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Christoph Süß: Ich denke, also bin ich verwirrt

 
Beitrag
erstellt am
Farin_Urlaub

Farin_Urlaub

(175 Beiträge)

Habe das Buch gestern abend ausgelesen und konnte es mir nicht verkneife, hier meine Meinung kund zu tun!


Philosophie auf heiter


Mit Richard David Prechts Megaseller Wer bin ich und wenn ja wie viele entstand ein Trend, der bis heute für viele Autoren anhält, nämlich dem Laien auf einfache Art die Kunst und Geschichte der Philosophie näherzubringen. Auch Christoph Süß, immerhin ein Studienabbrecher des Faches Philosophie, fühlte sich wahrscheinlich dazu berufen, den Leser mit seinem Werk Ich denke, also bin ich verwirrt im Kielwasser der pseudowissenschaftlichen Aufklärungsbücher, zu beglücken.
Was sich nun zunächst wie, beispielsweise durch Dr. Eckhart von Hirschhausen bekannt, überflüssiger Aufguss von den unzählig dagewesenen Comedy-Ratgebern anhört (immerhin ist Süß ja zumindest ein bayernweit bekannter Satiriker) entpuppt sich dann aber als durchaus angenehm lesbarer und verständlicher Einführungskurs in die Geistesgeschichte unseres Abendlandes. Süß spannt den Bogen von den alten Griechen über das mittelalterliche Christentum bis hin zur Neuzeit und darüber hinaus. Man folgt ihm bereitwillig, da er dem Leser durch seine humorvollen Einwürfe die manchmal schwer verdaulichen geistigen Theorien auflockert und durch die Kürze des Buches nicht allzu sehr ins Detail geht.
Ich kann für mich nun nach der Lektüre behaupten, das Platon-sche Höhlengleichnis und den Kant-schen Kategorischen Imperativ verstanden zu haben, da diese und viele weitere Theorien für den Laien gut verständlich erklärt wurden.
Nur ein gelegentlich etwas ernsterer Tonfall (bzw. sparsamer dosierte Witze) und ein Literaturverzeichnis für diejenigen, die durch das Buch Geschmack auf mehr bekommen haben, haben mir gefehlt.
Insgesamt aber sehr gut für alle geeignet, die sich gerne einmal mit einer populäre Einführung in die Geschichte der Philosophie beschäftigen möchten!

Ich bin auf eure Meinungen gespannt!
16.09.2009 14:03:42
Atalante

Atalante

(9655 Beiträge)


Ich kenne nur ein paar Seiten des Buches, fand diese allerdings nicht so berauschend. Mich stört ein bißchen dieses gezwungen lustig Lockere, das für mich spätestens dann vollkommen albern wird, wenn der Autor Yoga-Verrenkungen auf dem Titel vorführt oder Hollywoodfilm-Bildchen in seinem Oeuvre abbildet.

Ausserdem gefiel mir der Tonfall nicht. Herr Süß schreibt so wie er in Quer spricht. Meine Erwartung an einen Buchinhalt erfüllt dies nicht.

Als Moderator und Kabarettisten finde ich ihn jedoch ausgezeichnet.

16.09.2009 14:48:14
Farin_Urlaub

Farin_Urlaub

(175 Beiträge)

Also ich für meinen Teil kann da nur anmerken, dass mir da die Werke von Dr. Eckhart von Hirschhausen oder Dieter Nuhr nicht so sehr gefallen haben wie das Buch von Christoph Süß. Es stimmt schon, dass der humorige Tonfall manchmal arg penetrant erscheint, dennoch kann ich nur noch einmal sagen: Christoph Süß hat es geschafft, mir als Leser seine Anliegen, nämlich
die Theorien der großen Philosophen näherzubringen, gut vermittelt.
Für mich war dieses Buch eine gelungene Ergänzung zu den normalen Sachbüchern, auch wenn es den nötigen Ernst vermissen lässt.
Aber als eine Mischung aus Humor und seriösen Themen ist das Buch für meine Begriffe durchaus gelungen!
16.09.2009 16:02:56
Atalante

Atalante

(9655 Beiträge)


Ich habe das Buch ja auch gar nicht gelesen, es war lediglich mein erster Eindruck. Ich bin nicht mehr so jung und muss mir meine Restlesezeit gut einteilen. ;-)

In der Einschätzung der beiden anderen lustigen Autoren stimme ich Dir zu. Von Herrn N. habe ich sogar ein Buch gelesen, das fand ich ziemlich unoriginell. Jede Abi-Zeitung verbreitet intelligenteren Humor. Und der Glücksdoktor, na ja. Früher stand so etwas in Glossen, und da gehört es auch hin.
16.09.2009 18:06:24
maryrichards

maryrichards

(192 Beiträge)

Das Buch Ich denke, also bin ich verwirrt, Meine liebsten Welterklärungen von Christoph Süß ist das Erstlingswerk des Müncheners.

Erwarten kann der Leser von diesem Debüt einen satirischen Roman. Mein erster Eindruck war richtig positiv überraschend. Vom Klappentext habe ich etwas gewollte lustige aber auch konfuse und schwere Kost erwartet. Der komplette Roman an sich ist aber flüssig und amüsant zu Lesen.

Zudem bekommt man Denkanstöße und kann auf angenehme Weise etwa über Philosophie lernen (zum Beispiel kannte ich den Begriff Solipsismus noch gar nicht), da als Beispiele Situationen aus dem Alltag genommen werden. Für mich selbst war es ein kleiner Auffrischungscrashkurs in verschiedenen Disziplinen der Philosophie, der locker und anschaulich vermittelt wurde. Allerdings war die Lektüre auf der anderen Seite doch so anspruchsvoll, dass man konzentriert lesen muss, damit man wirklich den ganzen Inhalt erfasst. Ich war erstaunt, was mir alles wieder aus dem Schulunterricht einfiel beim lesen und es stellte sich das ein oder andere Aha-Erlebnis ein (Stimmt, da war ja was...).

