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Gesellschaftsspiele, von Louise Jacobs

 
Beitrag
erstellt am
tigercat666

tigercat666

(119327 Beiträge)

Ich schreib erst mal nur den Klappentext hier hin, ob ich euch mit einer Rezi von mir verschrecke weiß ich noch nicht ;o)

Ich hab das Buch gerade gelesen und was soll ich sagen, ich hab den Sinn nicht begriffen, soll heißen, ich konnte nicht so ganz ergründen was die Autorin mir sagen will und ob überhaupt, vielleicht wollte sie mir auch nur eine Geschichte erzählen?





Klappentext:

Sie haben ihn gehypt. Sie haben ihm seine Liebe genommen. Leo Becker, mit Mitte dreißig kurz vor dem Höhepunkt seiner künstlerischen Karriere, muss sich entscheiden: zwischen seiner Ehefrau, die ihn betrügt, und einer alten Liebe, die er nicht vergessen kann.


Und zwischen seiner Kunst und den Versuchungen einer Gesellschaft, die nicht davor zurückschreckt, ihn zum Spielball ihrer Obsessionen zu machen. Wen der Kunstbetrieb einmal in seinen Klauen hat, den lässt er so schnell nicht wieder los. Um sich voll und ganz auf seine Malerei konzentrieren zu können, zieht sich Leo Becker in sein Atelier im Ruppiner Land zurück. Allein mit sich und seiner Kunst, bereitet er sich auf die Chance seines Lebens, vor eine Ausstellung im Metropolitan Museum von New York. Doch die Berliner Kunstszene und ihre Verlockungen lassen sich nicht auf Dauer fernhalten. Und auch in der Liebe findet Leo keinen Halt. Denn Rahel, seine Frau, hat nicht nur eine Affäre, sondern sieht in ihm fast nur noch den Künstler, den sie erfolgreich vermarkten kann. Verzweifelt wendet sich Leo seiner ehemaligen Geliebten zu. Doch wie soll sich das einst so abrupt zerbrochene Verhältnis wieder herstellen lassen? Zerrissen zwischen den beiden Frauen, zwischen seiner Kunst und den Verheißungen des Ruhms wird Leo zum gehetzten Wild einer Gesellschaft, die keine Gnade kennt. Ist er stark genug, ihren Verführungen zu widerstehen? Ist er Künstler genug, ihren Regeln zu spotten? Und wird er in der Liebe jenes einfache Leben finden, nach dem er sich so sehr sehnt? Ein Roman um die subtilen Machtspiele einer Gesellschaft zwischen Schein und Sein. Und um den Preis jener Freiheit, die sich um ihre Regeln nicht schert.
20.05.2009 06:36:40
KesseZiege

KesseZiege

(26922 Beiträge)

Hallo Tigercat,
ich hatte hier auch schon meine Meinung zu gepostet,
ich kopier sie dir einfach mal,ok?

Hallo zusammen,
ich habe oben genanntes Buch als Leseexemplar erhalten und wollte Euch nun davon berichten.

Dieses Buch dreht sich um die Zerissenheit des Künstlers Leo Becker, der es durch seine Unzufriedenheit in seinem Leben nicht schafft, seinen Auftrag zu vollenden. Dieser Auftrag beeinhaltet 12 Bilder, wobei er Schwierigkeiten hat die letzten 4 Bilder zu malen. Ausgelöst durch seine Eheprobleme erscheint es ihm unmöglich das Gesicht seiner Frau zu malen. Direkt auf der ersten Seite liest man von seiner Beerdigung welches mir lieber als Schluss gewesen wäre. Nach diesem Kapitel kann man kann man die Rückblende seines Lebens verfolgen. Vier Bilder fehlen ihm noch und seine Unzufriedenheit wächst und wächst. Er empfindet sich als Spielball der Gesellschaft, der Druck von außen steigt, seine Ehe ist in den Brüchen, seine Frau, kühl und egoistisch ist genauso untreu wie er. Immer wieder denkt er an seine Jugendliebe Ebba, die er einfach nicht aus dem Kopf bekommen kann seit dem er sie auf seiner Geburtstagsparty wiedersah. Die Situation eskaliert mit Drogenexzessen und Sexabenteuern.

Das Buch hat einen leicht zu lesenden Schreibstil, beschreibt auch die Personen um die es sich in erster Linie dreht sehr gut, dennoch konnte ich mich nicht begeistern. Die Künstlerszene wird hier sehr ausführlich beschrieben, auch die Egozentrik des Künstler Leo Beckers. Mir wäre es lieber gewesen von seiner Beerdigung am Ende zu lesen, denn ich mag es nicht wenn ich vorher schon erfahre wie das Leben der Hauptperson ausgeht. Diese Handlung ist garantiert etwas für Fans aus der Künstlerszene oder Menschen die einfach mal in die Welt des Künstlers abtauchen wollen. Mich allerdings konnte es nicht fesseln.
20.05.2009 08:31:07
tigercat666

tigercat666

(119327 Beiträge)

Ich hab hier gar keinen anderen Thread gefunden, sonst hätte ich mich da mal gemeldet.

