegen stammt aus einer reichen und einflussreichen Familie und hat es als Model nach ganz oben geschafft. Entgegen aller Konventionen heiraten die beiden und verbringen glückliche Jahre miteinander. Doch dann schlägt das Leben in seiner ganzen Härte zu und Abbie erkrankt schwer an Krebs. Nach vielen erfolglosen Therapieversuchen brechen die beiden zu einer Reise ohne Wiederkehr auf.

Wer vermutet, dass es sich bei diesem Buch um einen kitschigen Schnulzenroman handelt der irrt.

Der Anfang liest sich noch etwas zäh, aber auf einmal ist man mittendrin und die Geschichte selbst verwandelt sich in einen Fluss. Mal leise und sanft und dann erwischt die Strömung einen doch wieder mit aller härte und zieht einen hinab in die Tiefe.

Tief beeindruckt hat mich Chris, der Abbie nie von der Seite gewischen ist und mit ihr gemeinsam gegen den Krebs gekämpft hat. Eine solch eindringliche Liebe wie die zwischen Abbie und Chris wünsche ich allen Menschen, die selbst gegen den Krebs ankämpfen müssen.

Besonders gut gefallen hat mir, dass der Autor nichts verschönigt und dieses doch sehr schwere Thema nicht mit Samthandschuhen angefasst hat. Dadurch wirkt die Geschichte für mich sehr ehrlich und authentisch.

Dieses Buch hat mich sehr bewegt, ich musste lachen und ich musste weinen. Und mehr als einmal musste ich tief einatmen, bevor ich weiter lesen konnte.

Obwohl das Buch ein trauriges Thema behandelt ist es nicht nur negativ. Durch ihre Lebensbejahende Art macht Abbie deutlich, wie wichtig es ist das eigene Leben auch wirklich zu leben und genauer hinzuschauen um die wahre Schönheit in den Dingen zu erkennen.

Wohin der Fluss uns trägt ist eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe und ich bin mir sicher, dass ich noch oft an Chris, Abbie und die starke Liebe die sie verbunden hat denken werde.
17.01.2009 17:49:31
Fandorina

Fandorina

(5887 Beiträge)

Das Buch steht ganz oben auf meiner Wunschliste. Der Titel und der Klappentext suggerieren Kitsch und eine weitere öde Variante dieser leidigen Wunscherfüllungsschmonzetten. Ich denke aber nach dem Reinlesen, das trifft es überhaupt nicht.
17.01.2009 18:40:18
Mausi75

Mausi75

(8624 Beiträge)

Ich habe dieses Buch auch gelesen und kopiere mal meine Rezi hier hin:

Inhalt (Klappentext):

Sie sind verliebt wie am ersten Tag. Sie wollen für immer zusammenbleiben. Aber bald wird Abbie nicht mehr da sein. Chris tut alles, um seiner todkranken Frau ihre zehn größten Wünsche zu erfüllen und gemeinsam brechen sie auf zum Abenteuer ihres Lebens: Einer Flussfahrt ohne Wiederkehr....

Meine Meinung:

Da mich die Leseprobe schon neugierig auf die Geschichte gemacht hatte, habe ich sofort nach Erhalt des Buches mit der Lektüre begonnen. Ich wurde, wie erwartet nicht enttäuscht.

Das Buch ist in zwei Teile gesplittet, die abwechselnd in Kapiteln erzählt werden. Einerseits wird die Geschichte von Chris und Abbie vom Kennenlernen, über ihre Beziehung, Abbies Krankheit bis hin zu ihrem Tod erzählt. Die Kapitel haben mir besonders gut gefallen. Ich fand es schön zu lesen, wie eine schöne junge Frau aus reichem Elternhaus mit einem jungen Künstler, der in einem Trailerpark am Fluss aufgewachsen ist, eine so innige Beziehung eingeht.

Die jeweils anderen Kapitel erzählen von der Gegenwart, von den 10 Wünschen, die Chris seiner Frau unbedingt erfüllen möchte. Hier waren dann aber doch einige Passagen, die mir nicht so gut gefallen haben. Manchmal fand ich Abbie etwas unglaubwürdig in den Dingen, die sie trotz ihrer Schmerzen schafft.Und hier haben mich nmanchmal die ausschweifenden Beschreibungen, vorallem der Landschaft gestört....

Fazit:

Alles in allem ist dieses Buch aber sehr gelungen. Ich konnte mit den Protagonisten weinen und lachen, wäre da nur nicht immer dieser schale Beigeschmack der furchtbaren Krankeit und der Tod, der allgegenwertig in der Luft liegt....

