Das Tauschticket-Forum
Hier können Sie mit anderen Mitgliedern diskutieren, Fragen zu Tauschticket stellen, auf Ihre angebotenen Artikel aufmerksam machen und natürlich andere Mitglieder kennen lernen. Bitte beachten Sie dabei die Regularien unseres Forums.
Suche im Forum
Jodi Picoult - Das Herz Ihrer Tochter
Beitrag
erstellt am
(20313 Beiträge)
Hier meine Rezension zum oben genannten Buch:
Leider konnte mich dieses Buch nicht überzeugen und ich musste es, nachdem ich mich mehrere Tage durch wenige Seiten gequält hab, nach 200 Seiten abbrechen. Die Leseprobe hatte mich etwas ganz anderes erwarten lassen als ich dann bekommen habe ... ich wollte die Kontroverse zwischen dem Leben der Tochter, dem Tod des Mörders und dem Zwiespalt der Mutter erfahren und miterleben. Doch stattdessen basiert 90% der Geschichte auf Religion, Glauben und Glaubenmachen ... für mich ein völliger Fehlgriff.
Leider konnte mich dieses Buch nicht überzeugen und ich musste es, nachdem ich mich mehrere Tage durch wenige Seiten gequält hab, nach 200 Seiten abbrechen. Die Leseprobe hatte mich etwas ganz anderes erwarten lassen als ich dann bekommen habe ... ich wollte die Kontroverse zwischen dem Leben der Tochter, dem Tod des Mörders und dem Zwiespalt der Mutter erfahren und miterleben. Doch stattdessen basiert 90% der Geschichte auf Religion, Glauben und Glaubenmachen ... für mich ein völliger Fehlgriff.
10.09.2009 08:48:46
(14106 Beiträge)
oh ich wills demnächst anfangen habs bei vorablesen gewonnen!
15.09.2009 09:38:41
(22353 Beiträge)
Ich hätte es gerne, falls es jemand abgeben möchte? *fg*
15.09.2009 09:51:24
(24338 Beiträge)
Hier meine Rezi:
Fesselnd geschrieben!
Es gibt in diesem Buch verschiedene Ich-Erzähler, die abwechselnd auftreten: June, Michael, Lucius und Maggie. Das kennt man ja schon von anderen Picoult-Büchern, z.B. "Beim Leben meiner Schwester". Dadurch erhält man gut Einblick in verschiedene Sichtweisen derselben Sache. Sehr schön kommen hier die Gedanken und Gefühle des jeweiligen Ich-Erzählers zum Ausdruck. Es fällt nicht schwer, sie nachzuvollziehen.
June hat durch einen Mord ihren 2. Ehemann und ihre Tochter Elizabeth verloren. Sie wurden scheinbar von Shay Bourne, der als Handwerker bei der Familie arbeitete, erschossen, das Mädchen vorher missbraucht. Kurz danach kommt ihr 2. Kind, Claire, zur Welt, allerdings mit einem kranken Herzen. Als Claire 11 Jahre alt ist, kann nur noch eine Herztransplantation helfen.
Michael, ein junger Student der als Geschworener geladen wurde, muss mitentscheiden, ob der Mörder hingerichtet werden soll oder nicht. Er tut sich sehr schwer damit und ist der letzte der 12 Geschworenen, der für die Todesstrafe stimmt. Doch er hat kein gutes Gefühl dabei. Nach dem Studium wird er Priester und in dieser Eigenschaft Shay Bournes Seelsorger im Todestrakt des Gefängnisses.
Lucius ist Bournes Zellennachbar im Gefängnis. Er hat AIDS, und es geht ihm schon ziemlich schlecht.
Als Bourne in den Todestrakt verlegt wird, kommt es hier zu diversen Wundern und Wunderheilungen. Das kennt man ja auch schon aus Picoults Roman "Die Wahrheit der letzten Stunde" (Die Autorin bringt auch eine Figur aus diesem Buch, nämlich Ian Fletcher, hierher mit.)
Maggie ist Anwältin für Menschenrechte. Sie möchte natürlich gerne die Todesstrafe abgeschafft sehen. Shay Bourne möchte allerdings sterben und nicht gerettet werden. Um noch etwas Gutes zu tun, möchte er Claire sein Herz spenden. Maggie kämpft dafür, dass er das tun kann.
Die Bücher von Jodi Picoult sind doch immer wieder eine schöne Diskussionsgrundlage. Sie bringt Themen auf, die nicht einfach abzuhandeln sind. In diesem Buch geht es vor allem um die Todesstrafe und um Religionen. Wobei die Religionen für meinen Geschmack einen viel zu großen Raum einnehmen. Nach dem Titel und dem Klappentext hatte ich eigentlich erwartet, dass das Hauptanliegen dieses Buches die Organspende ist bzw. die Zwickmühle, in der sich June befindet. Das hätte ich auch weitaus interessanter gefunden. Leider wird dieses Thema verhältnismäßig kurz abgehandelt. Stattdessen liest man über irgendwelche Evangelien, die nicht in die Bibel aufgenommen wurden, Shay Bourne kann scheinbar Wunder wirken und hat insgesamt sehr viel Ähnlichkeit mit Jesus. Als er hingerichtet werden soll, ist er 33 Jahre alt, er ist Zimmermann und gibt einige mystische Sätze aus einem gnostischen Evangelium von sich, obwohl er absolut ungebildet ist. Das ist mir persönlich alles zu abstrus, und doch hat mich dieses Buch gefesselt, nicht durch die Geschichte, sondern vor allem durch den typischen Erzählstil von Jodie Picoult.
Fesselnd geschrieben!
Es gibt in diesem Buch verschiedene Ich-Erzähler, die abwechselnd auftreten: June, Michael, Lucius und Maggie. Das kennt man ja schon von anderen Picoult-Büchern, z.B. "Beim Leben meiner Schwester". Dadurch erhält man gut Einblick in verschiedene Sichtweisen derselben Sache. Sehr schön kommen hier die Gedanken und Gefühle des jeweiligen Ich-Erzählers zum Ausdruck. Es fällt nicht schwer, sie nachzuvollziehen.