Aber was die Autorin sagen will, hast du auch nicht rausgefunden oder?
20.05.2009 09:35:51
tigercat666

tigercat666

(119327 Beiträge)

Hat es denn noch keiner gelesen?
Das Buch war vom Schreibstil her wirklich nicht schlecht.
Vorablesen hat doch genug verschickt. ;o)
20.05.2009 13:52:25
KesseZiege

KesseZiege

(26922 Beiträge)

Ganz ehrlich? Ich konnte nichts damit anfangen...
20.05.2009 15:32:02
tigercat666

tigercat666

(119327 Beiträge)

also hast du auch nicht verstanden worum es ging ?
lach
20.05.2009 16:31:36
kleineroteHexe

kleineroteHexe

(18528 Beiträge)

ich muss meine rezi noch schreiben... vorher sage ich nix *g*
20.05.2009 17:42:34
tigercat666

tigercat666

(119327 Beiträge)

meine Rezi ist schon fertig, ich wollte hier keine anderen lesen sondern, mit anderen über das Buch sprechen um vielleicht, erleuchtet zu werden. ggg
20.05.2009 18:35:12
kleineroteHexe

kleineroteHexe

(18528 Beiträge)

ich mein ja nicht, dass ich dir hier meine rezi posten will :-)
soviel sei erstmal gesagt: das buch hab ich heute vertauscht, konnte keinen platz in meinem behalteregal ergattern.
20.05.2009 19:41:10
tigercat666

tigercat666

(119327 Beiträge)

deine Rezi kannst du doch posten, g, für mich kam dein Post eben nur so rüber als hättest du Ansgt ich würde abschreiben. lach.
Hast du verstanden was sie uns sagen wollte.
20.05.2009 20:47:35
kleineroteHexe

kleineroteHexe

(18528 Beiträge)

nene, das du deine rezi schon geschrieben hast, ist klar. und von mir aus kann von mir abschreiben wer will *g*

hmmnja, deswegen wollt ich ja erst in ruhe meine rezi schreiben. weißt, so beim schreibseln nochmal drüber nachdenken. ich habe da so eine ahnung, aber ich bin mir nicht sicher.
20.05.2009 20:54:13
tigercat666

tigercat666

(119327 Beiträge)

da bin ich ja mal sehr gespannt.
21.05.2009 07:56:35
tigercat666

tigercat666

(119327 Beiträge)

Jetzt kommt doch mal meine Meinung zum Buch, musst ja oder? g

Leo Becker ist ein angesagter Maler,der eigentlich gar nicht angesagt sein möchte, viel lieber würde er in Ruhe seine Kunst ausprobieren, sich weiterentwickeln, Neues schaffen. Nur das geht nicht, er *Muss* 12 Bilder für eine Ausstellung in New York, malen, er *Muss* seinen Galeristen und seine Käufer bedienen.

Der Roman erzählt uns die letzten Lebensmonate Leo Beckers, der dem Druck , Auftragsbilder zu schaffen nicht gewachsen ist, er zweifelt an sich selbst und an seiner Kunst, keines seiner Bilder scheint in seinen Augen perfekt zu sein, diesem Druck begegnet er mit Drogen und Alkohol, dieses Problem ist aber nur hintergründig, viel schwerwiegender sind seine Eheprobleme mit Rahel. Beide verbindet nur noch die Arbeit, nicht mal ein Gemälde von ihr kann er fertig stellen, es bleibt Gesichtslos, es bedarf aber erst der Begegnung mit Ebba, einer früheren Geliebten, damit Leo sich eingesteht das er sich von Rahel trennen will. Aber ich glaube, nicht einmal Ebba wird von Leo geliebt, mir kommt da der Spruch *die Kirschen in Nachbars Garten* in den Sinn, man will immer das, was man nicht haben kann.Sie inspiriert ihn nur zu neuen Arbeiten.

Je länger ich über das Buch nachdenke, desto mehr drängt sich mir der Gedanke auf, das sich Rahel und Leo, nie geliebt haben, sie brauchten einander, Rahel mit ihrer Schönheit war Inspiration für Leo, sie war seine Muse und als sie ihm nichts mehr geben konnte, war auch ihr Beziehung beendet.

