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Plötzlich Shakespeare - David Safier

 
Beitrag
erstellt am
Josie0412

Josie0412

(18123 Beiträge)

Hallo,

kennt ihr das Buch? Ich hab es heute ausgelesen und mich mal wieder köstlich amüsiert. *gg*



Was ist die wahre Liebe?

Rosa, die sich selbst als das Frauenklischee schlechthin bezeichnet, hat Liebeskummer und badet in Selbstmitleid. Ihre große Liebe, Jan, heiratet seine große Liebe, Olivia.
Rosa versucht sich von ihrem besten Freund Holgi zu trösten, was nicht recht gelingen will.
Bei einem Zirkusbesuch sieht sie einen Magier, der eine Rückführung macht, nach der der Proband glückselig zu sein scheint. Da Rosa diesen Zustand auch endlich wieder erreichen möchte, geht sie nach der Vorstellung zu dem Magier und bittet um eine Rückführung. Sie bekommt diese, allerdings unter der Auflage, dass sie erst zurückkommen kann, wenn sie weiß, was die wahre Liebe ist.
Und damit nimmt die Geschichte ihren Lauf...

Rosa erwacht in dem Körper von William Shakespeare und erlebt mit diesem reichlich Abenteuer und ist, genau wie anscheinend er, auf der Suche nach dem wahren Glück.

Fazit: Das Buch ist wieder mal ein echter Safier. Ich kenne alle seine Bücher und man möchte meinen, dass eine Steigerung eigentlich nicht mehr möglich ist. Ich habe das Buch in der Bahn gelesen und musste einige Male an mich halten um nicht laut loszulachen.
Es ist sehr gut, flüssig und mehr als unterhaltsam geschrieben. Man mag es nicht mehr aus der Hand legen und nach jedem Kapitel fragt man sich, was jetzt wohl noch passieren könnte.
Die heutige Sprache Rosas im Mittelalter und auch Shakespeares Sprache in unserer heutigen Zeit sind genial zu lesen und man kommt aus dem grinsen nicht mehr raus.
Ich warte jetzt schon wieder sehnsüchtig auf das nächste Buch dieses brillanten Schreibers.
18.03.2010 20:10:18
Farin_Urlaub

Farin_Urlaub

(175 Beiträge)

Ich hab es auch durchgelesen, mich aber nicht so ganz amüsiert, was vielleicht auch daran liegen mag, das ich ein Mann bin um ich nicht so richtig war mit dem Buch wurde:

Zwei Herzen schlagen -Ach!- in meiner Brust

David Safier hat sich schon bei seinen Vorgängerbücher großen Persönlichkeiten wie Buddha oder Jesus gewidmet. In seinem neusten humorvollen Roman hat er sich deshalb keinen geringeren als den englischen Dichterfürsten William Shakespeare als Charakter ausgewählt, der im 16. Jahrhundert in eine abenteuerliche Geschichte geworfen wird.
Die Grundschullehrerin Rosa war einst mit ihrem Traummann, dem erfolgreichen Zahnarzt Jan liiert, betrog diesen aber im Bowlerausch mit einem Kollegen, weswegen sich Jan von ihr trennte und sich Olivia als neue Partnerin erwählte, die er nun heiraten will. Die Nachricht vom Glück ihres Ex zerstört Rosa am Boden und so kommt ihr das Angebot eines Hypnotiseurs während einer Zirkusvorstellung gerade recht, sie bei einer Rückführung in einen Körper, der sie früher war, zu versetzen. Man muss nur den Titel des neuen Safierschen Streichs betrachten und weiß, dass dieses frühere Ich niemand anders als der Barde William Shakespeare war, weswegen sich dieser nun mit zwei Seelen in einem Körper herumschlagen muss. Damit dieses Dilemma wieder beendet werden kann, muss Rosa allerdings das Wesen der wahren Liebe herausfinden, um so in die Gegenwart zurückkehren zu können.
Was sich auf dem Klappentext dieses im klassischen Safier-Design daherkommenden Büchleins ankündigt, scheint ganz lustig zu werden, doch leider war dem mitnichten so!
Leider kann der Roman in meinen Augen seine Bewährungsprobe nicht bestehen. Die Grundkonstruktion wirkt hanebüchen und wie aus einem schlechten Schüleraufsatz (Hypnotiseur beschwört Frau, die in fremden Körper und zu anderer Zeit erwacht) und der Roman kann weder als historischer Roman gelesen werden, noch als Abenteuergeschichte oder Komödie, denn auf ungefähr 300 Seiten schafft es der Autor nicht, das Humorpotenzial seiner Geschichte zu entfalten. Auch bei der Schilderung des historischen Londons hätte ich etwas mehr liebe zum Detail erwartet, auch wenn der Autor sein Werk im Vorwort in historischer Hinsicht beeindruckend unfundiert nennt. Diese Körperverwechslungsgeschichte hätte durchaus etwas mehr Spritzigkeit vertragen!
Auch vom klischeehaften Frauenbild des Drehbuchautoren war ich nicht angetan, denn seine Heldin Rosa beweist sich als genau das, was der Name verspricht, nämlich als denkbar romantisch, tollpatschig und unselbstständig. Seine Protagonistin, die sich selbst als voll das Klischee bezeichnet, konnte mich nicht überzeugen und ihr Handeln entlockte mir oftmals nur Kopfschütteln und identifizieren konnte ich mich mit ihr zu keiner Zeit. Ich möchte zwar nicht leugnen, dass mich der Roman ab und zu schmunzeln ließ, doch insgesamt blieb das Werk von David Safier deutlich hinter meinen Erwartungen zurück!
18.03.2010 20:49:33
Patwelli

