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Die Stunde in der ich zu glauben begann - W. Lamb
Beitrag
erstellt am
(4329 Beiträge)
Ich habe bei vorablesen ein Vorabexemplar von Wally Lamb - Die Stunde in der ich zu glauben begann ergattert:
Erzählt wird die Geschichte von Caelum und Maureen, beide angestellt an der Columbine High Scholl, an der zwei Schüler ein furchtbares Massaker anrichten.
Maureen überlebt, ist seitdem jedoch schwer traumatisiert.
Caelum versucht verzweifelt Zugang zu ihr zu finden, hat aber nur wenig Erfolg, wobei er allerdings auch etliche Fehler macht (aus meiner Sicht als Frau). Zudem verhält er sich inkonsequent, verlangt von seiner Frau, sich Hilfe zu suchen und an sich zu arbeiten, verleugnet selbst aber vor anderen Maureens Probleme und kann sich seinen eigenen Abgründen nicht stellen.
Nebenbei wird man tiefer in die Geschichte der Familie Quirk eingeführt, die, wie sich herausstellt, ziemlich verkorkst zu nennen ist und "etliche Leichen im Keller" hat.
Langsam erschließt sich, was Caelum zu dem Menschen gemacht hat, der er ist. Und es müssen sich viele Katastrophen und Rückschläge ereignen, ehe er mit sich selbst ins Reine kommt.
Als ich das Buch das erste Mal in die Hand genommen habe, war ich wegen des Titels etwas skeptisch, da ich religiöser Literatur nicht sonderlich zugetan bin. Ich wurde allerdings positiv überrascht, der Titel erklärt sich erst auf den letzten Seiten und die Geschichte selbst ist nicht auf Religiöses ausgerichtet.
Vielmehr blickt man in die Abgründe menschlicher Seelen, sieht was Tiefschläge aus Menschen machen können, leidet mit den Hauptpersonen mit, auch wenn man ihnen manchmal einen Tritt versetzen möchte.
Wally Lamb hat neun Jahre an diesem Roman gearbeitet und dabei die jeweils aktuellen Weltgeschehen in die Handlung eingearbeitet. Man sieht auch deutlich, dass die Geschichte nicht "hingeworfen", sondern durchdacht und liebevoll ausgearbeitet wurde.
Seine Personen reden wirklich so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, was ich sehr erfrischend finde und wodurch ich mich noch besser in ihre Gedankenwelt einfinden konnte.
Einzig die Familienchronik (zurückreichend bis mindestens zur Ururgroßmutter) hätte ich mir machmal etwas kürzer gewünscht, obwohl sie im Ganzen unabdingbar ist.
Ein schönes, nachdenkliches und mitreißendes Buch.
Erzählt wird die Geschichte von Caelum und Maureen, beide angestellt an der Columbine High Scholl, an der zwei Schüler ein furchtbares Massaker anrichten.
Maureen überlebt, ist seitdem jedoch schwer traumatisiert.
Caelum versucht verzweifelt Zugang zu ihr zu finden, hat aber nur wenig Erfolg, wobei er allerdings auch etliche Fehler macht (aus meiner Sicht als Frau). Zudem verhält er sich inkonsequent, verlangt von seiner Frau, sich Hilfe zu suchen und an sich zu arbeiten, verleugnet selbst aber vor anderen Maureens Probleme und kann sich seinen eigenen Abgründen nicht stellen.
Nebenbei wird man tiefer in die Geschichte der Familie Quirk eingeführt, die, wie sich herausstellt, ziemlich verkorkst zu nennen ist und "etliche Leichen im Keller" hat.
Langsam erschließt sich, was Caelum zu dem Menschen gemacht hat, der er ist. Und es müssen sich viele Katastrophen und Rückschläge ereignen, ehe er mit sich selbst ins Reine kommt.
Als ich das Buch das erste Mal in die Hand genommen habe, war ich wegen des Titels etwas skeptisch, da ich religiöser Literatur nicht sonderlich zugetan bin. Ich wurde allerdings positiv überrascht, der Titel erklärt sich erst auf den letzten Seiten und die Geschichte selbst ist nicht auf Religiöses ausgerichtet.
Vielmehr blickt man in die Abgründe menschlicher Seelen, sieht was Tiefschläge aus Menschen machen können, leidet mit den Hauptpersonen mit, auch wenn man ihnen manchmal einen Tritt versetzen möchte.
Wally Lamb hat neun Jahre an diesem Roman gearbeitet und dabei die jeweils aktuellen Weltgeschehen in die Handlung eingearbeitet. Man sieht auch deutlich, dass die Geschichte nicht "hingeworfen", sondern durchdacht und liebevoll ausgearbeitet wurde.
Seine Personen reden wirklich so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, was ich sehr erfrischend finde und wodurch ich mich noch besser in ihre Gedankenwelt einfinden konnte.
Einzig die Familienchronik (zurückreichend bis mindestens zur Ururgroßmutter) hätte ich mir machmal etwas kürzer gewünscht, obwohl sie im Ganzen unabdingbar ist.
Ein schönes, nachdenkliches und mitreißendes Buch.
17.01.2009 19:00:08
(780 Beiträge)
Ich habe das Buch auch bekommen, bin aber noch zwischen den Seiten 100 bis 200. Es ist so nicht schlecht (habe zuerst das Nachwort gelesen, was mir den Autoren schon mal sympatisch machte), aber so ist es für mich immer noch zu umfangreich. Etwas weniger Seiten vielleicht?!
18.01.2009 00:09:25
(4329 Beiträge)
so früh konnte ich noch keine Längen feststellen. Nur wenn sich die Geschichte bei irgendwelchen Urur-Vorfahren verliert. Da hab ich dann schon ab und an geseufzt. Schon wieder 5 Seiten über den Quatsch...
Wobei das Meiste im Nachhinein nicht unwichtig ist, aber die Verpackung gefiel mir nicht. Allerdings konnte es nur auf diese Weise in die Erzählung gepackt werden, da Caelum das Wissen ja erlangen muss und es keinen allwissenden Erzähler gibt...
Von 10 Punkten würde ich 8 vergeben...
Wobei das Meiste im Nachhinein nicht unwichtig ist, aber die Verpackung gefiel mir nicht. Allerdings konnte es nur auf diese Weise in die Erzählung gepackt werden, da Caelum das Wissen ja erlangen muss und es keinen allwissenden Erzähler gibt...
