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Tödliches Ritual - Marina Heib

 
Beitrag
erstellt am
eval_otta

eval_otta

(697 Beiträge)

In Göttingen treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Drei junge Frauen werden vergewaltigt und auf brutalste Weise ermordet. Die Erste grausam erstochen, die Zweite gefesselt ertränkt und das dritte Opfer, die Tochter der Göttinger Bürgermeisterin, findet man mit nur noch einem Auge. Polizeikommissar Markus Lorenz, seit einem Jahr Alkoholiker, und sein Team tappen im Dunklen. Um die Fälle endlich aufzuklären holt Lorenz seinen Hamburger Freund und Kollegen Christian Beyer zur Hilfe. Gemeinsam mit dessen Lebensgefährtin, der Psychologin Anna, kommen sie einem irren Serienkiller auf die Spur, dessen Wahn auch eine Polizistin in Gefahr bringt...

Marina Heib schreibt die Geschichte um Markus Lorenz und Christian Beyer schnörkellos und ohne langatmige Stellen. Das Buch lässt sich zügig lesen und Spannung wird schnell aufgebaut. Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht der Polizei und aus der des Mörders erzählt. Hierbei wechseln sich Tagebucheinträge des Täters und Beschreibungen seiner aktuellen Situation ab. Diese Passagen lassen die Geschichte jedoch keineswegs vorhersehbar werden! Bis kurz vor Schluß wusste ich nicht wer der Mörder ist.

Interessant sind auch die Informationen über keltische Feiertage, die Hexenverfolgung und die Sitten und Gebräuche einer deutschen Studentenverbindung. Die Idee eines saufenden Polizisten ist zwar nicht neu, durch die geschichtlichen Hintergründe wird die Geschichte aber denoch nicht langweilig. Diese Hintergründe, ebenso wie die geologischen Begebenheiten in und um Göttingen, scheint die Autorin ausgiebig recherchiert zu haben. Über die Arbeit bei der Polizei scheint sie sich jedoch nur mangelhaft informiert zu haben. Dass der "Polizeiarzt" eigentlich Gerichtsmediziner heißt und eine Bürgermeisterin an einem Tatort nichts verloren hat dürfte man auch als Laie mittlerweile wissen. Der Spannung tut dieses Halbwissen jedoch keinen Abbruch. Sehr gefallen hat mir auch, dass das Buch nicht so brutal und blutrünstig ist wie das Cover vermuten lässt. Ich würde dieses Buch auch zartbesaiteteren Lesern empfehlen, die mit Thrillern a´la Simon Beckett etc. wenig anfangen können.
20.04.2009 20:03:06
Spatzi79

Spatzi79

(12833 Beiträge)

*hach* ich freu mich schon drauf!!
20.04.2009 20:31:52
eval_otta

eval_otta

(697 Beiträge)

Das kannst du auf jeden Fall! Ich hätte nicht gedacht dass mir ein Thriller so gut gefallen könnte.
21.04.2009 16:26:24
domihi

domihi

(2110 Beiträge)

Marina Heib hat zwar noch nicht viel geschrieben, aber bisher gefallen mir ihre Bücher sehr gut.
21.04.2009 18:33:36
Lilli33

Lilli33

(24338 Beiträge)

Hier meine Rezi ;-)

Seinen dritten Fall hat Sonderermittler Christian Beyer in Göttingen zu lösen. Der Spezialist für Serienmorde wird von seinem alten Freund Markus Lorenz um Hilfe gebeten, nachdem bereits zwei Leichen junger Frauen gefunden worden sind. Markus kommt mit dem Fall nicht klar, da er nach dem Verlust seiner Frau zum Alkoholiker geworden ist.
Lange Zeit tappen die Ermittler im Dunkeln, bis Christians Freundin Anna, eine Psychologin, ein Schema hinter den Morden entdeckt. Eine Spur führt zur Burschenschaft Herculania. Ist der Täter in ihren Reihen zu finden?
Das Team um Markus und Christian hängt sich mit Leib und Seele in den Fall, auf Grund menschlicher Schwächen passieren aber immer wieder Pannen, wodurch dann auch Tatverdächtige wieder entkommen können. Die Spannung steigt.
Geschickt verknüpft Marina Heib die verschiedenen Fäden bis hin zum fulminanten Finale.
Ich kenne die ersten zwei Fälle von Christian Beyer nicht, hatte aber beim Lesen nicht das Gefühl, dass mir irgendwelche Informationen fehlen würden. Es wird zwar hin und wieder auf die alten Fälle angespielt, dies hat jedoch für das Verständnis dieses Krimis keine Bedeutung.
Sehr gut hat mir gefallen, dass Marina Heib die Personen so menschlich darstellt, mit kleinen und größeren Schwächen, Problemen mit sich und miteinander, mit negativen Gefühlen und vielen Zweifeln. Dagegen treten die Beschreibungen der Morddetails angenehm in den Hintergrund.
Fazit: ein spannender, packender deutscher Krimi vom Feinsten, sicher nicht mein letztes Buch von Marina Heib :-)
21.04.2009 19:57:21
Spatzi79