Patwelli

(6710 Beiträge)

Mir hat es gefallen *g*

Eines vorneweg - das Buch ist wirklich witzig. Nach "Mieses Karma" das uns die Welt aus einer neuen Perspektive schildert, aber nicht wirklich überzeugen konnte und "Jesus liebt mich", was schon wesentlich interessanter war aber zum Schluß leider in einem ziemlichen Klamauk ausartete beweist uns David Safier mit seinem neuesten Werk, dass er es wirklich kann - witzig sein. Subtil beschreibt er die Empfindungen der beiden Protagonisten, als sie feststellen müssen, wie sie auf einmal zusammen in einem Körper hausen. Dabei schießt er nicht unter die Gürtellinie, nie wird er obszön oder vulgär dabei. Eher im Gegenteil, die Besonderheiten des fremden Körpers sind tabu - und das ist auch gut so, dadurch gewinnt das Buch an Charme.

Nachdem Rosa von ihrer großen Liebe Jan verlassen wurde, lernt sie zufällig einen Hypnotiseur kennen, der sie in ein früheres Leben zurück versetzt. Shakespeare glaubt zuerst, sein Körper sei von einem bösen Geist besessen, ausgerechnet als er sich gerade duelliert. Es dauert ein bisschen, bis sich beide arrangiert haben, aber dann machen sie sich zusammen auf, um nach einer Lösung ihres Problems zu suchen. Natürlich gibt es dabei auch einige haarsträubende Abenteuer und Rosa trifft durch ihre etwas schnodderige Art so manches Fettnäpfchen, aber das Buch lebt eindeutig von den Dialogen der beiden. Beide erzählen in Ich-Form, wobei Shakespeares Aussagen kursiv gedruckt sind - an diesen Stil hat man sich recht schnell gewöhnt und er bringt ihre Kabbeleien bestens zum Ausdruck.

Als William Rosa überlistet und sie in ihren Körper zurückschickt, ohne dass sie die wahre Liebe gefunden hat, vermissen sich beide wider Erwarten doch sehr. Sie haben angefangen, ihre Dispute zu genießen, alleine die Tatsache, dass ständig jemand zum Reden anwesend ist. Diesmal landet William in Rosas Körper in der Gegenwart, natürlich als sie gerade auf High Heels zu der Hochzeit ihrer eigentlichen großen Liebe gehen will. Hatte Rosa ja noch rudimentäre Kenntnisse des elisabethanischen Englands, so ist für William alles neu und unbekannt, wie ein Kind kann er über Sachen staunen, die für uns mittlerweile selbstverständlich sind.

Wie ein Feuerwerk, so feuert Safier ein Klischee nach dem anderen ab. Sei es die Jungfrau, die von William defloriert werden möchte, als Rosa in seinem Körper steckt, oder die verlassene Freundin, die auf der Hochzeit ihres Exfreundes die berühmten letzten Worte sagen will, anstatt für immer zu schweigen. Er macht es aber so gut, dass man ihm die Klischees vergibt und sich sogar schon auf das Nächste freut. Selbst als Rosa die Romanidee von der Karrierefrau, die zur Ameise wird, entwickelt, freut man sich, wie sich der Autor sogar selber auf die Schippe nehmen kann. Auch das Ende ist hervorragend gelöst, wer weiß, ob es nicht wirklich so passiert sein kann. Historisch korrekt will die Geschichte gar nicht sein, die dichterische Freiheit passt wunderbar, man kann sich wirklich vorstellen, dass Queen Elizabeth "not amused" ist, wenn sie auf dem Donnerbalken überrascht wird. Überhaupt sind die historischen Personen überaus gut gezeichnet, einen gewissen Humor besitzen sie allemal.