Von 10 Punkten würde ich 8 vergeben...
18.01.2009 11:05:04
(5651 Beiträge)
Und wieder ein Suchauftrag mehr... Danke dir! ;-)
18.01.2009 14:20:59
(15781 Beiträge)
Das Buch fängt mit einem Vorwort über die demenzkranke, jetzt verstorbene Mutter an, was mir schon gut gefallen hat.
Caelum und seine Frau Maureen wollen einen Neubeginn starten - ihre Ehe ist in eine Krise geraten. Aus diesem Grunde ziehen sie nach Colorado. Caelum erzählt aus seiner Vergangenheit, wie seine Frau fremdgegangen ist, wie er agressiv wurde und viel auch aus seiner Kindheit und von seinen Vorfahren.
Maureen ist dabei, wie zwei Schüler auf der Columbine Schule Amok laufen - seitdem leidet sie unter flashbacks, Angstzuständen und Schmerzen. Sie kann nicht mehr arbeiten und muss zur Psychologin . Durch die Tabletten, die sie nimmt, wird sie tablettenabhängig. Caelum versucht ihr zu helfen, kommt aber nicht so richtig an sie ran. Er muss sich gestehen, dass der Amoklauf Maureens und sein Leben völlig umgekrempelt hat.
Als es Maureen wieder ein wenig besser geht, fängt sie wieder an zu arbeiten - kommt dort aber leider mit Tabletten in Berührung. Als Maureen unter Medikamenteneinfluss einen jungen Mann überfährt, muss sie eine Haftstrafe absitzen. Caelum besucht sie, wenn auch unregelmässig. Ihr Verhältnis ist gestört.
Man erfährt sehr viel über menschliche Abgründe, die Beweggründe, warum man so handelt und wie es das Leben beeinflusst. Die Familiengeschichte der Quirks wird in Rückblicken, Briefen und Zeitungsartikeln aufgerollt - manchmal ist es zu ausschweifend. Es sind einige Schicksalsschläge, die die Familie Quirk zu verarbeiten hat - man könnte auf den Gedanken kommen, ob es nicht gar zu viele Schicksalsschläge sind.
Die Protagonisten haben Stärken und Schwächen, man kann mit ihnen mitfühlen.
Die Gestaltung des Covers hat mich angesprochen, den Buchtitel hätte ich mir anders gewünscht.
Das Buch ist stellenweise zu ausschweifend - aber insgesamt doch lesenswert.
Caelum und seine Frau Maureen wollen einen Neubeginn starten - ihre Ehe ist in eine Krise geraten. Aus diesem Grunde ziehen sie nach Colorado. Caelum erzählt aus seiner Vergangenheit, wie seine Frau fremdgegangen ist, wie er agressiv wurde und viel auch aus seiner Kindheit und von seinen Vorfahren.
Maureen ist dabei, wie zwei Schüler auf der Columbine Schule Amok laufen - seitdem leidet sie unter flashbacks, Angstzuständen und Schmerzen. Sie kann nicht mehr arbeiten und muss zur Psychologin . Durch die Tabletten, die sie nimmt, wird sie tablettenabhängig. Caelum versucht ihr zu helfen, kommt aber nicht so richtig an sie ran. Er muss sich gestehen, dass der Amoklauf Maureens und sein Leben völlig umgekrempelt hat.
Als es Maureen wieder ein wenig besser geht, fängt sie wieder an zu arbeiten - kommt dort aber leider mit Tabletten in Berührung. Als Maureen unter Medikamenteneinfluss einen jungen Mann überfährt, muss sie eine Haftstrafe absitzen. Caelum besucht sie, wenn auch unregelmässig. Ihr Verhältnis ist gestört.
Man erfährt sehr viel über menschliche Abgründe, die Beweggründe, warum man so handelt und wie es das Leben beeinflusst. Die Familiengeschichte der Quirks wird in Rückblicken, Briefen und Zeitungsartikeln aufgerollt - manchmal ist es zu ausschweifend. Es sind einige Schicksalsschläge, die die Familie Quirk zu verarbeiten hat - man könnte auf den Gedanken kommen, ob es nicht gar zu viele Schicksalsschläge sind.
Die Protagonisten haben Stärken und Schwächen, man kann mit ihnen mitfühlen.
Die Gestaltung des Covers hat mich angesprochen, den Buchtitel hätte ich mir anders gewünscht.
Das Buch ist stellenweise zu ausschweifend - aber insgesamt doch lesenswert.
18.01.2009 17:45:59
(3659 Beiträge)
Das hört sich gut, obwohl ich mittlerweile reichlich Bücher über jungendliche Amokläufer gelesen habe.
Hier scheint das aber eher eine Rahmenhandlung zu sein. "Die Musik der Wale" und "Früh am Morgen beginnt die Nacht" waren waren beide toll und ich habe mich schon oft gefragt, wann der Autor mal wieder was schreibt.
Danke für den Tipp.
Hier scheint das aber eher eine Rahmenhandlung zu sein. "Die Musik der Wale" und "Früh am Morgen beginnt die Nacht" waren waren beide toll und ich habe mich schon oft gefragt, wann der Autor mal wieder was schreibt.
Danke für den Tipp.
19.01.2009 09:21:26
(3566 Beiträge)
Ich gebe hier auch mal meine Rezension zu dem Buch ab:
Die Geschichte handelt von einem Ehepaar, Caelum und Maureen, die beide an derselben High School berufstätig sind. Maureen als Krankenschwester und Caelum als Lehrer. Eines Tages geschieht das Unfassbare, es findet ein geplanter Amoklauf zweier Schüler in der High School statt, bei dem Maureen unmittelbar dabei ist. Ihr Ehemann ist aufgrund eines Schlaganfalles bei seiner Tante Lolly in Connecticut und erlebt die Tat lediglich durch die Fernsehberichte mit und eilt daraufhin umgehend zu seiner Frau. Maureen steht durch das Dabeisein bei dem Amoklauf unter Schock und ist schwer traumatisiert. Caelum versucht seiner Frau beizustehen und sie zu ermuntern in ihr altes Leben zurückzufinden. Doch der Amoklauf verändert das Leben von Maureen und Caelum von Grund auf. Maureen begibt sich wegen ihrer Störungen und Flashbacks in psychiatrische Behandlung. Jedoch wird sie durch die Medikamente tablettenabhängig. So nimmt die Geschichte langsam ihren Lauf und entwickelt einen immer stärkeren Sog, der das Leben von Maureen und Caelum immer tiefer sinken lässt.