Spatzi79

(12833 Beiträge)

sollte man die beiden anderen vorher gelesen haben?
21.04.2009 20:12:12
eval_otta

eval_otta

(697 Beiträge)

Ich hab sie nicht gelesen und mich hat es nicht gestört.
21.04.2009 21:28:03
Lilli33

Lilli33

(24338 Beiträge)

dito ;-)
21.04.2009 21:30:20
Phantomime

Phantomime

(9645 Beiträge)

Nein man muss die anderen beiden nicht vorher gelesen haben ;-)Die subben bei mir auch noch rum ;-)

Hier meine Meinung:

Ein superspannender deutscher Krimi!
5

Ich habe selten einen so guten deutschen Krimi gelesen!

Marina Heib versteht es sehr gut,in diesem Buch die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite aufzubauen und zu halten.

Immer wieder kommen neue Theorien hinzu und es entstehen Verwicklungen,die aber am Ende des Buches alle sinnvoll verknüpft werden können.Einfach nur superspannend!

Der Kommissar Markus aus Göttingen bittet seinen Freund Christian,einen Sonderermittler aus Hamburg nach Göttingen, um ihm dort bei der Ermittlung zweier Frauenmorde zu helfen.Für Christian ist dies ein Freundschaftsdienst,da er keinen offiziellen Auftrag hat.

Leider wird jedoch ausgerechnet die Tochter der Bürgermeisterin das dritte Mordopfer und nun wird es für der Sonderermittler Christian Beyer doch ein offizieller Fall.

Der Kommissar Markus aber tritt wegen seines Alkoholproblems,das aufgrund des plötzlichen Todes seiner Frau entstanden ist,von dem Fall zurück.

Danach geschehen noch zwei weitere Morde und scheinbar ist man mit Makus altem Ermittlerteam den Mördern auf der Spur. Es wird vermutet,daß Mitglieder der Studentenschaft Göttingen dahinter stecken.Da aber keine eindeutigen Beweise vorliegen,kann niemand verhaftet werden.

Zeitgleich mit den Morden geschehende Vergewaltigungen in Göttingen werfen immer wieder neue Fragen auf.Das Ermittlerteam ist absolut ratlos,ermittelt aber natürlich weiter.

Schliesslich wird Elli,eine Polizistin aus Markus´Ermittlerteam, auf einer Jungesellinnenparty selbst vom Mörder entführt!

Wird Christian Beyer es gemeinsam mit seiner Freundin Anna,die dem Ermittlerteam psychologische Hilfe gibt,und der Alkoholiker Markus und sein Team Elli retten können?

Christians Freundin Anna,die Psychologin,ist es schliesslich,die ein rituelles Schema hinter den Morden erkennt.

Marina Heib versteht es geschickt,mehrere Fäden zu verstricken,die am Ende des Buches alle sinnvoll aufgeklärt werden können,dabei aber das Zeitgeschehen und die Spannung nicht zu vergessen.

Sie verknüpft die Geschichtes des Harzer Brockens mit den ehemaligen Hexenverbrennungen und dem inquisitorischen Erlass der Hexenkammer und der daraus entstehenden Rituale.

Der Krimi ist spannend geschrieben und man erfährt zusätzlich Dinge über die Inquisition,schlagende Verbindungen,Hexenrituale und deren Feiertage und möchte den Exkommissar Markus lieber nicht zum Feind haben...
Authentisch beschriebene Romanfiguren,Spannung und Tragödien machen das Buch zu einem interessanten deutschen Krimi,den man erst zu dem Zeitpunkt zur Seite legen kann,wenn man ihn zu Ende gelesen hat.
19.05.2009 08:21:46
Phantomime

Phantomime

(9645 Beiträge)

5 Sterne hinzufüge,das Wort Sterne hab ich vergessen!
19.05.2009 08:23:23
Wibbchen1

Wibbchen1

(398 Beiträge)

Kann mich nur den anderen anschließen super Krimi
20.05.2009 21:47:48
Spatzi79

Spatzi79

(12833 Beiträge)

Ich habe gerade "Weißes Licht" gelesen, und bin nun an "Eisblut" - die Autorin gefällt mir und auf "Tödliches Ritual" freue ich mich besonders. Ich hoffe nur, die Studentenverbindungen werden nicht zu schlimm dargestellt *gg*
22.05.2009 11:05:30
Spatzi79

Spatzi79

(12833 Beiträge)

Ich wollte zuerst die beiden anderen Bücher der Autorin lesen, die haben mir beide extrem gut gefallen und ich hatte mich schon sehr auf "Tödliches Ritual" gefreut - nur, wie das meist so ist, wenn man mit großen Erwartungen an ein Buch geht, ist man dann oft etwas enttäuscht.