June hat durch einen Mord ihren 2. Ehemann und ihre Tochter Elizabeth verloren. Sie wurden scheinbar von Shay Bourne, der als Handwerker bei der Familie arbeitete, erschossen, das Mädchen vorher missbraucht. Kurz danach kommt ihr 2. Kind, Claire, zur Welt, allerdings mit einem kranken Herzen. Als Claire 11 Jahre alt ist, kann nur noch eine Herztransplantation helfen.
Michael, ein junger Student der als Geschworener geladen wurde, muss mitentscheiden, ob der Mörder hingerichtet werden soll oder nicht. Er tut sich sehr schwer damit und ist der letzte der 12 Geschworenen, der für die Todesstrafe stimmt. Doch er hat kein gutes Gefühl dabei. Nach dem Studium wird er Priester und in dieser Eigenschaft Shay Bournes Seelsorger im Todestrakt des Gefängnisses.
Lucius ist Bournes Zellennachbar im Gefängnis. Er hat AIDS, und es geht ihm schon ziemlich schlecht.
Als Bourne in den Todestrakt verlegt wird, kommt es hier zu diversen Wundern und Wunderheilungen. Das kennt man ja auch schon aus Picoults Roman "Die Wahrheit der letzten Stunde" (Die Autorin bringt auch eine Figur aus diesem Buch, nämlich Ian Fletcher, hierher mit.)
Maggie ist Anwältin für Menschenrechte. Sie möchte natürlich gerne die Todesstrafe abgeschafft sehen. Shay Bourne möchte allerdings sterben und nicht gerettet werden. Um noch etwas Gutes zu tun, möchte er Claire sein Herz spenden. Maggie kämpft dafür, dass er das tun kann.
Die Bücher von Jodi Picoult sind doch immer wieder eine schöne Diskussionsgrundlage. Sie bringt Themen auf, die nicht einfach abzuhandeln sind. In diesem Buch geht es vor allem um die Todesstrafe und um Religionen. Wobei die Religionen für meinen Geschmack einen viel zu großen Raum einnehmen. Nach dem Titel und dem Klappentext hatte ich eigentlich erwartet, dass das Hauptanliegen dieses Buches die Organspende ist bzw. die Zwickmühle, in der sich June befindet. Das hätte ich auch weitaus interessanter gefunden. Leider wird dieses Thema verhältnismäßig kurz abgehandelt. Stattdessen liest man über irgendwelche Evangelien, die nicht in die Bibel aufgenommen wurden, Shay Bourne kann scheinbar Wunder wirken und hat insgesamt sehr viel Ähnlichkeit mit Jesus. Als er hingerichtet werden soll, ist er 33 Jahre alt, er ist Zimmermann und gibt einige mystische Sätze aus einem gnostischen Evangelium von sich, obwohl er absolut ungebildet ist. Das ist mir persönlich alles zu abstrus, und doch hat mich dieses Buch gefesselt, nicht durch die Geschichte, sondern vor allem durch den typischen Erzählstil von Jodie Picoult.
17.09.2009 13:32:50
(1850 Beiträge)
Ich habe das Buch vor einiger Zeit auf Englisch gelesen (naja, zumindest bis zur Hälfte --- danach habe ich aufgegeben), und war total enttäuscht! Das ist sicherlich das bisher schlechteste Buch von Jodi Picoult ...
Meiner Meinung nach ist es bei ihr immer so ein bisschen "Hit and Miss" --- einige ihrer Bücher (so wie "19 Minuten", "Beim Leben meiner Schwester" oder "Die einfache Wahrheit") sind überragend gut ... andere - wie eben auch dieses - sind katastrophal schlecht ...
Meiner Meinung nach ist es bei ihr immer so ein bisschen "Hit and Miss" --- einige ihrer Bücher (so wie "19 Minuten", "Beim Leben meiner Schwester" oder "Die einfache Wahrheit") sind überragend gut ... andere - wie eben auch dieses - sind katastrophal schlecht ...
17.09.2009 18:11:47
(15344 Beiträge)
demnach brauch ich überhaupt kein schlechtes Gewissen zu haben wenn ich das Buch abbreche?!
17.09.2009 18:57:50
(3480 Beiträge)
Ich habe es heute abend erst angefangen (bin jetzt auf seite 50 oder so) und jetzt echt mal gspannt.
Bisher gefällt es mir ganz gut.
Bisher gefällt es mir ganz gut.
17.09.2009 22:58:34
(20313 Beiträge)
@ruhrpott: Meiner Meinung nach nicht, ich hab einige Rezis bei vorab überflogen und da waren mehrere dabei, die es abgebrochen haben - aber wie man an Lilli sieht, gibt es doch auch Leute, denen es gefallen hat :) Also durchquälen brauchst du dich nicht, aber anfangen sollte man es schon, wenn man es hat, vllt gefällts einem ja :)
18.09.2009 08:43:15
(6710 Beiträge)
Ich würde noch durchhalten *g*, die Diskussionen über Religion kannst du getrost überspringen, die letzten 100 Seiten sind wieder besser. Besonders Maggie und der nette Arzt, der hat so einen tollen Sarkasmus.
Aber hier meine Rezi, vielleicht hilft dir das ja, ich fand das Buch auch nicht so besonders.
Bekomme ich im Moment nicht gepostet - irgendwelche ungültige Zeichen, die ich nicht ordnen kann.
Aber hier meine Rezi, vielleicht hilft dir das ja, ich fand das Buch auch nicht so besonders.
Bekomme ich im Moment nicht gepostet - irgendwelche ungültige Zeichen, die ich nicht ordnen kann.
