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Das große Tier von Veit M. Etzold

 
Beitrag
erstellt am
maryrichards

maryrichards

(192 Beiträge)

Mit großer Ungeduld und Vorfreude habe ich auf das Buch Das große Tier von Veit M. Etzold gewartet und ich wurde nicht enttäuscht: es ist ein spannender Thriller, der wirklich gut recherchiert und vielseitig ist und in der in der Hauptstadt Berlin spielt. Dies ist auch der Wohnort des Autors und so waren auch die Ortsbeschreibungen gut, die man dann auch hier vor Ort wiedererkennt. Aber der Handlungsort ist nicht einfach nur auf Deutschland / Berlin beschränkt. Die Geschichte startet zwar im Hotel Adlon am Pariser Platz: aber schnell sind auch zum Beispiel New York und St. Moritz Schauplätze.

Das Ermittlerteam gefiel mir sehr gut! Die weibliche Hauptfigur in dem Buch ist die junge Hauptkommissarin Sarah Jakobs (anfang 30), die im Landeskriminalamt arbeitet. Mit ihr zusammen arbeiten an den in dem Buch relevanten Fällen der Kriminaldirektor Walter Winterfeld, der mit seinem zweiten Gesicht oft eine gute Intuition hat (was auch seine hohe Aufklärungsrate belegt) und seine rechte Hand Hermann. Ich finde so ein Team, wie man es hier kennenlernt, ist wie geschaffen für eine ganze Krimireihe!

Die Ermittelungen befassen sich mit rätselhaften Mordfällen, bei denen wichtige Manager umgebracht werden: wer profitiert davon? Die einzige Fährt, eine geheimnisvolle Botschaft, verfolgt Jakobs zusammen mit einem Kenner der Kunstgeschichte und beide stoßen auf eine uralte Vereinigung, die die Welt wie wir sie kennen ins Unglück stürzen will (und auch wird?). Eine spannende Geschichte um Morde und Verschwörungen.

In dem Buch gibt es sehr viele kurze Kapitel - das Buch ist zwar in drei große Teile (SOMNIA, RAPTUS und FUROR), aufgeteilt, aber insgesamt gibt es so doch 157 Kapitel auf gerade mal um die 480 Seiten. Diese Aufteilung gefiel mir beim lesen aber außerordentlich gut! Das ganze Buch ist dadurch enorm kurzweilig, so dass nie überhaupt so etwas wie langeweile aufkommen kann. Das einzige Problem dabei ist, dass es zu Anfang leicht unübersichtlich ist, da es doch erst recht viele neue Personen und unterschiedliche Handlungsstänge sind, die parallel vorgestellt werden. Daher würde ich auch raten, das Buch mögichst an einem Stück zu lesen und nicht über eine längere Zeitspannen oder parallel zu anderen Büchern. So habe ich auch erst einige Zeit gebraucht, um zu begreifen, dass Vincents ominöse Freundin / nicht feste Beziehung von der er bei seinen Freunden redet natürlich die Kommissarin Sarah Jakobs ist (ich habe anfangs da wohl irgendwie sehr auf dem Schlauch gestanden) Alle diese kurzen Kapitel passen aber gut zusammen, sind gut recherchiert und fügen sich nach und nach zu einem großen Gesamtbild zusammen.

Dies ist alles sehr spannend und wie es sich für ein Buch um Wirtschaftskriminalität gehört, geschrieben. Aber es ist auch amüsant zu lesen, wie zum Beispiel wenn die Geschichte auf Vincent und Tobi gelenkt wird (der Abschnitt zum Petersdom:in Köln oder wenn dort eine recht unmotivierte Kellnerin ins Spiel kommt und Bemerkungen dazu wie Wenn die sich noch langsamer bewegt läuft die Zeit irgendwann rückwärts).

Das gelesene macht Lust auf mehr und ich hoffe, dass derAutor noch weitere Bücher dieser Art herausbringt. Dieses Werk kann ich nur jedem empfehlen!
21.02.2010 11:22:03
Everett

Everett

(780 Beiträge)

Bin auch gerade dabei, das Buch zu lesen und es gefällt mir ebenfalls sehr gut. die kurzen Kapitel finde ich diesem Fall auch passend.
21.02.2010 19:30:39
Spatzi79

Spatzi79

(12833 Beiträge)

Ich fand es super, bin froh über vorablesen, sonst hätte ich mir dieses Buch sicher nicht angeschafft!
24.02.2010 09:04:34
tigercat666

tigercat666

(119327 Beiträge)

Ich lese es gerade,
geht es nur mir so oder ist das Papier unangenehm anzufassen?
26.02.2010 05:30:28
Spatzi79

Spatzi79

(12833 Beiträge)

Nö, mir ist da nichts aufgefallen!
26.02.2010 07:01:43
Farin_Urlaub

Farin_Urlaub

(175 Beiträge)

Mir ist bezüglich der Papierqualität auch nichts aufgefallen!

