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Tanja Pleva: Gottesopfer

 
Beitrag
erstellt am
BineL

BineL

(18436 Beiträge)

In Tanja Plevas "Gottesopfer" geht es um einige weibliche Leichen, die regelrecht hingerichtet wurden. Nun liegt es an Sam O´Connor, der Tatortprofiler, denjenigen zu finden, der zu solchen Taten fähig ist. Schnell findet er heraus, dass hier ein Mensch Hexenprozesse aus dem Mittelalter durchgeführt hat. Ihm ist auch klar, dass es sich hierbei um einen Serientäter handelt. Es gilt nun den Mörder dingfest zu machen, bevor er wieder zuschlagen kann.

An sich ist dieser Thriller sehr rasant und spannend geschrieben, allerdings halte ich dann doch so manche Passagen nicht für ganz glaubwürdig und etwas an den Haaren herbeigezogen. Mit Hilfe von Rückführungen werden wichtige Namen preisgegeben. Durch Schutzengel, die sich nur schriftlich mitteilen können, gibt es in brisanten Situationen Hilfestellungen. Hätte Tanja Pleva ein bisschen weniger auf den Hokuspokus zurückgegriffen, wäre ihr wirklich ein geniales Erstlingswerk geglückt.

Auch um die Weltgewandtheit des Sam O´Connors zu betonen, muss man ihn nicht ständig durch Europa jetten lassen, um z. B. nur in den Niederlanden eine Akte zu holen. Dies sind dann doch etwas altmodische Methoden. Mittlerweile gibt es eine gut funktionierende Post oder ein schnelles Internet, um Daten hin- und herzuschicken. Das scheint mir doch verlorene Zeit zu sein, wenn man einen Serientäter sucht.

Aber dennoch: Weiter so, Frau Pleva! Trotz dieser kleinen Mängel ist Ihnen ein spannender Krimi gelungen
15.05.2010 09:47:40
Nordmaedchen

Nordmaedchen

(2403 Beiträge)

Am Anfang war ich von dem Buch richtig gefesselt, denn der Beginn ist spannend und man will unbedingt wissen, wie es weitergeht in Tanja Plevas Debütroman "Gottesopfer". Zumal ich diese Art von Roman sehr mag, freute ich mich daher umso mehr, als ich es endlich lesen konnte. Leider verfolg die anfängliche Begeisterung sehr schnell.

Tanja Pleva schafft es nämlich leider nicht, die Spannung aufrecht zu erhalten. Nach dem tollen Beginn dümpelt die Geschichte bis kurz vor Schluss eher so vor sich hin. Vielleicht liegt es daran, dass trotz aller Bemühung kein rechtes Interesse bei mir an dem Ermittler Sam o'Connor aufkommen wollte. Aber nicht nur er, auch die anderen Charaktere wirken irgendwie blass. Es wird zwar versucht, ihnen Tiefe zu gehen, aber das scheitert dann an Beschreibungen, die austauschbar und langweilig sind. Den Höhepunkt bildet hier Lina. Immer wieder werden Passagen mit ihr eingestreut und der geneigte Leser fragt sich die ganze Zeit, warum ihn die Autorin mit solchen Banalitäten langweilt. Am Ende löst sich das zwar auf, aber bis es erst soweit ist. Puh, da muss man irgendwie durch. (Und die Sache mit Linas Vaters, also das war dann auch mir eine Spur zu abgedroschen!)

Gestört haben mich gar nicht mal die vielen Zufälle in diesem Buch. Was ärgerlich war, ist, dass das Buch unheimlich vorhersehbar und durchschaubar ist. Schon seit mindestens der Hälfte war eigentlich klar, worauf es hinauslaufen wird. Schade. Für mich einfach nicht gut genug durchdacht das ganze. Denn die Thematik bzw. die Idee des Buches war nicht schlecht. Nur leider irgendwie langweilig ausgearbeitet. Vielleicht sind 332 Seiten auch schlicht zu wenig für gute Charaktere und eine gute Geschichte.

Letztlich konnte das Buch dann die letzten 70-80 Seiten noch retten. Auch wenn alles offensichtlich für mich war, es war dann doch irgendwie spannend. Obwohl es dann plötzlich husch, husch gehen musste.

Fazit: Gute Idee, leider mangelhafte Ausführung. Ich bin trotzdem gespannt, ob Tanja Pleva bei ihrem 2. Fall für Sam o'Connor dazu gelernt hat und das Buch dann besser zu unterhalten weiß. Flüssig zu lesen war es nämlich, nur an der Spannung haperte es massiv.
03.06.2010 11:51:42
Spatzi79

Spatzi79

(12833 Beiträge)

Die Leseprobe fand ich eigentlich ganz spannend - aber leider hat das Buch nicht gehalten, was der Prolog versprochen hat.

Die Charaktere waren alle etwas blass und die Story unglaubwürdig, viel zu viele absurde Zufälle und unbedeutende sinnlose Nebenhandlungen.

Warum bei einem deutschen Krimi unbedingt die meisten Personen ausländische Namen brauchen, hat sich mir auch nicht wirklich erschlossen, vielleicht soll das Buch so in der Übersetzung ins englische besser rüberkommen? Für die deutsche Version allerdings kein Gewinn.

Sam O'Connor ermittelt also im Fall eines Serienkillers, der offensichtlich Frauen mit mittelalterlichen Methoden foltert und umbringt. Schnell kommt der Ermittler darauf, dass die Frauen sich alle mit dem Übersinnlichen beschäftigt haben.

Ganz zufällig lernt er bei seinen Ermittlungen eine junge Frau namens Lina kennen, die ihrerseits auch mit ihren "Schutzengeln" aus dem Jenseits kommuniziert, bei einem Hypnose-Arzt arbeitet und auch in die Kirche des verdächtigen Priesters geht.

Das Buch erzählt abwechselnd aus der Perspektive des Ermittlers Sam, aus der von Lina und zwischendrin gibt es Rückblenden in die Jugend des Täters, die wohl seine Motive erklären sollen. Leider kommt durch diese Erzählweise nicht wirklich Spannung auf.

Diverse Nebenhandlungen wie die umwerfend schöne römische Kommissarin, der todkranke beste Freund von Sam und seine drogenabhängige Schwester lenken größtenteils nur von der eigentlichen Geschichte und plätschern so nebenher vor sich hin.

Wenn das eine Serie werden soll, muss ich mir gut überlegen, ob ich einen zweiten Band lesen würde...
12.06.2010 11:24:15