19.09.2009 15:56:35
(6710 Beiträge)
Nach Neunzehn Minuten, ein bewegender und höchst zeitgemäßer Roman über den Amoklauf an einer Schule, so der Klappentext, hier nun das neueste Werk von Jodi Picoult. Wieder packt sie brisante Themen an, die Todesstrafe und die Organspende. Und nicht zu vergessen der Glaube. Der christliche Glaube, der jüdische Glaube, das Thomasevangelium, hier werden sie alle vorgestellt, miteinander verglichen und endlos darüber diskutiert. Kann sie damit an ihren Erfolg anknüpfen? Ganz eindeutig nein, kann sie nicht, das Buch ist eine Mogelpackung, wenn man es nach dem Klappentext kaufen würde.
Das Buch ist sehr unrealistisch. Shay Bourne wird verurteilt, weil er June Nealons Tochter Elisabeth und ihren Mann Kurt umgebracht hat. 11 Jahre später will er sein Herz, nachdem er hingerichtet wurde, Junes Tochter Clare, die schwer herzkrank ist und auf ein Spenderherz wartet, spenden. Wiedergutmachung? Schuldgefühle? Das würde doch nur am Opfer direkt funktionieren, und die Opfer sind zu Asche geworden. Und war überhaupt Shay der Schuldige? Obwohl er schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt wurde, hat Shay die Morde nie direkt zugegeben, er war in seinem eigenen Prozess nie im Zeugenstand.
Anfangs wird nie gefragt, ob ein Männerherz überhaupt in einen Kinderkörper passt. Und was ist mit der Verträglichkeit, wie Blutgruppe und was halt noch alles übereinstimmen muss? Nie wird das in Frage gestellt, gefragt wird nur, ob June das Herz annehmen würde. Aber hat sie das zu bestimmen? Und hat Clare da nicht auch noch mitzureden? Oder gibt es vielleicht noch andere Spender, zu denen das Herz besser passen könnte? Wer entscheidet denn schlussendlich, wer eine Organspende bekommt? Fragen über Fragen, sie tauchen im ganzen Buch immer wieder auf und hinterlassen ein etwas mulmiges Gefühl. Man wundert sich über June und Clare, dass es ihnen so wichtig ist, wer der Spender ist. Will Clare wirklich lieber sterben, als das Herz des Mörders ihrer Schwester zu nehmen?
Man erfährt auch nie, wovon die beiden überhaupt leben. Clare ist schwer krank und June ist immer an ihrer Seite, zuhause und auch im Krankenhaus. Aber über ihr Einkommen wird nie geredet.
Die Wandlung Shays ist auch nicht nachvollziehbar. Wird er bei der Verurteilung noch als in seiner Entwicklung zurückgeblieben geschildert, so kann er elf Jahre später Wunder vollbringen und geistreich über Gott und die Welt diskutieren. Die Geschehnisse in dem Hochsicherheitstrakt passen auch nicht zu dem eigentlich ernsthaften Thema, sie machen das Buch unglaubwürdig und lächerlich. Diese kleinen angeblichen Wunder passen einfach nicht in die Geschichte, für nicht alle gibt es hinterher eine logische Erklärung. Shay wird als der wieder auferstandene Messias gefeiert, Menschen pilgern zum Gefängnis, um sich heilen zu lassen. Man denkt sofort an Scharlatane und die anderen angeblichen Wunder, die zu Pilgerstätten geworden sind. Leider lenkt das alles von den eigentlichen Themen, die durchaus diskussionswürdig sind, ab und bringt eine ungewollte lächerliche Stimmung ein.
Besonders interessant ist die Sicht des ehemaligen Geschworenen in Shays Prozess und jetzigen Priesters, Michael, der sich für Shay einsetzt. Hat er damals gegen sein Gewissen der Todesstrafe zugestimmt? Und sind die Menschen, die die Todesstrafe verhängen, auch Mörder? Sind sie vielleicht gar nicht mal besser, als die, die verurteilt wurden und im Gefängnis sitzen? Und was macht einen Menschen zum Mörder? Das und die Philosophie der Religion sind die Knackpunkte des Romans, sie regen zum eigenen Nachdenken an und werden einfühlsam eingebracht.
Aber trotzdem, der Hauptteil des Buches handelt von Religion. Christen, Juden, Atheisten, Agnostiker, alle kommen zu Wort und man erfährt auf seitenlangen Diskussionen die Unterschiede. Genauso seitenlang wird über die Religion philosophiert, über den Glauben, die Vergebung und ob man um jeden Preis verzeihen sollte. Das Thomasevangelium wird detailliert vorgestellt und durchdiskutiert, nach der Lektüre weiß auch jeder Leser, was ein Agnostiker denn nun genau ist. Selbst in den Namen schlägt sich die Religion und Jesus wieder, Shay heißt eigentlich Isaiah Matthew Bourne, I.M. Bourne,gesprochen I am born, der Priester heißt Michael, Shay ist aufgewachsen in Bethlehem und der Commissioner, der für die Hinrichtung zuständig ist heißt Joe Lynch.
Die Sichtweise wechselt ständig, jedes Kapitel wird von einer anderen Person erzählt. Das ist besonders interessant, da man so Einsicht in die Denkweisen fast aller handelnden Personen bekommt, abgesehen vom Mörder.
Das Ende birgt noch einige Überraschungen, aber manche kann man auch schon von Anfang an erahnen. Shay wird viel zu schnell verurteilt, die Fakten sprechen gegen ihn, aber er wird nie angehört. Eine ziemliche Verkettung unglücklicher Umstände.
Der Einblick in den Prozess der Todesstrafe ist höchst interessant, man erfährt, wie sie abläuft und wer alles daran beteiligt ist. Es sagt sich alles so leicht, einen Menschen zum Tode verurteilen, aber wie fühlen sich diejenigen anschließend, die zum Tode verurteilt haben? Was empfinden die Angestellten, die die Todesstrafe vollstrecken müssen? Ist es wirklich die gerechtere Strafe, als lebenslänglich im Gefängnis zu sitzen? Man bekommt auch genaue Einblicke über das Leben der Häftlinge im Hochsicherheitstrakt, einfach ist es dort bestimmt nicht. Und nach Statistiken im Buch kostet der Vollzug der Todesstrafe dreimal so viel wie lebenslängliches Einsitzen. Man kann nur hoffen, dass nach dem Lesen die Diskussion über die Todesstrafe wieder in Gang kommt, immerhin wird sie in einigen Staaten der USA ja noch vollzogen und als Strafmöglichkeit in Betracht gezogen.