Rahel, die vor der Begegnung mit Leo, einen einfachen unbedeutenden Bürojob hatte, wurde in seiner Gegenwart beachtet und hofiert, sie selber stellte sich ja im Laufe der Zeit immer öfter die Frage, ob sie um ihrer Selbst willen gemocht wird oder nur Mittel zum Zweck war, um an den großen Leo Becker heranzukommen.

Einzig Ebba, scheint zu begreifen, das eine Zukunft mit Leo nicht möglich ist, und sie beendet die Neuaflage ihrer Beziehung, bevor sie richtig beginnt.

Das Buch ist schön geschrieben, es erklärt mir das Kunst unter Druck unter Handwerk ist, aber ist es das was die Autorin mir nahebringen wollte? Wollte sie mir als Leser überhaupt etwas nahebringen oder wollte sie mir nur eine Geschichte erzählen ? Ich gebe dem Buch 4 Sterne weil es mich dazu gebracht hat darüber nachzudenken.
21.05.2009 08:26:27
MrsMorzarella

MrsMorzarella

(875 Beiträge)

"Gesellschaftsspiele" ist ein Roman aus dem Kunstmilieu.

Der Titel jedenfalls ist überaus passend gewählt, denn es geht grundsätzlich um die Auswirkungen der Gesellschaft auf den Menschen - im übertragenen Sinne kann man es als Frage betrachten: "Spielt die Gesellschaft mit uns?".
Was richtet die Gesellschaft mit uns an, wenn wir unter einem enormen Druck stehen?
Eben so geht es dem Protagonisten Leo Becker: Er steht unter dem Schaffensdruck als erfolgreicher Künstler - er soll Gemälde für eine Ausstellung im Metropolitan Museum N.Y. schaffen - und sieht sich mit zunehmendem Druck immer mehr gezwungen kreativ zu werden.
Sein eigener Schaffensdrang, seine Kreativität nehmen immer mehr ab und er geht in Existenszweifeln und seiner immer größeren Einsamkeit nahezu unter.

Dieser Zwiespalt zwischen Druck und eigenem Drank spiegelt sich auch in Leos verbleibenden Sozialkontakten wieder. Da ist Rahel, seine Ehefrau und Managerin, die aus gutem Hause stammt, aber nicht allzu selbstbewusst ist. Dagegen steht Leos Jugendfreundin Ebba, bei der er sich fallen lassen kann und die ihn als Mensch und nicht nur als Künstler wahrnimmt.

Der Stil bleibt distanziert und leicht fremdelnd - eine wirkliche Nähe zwischen den Menschen ist kaum spürbar, sondern es zeigt sich eher eine Anonymität. Manches mag auch überspitzt gezeichnet worden sein, im großen und ganzen bildet das Buch aber ein meiner Meinung nach realistisches Bild der heutigen Gesellschaft.
Das Buch zeigt deutlich, wie die Gesellschaft heute mit den Menschen umgeht.
Alles muss schneller, besser werden und die geforderte Leistung kann oftmals nur noch unter großem Druck und unter enormer seelischer Belastung erfüllt werden.
Gerade kreative und künstlerische, freidenkerische Menschen können, wie das Buch zeigt, an dieser Leistungsgesellschaft zugrunde gehen.

Wirkte Leo auf mich in der Leseprobe noch irgendwie unsympatisch (zu frustriert, zu unreif, zu abhängig, zu negativ) scheint mir jetzt doch ein realistisches Bild gezeichnet zu werden.
Seine Stimmung und sein beschriebenes Wesen werden durch den enormen Druck begründet.

Das Buch rüttelt wach (wie eigentlich alle Fahrenheit-Bücher), da man nicht so werden will wie Leo. Man beginnt über die Gesellschaft nachzudenken, und das ist sicher auch im Sinne der Autorin.

7, 5 von 10
05.06.2009 18:18:13
Lyra70

Lyra70

(3630 Beiträge)

Meine Rezi dazu

Der Roman Gesellschaftsspiele debütiert dort, wo andere Bücher enden, nämlich mit der Beerdigung des Hauptprotagonisten Leo Becker. Jetzt wird der Leser eingeladen, sich auf die Spuren des Künstlers Leo Becker zu begeben

Leo ist Künstler, seine Leidenschaft ist das Malen. Mehr will er gar nicht. Als er berühmt wird, ist alles nur noch kommerziell. Max, sein Galerist der die Bilder hoch verkaufen möchte drängt auf Massenproduktion, seine Frau Rahel, die er aus seinem Leben ausgeschlossen hat und nur seine Managerin und Organisatorin zu sein scheint. Der Auftrag für dass Met in New York, all das macht ihm sehr zu schaffen und seine Gefühle laufen Amok.