Wally Lamb gelingt es eine packende Geschichte zu schreiben, die mich bis zur letzten Seite fesselt. Der Schreibstil lässt das Buch schnell und einfach weg lesen. Normalerweise hätte ich für solch eine Seitenanzahl durchaus länger zu lesen gebraucht, jedoch war ich ständig in den Bann gezogen weiter zu lesen. Dies spricht von der Qualität dieses Buches.
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich jedoch, nämlich den Buchtitel. Dieser hat mich eher eine religiösere Geschichte erwarten lassen. Ich bin davon ausgegangen, dass sich das Buch wesentlich mehr mit dem Glaube bzw. Religion beschäftigt. Ich bin darüber aber nicht traurig, denn mir hat das Buch, wie bereits erläutert, ziemlich gut gefallen. Nur wer hier etwas tiefreligiöses erwartet, sollte Abstand von dem Buch nehmen.
Was ich zum Schluss noch positiv bemerken möchte, ist, dass Wally Lamb zwar eine fiktive Geschichte geschrieben hat, jedoch z.B. der Amoklauf von Littleton mit der Benennung der echten Opfer und Tätern, der Hurrikan Katrina oder auch der 11. September als reale Bestandteile mit in sein Buch aufgenommen hat. Das machte das Buch noch realer für mich.
Die Geschichte handelt von einem Ehepaar, Caelum und Maureen, die beide an derselben High School berufstätig sind. Maureen als Krankenschwester und Caelum als Lehrer. Eines Tages geschieht das Unfassbare, es findet ein geplanter Amoklauf zweier Schüler in der High School statt, bei dem Maureen unmittelbar dabei ist. Ihr Ehemann ist aufgrund eines Schlaganfalles bei seiner Tante Lolly in Connecticut und erlebt die Tat lediglich durch die Fernsehberichte mit und eilt daraufhin umgehend zu seiner Frau. Maureen steht durch das Dabeisein bei dem Amoklauf unter Schock und ist schwer traumatisiert. Caelum versucht seiner Frau beizustehen und sie zu ermuntern in ihr altes Leben zurückzufinden. Doch der Amoklauf verändert das Leben von Maureen und Caelum von Grund auf. Maureen begibt sich wegen ihrer Störungen und Flashbacks in psychiatrische Behandlung. Jedoch wird sie durch die Medikamente tablettenabhängig. So nimmt die Geschichte langsam ihren Lauf und entwickelt einen immer stärkeren Sog, der das Leben von Maureen und Caelum immer tiefer sinken lässt.
Wally Lamb gelingt es eine packende Geschichte zu schreiben, die mich bis zur letzten Seite fesselt. Der Schreibstil lässt das Buch schnell und einfach weg lesen. Normalerweise hätte ich für solch eine Seitenanzahl durchaus länger zu lesen gebraucht, jedoch war ich ständig in den Bann gezogen weiter zu lesen. Dies spricht von der Qualität dieses Buches.
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich jedoch, nämlich den Buchtitel. Dieser hat mich eher eine religiösere Geschichte erwarten lassen. Ich bin davon ausgegangen, dass sich das Buch wesentlich mehr mit dem Glaube bzw. Religion beschäftigt. Ich bin darüber aber nicht traurig, denn mir hat das Buch, wie bereits erläutert, ziemlich gut gefallen. Nur wer hier etwas tiefreligiöses erwartet, sollte Abstand von dem Buch nehmen.
Was ich zum Schluss noch positiv bemerken möchte, ist, dass Wally Lamb zwar eine fiktive Geschichte geschrieben hat, jedoch z.B. der Amoklauf von Littleton mit der Benennung der echten Opfer und Tätern, der Hurrikan Katrina oder auch der 11. September als reale Bestandteile mit in sein Buch aufgenommen hat. Das machte das Buch noch realer für mich.
20.01.2009 18:52:14
(43598 Beiträge)
Ich habe das Buch auch letzte Woche bekommen und lese gerade die letzten 100 Seiten, gefällt mir richtig gut :-)
20.01.2009 19:01:17
(5651 Beiträge)
@sabine32: Ich bin auch durch die "Musik der Wale" angefixt worden.
20.01.2009 19:02:05
(5990 Beiträge)
Oh ja, die "Musik der Wale" ist großartig. Dabei ist es schon sooo lange her, daß ich es gelesen habe. Jetzt werde ich wohl mal die beiden anderen lesen.
20.01.2009 21:38:50
(43598 Beiträge)
Hier meine Rezension:
Nach den ersten 400 Seiten hätte ich noch geschrieben, dass dies eines der besten Bücher ist, die ich in der letzten Zeit gelesen habe.
Der erste Teil ist sehr wirklich ergreifend: Maureen und Caelum sind seit Jahren verheiratet, die Ehe ist nicht perfekt, aber sie wagen einen Neuanfang.
Allerdings werden die beiden durchSchicksalsschläge eingeschränkt. Zuerst stirbt Caelums Tante, die ihm immer zur Seite gestanden hat und in seiner Familie die Einzige gewesen ist, auf die er sich immer verlassen konnte. Sein Vater war Alkoholiker und ist sehr früh gestorben und seine "Mutter" (im weiteren Verlauf des Buches ergibt sich, dass sie nicht seine leibliche Mutter ist) war nicht in der Lage ihm die Liebe zu geben, die er braucht.
Der zweite Schicksalsschlag trifft Maureen und Caelum allerdings noch härter. An der Schule, in der beide arbeiten kommt es zu einem Amoklauf. Maureen ist mittendrin und erleidet dadurch ein schweres Trauma, das sie ihr weiteres Leben lang begleitet.
Fesselnd berichtet Wally Lamb von dem Kampf, den beide ausfechten, um wieder in ihr Leben zurück zu finden. Dem Leser wird deutlich, dass nicht nur die, die Kinder oder Angehöriger bei so einem Amoklauf verlieren leiden, sondern auch die, die überlebt haben.
Der zweite Teil des Buches beschäftet sich hauptsächlich mit Caelums Vergangenheit und seinen Vorfahren. Dieser Teil hat mir nicht so gut gefallen, er ist sehr langgezogen und, für mich, auch teilweise langweilig. Wie das Leben von Maureen und Caelum weitergeht wird nur noch nebenbei erwähnt. Schade, dass die Geschichte so abfällt. Daher bekommt dieses Buch nur 4 Sterne von mir. Aber gerade wegen des ersten Teils kann ich "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" nur weiter empfehlen.