Ein Plädoyer für Vergebung und ein gehöriger Anstoß zur Diskussion der Todesstrafe. Wer allerdings nach dem Klappentext eine rührende Geschichte erwartet, der sollte hier nicht zugreifen, denn das Thema ist eher zweitrangig. Wer sich aber gerne genauer über Religion informieren möchte und Spaß an philosophischen Diskussionen hat, mit ein bisschen Brisanz und aktuellen Themen dazwischen, für den ist das genau das Richtige. Leider hat Jodi Picoult mit einigen Themen gehörig übertrieben, das Buch schweift vom eigentlichen Inhalt ziemlich ab und man hat ständig das Gefühl, mit aller Gewalt bekehrt zu werden. Gewohnt gut geschrieben ist es auf jeden Fall, aber durch den seelsorgerischen Ansatz auch ziemlich langatmig.
Das Buch ist sehr unrealistisch. Shay Bourne wird verurteilt, weil er June Nealons Tochter Elisabeth und ihren Mann Kurt umgebracht hat. 11 Jahre später will er sein Herz, nachdem er hingerichtet wurde, Junes Tochter Clare, die schwer herzkrank ist und auf ein Spenderherz wartet, spenden. Wiedergutmachung? Schuldgefühle? Das würde doch nur am Opfer direkt funktionieren, und die Opfer sind zu Asche geworden. Und war überhaupt Shay der Schuldige? Obwohl er schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt wurde, hat Shay die Morde nie direkt zugegeben, er war in seinem eigenen Prozess nie im Zeugenstand.
Anfangs wird nie gefragt, ob ein Männerherz überhaupt in einen Kinderkörper passt. Und was ist mit der Verträglichkeit, wie Blutgruppe und was halt noch alles übereinstimmen muss? Nie wird das in Frage gestellt, gefragt wird nur, ob June das Herz annehmen würde. Aber hat sie das zu bestimmen? Und hat Clare da nicht auch noch mitzureden? Oder gibt es vielleicht noch andere Spender, zu denen das Herz besser passen könnte? Wer entscheidet denn schlussendlich, wer eine Organspende bekommt? Fragen über Fragen, sie tauchen im ganzen Buch immer wieder auf und hinterlassen ein etwas mulmiges Gefühl. Man wundert sich über June und Clare, dass es ihnen so wichtig ist, wer der Spender ist. Will Clare wirklich lieber sterben, als das Herz des Mörders ihrer Schwester zu nehmen?
Man erfährt auch nie, wovon die beiden überhaupt leben. Clare ist schwer krank und June ist immer an ihrer Seite, zuhause und auch im Krankenhaus. Aber über ihr Einkommen wird nie geredet.
Die Wandlung Shays ist auch nicht nachvollziehbar. Wird er bei der Verurteilung noch als in seiner Entwicklung zurückgeblieben geschildert, so kann er elf Jahre später Wunder vollbringen und geistreich über Gott und die Welt diskutieren. Die Geschehnisse in dem Hochsicherheitstrakt passen auch nicht zu dem eigentlich ernsthaften Thema, sie machen das Buch unglaubwürdig und lächerlich. Diese kleinen angeblichen Wunder passen einfach nicht in die Geschichte, für nicht alle gibt es hinterher eine logische Erklärung. Shay wird als der wieder auferstandene Messias gefeiert, Menschen pilgern zum Gefängnis, um sich heilen zu lassen. Man denkt sofort an Scharlatane und die anderen angeblichen Wunder, die zu Pilgerstätten geworden sind. Leider lenkt das alles von den eigentlichen Themen, die durchaus diskussionswürdig sind, ab und bringt eine ungewollte lächerliche Stimmung ein.
Besonders interessant ist die Sicht des ehemaligen Geschworenen in Shays Prozess und jetzigen Priesters, Michael, der sich für Shay einsetzt. Hat er damals gegen sein Gewissen der Todesstrafe zugestimmt? Und sind die Menschen, die die Todesstrafe verhängen, auch Mörder? Sind sie vielleicht gar nicht mal besser, als die, die verurteilt wurden und im Gefängnis sitzen? Und was macht einen Menschen zum Mörder? Das und die Philosophie der Religion sind die Knackpunkte des Romans, sie regen zum eigenen Nachdenken an und werden einfühlsam eingebracht.
Aber trotzdem, der Hauptteil des Buches handelt von Religion. Christen, Juden, Atheisten, Agnostiker, alle kommen zu Wort und man erfährt auf seitenlangen Diskussionen die Unterschiede. Genauso seitenlang wird über die Religion philosophiert, über den Glauben, die Vergebung und ob man um jeden Preis verzeihen sollte. Das Thomasevangelium wird detailliert vorgestellt und durchdiskutiert, nach der Lektüre weiß auch jeder Leser, was ein Agnostiker denn nun genau ist. Selbst in den Namen schlägt sich die Religion und Jesus wieder, Shay heißt eigentlich Isaiah Matthew Bourne, I.M. Bourne,gesprochen I am born, der Priester heißt Michael, Shay ist aufgewachsen in Bethlehem und der Commissioner, der für die Hinrichtung zuständig ist heißt Joe Lynch.
Die Sichtweise wechselt ständig, jedes Kapitel wird von einer anderen Person erzählt. Das ist besonders interessant, da man so Einsicht in die Denkweisen fast aller handelnden Personen bekommt, abgesehen vom Mörder.
Das Ende birgt noch einige Überraschungen, aber manche kann man auch schon von Anfang an erahnen. Shay wird viel zu schnell verurteilt, die Fakten sprechen gegen ihn, aber er wird nie angehört. Eine ziemliche Verkettung unglücklicher Umstände.