Fazit

Ob Rosa wohl die wahre Liebe finden wird? Die Suche danach ist auf jeden Fall lesenswert und zaubert ein Dauerschmunzeln auf die Lesergesichter. Wenn schon nicht die wahre Liebe, so findet sie allerdings bekannte Seelen wieder, ihre Bekannten aus der Gegenwart stecken in anderen Körpern in der Vergangenheit. Ein Beweis, dass Seelen wirklich unsterblich sind? Situationskomik und Slapstick beherrschen die Geschichte, historische Personen und Fakten werden einbezogen, aber auch die künstlerische Freiheit voll ausgekostet. Ein Buch, welches zum Lachen animiert, aber auch zum Nachdenken anregt, eine wirklich gelungene Mischung aus Ernsthaftigkeit und guter Laune. Bei der Lektüre kann man die Welt um sich herum vergessen - was will ein Buch wohl mehr erreichen?
22.03.2010 20:51:26
Sasssi1

Sasssi1

(3721 Beiträge)

Ich habe es auch gerade gelesen. :-)

Rosa ist unsterblich verliebt. Nur leider beruht diese Liebe nicht auf Gegenseitigkeit. Denn ihre große Liebe ist ihr Ex-Freund Jan. Und dieser ist mittlerweile im Begriff, die wunderschöne, intelligente Olivia zu heiraten. Rosa nimmt all ihren Mut (und ihren Ramazotti) zusammen und will Jan in seiner Zahnarztpraxis ihre immer noch anhaltende Liebe zu ihm gestehen - und landet dabei unter Olivias Bohrer, die auch als Zahnärztin in Jans Praxis arbeitet. Zu allem Übel blitzt sie bei Jan auch noch ab.

Rosa fühlt sich wie ein laufendes Klischee - zu dick und ungebildet, um mit Jan und seinen Jet-Set-Freunden mithalten zu können, will ihn aber trotzdem nicht aufgeben. Obwohl sie die Trennung auslöste, als Jan sie beim Knutschen mit einem Lehrer-Kollegen erwischte. Auch ihr bester Freund, der schwule Holgi, kann ihr in dieser Misere nicht wirklich helfen.

Nach einem Zirkusbesuch landet Rosa beim Zauberer Prospero, der sie auf eine Reise in ein früheres Leben schickt, um herauszufinden, was die wahre Liebe ist. Zu dumm nur, dass sie als Mann ist diesem früheren Leben aufwacht, und zwar nicht als irgendein Mann, sondern als William Shakespeare, mit dem sie sich fortan einen Körper teilen muss auf der Suche nach der wahren Liebe.

Wir begleiten Rosa und William auf ihren Abenteuern in der Vergangenheit sowie auch in der Gegenwart, sind dabei wie sie sich kennenlernen und allmählich auch anfangen sich zu mögen, wie sie um ihr Leben und ihren Körper kämpfen.

Safiers Roman ist durchweg leichte Unterhaltung, entspannende Literatur, die einem oft ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert. Tiefsinniges ist hier nicht zu finden, aber durchaus "good Vibrations" und Humor.
24.03.2010 20:51:57
BineL

BineL

(18436 Beiträge)

Rosa findet gerade ihr Leben nicht gerade prickelnd. Ihre große Liebe wird demnächst eine andere heiraten, und auch ihre Arbeit als Lehrerin an einer Grundschule liegt ihr nicht wirklich. In der Stimmung gerät sie an den Zirkus-Hypnotiseur, der sie auf eine Zeitreise schickt, von der sie erst zurückkehren darf, wenn sie herausgefunden hat, was die wahre Liebe ist. So gerät sie in den Körper von keinem Geringeren als William Shakespeare just in dem Moment als dieser von einem Schwert attackiert wird.

Rosa muss als Shakespeare einige Hürden bestehen und bringt sich (eigentlich eher den berühmten Stückeschreiber) immer wieder in prekäre Situationen. Rosa und William müssen sich zusammen raufen, was nicht immer einfach ist.

Im Grunde eine wirklich witzige Geschichte, auch wenn an manchen Stellen der Humor etwas aufgesetzt wirkt. Man könnte fast meinen, Herr Safier hat den Film "Solo für 2" gesehen und die Story etwas abgekupfert. Ich könnte mir auch vorstellen aus diesem Stoff einen wunderbaren deutschen Film zu drehen. Als Abendunterhaltung sicherlich sehr lustig.

Ansonsten war mir der Roman ein bisschen zu oberflächlich, aber nett zu lesen.

23.05.2010 08:39:59
kathie

kathie

(9550 Beiträge)


ich sehe es genauso, ist echt nett zu lesen, als Entspannung zwischen Jane Austen und Virginia Woolf...


aber ein Behaltbuch ist es definitv nicht
03.06.2010 07:16:06