Nach den ersten 400 Seiten hätte ich noch geschrieben, dass dies eines der besten Bücher ist, die ich in der letzten Zeit gelesen habe.
Der erste Teil ist sehr wirklich ergreifend: Maureen und Caelum sind seit Jahren verheiratet, die Ehe ist nicht perfekt, aber sie wagen einen Neuanfang.
Allerdings werden die beiden durchSchicksalsschläge eingeschränkt. Zuerst stirbt Caelums Tante, die ihm immer zur Seite gestanden hat und in seiner Familie die Einzige gewesen ist, auf die er sich immer verlassen konnte. Sein Vater war Alkoholiker und ist sehr früh gestorben und seine "Mutter" (im weiteren Verlauf des Buches ergibt sich, dass sie nicht seine leibliche Mutter ist) war nicht in der Lage ihm die Liebe zu geben, die er braucht.
Der zweite Schicksalsschlag trifft Maureen und Caelum allerdings noch härter. An der Schule, in der beide arbeiten kommt es zu einem Amoklauf. Maureen ist mittendrin und erleidet dadurch ein schweres Trauma, das sie ihr weiteres Leben lang begleitet.
Fesselnd berichtet Wally Lamb von dem Kampf, den beide ausfechten, um wieder in ihr Leben zurück zu finden. Dem Leser wird deutlich, dass nicht nur die, die Kinder oder Angehöriger bei so einem Amoklauf verlieren leiden, sondern auch die, die überlebt haben.
Der zweite Teil des Buches beschäftet sich hauptsächlich mit Caelums Vergangenheit und seinen Vorfahren. Dieser Teil hat mir nicht so gut gefallen, er ist sehr langgezogen und, für mich, auch teilweise langweilig. Wie das Leben von Maureen und Caelum weitergeht wird nur noch nebenbei erwähnt. Schade, dass die Geschichte so abfällt. Daher bekommt dieses Buch nur 4 Sterne von mir. Aber gerade wegen des ersten Teils kann ich "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" nur weiter empfehlen.
21.01.2009 07:26:44
(780 Beiträge)
Ich hab es auch gelesen und nun auch meine Rezension:
Erzählt wird die Geschichte von Caelum Quirk aus der Ich-Perspektive. Caelum ist mit Maureen in seiner dritten Ehe verheiratet und zu Beginn erfährt man von Maureens Affäre und Caelums Reaktion darauf. Beide finden jedoch wieder zueinander und ziehen in die Nähe der Columbine Highschool, wo beide eine Anstellung finden. Caelum ist wegen eines Todesfalles auf der Farm seiner Familie, während Maureen das Attentat an der Schule mit erlebt.
Maureen stürzt danach ab, wird medikamentenabhängig und lässt sich von Caelum nicht helfen, er kommt nicht an sie ran. Sie ziehen dann auf die Farm seiner Familie, Maureen fängt sich, und be-ginnt wieder zu arbeiten.
Während des aktuellen Geschehens erfolgen Rückblenden, Erinnerungen an Caelums Vergangenheit.
Dann passiert das nächste Unglück mit Maureen. Caelum nimmt dann Mieter in seinem Haus auf, die in New Orleans ihr Haus verloren haben. Durch den Beruf der Mieterin und die allgemeinen Umstände kommt immer mehr seiner Familiengeschichte zum Vorschein.
Das Nachwort hat mir den Autoren recht sympathisch gemacht. Sein Schreibstil, auch wenn man etwas auf Distanz bleibt, gefällt mir. Ebenso die etwas zynische Art von Caelum, die der Autor realistisch nennt. Meine Hochachtung für den Aufbau, die Recherche und Arbeit des Autoren für dieses Buch. Allerdings ist so viel in dieses Buch gepackt, da hätte man auch gut zwei, drei Romane von machen können. Was den Protagonisten zustößt ist schon reichlich und ich fand es zu viel. Durch die ganzen, wohl nötigen, Erzählstränge wird es meiner Meinung nach einfach zu viel. Ich verlor dann schon etwas die Lust am Weiterlesen.
Zudem finde ich Maureen etwas zu sehr leidend, mehr erwachseneres Verhalten, mehr Stärke, hät-ten sie besser da stehen lassen.
Ein an sich gutes Buch, doch meiner Meinung nach zu umfangreich.
Erzählt wird die Geschichte von Caelum Quirk aus der Ich-Perspektive. Caelum ist mit Maureen in seiner dritten Ehe verheiratet und zu Beginn erfährt man von Maureens Affäre und Caelums Reaktion darauf. Beide finden jedoch wieder zueinander und ziehen in die Nähe der Columbine Highschool, wo beide eine Anstellung finden. Caelum ist wegen eines Todesfalles auf der Farm seiner Familie, während Maureen das Attentat an der Schule mit erlebt.
Maureen stürzt danach ab, wird medikamentenabhängig und lässt sich von Caelum nicht helfen, er kommt nicht an sie ran. Sie ziehen dann auf die Farm seiner Familie, Maureen fängt sich, und be-ginnt wieder zu arbeiten.
Während des aktuellen Geschehens erfolgen Rückblenden, Erinnerungen an Caelums Vergangenheit.
Dann passiert das nächste Unglück mit Maureen. Caelum nimmt dann Mieter in seinem Haus auf, die in New Orleans ihr Haus verloren haben. Durch den Beruf der Mieterin und die allgemeinen Umstände kommt immer mehr seiner Familiengeschichte zum Vorschein.
Das Nachwort hat mir den Autoren recht sympathisch gemacht. Sein Schreibstil, auch wenn man etwas auf Distanz bleibt, gefällt mir. Ebenso die etwas zynische Art von Caelum, die der Autor realistisch nennt. Meine Hochachtung für den Aufbau, die Recherche und Arbeit des Autoren für dieses Buch. Allerdings ist so viel in dieses Buch gepackt, da hätte man auch gut zwei, drei Romane von machen können. Was den Protagonisten zustößt ist schon reichlich und ich fand es zu viel. Durch die ganzen, wohl nötigen, Erzählstränge wird es meiner Meinung nach einfach zu viel. Ich verlor dann schon etwas die Lust am Weiterlesen.