Aber hier meine Meinung zum Werk:

Der Thriller zur Finanzkrise

Berlin in der Neujahrsnacht: Stuart Hill, der reiche Chairman eines globalen Unternehmens kommt auf rätselhafte Weise ums Leben. Doch bei dieser einen Leiche bleibt es nicht: Später findet man eine an die Renaissancemaler erinnernde Skulptur mit weiteren Toten vor und die Toten scheint ein dunkles Geheimnis zu verbinden.

Mit der Aufklärung dieser mysteriösen Morde wird Sarah Jakobs vom BKA, Dezernat Wirtschaftsverbrechen betraut, die sich auch prompt an die Aufklärung derselben macht. Schnell wird klar, dass die Spur bis ins Bankerviertel nach London führt und sogar der Vatikan irgendwie in die Geschehnisse involviert ist. Als sich als Verbindung die Sekte der Kinder des Kronos herauszukristallisieren scheint, wird ihr von ihrem Exfreund Vincent Wagner, einem Kunststudenten, unter die Schulter gegriffen, da er es schafft, eine Spur zur Verschwörung der Kinder des Kronos zu finden. Schon bald finden sie sich im Kampf zwischen den Verschwörern und dem Vatikan, der die Pläne der Sekte durchkreuzen will.

Wer schon immer glaubte, dass die Börse und Weltmärkte von geheimen Mächten und grauen Eminenzen gesteuert werden, der dürfte mit diesem Thriller wohl die Bestätigung für seine These in den Händen halten. Veit M. Etzold lässt seine Protagonisten abenteuerliche Thesen über die Kirche, Kronos, Satan und über die globale Kontrolle der Menschen schmieden, doch verliert er im Vergleich zu anderen Verschwörungsthriller-Autoren nie die Plausibilität aus den Augen. Er schafft es, seinen dreigegliederten Plot gut zu strukturieren und in durchweg hohem Tempo zu erzählen, da er auf 496 Seiten ganze 156 Kapitel verschleißt. Ich war so manches Mal überrascht, dass dieses Buch das Werk eines absoluten Neulings in der Literaturszene ist, da seine Schreibe doch sehr routiniert wirkt. Außerdem lernt der geneigte Leser auch einiges über Banken, Spekulationen und über die Börse an sich und die Theorien des Autoren erscheinen im Zuge der allgegenwärtigen Finanzkrise dann doch nicht einmal so weltfremd.
Fazit: Ein Thriller der eigentlich alles hat: Action, Verschwörung, Liebe und Rätsel. Ein sehr gelungenes Debüt eines deutschen Autors, der es durchaus auch mit Dan Brown aufnehmen kann!
26.02.2010 12:04:30
Everett

Everett

(780 Beiträge)

Beim Papier ist mir auch nichts aufgefallen.
26.02.2010 21:43:32
Everett

Everett

(780 Beiträge)

Mein Eindruck vom Buch:

Thriller um die heutigen Machenschaften eines alten und geheimen Ordens.
Der Roman beginnt mit dem Mord an einem einflussreichen Konzernchefs in der Silvesternacht im Berliner Adlon Hotel. Gefolgt von weiteren Morden, deren Opfer man in seltsamen Installationen findet. Alle sind ranghohe Manager und bei den Leichen werden mysteriöse Botschaften hinterlassen.
Die Hauptkommissarin für Wirtschaftskriminalität, Sarah Jacobs, macht sich zusammen mit ihrem Bekannten Vincent, angehender Doktor der Kunstgeschichte macht sie sich auf die Suche nach den Tätern. Diese führt sie auch mit Vincents früheren Professor Stokes aus Oxford zusammen, der den Beiden sehr hilfreich zur Seite steht.
Das Buch beginnt gleich rasant und ist in relativ kurzen Kapiteln geschrieben, die die Handlung gut vorantreiben.
Wobei die Geschichte um einen alten Geheimorden, der die Welt beherrschen will und schon sehr viel in die Weltgeschichte eingegriffen hat, nicht neu ist. Dazu viel Informationen über die heutigen Finanzmärkte und wie dort mit unglaublich hohen Beträgen gehandelt wird.
Dazu recht gute Gespräche mit Professor Stokes, die nach und nach Aufklärung über die mysteriösen Hinweise bringen und einen Einblick in die Vereinigung des grossen Tieres bringen. Auch der Vatikan ist in diese Geschichte involviert. Scheinbar darf das nicht fehlen. Alles in allem sehr gut aufgebaut, miteinander verknüpft und guten Informationen aus den Bereichen der Wirtschaft und der Geschichte. Dazu in einem gut lesbaren Stil geschrieben. Einzig in der Mitte des Buches, die Gespräche mit Professor Stokes wurden mir manchmal etwas zu lang, im Gegensatz zum restlichen Teil des Buches. Das hat der Geschichte aber keinen großen Abbruch getan.
Bleibt zu hoffen, dass es von diesem Autoren noch mehr zu lesen gibt.
Besonders stark ist mir die Aussage:..und führe uns nicht in Versuchung... Immerhin richten die Menschen dieses Gebet an Gott, der somit in Versuchung führt? Ein gutes Gedankenspiel und an diesem Punkt einfach genial eingefügt.
26.02.2010 21:44:15
Gela2310

Gela2310

(14214 Beiträge)

Am Papier ist mir auch nichts aufgefallen und hier kommt meine Rezi:


Eine große Geschichte und tolle Story ! Die Leseprobe hat mir schon gut gefallen und das Buch im Ganzen konnte es toppen.

Die Geschichte wirkt auf mich sehr authentisch und glaubwürdig. Der Autor hat es geschafft mich auf 478 Seiten zu fesseln und anspruchsvoll zu unterhalten. Es hat mir Spaß gemacht hier mitzurätseln und mich mit dem Thema Wirtschaft, der Bibel, der Mythologie und Macht in dieser Kombination auseinanderzusetzen. Teilweise mußte ich einige Seiten bzgl. der Wirtschafts- und Aktiendinge zweimal lesen, um es richtig zu verstehen. Aber das hat dem Lesespaß keinen Abbruch getan. Im Gegenteil, ich hatte somit interessante Einblicke in den Aktienhandel.

Rasante Spannung hat Etzold mit der Kürze der Kapitel und den Ortswechseln geschaffen. Die Kapitel fügen sich wie Puzzleteile am Schluß zusammen und bis zur letztene Seite war mir nicht klar, ob es noch gut ausgehen könnte für Sarah, der Kommissarin für Wirtschaftskriminalität und dem Studenten Vincent, der hier beim Ermitteln in dem Fall hilft. Auch die zarten Anfänge einer großen Liebe zwischen den Beiden fand ich sehr gelungen und dezent dargestellt.

Hier habe ich alles, was ein gutes Buch braucht: Spannung, gruselige Morde, etwas zum Nachdenken und mitraten und eine kleine Liebesgeschichte am Rande. Ich werde das Buch wärmensten weiterempfehlen.
04.03.2010 12:09:52
tigercat666

tigercat666

(119327 Beiträge)

So ich hab es nun auch durch.

Die Kinder des Kronos, ein Geheimbund der seit Urzeiten existiert und schon genauso lange versucht die Weltherrschaft an sich zu reißen, steht kurz vor der Vollendung des Plans, einige Gegner werden auf grausame Art ermordet, Firmen mittels Insider Wissens und kriminellen Machenschaften übernommen. Doch dann übernimmt Hauptkommissarin Sarah Jakobs, die Ermittlungen zum Mordfall am Wirtschaftsboss Stuart Hill, mit unkonventionellen Methoden und unter der inoffiziellen Hinzuziehung ihres Freundes, einem Kunststudenten und der Hilfe eines Professors taucht sie immer tiefer in die Mythologie die hinter den Firmen steht.Mit jedem der kurzen Kapitel fügt sich ein Puzzelteilchen zum anderen und am Ende fügt sich alles schlüssig zueinander, der Roman ist sehr spannend und auch informativ geschrieben, Aktienhandel muss kein staubtrockenes und langweiliges Thema sein, wenn er mit Mord und Mythologie zusammen serviert wird.
08.03.2010 11:09:33
silkedb

silkedb

(17071 Beiträge)

Mein neuer Lieblingsautor wird das jedenfalls nicht. Ich vergebe 3/5 Punkten.