Der Einblick in den Prozess der Todesstrafe ist höchst interessant, man erfährt, wie sie abläuft und wer alles daran beteiligt ist. Es sagt sich alles so leicht, einen Menschen zum Tode verurteilen, aber wie fühlen sich diejenigen anschließend, die zum Tode verurteilt haben? Was empfinden die Angestellten, die die Todesstrafe vollstrecken müssen? Ist es wirklich die gerechtere Strafe, als lebenslänglich im Gefängnis zu sitzen? Man bekommt auch genaue Einblicke über das Leben der Häftlinge im Hochsicherheitstrakt, einfach ist es dort bestimmt nicht. Und nach Statistiken im Buch kostet der Vollzug der Todesstrafe dreimal so viel wie lebenslängliches Einsitzen. Man kann nur hoffen, dass nach dem Lesen die Diskussion über die Todesstrafe wieder in Gang kommt, immerhin wird sie in einigen Staaten der USA ja noch vollzogen und als Strafmöglichkeit in Betracht gezogen.
Ein Plädoyer für Vergebung und ein gehöriger Anstoß zur Diskussion der Todesstrafe. Wer allerdings nach dem Klappentext eine rührende Geschichte erwartet, der sollte hier nicht zugreifen, denn das Thema ist eher zweitrangig. Wer sich aber gerne genauer über Religion informieren möchte und Spaß an philosophischen Diskussionen hat, mit ein bisschen Brisanz und aktuellen Themen dazwischen, für den ist das genau das Richtige. Leider hat Jodi Picoult mit einigen Themen gehörig übertrieben, das Buch schweift vom eigentlichen Inhalt ziemlich ab und man hat ständig das Gefühl, mit aller Gewalt bekehrt zu werden. Gewohnt gut geschrieben ist es auf jeden Fall, aber durch den seelsorgerischen Ansatz auch ziemlich langatmig.
19.09.2009 15:59:12
(47345 Beiträge)
Am Thema vorbeigeschrieben
In meinen Augen das bisher schwächste Buch der Jodie Picoult. Dabei hat die Leseprobe so vielversprechend angefangen. Nur leider legt die Autorin den Focus dann nicht auf die Mutter mit ihrer Tochter und legt uns deren Gefühle, Beweggründe und Ambitionen offen, lässt uns nicht teilhaben am Leid der Mutter, die ihre Tochter zu verlieren droht und an der schweren Entscheidung, die sie zu treffen hat.
Durch die vielen verschiedenen Ich-Erzähler ist das Buch am Anfang zudem noch recht schwer zu lesen. Ständig muss man umdenken, wer erzählt jetzt.
Stellenweise driftet das Buch ins Mystische ab, es geschehen unerklärliche Wunder, die in meinen Augen nichts mit der Handlung zu tun haben und auch nicht ins Buch passen. Frau Picoult greift wieder einmal ein ernstes und interessantes Thema auf, die Todesstrafe. Leider gelingt es ihr nicht, was ihr in ihren anderen Büchern mühelos gelang: den Leser mit der Handlung und dem Dilemma "Mörder will der Schwester seines Opfers sein Herz spenden" zu fesseln und zu interessieren.
Dies ist das erste Buch der Autorin, das ich nicht in einem Rutsch zu Ende gelesen habe, stellenweise hat es mich gelangweilt und ich musste es zur Seite legen.
Schade Frau Picoult, Sie können auch anders.
In meinen Augen das bisher schwächste Buch der Jodie Picoult. Dabei hat die Leseprobe so vielversprechend angefangen. Nur leider legt die Autorin den Focus dann nicht auf die Mutter mit ihrer Tochter und legt uns deren Gefühle, Beweggründe und Ambitionen offen, lässt uns nicht teilhaben am Leid der Mutter, die ihre Tochter zu verlieren droht und an der schweren Entscheidung, die sie zu treffen hat.
Durch die vielen verschiedenen Ich-Erzähler ist das Buch am Anfang zudem noch recht schwer zu lesen. Ständig muss man umdenken, wer erzählt jetzt.
Stellenweise driftet das Buch ins Mystische ab, es geschehen unerklärliche Wunder, die in meinen Augen nichts mit der Handlung zu tun haben und auch nicht ins Buch passen. Frau Picoult greift wieder einmal ein ernstes und interessantes Thema auf, die Todesstrafe. Leider gelingt es ihr nicht, was ihr in ihren anderen Büchern mühelos gelang: den Leser mit der Handlung und dem Dilemma "Mörder will der Schwester seines Opfers sein Herz spenden" zu fesseln und zu interessieren.
Dies ist das erste Buch der Autorin, das ich nicht in einem Rutsch zu Ende gelesen habe, stellenweise hat es mich gelangweilt und ich musste es zur Seite legen.
Schade Frau Picoult, Sie können auch anders.
01.10.2009 16:03:55
(7572 Beiträge)
Bin enttäuscht...
Von der Leseprobe war ich hellauf begeistert... dachte, das wird ein spannender, einfühlsamer, aufrührender Gerichtsthriller, kombiniert mit Familiendrama. Aber was Frau Picoult aus der Geschichte gemacht hat, hinterlässt bei mir große Fragezeichen: Was soll das???
Was so realistisch und spannend begann, wird zu einer langweiligen Diskussion über Wunder und Religion. Selbst, dass sie aus einem "Knasti" einen zweiten Jesus macht hätte man ihr verzeihen können, wenn sie die elendigen, religiösen Debatten weggelassen hätte, die zwischen den multireligiösen Charaktären entstehen: der atheistischen Anwältin, die streng jüdisch erzogen wurde, der katholische Priester und der Knast-Jesus, der keine Religion leiden kann. Nun ja...
Das überraschende Ende, das hier von so manchen als letztes Highlight des Buches genannt wird, hat mich persönlich nicht überrascht, weil mir irgendwie von Anfang an klar war, wie der Mord tatsächlich ablief... weiß nicht, ob es so offensichtlich war oder ob ich einfach die richtige Intuition hatte, die sich mit jedem kleinen Hinweis nur noch verstärkte...