Zudem finde ich Maureen etwas zu sehr leidend, mehr erwachseneres Verhalten, mehr Stärke, hät-ten sie besser da stehen lassen.
Ein an sich gutes Buch, doch meiner Meinung nach zu umfangreich.
22.01.2009 17:46:54
(20741 Beiträge)
klingt trotz aller Längen gut, wieder ein Suchauftrag. Mir gefiel "Die Nacht der Wale" auch schon gut.
22.01.2009 20:22:27
(7919 Beiträge)
@juni
einen lustigen Titel hast du da kreiert. Eine Kombinationen aus den beiden bisherigen Titeln.
einen lustigen Titel hast du da kreiert. Eine Kombinationen aus den beiden bisherigen Titeln.
23.01.2009 10:19:02
(31 Beiträge)
Der neue Wally Lamb war für mich ein grossartiges Buch, ich fand es sehr beeindruckend.
Ein amerikanischer ( Alb ) Traum
================================
9 Jahre hat Wally Lamb an seinem Roman geschrieben. 9 Jahre, in denen auf der Welt bzw. in Amerika viel passiert ist. Denn "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" ist mMn ein sehr "amerikanisches" Buch. Und meinem Eindruck nach auch ein sehr persönliches. Wally Lamb hat in der Geschichte von Caelum und Mo viele Erlebnisse und Erfahrungen von sich selbst mit eingearbeitet. So wirkt das Buch zumindest auf mich.
Und das macht das Ganze zu einem sehr ehrlichen und beeindruckenden Leseerlebnis.
Gut, es gibt ein paar Stellen im Buch, in denen er auch mMn zu weit ausholt, zu ausschweifend wird, so dass kurzzeitig ein paar Längen entstehen. Wirklich negativ hat sich dies aber auf mein Lesevergnügen nicht ausgewirkt.
Zu tragisch ist das, was Mo und Caelum im Laufe dieser Jahre erleben. Und das ist es, was man nicht vergessen darf: Das Buch behandelt einen Zeitraum über Jahre, mit Rücklicken, die sogar Hunderte von Jahren zurückreichen. Bezogen auf diesen Zeitraum fand ich nicht unbedingt, dass zuviel an Schicksalschlägen mit eingearbeitet wurde.
Man merkt dem Roman an, dass Wally Lamb Erfahrung mit Menschen hat, die im Leben nicht viel Positives erlebt haben. Im Gegenteil, die, aus welchen Gründen auch immer, seit Jahren im Gefängnis ( real oder unreal ) sitzen und mit ihrem Leben nicht mehr zurecht kommen. Dies wird schon in seinem Buch "Von der Seele geschrieben" sehr, sehr verdeutlicht. Wally Lamb besitzt die Gabe, Menschen wirklich und unvoreingenommen zu "sehen" und anzunehmen.
Für mich ist "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" ein Roman, der an Tiefe nichts zu wünschen übrig lässt. Und Raum für Hoffnung lässt.
Sehr schön auch die Auflistung der Dinge, "an die er glaubt" im Nachwort des Autors.
P.S. Nett fand, dass ich immer wieder den Zwillingen aus "Früh am Morgen beginnt die Nacht" über den Weg gelaufen bin.
Ein amerikanischer ( Alb ) Traum
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9 Jahre hat Wally Lamb an seinem Roman geschrieben. 9 Jahre, in denen auf der Welt bzw. in Amerika viel passiert ist. Denn "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" ist mMn ein sehr "amerikanisches" Buch. Und meinem Eindruck nach auch ein sehr persönliches. Wally Lamb hat in der Geschichte von Caelum und Mo viele Erlebnisse und Erfahrungen von sich selbst mit eingearbeitet. So wirkt das Buch zumindest auf mich.
Und das macht das Ganze zu einem sehr ehrlichen und beeindruckenden Leseerlebnis.
Gut, es gibt ein paar Stellen im Buch, in denen er auch mMn zu weit ausholt, zu ausschweifend wird, so dass kurzzeitig ein paar Längen entstehen. Wirklich negativ hat sich dies aber auf mein Lesevergnügen nicht ausgewirkt.
Zu tragisch ist das, was Mo und Caelum im Laufe dieser Jahre erleben. Und das ist es, was man nicht vergessen darf: Das Buch behandelt einen Zeitraum über Jahre, mit Rücklicken, die sogar Hunderte von Jahren zurückreichen. Bezogen auf diesen Zeitraum fand ich nicht unbedingt, dass zuviel an Schicksalschlägen mit eingearbeitet wurde.
Man merkt dem Roman an, dass Wally Lamb Erfahrung mit Menschen hat, die im Leben nicht viel Positives erlebt haben. Im Gegenteil, die, aus welchen Gründen auch immer, seit Jahren im Gefängnis ( real oder unreal ) sitzen und mit ihrem Leben nicht mehr zurecht kommen. Dies wird schon in seinem Buch "Von der Seele geschrieben" sehr, sehr verdeutlicht. Wally Lamb besitzt die Gabe, Menschen wirklich und unvoreingenommen zu "sehen" und anzunehmen.
Für mich ist "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" ein Roman, der an Tiefe nichts zu wünschen übrig lässt. Und Raum für Hoffnung lässt.
Sehr schön auch die Auflistung der Dinge, "an die er glaubt" im Nachwort des Autors.
P.S. Nett fand, dass ich immer wieder den Zwillingen aus "Früh am Morgen beginnt die Nacht" über den Weg gelaufen bin.
25.01.2009 08:06:00
(6710 Beiträge)
Das ist kein Buch, in dem sich von selbst die Seiten drehen *g*, man sollte vorab wissen worauf man sich einlässt und sich viel Zeit für das Buch mitbringen.
Ein bisschen erschlagen bin ich ja noch von der Lektüre, es kam mir immer vor, als ob ich drei Bücher gleichzeitig lesen würde. Den Klappentext und den Titel finde ich völlig daneben, er zeigt eine ganz andere Richtung an, als das Buch eigentlich nimmt, da hat der Verlag und auch der Autor sich keinen Gefallen mit getan.
