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Der Tag, an dem Marilyn starb, Donna Milner

 
Beitrag
erstellt am
Everett

Everett

(780 Beiträge)

So was von gespannt habe ich das Erscheinen dieses Buches erwartet und hoffe, wie auch bei River, dass es viele Liebhaber finden wird.

Der Roman beginnt am 5. August 1962. An diesem Tag stirb Lucy Coulter, zufällig am selben Tag, an dem auch Marilyn Monroe starb. Und das ist die einzige Verbindung vom deutschen Titel zum Inhalt des Buches. Da stellt der Originaltitel die Geschichte viel besser dar.
Aus der Sicht von Ethie, der Tochter von Lucy, wird beginnend mit dem Tod der Mutter die Geschichte der Familie Coulter erzählt.
Von den Erlebnissen von Ethies Vater Howard während des zweiten Weltkrieges erfährt der Leser zwischendurch in Rückblicken. Er meldete sich freiwillig Anfang der vierziger Jahre und wurde von Kanada aus in Hongkong stationiert, wo er in japanische Kriegsgefangenschaft geriet.
Howards Kriegserlebnisse überschatten das Familienleben, auch gerade weil er nicht darüber spricht. Durch den Tod seiner Frau wird es eher noch schlimmer. Erst einschneidende, ungewollte Veränderungen und das Auftauchen eines asiatischen Mädchens bringen Howard dazu über seiner Vergangenheit zu reden und zu seiner Familie zu finden.

Nachdem mir der Roman River von Donna Milner schon sehr gefallen hat, habe ich diesen mit Spannung erwartet und wurde nicht enttäuscht.
In einem sehr angenehmen Stil schreibt die Autorin über die ganz normalen Leute, ihre Ver-gangenheit, das Leben und die Umstände Anfang der sechziger Jahre in Nordamerika. Das Grauen des Krieges, der Gefangenschaft stellt sie mit ganzer eindringlicher Kraft dar, ohne zu dramatisieren. Die Orientierungslosigkeit von Howard nach Lucys Tod, ebenso wie das Ge-fühlschaos von Ethie. Gerade dieser Erzählstil, der nichts künstlich hochputscht ließ mich nicht mehr los und macht den ganzen Roman o eindrucksvoll. Das Ende musste nach allem einfach so sein wie geschildert, mit positivem Ausgang. Wichtig war, wie die ganze Familie mit dem Erfahren der Wahrheit und Vertrauen auf die Liebe wieder zusammen findet.

Das Coverbild finde ich gut, das könnte Luca zu ihrer Zeit sein. Einzig den deutschen Titel finde ich etwas unglücklich. Ich warte jetzt schon auf einen weiteren Roman der Autorin!
09.03.2010 20:08:48
Benno1807

Benno1807

(3984 Beiträge)

Mir hat das Buch gefallen - im Gegensatz zu Dir ist mir das Ende allerdings mit zuviel "Zuckerguss" versehen...
10.03.2010 07:58:25
bookkiller

bookkiller

(7015 Beiträge)

Hier meine Rezension für den März-Thread, was gelesen wurde:




Der Tag, an dem Marilyn Monroe starb, war auch der Tag, an dem Lucy starb. Die schöne und lebenslustige Mutter von Frankie, Ethel und Christopher, genannt Kipper, dem liebenswerten Jungen mit Down-Syndrom. Und die geliebte Frau von Howard, der seit der Rückkehr aus dem japanisch-amerikanischen Krieg nicht mehr Derselbe ist. Und alle können sich ein Leben ohne Lucy überhaupt nicht vorstellen. Dazu kommt, dass ihr Tod allen etwas merkwürdig anmutet. Wieso war sie mit ihrer Freundin auf deren Yacht? Und angeblich war sie betrunken. Sie, die nie einen Tropfen Alkohol getrunken hat.

In behutsamer, sehr einfühlsamer Schreibweise erzählt die Autorin, wie die Familie mit diesem Schicksalsschlag fertig wird. Dazu kommen Rückblicke auf die schrecklichen Kriegserlebnisse von Howard. Und so nach und nach fügt sich alles zusammen. Die Gründe des seltsamen Todes von Lucy werden zwar nicht wirklich aufgeklärt, das spielt jedoch für einen versöhnlichen Abschluss der traurigen Geschichte keine Rolle. Nun ja, einige werden anmerken, dass es eine softe Schmonzette ist. Ich fand das nicht und war zutiefst berührt von dieser wunderbaren Familiengeschichte. Zum zweiten Mal hat mich diese Autorin begeistert.
10.03.2010 22:48:36
BineL