Positiv kann ich allerdings den Schreibsil erwähnen: das Buch ist flüssig zu lesen, durch die kurzen Kapitel und den Wechsel der Perspektiven kann man sich schnell und gut in jeden Protagonisten einfühlen.
Alles in allem wäre es also kein ganz so schlechtes Buch, wenn diese kleinen "religiösen Abers" nicht wären. ;-)
Von der Leseprobe war ich hellauf begeistert... dachte, das wird ein spannender, einfühlsamer, aufrührender Gerichtsthriller, kombiniert mit Familiendrama. Aber was Frau Picoult aus der Geschichte gemacht hat, hinterlässt bei mir große Fragezeichen: Was soll das???
Was so realistisch und spannend begann, wird zu einer langweiligen Diskussion über Wunder und Religion. Selbst, dass sie aus einem "Knasti" einen zweiten Jesus macht hätte man ihr verzeihen können, wenn sie die elendigen, religiösen Debatten weggelassen hätte, die zwischen den multireligiösen Charaktären entstehen: der atheistischen Anwältin, die streng jüdisch erzogen wurde, der katholische Priester und der Knast-Jesus, der keine Religion leiden kann. Nun ja...
Das überraschende Ende, das hier von so manchen als letztes Highlight des Buches genannt wird, hat mich persönlich nicht überrascht, weil mir irgendwie von Anfang an klar war, wie der Mord tatsächlich ablief... weiß nicht, ob es so offensichtlich war oder ob ich einfach die richtige Intuition hatte, die sich mit jedem kleinen Hinweis nur noch verstärkte...
Positiv kann ich allerdings den Schreibsil erwähnen: das Buch ist flüssig zu lesen, durch die kurzen Kapitel und den Wechsel der Perspektiven kann man sich schnell und gut in jeden Protagonisten einfühlen.
Alles in allem wäre es also kein ganz so schlechtes Buch, wenn diese kleinen "religiösen Abers" nicht wären. ;-)
03.10.2009 12:37:31
(10210 Beiträge)
Ich möchte mich meinen Vorrednern anschließen, die sich nicht positiv über das Buch geäußert haben. Ich habe wirklich schon viel bessere Bücher von ihr gelesen
Die Diskussionen über Religion sind etwas zu viel nach meinem Geschmack.
18.10.2009 10:45:14
(8624 Beiträge)
Jodie Picoults neuer Roman "Das Herz ihrer Tochter" erzählt von einer Mutter, June, die auf tragische Weise ihren ersten Ehemann verliert und später ihre Tochter und ihren zweiten Mann durch Mord. Ihre zweite Tochter kommt herzkrank zur Welt und benötigt dringend ein Spenderherz. Ebenso erzählt das Buch von Shay Bourne, dem Mörder von Junes Famile. Er sitzt in der Todeszelle, wartet auch seine Hinrichtung. Bis er erfährt, dass Junes Tochter einneues Herz benötigt...Da beschliesst er, ihr seines zu spenden. Es beginnt ein langer Kampf, denn June ist von der Idee natürlich nicht begeistert. Seine Anwältin kämpft für eine andere Hinrichtungsmethode, denn die Todesspritze kommt im Hinblick auf die Herzspende nicht in Frage....
Nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte, habe ich mich auf ein tolles Buch gefreut, aber leider wurden meine Erwartungen nicht wirklich erfüllt. Ich hätte mir viel mehr Einblick in Junes Gefühlswelt gewünscht. Wie schafft sie es, soviele Schicksalsschläge zu überstehen, wie fühlt sie wirklich, als es darum geht, dass ihre zweite Tochter das Herz des Mörders ihrer ersten Tochter und ihres Mannes bekommen soll.
Meiner Meinung nach bleibt das irgendwie auf der Strecke. Viel mehr im Vordergrund steht Shay mit seinen angeblich heilenden Kräften. Auch über seine Gefühle erfahren wir wenig. Viel mehr stattdessn über Religion.
Sehr gut an dem Buch hat mit allerdings gefallen, dass Jodie Picoult immer wieder die Erzählperspektiven gewechselt hat. So lernen wir neben June und Shay auch Father Michael, einen der Geschworenen im Prozess gegen Shay und seinen späteren Seelsorger, Shays Zellennachbar Lucius und Maggie, seine Anwältin kennen.
Insgesamt fand ich das Buch zwar lesenswert, aber weit unter dem, was ich erwartet hatte. Ich habe schon weitaus bessere und emotionalere Bücher von Jodie Picoult gelesnen.
Nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte, habe ich mich auf ein tolles Buch gefreut, aber leider wurden meine Erwartungen nicht wirklich erfüllt. Ich hätte mir viel mehr Einblick in Junes Gefühlswelt gewünscht. Wie schafft sie es, soviele Schicksalsschläge zu überstehen, wie fühlt sie wirklich, als es darum geht, dass ihre zweite Tochter das Herz des Mörders ihrer ersten Tochter und ihres Mannes bekommen soll.
Meiner Meinung nach bleibt das irgendwie auf der Strecke. Viel mehr im Vordergrund steht Shay mit seinen angeblich heilenden Kräften. Auch über seine Gefühle erfahren wir wenig. Viel mehr stattdessn über Religion.
Sehr gut an dem Buch hat mit allerdings gefallen, dass Jodie Picoult immer wieder die Erzählperspektiven gewechselt hat. So lernen wir neben June und Shay auch Father Michael, einen der Geschworenen im Prozess gegen Shay und seinen späteren Seelsorger, Shays Zellennachbar Lucius und Maggie, seine Anwältin kennen.
Insgesamt fand ich das Buch zwar lesenswert, aber weit unter dem, was ich erwartet hatte. Ich habe schon weitaus bessere und emotionalere Bücher von Jodie Picoult gelesnen.