In dem Buch geht es hauptsächlich um Caelum, für mich eindeutig ein Opfer eines Opfers. Nach der Traumatisierung seiner Frau Maureen bei dem Massaker in der Columbine High gerät sein Leben völlig aus den Fugen, nichts ist mehr so, wie es vorher war und auch Maureen verändert sich völlig. Aus der patenten Krankenschwester wird eine verhuschte, tablettenabhängige und verängstigte Frau, die mit dem Leben nicht mehr klarkommt. Caelum versucht sein Bestes, aber Maureen will sich einfach nicht helfen lassen - und so passiert ein Schicksalsschlag nach dem anderen, der dann in der Inhaftierung Maureens endet. Caelum kann einfach nichts dagegen machen, es saß einmal in einem Flugzeug neben einem Chaostheoretiker, der das Leben mit Dominosteinen verglich, und genauso sieht Caelum einen Dominostein nach dem anderen fallen.
Gleichzeitig erzählt Wally Lamb aber auch die Geschichte von Caelums Großmutter, die über den amerikanischen Bürgerkrieg bis zu einem Abendessen bei Mark Twain und leztendlich zur Gründung des ersten Frauengefängnisses führt. Lizzy Popper war ihr ganzes Leben lang in Sachen der Gleichbehandlung von Frauen politisch aktiv und unterwegs.
Nebenher werden auch noch die Geschichten von einigen anderen Leuten erzählt, von einem Ehepaar, das Opfer des Wirbelsturms Katrina wurde und einen besonderen Platz in Caelums Leben einnimmt. Von Velvet, die auch das Massaker der Columbine überlebte und sich beharrlich in sein Leben drängt. Von Caelums Mutter, seinem Vater und seinen Freunden - ihnen allen ist ausführlich Platz in diesem Buch gewidmet.
Epische Breite kam mir beim Lesen immer wieder in den Sinn - in epischer Breite erzählt Wally Lamb die Geschichte, er wiederholt sehr viel und verliert sich in epischer Breite auch in die kleinsten Nebensächlichkeiten. Manchmal hatte man das Gefühl, er wusste in der Mitte schon nicht mehr, was er am Anfang geschrieben hatte, das Ende zieht sich unwahrscheinlich lange hin.
Wäre weniger wirklich mehr gewesen? Eigentlich nicht, wobei man sich ein paar Wiederholungen durchaus hätte sparen können und nicht jede kleinste Kleinigkeit erzählen musste. Man liest eine Familiensaga, der Teil mit der Großmutter ist die Historie und sehr informativ und unterhaltend, hier haben mir die Figuren auch em ehesten gefallen. Caelum konnte ich nie richtig einordnen, mal war er mir sympathisch, dann wieder nicht. Maureen konnte ich von Anfang an nicht leiden - sie hat es auch das ganze Buch hinweg nicht geschafft.
Es gibt so viel zu entdecken und zu lesen in dem Buch, Tablettensucht, posttraumatische Störungen, Highschoolprobleme, Katrina, 9/11, der Krieg im Irak und der Bürgerkrieg, Mark Twain, und noch vieles mehr, man kann gar nicht alles aufzählen. Es geht hier in keinster Weise um den Glauben oder Bekehrung, er spielt zwar immer mal wieder ein Rolle hat aber mit der Geschichte nichts zu tun. Eigentlich ist das ganze eine Gesellschaftskritik, die anhand von Ereignissen stellvertretend an einzelnen Personen deren Schicksale und ihre Konsequenzen erzählt. Das Opfer eines Opfers ist die zentrale Aussage des Buches - und das ist Caelum ganz eindeutig, stellvertretend für alle anderen, die durch Schicksalschläge an Angehörigen gehörig aus der Bahn geworfen wurden.
Ein bisschen erschlagen bin ich ja noch von der Lektüre, es kam mir immer vor, als ob ich drei Bücher gleichzeitig lesen würde. Den Klappentext und den Titel finde ich völlig daneben, er zeigt eine ganz andere Richtung an, als das Buch eigentlich nimmt, da hat der Verlag und auch der Autor sich keinen Gefallen mit getan.
In dem Buch geht es hauptsächlich um Caelum, für mich eindeutig ein Opfer eines Opfers. Nach der Traumatisierung seiner Frau Maureen bei dem Massaker in der Columbine High gerät sein Leben völlig aus den Fugen, nichts ist mehr so, wie es vorher war und auch Maureen verändert sich völlig. Aus der patenten Krankenschwester wird eine verhuschte, tablettenabhängige und verängstigte Frau, die mit dem Leben nicht mehr klarkommt. Caelum versucht sein Bestes, aber Maureen will sich einfach nicht helfen lassen - und so passiert ein Schicksalsschlag nach dem anderen, der dann in der Inhaftierung Maureens endet. Caelum kann einfach nichts dagegen machen, es saß einmal in einem Flugzeug neben einem Chaostheoretiker, der das Leben mit Dominosteinen verglich, und genauso sieht Caelum einen Dominostein nach dem anderen fallen.
Gleichzeitig erzählt Wally Lamb aber auch die Geschichte von Caelums Großmutter, die über den amerikanischen Bürgerkrieg bis zu einem Abendessen bei Mark Twain und leztendlich zur Gründung des ersten Frauengefängnisses führt. Lizzy Popper war ihr ganzes Leben lang in Sachen der Gleichbehandlung von Frauen politisch aktiv und unterwegs.
Nebenher werden auch noch die Geschichten von einigen anderen Leuten erzählt, von einem Ehepaar, das Opfer des Wirbelsturms Katrina wurde und einen besonderen Platz in Caelums Leben einnimmt. Von Velvet, die auch das Massaker der Columbine überlebte und sich beharrlich in sein Leben drängt. Von Caelums Mutter, seinem Vater und seinen Freunden - ihnen allen ist ausführlich Platz in diesem Buch gewidmet.
Epische Breite kam mir beim Lesen immer wieder in den Sinn - in epischer Breite erzählt Wally Lamb die Geschichte, er wiederholt sehr viel und verliert sich in epischer Breite auch in die kleinsten Nebensächlichkeiten. Manchmal hatte man das Gefühl, er wusste in der Mitte schon nicht mehr, was er am Anfang geschrieben hatte, das Ende zieht sich unwahrscheinlich lange hin.
Wäre weniger wirklich mehr gewesen? Eigentlich nicht, wobei man sich ein paar Wiederholungen durchaus hätte sparen können und nicht jede kleinste Kleinigkeit erzählen musste. Man liest eine Familiensaga, der Teil mit der Großmutter ist die Historie und sehr informativ und unterhaltend, hier haben mir die Figuren auch em ehesten gefallen. Caelum konnte ich nie richtig einordnen, mal war er mir sympathisch, dann wieder nicht. Maureen konnte ich von Anfang an nicht leiden - sie hat es auch das ganze Buch hinweg nicht geschafft.