Starker Start mit schwacher Fortführung

Inhalt:
Berlin - London - New York
Dies sind die Hauptstationen dieses Thrillers, der sich rund um eine uralte Geheimgesellschaft und ihren verschwörerischen Plan dreht.
Im Mittelpunkt steht die junge Hauptkommissarin Sarah Jakobs, die beim LKA in Berlin arbeitet und zu den Ermittlungen in einem spektakulären Mordfall hinzugezogen wird. Als die Ermittlungen keine wirklichen Anhaltspunkte bieten, bittet Sarah ihren Freund Victor, einen Doktoranden für Kunstgeschichte, um Unterstützung. Dieser kann nicht nur mit kunsthistorischen Hintergründen dienen, sondern hat auch noch einen Bruder, der sich im Finanzwesen auskennt. Genau in diesem Milieu scheinen sich die Mordopfer und ihre Mörder zu bewegen. Doch wer steckt hinter den grausamen Morden und was ist das Motiv?

Meine Meinung:
So richtig überzeugen konnte mich "Das grosse Tier" von Veit M. Etzold leider nicht.
Anfangs von der Geschichte gefesselt, konnte mich der Autor leider zum Ende hin überhaupt nicht mehr überzeugen. Der Thriller hat einen starken Auftakt mit einem mysteriösen Mord, rätselhaften Personen deren Identität noch nicht aufgedeckt wird und einer sympathischen Ermittlerin in Form von Hauptkommissarin Sarah Jacobs. Auch die ersten Ausläufer in den Bereich der Mystik und großen Verschwörung fand ich noch interessant. Doch dann wurde es mir einfach zu wild. Plötzlich schien jede der zu Anfang mysteriösen Figuren mit den anderen Hauptfiguren in Verbindung zu stehen, so ziemlich jedes Thema das jemals eine Rolle in einem Verschwörungsthriller gespielt hat (Mystik, Kirche, Geschichte, Kunst, Finanzwesen, Medien) wurde involviert und ich als Leser fühlte mich total überfordert und schließlich gelangweilt.
Hier hat der Autor ganz entschieden zuviel gewollt! Da das Buch eigentlich so vielversprechend begann, finde ich es sehr schade, dass es anscheinend nicht möglich war, den Plot mit weniger Verschwörung und Globalisierung zu gestalten. Grundsätzlich haben mir jedoch der Schreibstil und die Figuren von Veit M. Etzold gefallen, so dass dieser Thriller nicht ganz bei mir unten durch fällt.

Fazit:
Die Konzentration auf das Wesentliche hätte diesem Thriller gut getan.
23.03.2010 14:23:18
mammutkeks

mammutkeks

(341 Beiträge)

Ich bin froh, dass es ein Wanderbuch war ... Meine Rezension:

Überfrachtet und wirr

Veit M. Etzold ist Kunsthistoriker und Medienwissenschaftler und hat dazu auch Anglistik und General Management studiert. Kein Wunder, dass er alle Aspekte mit in seinen Thriller einbauen wollte. Doch die Geschichte um die LKA-Beamtin Sarah Wagner, ihren in Kunstgeschichte promovierenden Freund Vincent Wagner, dessen als Top-Banker in London arbeitenden Bruder Marcus und den vielen vielen anderen Personen ist alles in allem überfrachtet.

Überfrachtet mit kunsthistorischen Anmerkungen, die irgendwann langweilig sind, überfrachtet mit biblischen Anspielungen, für die das gleiche gilt. Dazu kommt der Versuch, die weltweite Finanzwirtschaft, das WWW, die Finanzkrise, die bemannte Raumfahrt und vieles vieles mehr zu erklären - und in die weltumspannende Verschwörung einzubinden.

Nicht nur, dass es schwierig ist, immer nachzuvollziehen, von wem die Rede ist, da es eine große Menge an Protagonisten gibt, Etzold hat auch stilistisch nicht immer sauber gearbeitet. Da sind zum einen diverse Wiederholungen von Bildern (sei es die aus den abgeschnittenen Geschlechtsteilen entstehende Venus), die fast wortgleich innerhalb weniger Kapitel auftauchen. Da sind zum anderen die fehlenden Worte, wenn Etzold versucht, die sich entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Sarah und Vincent zu beschreiben. So, wie er es macht, möchte ich zumindest nicht lieben.

Alles in allem finde ich "Das große Tier" wenig gelungen. Sowohl thematisch als auch sprachlich gibt es zu viele Abstriche zu machen. Dabei darf man die Rechercheleistung, die Etzold erbracht hat, sicherlich nicht unterschätzen. Aber das allein macht einen interessanten und spannenden Roman nicht aus.
30.06.2010 16:37:36