18.10.2009 11:41:33
(5758 Beiträge)
So, habe eben das Buch durchgelesen, will euch aber nicht noch eine Rezi kopieren.
@Ruhrpottmädel und andere Abbrecher...Die Autorin hat noch eine Art Nachwort geschrieben, das euch sicherlich mehr Infos bietet als der gesamte, ehrlich gesagt, etwas kitschige Roman.
Stell mir /euch die Frage:
In welches GENRE würdet ihr das Buch einordnen?
@Ruhrpottmädel und andere Abbrecher...Die Autorin hat noch eine Art Nachwort geschrieben, das euch sicherlich mehr Infos bietet als der gesamte, ehrlich gesagt, etwas kitschige Roman.
Stell mir /euch die Frage:
In welches GENRE würdet ihr das Buch einordnen?
20.11.2009 17:32:04
(12833 Beiträge)
Der zum Tode Verurteilter Mörder Shay Bourne will sein Herz nach der Hinrichtung der zweiten Tochter der Frau spenden, deren Mann und Tochter er umgebracht haben soll. Soweit die Idee.
Das Buch wird abwechselnd aus Sicht des Priesters Michael (der bizarrerweise Mitglied der Jury war, die Shay Bourne zum Tode verurteil hatte), der Anwältin Maggie, des Mitgefangenen Lucius und June, der Mutter und Ehefrau der Mordopfer, erzählt.
Ich fand die Idee zu der Geschichte sehr interessant, aber es driftete mir zu sehr ins Religiöse ab. Die angeblichen Wunder, die Vergleiche mit Jesus - mir war das alles zu wirr!
Das Buch wird abwechselnd aus Sicht des Priesters Michael (der bizarrerweise Mitglied der Jury war, die Shay Bourne zum Tode verurteil hatte), der Anwältin Maggie, des Mitgefangenen Lucius und June, der Mutter und Ehefrau der Mordopfer, erzählt.
Ich fand die Idee zu der Geschichte sehr interessant, aber es driftete mir zu sehr ins Religiöse ab. Die angeblichen Wunder, die Vergleiche mit Jesus - mir war das alles zu wirr!
05.12.2009 16:29:17
(12833 Beiträge)
Ja, anfangs schon, der Vergleich drängt sich da ja geradezu auf.
Wobei der King für mich da ganz klar das bessere Buch war!
Wobei der King für mich da ganz klar das bessere Buch war!
05.12.2009 19:27:45
(18436 Beiträge)
"Das Herz ihrer Tochter" hat mich sehr mitgenommen und sehr zum Nachdenken angeregt.
Ein Doppelmörder sitzt seit 11 Jahren in der Todeszelle. Dort beschließt er für sich Erlösung zu schaffen, indem er der herzkranken Claire - der Schwester der Ermordeten - sein Herz spenden möchte. Er hört davon im Fernsehen. Diese Bitte wird zunächst von der Gefängnisdirektion abgelehnt, da dann eine andere Hinrichtungsart gewählt werden müsste. Doch die Anwältin Maggie setzt sich für den zum Tode verurteilten ein.
Zudem geschehen im Gefängnis um Shay, dem Doppelmörder, herum seltsame Dinge. Lucius, ein AIDS-kranker Mithäftling wird scheinbar wieder gesund. Ein Rotkehlchen wird wieder zum Leben erweckt. Wein fließt durch die Wasserrohre. Ein Kaugummi wird unter den Häftlingen wundersam vermehrt.
So packt Jodie Picoult drei große Themen in ihren Roman:
1. Die Todesstrafe
2. Religion und Glaube
3. Was passiert mit dem gespendeten Herz im Körper? Macht es einem wirklich zu einem anderen Menschen?
Alle drei Themenstränge hat die Autorin für mich wunderbar in die Geschichte um Shay und Claire verpackt. Ihre Sprache ist sehr klar, manchmal sehr sachlich, doch manchmal auch sehr emotional. Auch die immer wieder kehrenden Sichtwechsel finde ich gut gelungen. Nur schade, dass der Leser die wirkliche Sicht von Shay nicht erfährt.
Als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, war ich sehr aufgewühlt. Besonders mitgenommen haben mich dabei die Vorbereitungen für die Hinrichtung. Mich hat es einfach erschüttert, wie Menschen einen Tod eines Mitmenschen so voller Kalkül und sachlich planen können.
Fazit:
Ein sehr emotionales Buch über Todesstrafe, Religion und Herzensangelegenheiten. Ich kann es wirklich weiter empfehlen.
Ein Doppelmörder sitzt seit 11 Jahren in der Todeszelle. Dort beschließt er für sich Erlösung zu schaffen, indem er der herzkranken Claire - der Schwester der Ermordeten - sein Herz spenden möchte. Er hört davon im Fernsehen. Diese Bitte wird zunächst von der Gefängnisdirektion abgelehnt, da dann eine andere Hinrichtungsart gewählt werden müsste. Doch die Anwältin Maggie setzt sich für den zum Tode verurteilten ein.
Zudem geschehen im Gefängnis um Shay, dem Doppelmörder, herum seltsame Dinge. Lucius, ein AIDS-kranker Mithäftling wird scheinbar wieder gesund. Ein Rotkehlchen wird wieder zum Leben erweckt. Wein fließt durch die Wasserrohre. Ein Kaugummi wird unter den Häftlingen wundersam vermehrt.
So packt Jodie Picoult drei große Themen in ihren Roman:
1. Die Todesstrafe
2. Religion und Glaube
3. Was passiert mit dem gespendeten Herz im Körper? Macht es einem wirklich zu einem anderen Menschen?
Alle drei Themenstränge hat die Autorin für mich wunderbar in die Geschichte um Shay und Claire verpackt. Ihre Sprache ist sehr klar, manchmal sehr sachlich, doch manchmal auch sehr emotional. Auch die immer wieder kehrenden Sichtwechsel finde ich gut gelungen. Nur schade, dass der Leser die wirkliche Sicht von Shay nicht erfährt.