Es gibt so viel zu entdecken und zu lesen in dem Buch, Tablettensucht, posttraumatische Störungen, Highschoolprobleme, Katrina, 9/11, der Krieg im Irak und der Bürgerkrieg, Mark Twain, und noch vieles mehr, man kann gar nicht alles aufzählen. Es geht hier in keinster Weise um den Glauben oder Bekehrung, er spielt zwar immer mal wieder ein Rolle hat aber mit der Geschichte nichts zu tun. Eigentlich ist das ganze eine Gesellschaftskritik, die anhand von Ereignissen stellvertretend an einzelnen Personen deren Schicksale und ihre Konsequenzen erzählt. Das Opfer eines Opfers ist die zentrale Aussage des Buches - und das ist Caelum ganz eindeutig, stellvertretend für alle anderen, die durch Schicksalschläge an Angehörigen gehörig aus der Bahn geworfen wurden.
27.01.2009 17:07:26
(5122 Beiträge)
Das Buch hat mich sehr positiv überrascht! Nach der Leseprobe war ich doch sehr skeptisch, ob mir das Buch zusagen würde und vor allem die Dicke und der Titel des Buches entmutigte mich etwas. Aber es hat sich als sehr lesenswert herausgestellt.
Zuerst war die große Skepsis meinerseits, da ich mit einer großen "Aufarbeitung" zum Thema Columbine-Massaker rechnete, welches schnell in "Gaffergeilheit" abdriften kann. Es ist zwar ein wesentlicher Bestandteil der Geschichte, aber nicht der größte. Es erzählt von Columbine, wie die Opfer darunter leiden und die Auswirkungen. Aber es ist auch die Familiengeschichte von Caelum Quirk.
Als wesentliche Aussage des Buches konnte ich für mich erschließen: Wie wirkt es auf den einzelnen Menschen, wenn seine Ordnung gestört wird, das Chaos, das daraus resultiert und die Ordnung die wiederhergestellt wird? Darauf basieren eigentlich alle Geschichten. Was geschieht und wie sieht die wiederhergestellte Ordnung aus?
Lamb hat die Personen lebensecht und authentisch beschrieben. Man kann sich gut in sie hineinfühlen. Man blickt in die Abgründe der menschlichen Seele und welche Auswirkung dies auf die einzelnen Personen hat. Der Stil ist flüssig und einfach zu lesen, auch wenn man manchmal in der Familiengeschichte etwas durcheinander gerät. Die Sprache ist, wie ich bereits in der Leseprobe bemängelt habe, teilweise etwas flapsig, was aber im Bezug zu der Geschichte nicht mehr wirklich negativ auffällt.
Allerdings empfinde ich die Geschichte als etwas überfrachtet. Er "mutet" Caelum Quirk zu viele Schicksalsschläge zu. Manchmal wäre etwas weniger mehr!
Die Familenchronik wird sehr ausführlich beschrieben, was zwar interessant und auch in Bezug auf die Geschichte unverzichtbar ist, aber ich hätte es mir doch hin und wieder etwas kürzer gewünscht. Dennoch tut das dem Buch keinen Abbruch.
Fazit: Ein lesenswertes Buch, das sich damit auseinandersetzt, in welch verschiedene Richtungen sich die gestörte Ordnung bei jedem Menschen anders auswirkt.
Berührt hat mich das Nachwort von Wally Lamb, in dem er über seine Motivation berichtet, dieses Buch zu schreiben.
Zuerst war die große Skepsis meinerseits, da ich mit einer großen "Aufarbeitung" zum Thema Columbine-Massaker rechnete, welches schnell in "Gaffergeilheit" abdriften kann. Es ist zwar ein wesentlicher Bestandteil der Geschichte, aber nicht der größte. Es erzählt von Columbine, wie die Opfer darunter leiden und die Auswirkungen. Aber es ist auch die Familiengeschichte von Caelum Quirk.
Als wesentliche Aussage des Buches konnte ich für mich erschließen: Wie wirkt es auf den einzelnen Menschen, wenn seine Ordnung gestört wird, das Chaos, das daraus resultiert und die Ordnung die wiederhergestellt wird? Darauf basieren eigentlich alle Geschichten. Was geschieht und wie sieht die wiederhergestellte Ordnung aus?
Lamb hat die Personen lebensecht und authentisch beschrieben. Man kann sich gut in sie hineinfühlen. Man blickt in die Abgründe der menschlichen Seele und welche Auswirkung dies auf die einzelnen Personen hat. Der Stil ist flüssig und einfach zu lesen, auch wenn man manchmal in der Familiengeschichte etwas durcheinander gerät. Die Sprache ist, wie ich bereits in der Leseprobe bemängelt habe, teilweise etwas flapsig, was aber im Bezug zu der Geschichte nicht mehr wirklich negativ auffällt.
Allerdings empfinde ich die Geschichte als etwas überfrachtet. Er "mutet" Caelum Quirk zu viele Schicksalsschläge zu. Manchmal wäre etwas weniger mehr!
Die Familenchronik wird sehr ausführlich beschrieben, was zwar interessant und auch in Bezug auf die Geschichte unverzichtbar ist, aber ich hätte es mir doch hin und wieder etwas kürzer gewünscht. Dennoch tut das dem Buch keinen Abbruch.
Fazit: Ein lesenswertes Buch, das sich damit auseinandersetzt, in welch verschiedene Richtungen sich die gestörte Ordnung bei jedem Menschen anders auswirkt.
Berührt hat mich das Nachwort von Wally Lamb, in dem er über seine Motivation berichtet, dieses Buch zu schreiben.
01.02.2009 13:53:12
(33783 Beiträge)
Die Stunde in der ich zu glauben begann - Wally Lamb
Zum Inhalt:
Maureen und Caelum Quirk sind ein durchschnittliches Ehepaar, das durch alle Höhen und Tiefen ihrer Ehe ging.
Als Caelums Tante Lolly für ihn überraschend einen Schlaganfall erlitt, reiste er zu ihr, um in ihrer Nähe zu sein. Die Tante jedoch starb und er musste die letzten Dinge regeln, als er über die Medien vom Schulmassaker an der Colombine Highscool erfuhr. An dieser Highscool sind er und seine Frau beschäftigt und nachdem er allein zu seiner Tante fuhr, war ihm klar, dass Maureen unter den Opfern sein könnte.
