DIE TAUSCHBÖRSE

Pilger des Hasses - Ein Bruder Cadfael Roman

Autor:
Verlag:
Heyne
Jahr:
1992
Seitenzahl:
267
ISBN:
9783453053113
Medium:
Taschenbuch
Sprache:
Deutsch
Anbieter:

Artikel angeboten seit:
19.07.2019
Tickets:
1
Zustandsbeschreibung
Kanten und Ecken bestoßen, Gebrauchsknicke, Schnitt leicht gebräunt
Artikelbeschreibung
~~~~~~~~~~~~~ 2:1 Angebot ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Rezension aus Amazon: Beatrice Berger
5,0 von 5 SternenSchon Band 10 der Serie
28. Dezember 2011
Format: Taschenbuch
In Shrewsbury soll das vierjährige Jubiläum der Ankunft der Gebeine der heiligen Winifred feierlich begangen werden. Das ist Grund genug für Pilger und allerlei anderes Volk, Fest und Prozession zu besuchen. Neben vier offenkundigen Gaunern und einer Wollhändlerswitwe mit einem kranken Neffen und einer heiratsfähigen Tochter finden sich auch zwei mehr als merkwürdige Pilger ein: einer trägt ein schweres Kreuz um den Hals und hat sich barfuß auf den Weg nach Wales gemacht, und das, wegen einer tödlichen Krankheit, die er, wie er sagt, in sich trägt. Sein Begleitet bittet ihn eins ums andere Mal, doch das Kreuz abzulegen oder wenigstens Schuhe anzuziehen, aber erfolglos. Währenddessen dringt die Kunde von den politischen Entwicklungen der Wochen und Monate vorher nach Shrewsbury: Kaiserin Maude hat ihre Widersacher, König, Stephen, gefangengesetzt und bereitet sich nun auf ihre Krönung in London vor. Stephens Bruder, Henry von Blois, Bischof von Winchester, hat sich unter dem Druck, seine Loyalität auf eine Probe gestellt zu sehen, um Ausgleich bemüht, als in Winchester sein Schreiber überfallen wurde. Ein Ritter der Kaiserin stellte sich zwischen die Angreifer und den Überfallenen und bleibt selbst (durch die Hand eines seiner eigenen Verbündeten) tot auf dem Schauplatz zurück...

Auch wenn diese Geschichte von Rache und Vergebung dem mittelalterlichen Denken nicht so fremd ist, für die heutigen Vorstellungen ist sie merkwürdig und fügt sich so recht nicht zusammen. Sie gibt zwar Cadfael die unverhoffte Gelegenheit zu einem Wiedersehen mit Olivier de Bretagne und hat ihre magischen Momente, die das Buch lesenswert machen, sie bleibt aber trotzdem sperrig und schwer zugänglich.

Trotzdem gelingt es Ellis Peters auch hier, den Geist des mittelalterlichen Denkens verständlich zu machen. Die Anachronismen halten sich in wohltuend engen Grenzen (keine Hexenverfolgungen im völlig falschen Jahrhundert, keine sensationslüsternen Folterszenen...) - ihre Handlung ist stets eingepasst in einen plausiblen Kontext. Als wohltuend empfinde ich in allen Bänden Ellis' Peters Menschenliebe. Obwohl sie nahezu ausschließlich über Gewalt und Mordfälle schreibt, ist ihr grundsätzlicher Glaube an das Gute im Menschen unverbrüchlich (ich will damit nicht sagen, daß ich diese Haltung vollends teile, aber es ist eine sehr entspannte und entspannende Haltung!). Das schließt viele (aber beileibe nicht alle!) ihrer Täter ein, die selten kalte Bestien sind, aber sehr oft Konflikttäter, die einen anderen Ausweg nicht sehen.
Schlagworte
k.A.

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