BineL

(18436 Beiträge)

Am Tag, an dem Marylin starb, stirbt auch Ethies Mutter Lucy Kohlenmonoxidvergiftung auf dem Boot ihrer Freundin. Warum musste Lucy sterben? Warum war sie auf dem Boot?
Lucys Ehemann Howard macht sich jetzt Vorwürfe, da er seiner Frau nie erzählt hat, was wirklich damals im Krieg passiert war, als er in Hongkong stationiert war. So erfährt auch die Leserschaft, was so unsagbar Schreckliches in China passiert ist. Ein Geheimnis, das Howard viele Jahre alleine auf seinen Schultern getragen hat.
Auf der anderen Seite beschreibt Donna Milner sehr schön, wie die einzelnen Familienmitglieder mit dem Tod der Mutter umgehen und welche Konsequenzen der Verlust für alle hat. Besonders der behinderte Kipper muss sehr unter der Situation leden.

Der Familienroman hat mich sehr bewegt und im Herzen berührt. Ein wirklich schönes Buch über Liebe, Schmerz, Hass und Wiedergutmachung, auch wenn der Schluss doch sehr hollywoodlike ist. Donna Milner schreibt sehr emotional und lässt auch bei den Kriegsberichten keine unschönen Details aus. Ihr ist es gelungen, dass ich ganz und gar in der Geschichte war und kaum das Buch aus den Händen legen konnte.

Frau Milner, bitte mehr von Ihren schönen, wunderbaren Romanen!

11.03.2010 08:57:34
sonntagswanderer

sonntagswanderer

(5505 Beiträge)

Lucy Coulter stirbt zusammen mit einer Freundin auf deren Segelboot an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Ihr Tod wirft viele Fragen auf: Warum war Lucy betrunken, obwohl sie Alkohol sonst kaum anrührte? Was wird mit ihrem Sohn Kipper, der am Down-Syndrom leidet? Warum hat sie all die alten Zeitungsausschnitte mit den Kriegsberichten aufbewahrt? Wer rettet ihren Mann Howard jetzt aus seinen Alpträumen und hilft ihm, mit seinen Kriegserinnerungen zu leben? Werden es Howard und sein ältester Sohn Frankie schaffen, die Familie zusammenzuhalten? Welche Bedeutung hat der mysteriöse Brief, den Lucy an ihrem Todestag einer anderen Freundin hinterlässt?

Eigentlich mag ich keine Familienromane mit ergreifenden Schicksalen, in denen dauernd schwerwiegende Probleme gewälzt werden. Ich war deshalb sehr skeptisch, als ich Donna Milners Buch zum ersten Mal zur Hand nahm. Die Geschichte entwickelte aber einen derartigen Sog, dass ich es in einer einzigen Nacht verschlungen habe .

Die Personen sind alle so lebensecht, dass man sich zum Beispiel wünscht, Lucy gekannt zu haben oder der herrischen Tante Mildred mal so richtig die Meinung sagen zu können. Milners Stil liest sich flüssig, und auch bei der Beschreibung großer Gefühle fand ich das Buch nie kitschig.

Insgesamt ein sehr warmherziges Buch mit Tiefgang, das mich sicher noch lange begleiten wird.

Unbedingt empfehlenswert!
12.03.2010 08:27:41
Carry1980

Carry1980

(1355 Beiträge)

Mir hat dieses, sehr einfühlsam geschriebenes Buch, gut gefallen! Es beginnt mit dem Geheimnis von Ethis Mutter, die plötzllich unter einem großen Geheimnis verstirbt. Sie wird mit ihrer besten Freundin auf einem Boot tot vorgefunden und das Leben ändert sich schlagartig.

Sie hinterläßt ihre Kinder Frankie (ihren Ältesten), Kipper (ihr behindertes Kind) und die kleine Ethie. Der Vater, der einen schlimmen Krieg miterlebt hat, verpackt dies alles nicht und wird wieder Alkoholiker. Um die Familie rankt ein Geheimnis, dass Kipper und Ethie langsam lösen.

Sehr schlimm fand ich die Kriegserlebnisse des Vaters, der in Hongkong jahrelang in Gefangenschaft war. Dies war wirklich hart beschrieben. Allerdings mag ich auch diese Geschichten aus dieser Zeit.

Mir hat dieser große Familienroman wirklich gefallen, zumal er ja doch irgendwie "ein Happy-End" hat.