Er reist so schnell wie möglich zurück und befindet sich dort sofort im Chaos der polizeilichen Ermittlungen wieder. Zum Glück überlebte seine Frau... allerdings ändert sich nun sein Leben dramatisch.
Maureen erlitt ein posttraumatisches Stresssyndrom und muss sich psychologisch behandeln lassen. Erst sieht es so aus, als würde sie nie aus diesem Teufelskreis herauskommen, aber es zeichnen sich kleinste Schritte eines Erfolges ab... Jedoch auch gewaltige Rückschritte.
Sie verkaufen ihr Haus und ziehen in das Haus der Tante, das Cae geerbt hatte. Maureen findet bald wieder eine Arbeit und begeht einen schwerwiegenden Fehler, der sie ins Gefängnis brachte...
Zum Buch:
An diesem Buch ist schön, dass man nicht mit einem Knall ins Geschehen geworfen wird, sondern die Chance geboten bekommt, die Hauptakteure erstmal kennen zu lernen.
Die Geschichte steigert sich langsam bis zu dem Attentat. Man fiebert und leidet mit Maureen und Caelum.
Bis zum Umzug auf die Farm der verstorbenen Tante ist das Buch sehr flüssig und nachvollziehbar geschrieben. Bis zur Verurteilung von Maureen ist man vom Geschehen so gefesselt, dass es einem schwer fällt, das Buch zur Seite zu legen.
Als Cae jedoch ein Pärchen als Untermieter in die Farm aufnimmt und beim Aufräumen alte Briefe und Unterlagen gefunden wurden und die Untermieterin beginnt, die Geschichte der Familie Quirk zu recherchieren, verläuft sich die Geschichte in ein nicht unbedingt leicht verständliches Geplänkel, das sich in dem Buch störend auswirkt und ohne das es auch gegangen wäre.
Ich hatte den Eindruck, dass hier mit Gewalt die Seiten gefüllt werden sollten, ohne auf die eigentliche Geschichte tiefer einzugehen.
Zum Autor:
Wally Lamb hat eine flüssige, leichte Schreibweise, verliert sich aber leider immer wieder in Abschweifungen, die nicht leicht nachzuvollziehen sind. Er hätte sich bei diesem Buch ca. 150 Seiten sparen zu können. Dadurch wäre die Handlung besser strukturiert gewesen.
Mein persönlicher Eindruck:
Die ersten beiden Drittel des Buches bereiteten mit eine Vielfalt an Gefühlen, allerdings kühlten diese ab dem Fund der Unterlagen durch die Untermieterin drastisch ab und ich hatte Mühe, mich durch das letzte Drittel zu lesen. Diese Abschweifungen in die Geschichte der Quirks wären nicht nötig gewesen, da diese zu sehr von der eigentlichen Handlung ablenken.
Ein lesbares Buch, aber sicher keines, das ich unter meine Favoriten zählen würde.
Zum Inhalt:
Maureen und Caelum Quirk sind ein durchschnittliches Ehepaar, das durch alle Höhen und Tiefen ihrer Ehe ging.
Als Caelums Tante Lolly für ihn überraschend einen Schlaganfall erlitt, reiste er zu ihr, um in ihrer Nähe zu sein. Die Tante jedoch starb und er musste die letzten Dinge regeln, als er über die Medien vom Schulmassaker an der Colombine Highscool erfuhr. An dieser Highscool sind er und seine Frau beschäftigt und nachdem er allein zu seiner Tante fuhr, war ihm klar, dass Maureen unter den Opfern sein könnte.
Er reist so schnell wie möglich zurück und befindet sich dort sofort im Chaos der polizeilichen Ermittlungen wieder. Zum Glück überlebte seine Frau... allerdings ändert sich nun sein Leben dramatisch.
Maureen erlitt ein posttraumatisches Stresssyndrom und muss sich psychologisch behandeln lassen. Erst sieht es so aus, als würde sie nie aus diesem Teufelskreis herauskommen, aber es zeichnen sich kleinste Schritte eines Erfolges ab... Jedoch auch gewaltige Rückschritte.
Sie verkaufen ihr Haus und ziehen in das Haus der Tante, das Cae geerbt hatte. Maureen findet bald wieder eine Arbeit und begeht einen schwerwiegenden Fehler, der sie ins Gefängnis brachte...
Zum Buch:
An diesem Buch ist schön, dass man nicht mit einem Knall ins Geschehen geworfen wird, sondern die Chance geboten bekommt, die Hauptakteure erstmal kennen zu lernen.
Die Geschichte steigert sich langsam bis zu dem Attentat. Man fiebert und leidet mit Maureen und Caelum.
Bis zum Umzug auf die Farm der verstorbenen Tante ist das Buch sehr flüssig und nachvollziehbar geschrieben. Bis zur Verurteilung von Maureen ist man vom Geschehen so gefesselt, dass es einem schwer fällt, das Buch zur Seite zu legen.
Als Cae jedoch ein Pärchen als Untermieter in die Farm aufnimmt und beim Aufräumen alte Briefe und Unterlagen gefunden wurden und die Untermieterin beginnt, die Geschichte der Familie Quirk zu recherchieren, verläuft sich die Geschichte in ein nicht unbedingt leicht verständliches Geplänkel, das sich in dem Buch störend auswirkt und ohne das es auch gegangen wäre.
Ich hatte den Eindruck, dass hier mit Gewalt die Seiten gefüllt werden sollten, ohne auf die eigentliche Geschichte tiefer einzugehen.
Zum Autor:
Wally Lamb hat eine flüssige, leichte Schreibweise, verliert sich aber leider immer wieder in Abschweifungen, die nicht leicht nachzuvollziehen sind. Er hätte sich bei diesem Buch ca. 150 Seiten sparen zu können. Dadurch wäre die Handlung besser strukturiert gewesen.
Mein persönlicher Eindruck:
Die ersten beiden Drittel des Buches bereiteten mit eine Vielfalt an Gefühlen, allerdings kühlten diese ab dem Fund der Unterlagen durch die Untermieterin drastisch ab und ich hatte Mühe, mich durch das letzte Drittel zu lesen. Diese Abschweifungen in die Geschichte der Quirks wären nicht nötig gewesen, da diese zu sehr von der eigentlichen Handlung ablenken.
Ein lesbares Buch, aber sicher keines, das ich unter meine Favoriten zählen würde.
02.02.2009 12:17:47