Ein hübsches Extra ist, dass es in dem Buch Bilder gibt und es dadurch noch mehr aufgelockert wird, ebenso gibt es auch noch Einschübe zur Erklärung in dem Buch, die sehr hilfreich sind. Alles in allem ein lehrreiches und nettes Buch: mal etwas ganz anderes.
16.09.2009 19:40:46
tigercat666

tigercat666

(119327 Beiträge)

Ich habe es auch gelesen, meine Meinung zu Christoph Süß Werk.

Christoph Süß, nimmt uns mit auf eine Zeitreise und besucht mit uns diverse Philosophen, er führt ein Kopfgespräch mit Sokrates und erklärt uns Kant. In einem wahnsinnig schnellen Schreibstil führt er uns von Seite zu Seite, teilweise sehr amüsant, Streckenweise aber auch sehr ermüdend, weil es doch manchmal schwierig ist dem Tempo zu folgen



Philosophie für Jedermann ?

Wenn man sich die Zeit nimmt, auch mal eine Lesepause einzulegen und über den gerade gelesenen Text nachzudenken, sich auch die Zeit nimmt die eine oder andere Stelle nochmal zu lesen, dann sicher.

Wer aber hektisch die Seiten überfliegt um schnell zur Schlußpointe zu gelangen, wird maßlos enttäuscht und schnell gelangweilt sein, außerdem so viel sei verraten, die *Pointe* gibt es nicht, auf fast jeder Seite gibt es etwas zu entdecken und zu lachen.

Philosophie auf eine leichte und lockere Art und Weise an den Leser gebracht, der vielleicht durch dieses Buch angeregt wird sich mal genauer mit den großen Philosophen der Welt zu beschäftigen, und wenn man dann noch Fragen hat: Christoph Süß hat ja seine liebsten Welterklärungen zusammengefasst und wir können nachlesen.
17.09.2009 13:59:44
Lyra70

Lyra70

(3630 Beiträge)

Ich bin, also existiere ich!?!

Quer-Moderator Christoph Süß ist ein studierter Philosoph, ohne Abschluss. Aber vielleicht kann er gerade durch seine Distanz zum klassischen Wissenschaftsbetrieb, ein ebenso kluges wie witziges Buch über die Koryphäen der Geistesgeschichte schreiben.

Im Bayerischen Fernsehen moderiert er die wöchentliche Polit und Satiresendung Quer. und die Latenightn Show Süßstoff im Münchner Volkstheater.
Christoph Süss debütiert mit dem Buch Ich denke, also bin ich verwirrt Meine liebsten Welterklärungen.
Den Leser erwartet mit diesem Erstlingswerk ein satirischer Roman.

Die Welt dreht sich und uns ist schlecht. Wir leben in einer Zeit der Unverständlichkeit, in einem Universum, das zu groß ist. Was ist der Sinn des Lebens? Gibt es Glück? Und wie beantworten die großen Denker des Abendlandes diese existentiellen Fragen?

Ich bin, also existiere ich!?!
Christoph Süss schreibt mit sehr viel Wortwitz.
Flüssig, klar und deutlich. Ohne damit seinen Leser, der während des Lesens sicher immer verwirrter wird, zu erschlagen erklärt er und die Philosophie. Ganz anders als Gardner in Sofies Welt.
Das eigentlich trockene Thema ist mit einer Priese Ironie, Sarkasmus und Humor ein wahres Lesevergnügen.
Mir gefällt der Stil des Autors sehr.
Die Bebilderung im Buch halte ich für sehr gelungen.
Christoph Süss erläutert in angenehmer Pseudophilosophie, leicht lesbar für Leute die dieses Fach weder studiert, oder sich mit Philosophie befasst haben. Verständlich für jeden, aber vor allem für philosophisch wissbegierige Laien durchdacht.
Dennoch hat das Buch seine Längen und manchmal verliert sich der Autor in den Erklärungen.
05.10.2009 08:30:53
BineL

BineL

(18436 Beiträge)

Mit seinem ersten Buch über das Denken ist Herrn Christoph Süß ein gutes Sachbuch gelungen, das sich gut liest, weil er es versteht, dem ernsten Sachverhalt mit Humor zu versehen.

Herr Süß beschreibt eigentlich in seinem Buch die Geschichte der Philosophie, die mich eigentlich nur streckenweise gefesselt hat. Seine Sprache ist verständlich, wennn man aber auch hin und wieder so manche Sätze ein paar Mal lesen muss, um sie zu verstehen. Wahrscheinlich hat er sich teilweise doch der umständlichen Sprache der Philosophen und Soziologen bedient, was mich wiederum an mein Studium erinnerte.

Vom Inhalt her gleicht das Ganze doch dem Jugendbuch "Sofies Welt" von Jostein Gaarder und hin und wieder habe ich mich nach den einfachen Erklärungen von Herrn Gaarder gesehnt.

Fazit:

Herr Süß schafft, dass der Leser über alltägliche Dinge im Leben nachdenkt und nicht mehr alles so als gegeben hinnimmt. Aber im Großen und Ganzen finde ich, dass andere doch die Welt noch ein bisschen besser erklären können.

02.01.2010 08:46:07
Spatzi79

Spatzi79

(12833 Beiträge)

Ich hab es nicht gelesen, nur Männe geschenkt - und wir waren auf einer Lesung von Herrn Süß, war sehr amüsant, aber mein Ding ist dieser Schreibstil nicht so wirklich.
02.01.2010 10:16:53