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Leseprojekt - PROUST

 
Beitrag
erstellt am
Atalante

Atalante

(9977 Beiträge)

Wie wäre es bis Montag?

Ich bin gespannt auf die Elfierinnerung. :-)
12.06.2010 15:03:25
muncy

muncy

(13033 Beiträge)

Habe Euch nun eingeholt.

Bin wiedere im Buch drin.

Jedesmal, wenn ich Proust weiterlese, genieße ich die Sprache und frage mich, warum ich bloß so viele platte, nichtssagende (im Proustvergleich) Bücher lese *ggg*
14.06.2010 14:20:11
muncy

muncy

(13033 Beiträge)

Bis wohin lesen wir als nächstes?



Jetzt kann ich auch wieder auf Deine Seite schaue Atalante *freu*. wollte mir die Vorfreude auf das Buch ja nicht nehmen.
14.06.2010 14:21:19
muncy

muncy

(13033 Beiträge)

Wie fandet Ihr den Abschnitt mit Legrandin und Madame de Guermantes?

Mich hat er verwirrt, ich kann ihn nicht so recht fassen und in bislang gelesene Geschichte einordnen.
Was für eine Rolle spielt der Abschnitt oder die darin enthaltenen Personen?
14.06.2010 14:25:37
muncy

muncy

(13033 Beiträge)

und noch einer:

ein Blog über einen "gescheiterten" Proust-Leseversuch ;-)
14.06.2010 14:29:47
huuriluuri

Mitglied gelöscht

 

Mucy, wir lesen jetzt das Buch zu Ende. Es sind ja nicht mehr soviele Seiten. Stichtag war heute. Aber ich bin auch nicht soweit.

Meinste du Szene wo Legrandin betont, dass er nur zufällig die Guermantes nie kennengelernt hat? (bei mir S. 170ff). Warum fandest du denn die Passage so verwirrend?
14.06.2010 15:18:14
muncy

muncy

(13033 Beiträge)

erst war doch dieses nicht gekannt werden durch Legrandin, und dann das mit den Guarmantes oder?

die stellen habe ich mit einem langen Zeitabstand gelesen, wahrscheinlich habe ich deshalb meine Probleme damit.

Warum kennt Legrandin die Familie nicht mehr, was haben die Guarmantes damit zu tun, war das damals so üblich ?

Wahrscheinlich habe ich an dieser Stelle gerade einen Blackout.
14.06.2010 15:28:31
huuriluuri

Mitglied gelöscht

 

Legrandin hat die Herzogin von Guermantes nie kennenlernt, was wohl darin begründet liegt, dass sie zu einer höheren Gesellschaft gehört.
Wie ich schon gesagt habe, hält Legrandin das für einen reinen Zufall und betont auch, dass er eigentlich kein Wert darauf legt. In Wirklichkeit schmerzt es ihn aber und er will sich seinen Snobismus in Wirklichkeit nicht eingestehen.

Sein Umgang mit der Familie des Erzählers spiegelt diese Verlogenheit wieder. Auf der einen Seite ist er sehr freundlich zu ihnen, auf der anderen Seite ignoriert er sie, wenn er mit Personen höheren Standes unterwegs ist.

Ein paar Seiten weiter gibt es ja diesen Abschnitt, wo Legrandin den Empfehlungsbrief an seine Schwester für Sohn und Großmutter durch geschwätzige Ablenkungsmanöver vermeiden will:

"... hätte Monsieur Legrandin ... eher eine vollständige Landschaftsethik und Himmelsgeographie der unteren Normandie entworfen, als zuzugeben, dass zwei Kilometer von Balbec entfernt seine Schwester wohnte..."

14.06.2010 15:47:56
elfi67

elfi67

(62526 Beiträge)

legrandin ist echt ein megasnob...

ich habe zu euch aufgeschlossen und erwarte euch am ende des ersten teils.
14.06.2010 16:19:44
muncy

muncy

(13033 Beiträge)

So, habe die Seiten nochmal überflogen. Als Legrandin das erste Mal auftauchte, bei der Kirche, war er in Begleitung einer Schloßherrin. Diese habe ich, obwohl kein Name genannte wurde mit Guermantes gleichgesetzt.