Bewertung: 4 von 5 Sternen
22.01.2009 10:42:23
IrinaS

IrinaS

(5 Beiträge)

hier meine Rezi zu dem Buch:

Sie sagen wir sind am Ende, also lass uns von vorne Anfangen

Wohin der Fluss uns trägt

Inhalt:
Abbie und Chris sind ein ungleiches Paar und doch so glücklich wie zu Beginn: Chris kommt von ganz unten, Abbie aus einer mächtigen Südstaaten-Dynastie. Aber nach Jahren unbeschwerter Ehe schlägt das Schicksal zu und bei Abbie wird Krebs diagnostiziert. Der Rat der Ärzte lautet, auf das Ende zu warten. Doch Abbie hat eine Liste mit Wünschen erstellt, und die möchte sie sich erfüllen. Zehn eigentlich recht gewöhnliche Dinge, wie am Strand Wein zu trinken oder so sehr zu lachen, dass es weh tut. Der größte dieser Wünsche ist, im Kanu den ganzen St. Marys River im Süden der USA hinab zufahren. Kurzentschlossen packt Chris die Rucksäcke und heimlich brechen sie auf. Von Abbies Vater und bald auch den Medien und der Polizei verfolgt, rudern sie den Fluss hinunter. Es wird die Reise ihres Lebens, das sie in all seiner Schönheit und Bitterkeit noch einmal auskosten. Und sie wissen: Wo der Fluss endet, beginnt die Ewigkeit.


Meine Meinung:

Abbie und Chris sind zwei Menschen wie Sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Die High-Socitey Schönheit und erfolgreiches Model, Tochter eines einflußreichen Senators, und Chris armer Kunststudent ohne Vater aufgewachsen im Wohnwagen.

Trotz aller Unterschiede werden die beiden ein harmonisches und glückliches Paar das den jeweils anderen ergänzt und versteht. Charles Martins Buch beginnt kurz vor Ende der Geschichte von Chris und Abbie und erzählt mit Rückblicken vom Kennen lernen der beiden bis zur Diagnose und Behandlung des aggressiven Krebses der Abbie befällt. Dem Autor gelingt es die traurig schöne Geschichte zu erzählen ohne in Kitsch zu verfallen und allzu sehr auf die Tränendrüse zu drücken, wie es bei manchen Büchern dieses Genre gerne der Fall ist. Dazu Beschreibt er die oft mühsame und von Hindernissen geprägte Reise auf dem Fluss St. Marys so lebendig uns Interessant dass man diesem Ort gerne selbst einmal besuchen würde.

Die Figur Chris der mit seiner Frau die im Ehe Gelübde Versprochenen guten und schlechten Zeiten durchsteht und dabei nie in Frage stellt das er immer an der Seite seiner Frau sein wird ist sehr gut geschrieben ohne ihn als Opfer oder Märtyrer erscheinen zu lassen. Alles im allem ist Wohin der Fluss uns trägt eines der besten Bücher die ich seit langem gelesen habe und ist uneingeschränkt zu empfehlen. Unbedingt lesen.
24.01.2009 10:20:26
Elchi130

Elchi130

(31644 Beiträge)

Und hier meine :-)

Die Magie der Liebe und die harte Realität des Schicksals

Dieses Buch hat mich ganz tief berührt. Es hat mir den Atem genommen, mich geänstigt, es hat mich sehr froh gemacht und unbeschreiblich traurig. Charles Martin schreibt unglaublich gefühlvoll, auch in vielen Nebensätzen. Das Buch erzählt von einer großen Liebe, die bis zum Ende Bestand hat.
Doch das Buch beschreibt auch eine grausame Krankheit, die dir alles raubt - und auch das kann Charles Martin sehr gut. Das Buch ist stellenweise so hart, dass sich mir der Magen zusammenzog vor Anspannung. Die Krebsbehandlungen wirken so real, dass ich mich während des Lesens immer wieder daran erinnern musste, dass ich einen Roman lese.
Zu lang sind nach meiner Ansicht die Kunstexkursionen und auch die Beschreibungen des Flusses. Die Geschichte geht zum Teil zu sehr im Verlauf des Flusses unter.