Lieben Gruß

Karina
23.05.2010 14:50:36
Mausi75

Mausi75

(8624 Beiträge)

Eure Meinungen machen mir Mut, dranzubleiben ;o)
Ich bin jetzt etwas über 100 Seiten weit und ertappe mich immer wieder, ein paar Seiten zu überblättern. Bisher hat mich das Buch noch gar nicht gepackt, obwohl ich "River" so toll fand.
Ich werde es heute noch einmal versuchen und wenn nicht....lasse ich es sein.

(Das Buch ist schon vertauscht, sollte jetzt jemand seine Chance wittern *ggg*)
24.06.2010 10:55:11
NiliBine70

NiliBine70

(12305 Beiträge)

Vielleicht hält Dich meine Rezi ja ab, das wirklich wunderschöne Buch abzubrechen ;-)

Marilyn Monroes Todestag wird auch zum Todestag von Lucy. Und damit beginnt eine Geschichte über eine Familie.

Lucy wird tot mit ihrer Freundin auf deren Boot gefunden und für ihre drei Kinder und ihren Mann bricht scheinbar alles zusammen.

Der Vater, Howard, war im zweiten Weltkrieg in Hongkong und hat seine dortigen Erlebnisse nie verwunden, hat sich ihnen aber auch nie wirklich gestellt, bzw. nie darüber gesprochen und hat sich all die Jahre in sich selbst zurückgezogen, sich mit Alkohol betäubt.

Seine Frau, Lucy, hat für die Kinder ein Familienleben inszeniert, damit diese nicht so sehr leiden mussten, dass der Vater nicht wirklich anwesend war.

Mit dem Tod der Mutter beginnen die Tochter und der Vater damit, ihre Erinnerungen sich aufeinander zubewegen zu lassen, bis sie sich finden, als "Kipper", der mit dem Downsyndrom geborene Bruder, aus einer Einrichtung entweicht und nachdem ein alles beherrschendes Missverständnis aufgedeckt wird.

Ein wunderschönes Buch, toll geschrieben, was mich sehr bewegt hat und der Schluss hat mir feuchte Augen beschert.

Und man kann sagen, dass der alte, zu Recht abgedroschen klingende Spruch "Reden ist Silber, schweigen ist Gold" in vielen Fällen keine Gültigkeit hat oder haben sollte!
24.06.2010 15:12:41
Mausi75

Mausi75

(8624 Beiträge)

Ich habe aufgegeben, mir hat das Buch einfach nicht gefallen :o(

Aber vielleicht ist ja jemand so nett und verrät mir per PN, was denn da nun in China passiert ist...?!
25.06.2010 09:18:21
Spatzi79

Spatzi79

(12833 Beiträge)

Vom ersten Roman - River - der Autorin war ich einfach nur begeistert. Von daher war für mich fast klar, dass ich nicht mit zu großen Erwartungen an den Nachfolger herangehen sollte. Und richtig, wenn ich es mit River verglichen hätte, wäre ich enttäuscht gewesen. Aber für sich betrachtet, ist auch "Der Tag an dem Marilyn starb" ein wunderschönes Buch.

Ethel ist 11, als ihre Mutter unter merkwürdigen Umständen tot aufgefunden wird (am selben Tag, an dem man Marilyn Monroe tot auffand - daher der Titel). Warum war sie mit ihrer Freundin auf deren Boot? Wie ist es zu dem Tod der beiden Frauen gekommen? Die ganze Familie steht unter Schock. Der Vater Howard war bedingt durch düstere Erinnerungen an den 2. Weltkrieg schon immer manchmal etwas seltsam, Bruder Kipper ist ein ganz reizender Junge, aber hat das Down-Syndrom und der ältere Bruder Frankie bemüht sich zwar, kann die Situation alleine aber auch nicht meistern. Die Familie droht auseinanderzubrechen. Und was hat es mit dem chinesischen Mädchen auf sich, das plötzlich immer wieder am Spielplatz in der Nähe auftaucht?

In Rückblenden erzählt Donna Milner einfühlsam von Howards Kriegserlebnissen - er hatte sich als kanadischer Freiwilliger gemeldet und war nach Hongkong geschickt worden. Und so nach und nach wird aufgeklärt, was damals passiert ist und wie diese tragischen Ereignisse ihren Schatten auf die Gegenwart der Familie werfen konnten.

Die beiden Handlungsstränge werden geschickt miteinander verknüpft und ergeben am Ende eine nachvollziehbare Geschichte, die aber dennoch ein paar logische Schwächen hat, aber das verzeiht man bei dem schönen Schreibstil dann doch gerne.
27.07.2010 15:08:02