Für Proust muß man Zeit haben und Muße. Ich glaube, das vieles klarer wird, wenn man ihn ein zweites Mal liest.


naja, erst mal einmal durchlesen schaffen ;-)
14.06.2010 18:59:24
Leonina

Leonina

(110 Beiträge)

Nur mal schnell: ich habe in einem Kraftakt den 1. Teil geschafft, aber nicht gründlich genug. Womit ich überhaupt nicht zurecht kam, waren die Ausführungen über Sadismus. Klingt das für Euch plausibel?

Hinreißend finde ich den Satz "Die Tatsachen dringen in der Bezirk nicht ein, in dem unser Glaube wohnt, sie haben ihn weder erzeugt, noch zerstören sie ihn; sie können ihn unaufhörlich widerlegen, ohne ihne abzuschwächen, und eine Lawine von pausenlos aufeinanderfolgenden Unglücks- und Krankheitsfällen in einer Familie lässt in dieser selbst keinen zweifel an der Güte Gottes oder der Vortrefflichkeit ihres Arztes aufkommen." (Sozusagen Hiob und die Erkenntnisse der modernen hirnforschung in einem Satz.)

Was ich noch sagen wollte, ich habe ein Hörbuch: Maria Wimmer liest Marcel Proust. . .
Maria Wimmer war vor Eurer Zeit eine bedeutende Theaterschauspielerin. Das Hörbuch umfassgt nur 2 CDs - Ausschnitte.

Ich habe nur mal so reingehört: gut gelesen. Ich könnte es gerne an Euch verleihen; ich nehme an, Ihr braucht es nicht lange und könntet es dann weiter bzw. zurück schicken. Was haltet Ihr davon?
15.06.2010 20:46:41
huuriluuri

Mitglied gelöscht

 

Das ist ein toller Satz. Die Polarität von Rationalität und Glaube. Ein schönes philosophisches Thema.

Ich hätte an dem Hörbuch Interesse. Wir können ja eine kleine Wanderhörbuch-Runde starten.
15.06.2010 20:58:37
Atalante

Atalante

(9977 Beiträge)

Leider hinke ich diesmal etwas hinterher, schade, Proust gefällt mir viel besser als die Bücher, die ich nebenher lesen "muss". Das Schöne ist aber, daß auch diese Nebenlektüren mich immer wieder an die Recherche erinnern. Seien es Ortheils Landschaftsemotionen oder die Laterna Magica bei Ulla Hahn. Magnusson hatte sogar einen direkten Proustbezug in seinen Buch. Leider habe ich vergessen, das genau zu notieren. Vielleicht denkt elfi daran, wenn sie demnächst das Buch lesen wird.

Wie Prousts Sadismus definiert, habe ich mich auch gefragt. Zunächst hätte ich das von ihm so bezeichnete Verhalten eher als Scham- oder Respektlosigkeit bezeichnet. Aber später spricht er ja doch darüber, daß diese Frau Sexualität als etwas Böses und Verbotenes ansieht. Homosexualität ja dann wohl erst recht? Trotzdem stimmt das nicht so ganz mit meiner Vorstellung von Sadismus überein. Ich bin allerdings keine Expertin. ;) Man müsste mal den Marquis befragen.

So, ich werde nun noch den Rest lesen. À bientôt!
16.06.2010 15:30:11
Atalante

Atalante

(9977 Beiträge)

Auf welcher Seite findet sich das Zitat, leonina. Mir ist es nicht aufgefallen.
16.06.2010 18:21:30
Atalante

Atalante

(9977 Beiträge)

Macht doch mal einen Vorschlag für den nächsten Abschnitt!