Wenn man sich nun auf den Klappentext des Romans verlässt, erwartet man vielleicht einen Gesellschaftskrimi, denn da heißt es doch ganz zu Anfangs "Wer tötete Leo Becker?". Diese Erwartungshaltung sollte man sehr schnell ablegen, hier geht es vielmehr um einen Künstler der langsam an seinem Ruhm erstickt.
Leider tauchen wir nicht in die wahre Welt der Künstlerszene ein und die Details hinter den Kulissen wirken erfunden und gestellt!
Trotz allem ist der Roman sprachlich gesehen gut und liest sich flüssig, wenn man einige Passage übergeht. Zum Beispiel als sich Frau Louise Jacob anmaßt Piccassos Arbeit in Frage zu stellen. In meinen Augen ist sie nicht in der Position, so über einen wichtigen Künstler unserer Zeit zu reden. Gerade auch weil sie mit ihrem Roman sicherlich ein bestimmtes Publikum ansprechen will.
Als störend empfinde ich, dass immer wieder willkürlich englische Passagen auftauchen. So unterhält sich Rahel in New York mit einem Künstler, ihr Part in Deutsch, der des Künstlers in Englisch. Für mich ist das sehr verwirrend!
Der Autorin ist es gelungen die Gefühlswelt von Leo so gut zu verschließen, dass man als Leser keinen Einblick darin gewinnt, daraus ergibt sich das Problem das man sich weder mit der Handlung, noch mit dem Umfeld der Protagonisten identifizieren kann.

2 von 5 möglichen Sternen!
26.06.2009 09:28:01
rebellyell666

rebellyell666

(25 Beiträge)

Zum Inhalt:

Leo Beckers Leidenschaft ist das Malen. Mehr will er gar nicht. Doch als er dadurch berühmt wird, hat plötzlich jeder einen Anspruch auf seine Kunst: Max, der die Bilder hoch verkaufen möchte, Rahel, seine Ehefrau, die sich schon längst damit abgefunden hat, nur seine Managerin und Organisatorin zu sein und die Gesellschaft, die immer und immer mehr erwartet und da ist da auch noch Ebba, seine große Liebe von früher. Als er dann auch noch einen Auftrag für das Met in New York annimmt, laufen seine Gefühle Amok...

Meine Meinung:

Zunächst überraschte mich das Buch, dass es ganz anders anfing, als die Leseprobe versprach. Zwischendurch konnte ich es nicht weglegen, musste mich aber an manchen Stellen auch durchkämpfen. Warum ich trotzdem 4 Sterne vergebe: Man kann wunderbar in Leos Psyche hineinblicken. Er wollte eben nur malen und sich keinen Stempel aufdrücken lassen. Sein Umgang mit Frauen tut ihm sogar leid. Er weiß einfach nicht mehr, wem er vertrauen kann. Auch in die Psyche Ebbas und Rahels hat man einen Einblick. Es wird geschildert, wie Rahel sich mit Finn von ihrer kaputten Ehe versucht, abzulenken, es aber nicht schafft. Ebba liebt Leo noch immer, muss aber loslassen. Ich denke, Leo wollte einfach nur sein Leben leben. Künstler sein. Hier und da ein für sein Auge perfektes Werk erschaffen und nicht immer fortwährend Akte malen, weil man das erwartet. Malen unter Druck ist eine Sache. Entweder man hat eine kreative Phase oder man zeichnet nur vor sich hin. Da ich selber in meiner Freizeit öfter mal zu Stift und Papier greife, weiß ich das. Man kann das Blatt so lange anstarren, wie es nur geht oder man hat schon eine Idee, die man zeichnerisch umsetzen möchte. Ich konnte mich sehr sehr gut in Leos Situation eindenken und mitfühlen. Sein Empfinden spiegelt sich auch in seinen Bildern wieder: Zerstörung. Oder besser gesagt: Zerstört. Seine Ehe, seine zwischenmenschlichen Fähigkeiten, sein Gefühl für Harmonie. Harmonie ist Stillstand. Ich denke vielmehr, dass, wenn Harmonie herrschen würde, man alles hinterfragt und seinem Glück nicht traut. Leo braucht Ecken im Leben, an denen er sich festbeißt und diese niederzeichnet, um persönlich damit fertig zu werden.

Also: Ich finde das Buch sehr gelungen. Es muss meiner Meinung nach erst im Kopf wirken, bevor man ein endgültiges Resultat verfasst. Man sollte es nicht aburteilen, wenn man eine Seite über Farbenlehre oder Materialien liest, sondern an seinem Vorstellungsvermögen arbeiten. Das Atelier konnte ich mehr als einmal riechen.

4 von 5 Sternchen!
20.08.2009 10:56:34