Als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, war ich sehr aufgewühlt. Besonders mitgenommen haben mich dabei die Vorbereitungen für die Hinrichtung. Mich hat es einfach erschüttert, wie Menschen einen Tod eines Mitmenschen so voller Kalkül und sachlich planen können.
Fazit:
Ein sehr emotionales Buch über Todesstrafe, Religion und Herzensangelegenheiten. Ich kann es wirklich weiter empfehlen.
29.12.2009 08:19:02
(17071 Beiträge)
Ich war enttäuscht von diesem Buch ...
Daher gibt es "nur" 3/5 Punkten.
Wann beginnt ein Plagiat?
Inhalt:
June Nealons Leben ist gezeichnet von Schicksalsschlägen. Vor einigen Jahren wurden ihr Mann, der Polizist Kurt Nealon, und ihre Tochter Elizabeth getötet. Vor Gericht für die Tat verurteilt wurde der junge Aushilfsarbeiter Shay Bourne. Nun ist Junes zweite Tochter Claire schwer herzkrank. Sollte sie kein Spenderorgan erhalten, so muss sie sterben.
Shay Bourne wartet auf die Vollstreckung der Todesstrafe, als er von Claires Krankheit erfährt. Sein Herz könnte ihr Leben retten. Doch June steht vor einer schwierigen Entscheidung. Kann sie das Herz des Mörders ihrer älteren Tochter annehmen, um ihre jüngere Tochter zu retten?
Meine Meinung:
Was sich zunächst als interessante Auseinandersetzung mit dem Thema Todesstrafe und Organspende anhörte, stellte sich für mich im weiteren Verlauf immer mehr als Neuauflage von Stephen Kings "The Green Mile" heraus. Im Mittelpunkt steht ein Mann, der für ein schreckliches Verbrechen im Todestrakt landet. Doch Shay Bourne scheint nicht der stereotype Mörder zu sein, den der Leser erwartet. Vielmehr bilden sich immer mehr Parallelen zu Stephen Kings Hauptfigur John Coffey heraus. Wer dieses Buch von Stephen King (oder auch die Verfilmung mit Tom Hanks) kennt, der kann nicht umhin, die Ähnlichkeit zu erkennen. Jodi Picoult hat die Geschichte lediglich noch um einen weiteren Druck auf die Tränendrüsen erweitert, indem es hier auch noch um ein schwerkrankes Mädchen geht, das dringend auf ein Spenderorgan angewiesen ist. Dies ist dann wieder absolut typisch Picoult, wie man sie kennt. Die Auseinandersetzung mit dem schwierigen Thema Todesstrafe und Organspende ist der Autorin meiner Meinung nach ganz gut gelungen, weswegen ich auch nicht komplett enttäuscht bin. Auch die wechselnden Erzählperspektiven, wodurch sich nach und nach das Gesamtbild ergibt, haben mir gut gefallen. Doch sich so schamlos bei einem anderen Werk zu bedienen, kann ich nicht gutheißen. Beim nächsten Mal lassen sie sich bitte wieder selber etwas einfallen, Frau Picoult!
Fazit:
Wer "The Green Mile" von Stephen King kennt, sollte sich das Buch hier lieber sparen. Alle anderen erwartet hier ein gewohnt solides Jodi Picoult Buch.
Daher gibt es "nur" 3/5 Punkten.
Wann beginnt ein Plagiat?
Inhalt:
June Nealons Leben ist gezeichnet von Schicksalsschlägen. Vor einigen Jahren wurden ihr Mann, der Polizist Kurt Nealon, und ihre Tochter Elizabeth getötet. Vor Gericht für die Tat verurteilt wurde der junge Aushilfsarbeiter Shay Bourne. Nun ist Junes zweite Tochter Claire schwer herzkrank. Sollte sie kein Spenderorgan erhalten, so muss sie sterben.
Shay Bourne wartet auf die Vollstreckung der Todesstrafe, als er von Claires Krankheit erfährt. Sein Herz könnte ihr Leben retten. Doch June steht vor einer schwierigen Entscheidung. Kann sie das Herz des Mörders ihrer älteren Tochter annehmen, um ihre jüngere Tochter zu retten?
Meine Meinung:
Was sich zunächst als interessante Auseinandersetzung mit dem Thema Todesstrafe und Organspende anhörte, stellte sich für mich im weiteren Verlauf immer mehr als Neuauflage von Stephen Kings "The Green Mile" heraus. Im Mittelpunkt steht ein Mann, der für ein schreckliches Verbrechen im Todestrakt landet. Doch Shay Bourne scheint nicht der stereotype Mörder zu sein, den der Leser erwartet. Vielmehr bilden sich immer mehr Parallelen zu Stephen Kings Hauptfigur John Coffey heraus. Wer dieses Buch von Stephen King (oder auch die Verfilmung mit Tom Hanks) kennt, der kann nicht umhin, die Ähnlichkeit zu erkennen. Jodi Picoult hat die Geschichte lediglich noch um einen weiteren Druck auf die Tränendrüsen erweitert, indem es hier auch noch um ein schwerkrankes Mädchen geht, das dringend auf ein Spenderorgan angewiesen ist. Dies ist dann wieder absolut typisch Picoult, wie man sie kennt. Die Auseinandersetzung mit dem schwierigen Thema Todesstrafe und Organspende ist der Autorin meiner Meinung nach ganz gut gelungen, weswegen ich auch nicht komplett enttäuscht bin. Auch die wechselnden Erzählperspektiven, wodurch sich nach und nach das Gesamtbild ergibt, haben mir gut gefallen. Doch sich so schamlos bei einem anderen Werk zu bedienen, kann ich nicht gutheißen. Beim nächsten Mal lassen sie sich bitte wieder selber etwas einfallen, Frau Picoult!
Fazit:
Wer "The Green Mile" von Stephen King kennt, sollte sich das Buch hier lieber sparen. Alle anderen erwartet hier ein gewohnt solides Jodi Picoult Buch.
23.03.2010 14:20:24