Trotzdem hinterlässt dieses Buch einen starken Eindruck und ich kann es mir sehr gut verfilmt vorstellen - würde mich sehr freuen.
30.01.2009 18:17:12
Lilli33

Lilli33

(24338 Beiträge)

und meine ;-)

Glückliche Liebe ohne Happy End

Abbie und Chris, die sich trotz ihrer so unterschiedlichen Herkunft ineinander verlieben, dann gegen den Willen der Familie heiraten, haben zusammen ein wunderbares liebevolles Leben. Bis Abbie an Krebs erkrankt. Schon früh erfährt der Leser, dass der Kampf gegen die Krankheit aussichtslos ist. Doch die beiden lassen sich nicht bezwingen. Als alle Therapien versagen und Abbies Tod nur noch wenige Tage Zeit lässt, machen sie sich heimlich auf den Weg, um Abbies Top-Ten-Wünsche abzuarbeiten. Hauptpunkt ist die Kanufahrt auf einem Fluss, die von allerlei Hindernissen gespickt ist, aber auch am Strand Wein trinken und lachen, bis der Bauch wehtut, gehören dazu. Rührend sorgen die zwei für einander, jeder auf seine Weise.
In den Kapiteln wechseln sich zwei Erzählstränge ab. In dem einen erfährt der Leser etwas über die Vergangenheit, das Kennenlernen, Heirat, Familien, die Entwicklung der Krankheit. Im anderen wird das Ende beschrieben, die letzte gemeinsame Reise.
Das Thema ist sehr emotionsgeladen. Martins Sprache ist allerdings eher nüchtern bis kurz vor Schluss. Da brauchte ich Taschentücher. Die ausführlichen, trockenen Naturbeschreibungen tun meiner Meinung nach nichts oder zumindest nicht viel zur Sache und stören daher den Lesefluss ziemlich.
Die Handlung ist stellenweise recht unglaubwürdig. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man, derart durch die Krankheit geschwächt, all die Strapazen durchstehen kann. Ebenso wenig glaube ich, dass einen so viele fremde Menschen so freundlich aufnehmen, wenn man polizeilich gesucht wird. Und dass diese Menschen dann noch zufällig zur Erfüllung gleich einiger Top-Wünsche beitragen können, wirkt doch sehr konstruiert.
Trotzdem ist es ein schönes Buch, ich habe das Lesen genossen.
23.02.2009 09:41:25
Sunangel

Sunangel

(13944 Beiträge)

oh jetzt freu ich mich schon richtig aufs lesen, hab mir das buch vor ein paar tage gekauft
24.02.2009 21:30:00
Lyra70

Lyra70

(3630 Beiträge)

Bei mir gab es nur 3 Sterne.

Abbi und Chris sind seit über 14 Jahren verheiratet und immer noch so glücklich wie am ersten Tag. Abbi, aus der Charlestoner Oberschicht und Chris, aufgewachsen in einem Trailer am Fluss, können ungleicher nicht sein. Dennoch setzen sie sich über alle Konventionen hinweg.
Mehr Klischee geht nicht!

Hinter dem Buch versteckt sich aber nicht etwa nur ein Liebesroman. Vielmehr geht es um die dramatische Krebserkrankung von Abbi. Als klar wird, dass sie den Kampf gegen den Krebs nicht überstehen wird, will sie sich ihre letzten zehn Wünsche erfüllen. Bei Nacht und Nebel verlassen sie das Haus, Chris besorgt noch mitten in der Nacht die notwendigen Tabletten und Schmerzmittel. Dann machen sie sich auf den Weg zum Fluss. Der größte Wunsch von Abbi ist es den St. Marys River vom Anfang bis zum Ende zu befahren. Während sie den Fluss entlang fahren streichen sie auch die anderen neun Wünsche aus Abbis Top 10 Liste. Dazu gehören z. B. Karussell fahren, einen Looping mit dem Flugzeug und Wein am Strand trinken.
Immer dicht auf ihren Versen, Abbis Vater. Er will seine Tochter die letzten Tage bei sich wissen und kann nicht verstehen, dass Chris sie in diesem Zustand den Fluss runter fahren lässt.
Die beiden erleben so ihr letztes großes Abenteuer.

Das Buch wird aus der Sicht von Chris erzählt. In verschiedenen Kapiteln erfahren wir wie er im Wohnwagenpark ausgewachsen ist, Abbi kennen lernte und die Geschichte des Flusses.
Die seitenlangen Erzählungen über den St. Marys River und der Umgebung kann man wahrscheinlich nur nachvollziehen wenn man diesen Fluss kennt oder in der Gegend aufgewachsen ist. Für mich waren die Passagen eher langweilig und haben zum Querlesen verleitet.

Der Fluss an sich soll als Metapher genutzt werden, den Lebensweg beschreiben. Ohne das Chris es sofort versteht hat Abbi ihm das Loslassen leichter gemacht und ihm ein Vermächtnis mit auf dem Weg gegeben.

Trotz allem ist der Roman für mich zu klischeebehaftet und hat zu viele Längen. Die Botschaft geht so leider in den vielen langen Passagen des Buches unter.
31.03.2009 10:42:46