Auch der dritte Band um Christian Beyer und seine Freundin Anna Maybach ist spannend. Aber der Leser muss sich erst einmal umstellen, denn die beiden ermitteln nicht mit dem gewohnten Hamburger Team, sondern in Göttingen, wo ein alter Freund von Christian aufgrund privater Probleme dringend Hilfe bei den Ermittlungen in einem offensichtlichen Serienmordfall braucht.

Nach kurzer Zeit werden Verdächtige im Bereich einer Burschenschaft ausgemacht und da fand ich die Klischee-Beladenheit der Autorin dann doch ärgerlich. So reaktionär wie geschildert, geht es dann bei studentischen Korporationen doch nicht zu...

Gegen Ende macht das Buch noch einmal eine Wende, allerdings war für mich schon lange vorher klar, dass die zuerst präsentierten Verdächtigen einfach zu offensichtlich sind, und es bestimmt nicht gewesen sind. Die Auflösung war daher keine große Überraschung. Ein schlüssiges Motiv wurde auch nicht präsentiert.

Ein paar kleine Namensfehler trugen noch dazu bei, den nicht ganz so positiven Eindruck über das Buch zu festigen, etwas mehr Sorgfalt wäre schön gewesen.

Aber trotzdem, das Buch lies sich gut und spannend lesen und ich werde der Autorin sicher beim nächsten Band noch eine Chance geben!
20.06.2009 15:27:02
eval_otta

eval_otta

(697 Beiträge)

Ich hab letztens "Eisblut" gelesen, das fand ich ganz schön garstig!
20.06.2009 19:11:37
silkedb

silkedb

(17071 Beiträge)

Mensuren und Torturen

Inhalt:
Christian Beyer, Mitglied einer bundesweit agierenden Sonderkommission in Hamburg, wird von seinem alten Freund Markus Lorentz als Berater zu einem Mordfall in der Universitätsstadt Göttingen hinzugezogen.
Was zunächst nach einem Einzelfall aussieht, lässt nun auf einen Serienmörder schließen. Nach dem dritten Mord, erhält Christian nun auch offiziell den Auftrag zu ermitteln. Gemeinsam mit Markus Team und seiner Freundin Anna, einer Psychologin, versucht er dem Täter auf die Spur zu kommen. Gibt es eine Verbindung zur Studentenverbindung "Herculania"? Auch die zeitliche Verbindung zu keltischen Feiertagen ist auffällig, oder ist dies nur Zufall?

Meine Meinung:
Hier wurde mir mal wieder alles geboten, was ich von einem guten Krimi erwarte. Eine spannende Geschichte rund um die Universitätsstadt Göttingen, ein vielschichtiges Ermittlerteam und eine insgesamt sehr gute Umsetzung, die auch im Nachhinein noch schlüssig erscheint.
Nach "Weißes Licht" und "Eisblut" ist dies nun der dritte Fall für Christian Beyer.
Ergänzt durch neue Charaktere und Schauplätze ist "Tödliches Ritual" für mich sogar noch stärker als der direkte Vorgänger. Anders als bei anderen Autoren-Reihen, scheint Marina Heib noch genug Potenzial für neue Ideen zu haben.
"Tödliches Ritual" überzeugte mich auch vor allem mit den dunkleren Seiten. Ein Ermittler, der vom Weg abkommt, eine Studentenverbindung in welcher der Egoismus vor der Verbindung steht und schließlich ein Mörder, dessen Beweggründe absolut nicht rational sind.
Einzig das Ende empfand ich persönlich als etwas dramatisch, aber das soll jeder Leser selber entscheiden.
In Verbindung mit den bereits bekannten Figuren und einigen mythologischen/historischen Elementen ist für mich insgesamt das Gesamtbild stimmig.
Überzeugen kann auch das Titelcover, das trotz der auffälligen Farbgestaltung nicht blutrünstig wirkt. Ebenfalls positiv aufgefallen ist mir die äußere Qualität des Buchs. Auch nach dem Lesen sah es durch die stabile Bindung immer noch sehr gut aus.

Fazit:
Endlich mal wieder ein guter Krimi aus Deutschland!
19.08.2009 08:00:48