DIE TAUSCHBÖRSE

Spektrum edition - Geschichte der Menschheit

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03.09.2021
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etwas abgegriffen
Artikelbeschreibung
Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: »Du siehst aber übel aus. Was ist denn mit dir los?« »Ach, ich fürchte, ich habe Homo sapiens.« »Mach dir keine Sorgen – das geht vorbei.« Dieser zugegebenermaßen etwas abgedroschene Witz trifft einen wahren Punkt: Keine andere Spezies hat den Planeten Erde derart geprägt und umgestaltet wie der Mensch. Artensterben, Klimakrise und nicht zuletzt auch pandemische Ausbreitungen von Krankheiten wie Covid-19 offenbaren die Schattenseite dieses globalen Einflusses. Nach Ansicht etlicher Geologen befinden wir uns bereits in einer neuen erdgeschichtlichen Epoche: dem Anthropozän (siehe S. 112). Dabei stand der Erfolg unsere Art längst nicht von vorneherein fest. Dass sich Homo sapiens neben den vielen anderen menschlichen Spezies, die sich einst auf Erden tummelten, schließlich durchsetzen sollte, beruhte auch auf ein bisschen Glück (S. 14). Doch dank seiner Kooperationsfähigkeit wie auch seiner Brutalität stach er jeden Konkurrenten aus und eroberte schließlich den gesamten Planeten (S. 34). Dabei schälten sich die als typisch menschlich geltenden Eigenschaften wie Intelligenz (S. 46), Bewusstsein (S. 52), Sprache (S. 58) oder Moral (S. 94) im Lauf der Evolution langsam heraus. Auch die durch Bewegungsmangel verschärften »Zivilisationskrankheiten« wie Übergewicht, Bluthochdruck oder Arteriosklerose beruhen auf unserem evolutionären Erbe (S. 72). Den aktuellen Forschungsstand zur Anthropologie bildet diese Sonderausgabe ab. Hierzu haben wir für Sie die besten Artikel aus der Feder namhafter Autorinnen und Autoren zusammengestellt, die in »Spektrum der Wissenschaft« zum Thema erschienen sind. Dabei sind es meist die Wissenschaftler selbst, die aus erster Hand ihre Beobachtungen und Entdeckungen schildern und somit Gelegenheit geben, ihnen über die Schulter zu schauen. Wie geht die Geschichte der Menschheit weiter? Liegt die Zukunft in einem »Transhumanismus«, bei dem der menschliche Geist einem Computer anvertraut wird (S. 124)? Das erscheint mir doch zu sehr als – erschreckende – Sciencefiction. Es droht allerdings ein Aussterben, wie es zuvor schon andere dominierende Lebewesen getroffen hat. Doch im Unterschied zu diesen haben wir alle es in der Hand, wie wir miteinander und mit unserem Heimatplaneten umgehen, um somit das Anthropozän nicht vorschnell enden zu lassen.
Schlagworte
k.A.

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