Ihr müsst ja nicht wie ich bis nächsten Donnerstag noch einen über mehrere hundert Seiten ausgebreitenen Schicksalsroman für Euren Literaturkreis lesen, auch wenn das Buch zweifelsohne als Literatur anerkannt ist, finde ich es dennoch ein bisschen rührselig. Es handelt sich um Ulla Hahn, Das verborgene Wort. Alles verblasst gegenüber der Recherche? Nicht alles, denn unverschämterweise ist auch noch ein Roman hier herein gesegelt, Draesner, Vorliebe, der mich sofort zum Lesen verführt hat. Da man ja sonst nichts zu tun hat, ist es ganz fürchterlich. ;)



17.06.2010 10:56:13
MissPhoenix

MissPhoenix

(10035 Beiträge)

Ich hinke immer noch hinterher, werde am WE dann Zeit haben, etwas aufzuholen :) LG MissPh
17.06.2010 13:36:00
Atalante

Atalante

(9977 Beiträge)

Den ersten Teil habe ich nun beendet. Am wichtigsten erscheint mir, daß die Eindrücke, die der Erzähler auf den Spaziergängen nach Méséglise und Guermantes machte, nicht nur viele Gefühle und Assoziationen auslösen, sondern in ihm den Wunsch entstehen lassen, Schriftsteller zu werden.
Außerdem lernt man viel über Wahrnehmung, Idealisierung und Selbstkonditionierung.

Die kleine erste "Schreibprobe" des künftigen Autors ist herzallerliebst, besonders wenn man, da schon so viel psychologisiert wird, dies auch tut und sich ganz in freudscher Tradition über die Vorliebe für Türme Gedanken macht. ;)
17.06.2010 18:35:28
Atalante

Atalante

(9977 Beiträge)

Als "Sadismus" bezeichnet das MPL in der betreffenden Szenen, das Spucken auf die Photographie des toten Vaters.
17.06.2010 18:37:55
Leonina

Leonina

(110 Beiträge)

Atalante, das Zitat steht bei mir auf Seite 198 unteres Drittel. Der Absatz fängt an mit: Wir alle, die wir damals mit ansehen mussten . . .

huuriluuri: wenn Du mir Deine Adresse angibst, kann ich das Hörbuch auf den Weg bringen.

Was den Sadismus angeht, müssen wir uns, glaube ich, damit abfinden, dass wir eine andere Definition davon haben.

Ich hatte diese Woche so wenig Zeit, aber heute werde ich mal ein paar Seiten lesen.
19.06.2010 17:03:28
Atalante

Atalante

(9977 Beiträge)

>>leonina: Hinreißend finde ich den Satz "Die Tatsachen dringen in der Bezirk nicht ein, in dem unser Glaube wohnt, sie haben ihn weder erzeugt, noch zerstören sie ihn; sie können ihn unaufhörlich widerlegen, ohne ihne abzuschwächen, und eine Lawine von pausenlos aufeinanderfolgenden Unglücks- und Krankheitsfällen in einer Familie lässt in dieser selbst keinen zweifel an der Güte Gottes oder der Vortrefflichkeit ihres Arztes aufkommen." (Sozusagen Hiob und die Erkenntnisse der modernen hirnforschung in einem Satz.)


>>huuriluuri: Das ist ein toller Satz. Die Polarität von Rationalität und Glaube. Ein schönes philosophisches Thema.

Eure Äußerungen haben mir ja zunächst einen ganz schönen Schrecken eingejagt, denn Proust hatte ich bisher noch nicht als Verfasser von Erbauungsschriften eingeschätzt. ;)

Dieser Satz auf S. 198 charakterisiert wie Monsieur Vinteuils das Verhalten seiner Tochter wahrnimmt. Von dieser hat er ein naives Idealbild, welches er, so führt Proust weiter aus, bei objektiver Betrachtung aufgeben muss.

In diesem Zusammenhang ist der zitierte Satz für mich äußerst ironisch, wenn man den religiösen Zusammenhang noch herstellen möchte, sogar sarkastisch. Auf jeden Fall gefällt mir der Satz so viel besser.

Wie hielt Monsieur Proust es eigentlich mit der Religion?
20.06.2010 18:02:56
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