Das Tauschticket-Forum

Hier können Sie mit anderen Mitgliedern diskutieren, Fragen zu Tauschticket stellen, auf Ihre angebotenen Artikel aufmerksam machen und natürlich andere Mitglieder kennen lernen. Bitte beachten Sie dabei die Regularien unseres Forums.

Suche im Forum

Erbarmen von Jussi Adler Olsen

« Start   « zurück   | 1 | 2 |   weiter »   Ende »
 
Beitrag
erstellt am
tigercat666

tigercat666

(119327 Beiträge)

Und dann kam die Angst wie ein schleichendes Gift. Sie horchte auf die verzerrte Stimme, die aus einem Lautsprecher irgendwo im Dunklen kam. Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag, Merete. Du bist jetzt hier seit 126 Tagen, und das ist unser Geburtstagsgeschenk: Das Licht wird von nun an ein Jahr lang eingeschaltet bleiben.


Es sei denn, du weißt eine Antwort: Warum halten wir dich fest?
Am 2. März 2002 verschwindet eine Frau spurlos auf der Fähre von Rødby nach Puttgarden, man vermutet Tod durch Ertrinken. Doch sie ist nicht tot, sondern wird in einem Gefängnis aus Beton gefangen gehalten.

Wer sind die Täter? Was wollen sie von dieser Frau? Und: Kann ein Mensch ein solches Martyrium überleben?

Carl Mørck, Spezialermittler des neu eingerichteten Sonderdezernats Q bei der Kopenhagener Polizei, kämpft mit diesem Fall einen doppelten Kampf: Den Kampf um das Leben einer jungen Frau. Und den Kampf um die Rückkehr in sein eigenes früheres Leben. Denn dieses Leben ist nahezu ausgelöscht worden an dem Tag, an dem Carl und seine Kollegen bei einem Einsatz schwer verletzt worden waren. Doch sein syrischer Assistent Hafez el-Assad überrascht Carl nicht nur durch unkonventionelle Ermittlungsmethoden, sondern schafft es auch, Carl in die Realität zurück zuholen in diesem atemlosen Wettlauf um das Leben einer Frau, die längst als tot gilt.

Ich hab mir das Buch gekauft, es ist schon früher als angekündigt,in den Läden gewesen.

Meine Meinung

Merete, ein junge aufstrebende Politikerin, verschwindet plötzlich und unerwartet von einer Fähre, die Polizei geht von Selbstmord oder einem Unfall aus, da nichts in ihrem Umfeld auf etwas anderes hindeutet. Der Fall wird zu den Akten gelegt. Fünf Jahre später, wird eine neue Sonderkommission gebildet, die ungelöste Fälle noch einmal aufrollen und bearbeiten soll, zu dieser Sonderkommission wird Carl versetzt, der bei einem Einsatz verletzt wurde und die Folgen davon noch nicht verarbeitet hat, er eckt bei allen Kollegen an und hat auch die Lust an der Arbeit verloren, so ist er auch nicht böse das die *Sonderkommission Q* nur aus ihm und einem Assistenten besteht und im Keller des Polizeikommissariats untergebracht ist.

Es kommt wie es kommen muss, durch Zufall rollt er den Fall *Merete* wieder auf und stellt fest das die Kollegen die vor Jahren den Fall bearbeiteten mehr als schlampig zu Werk gegangen sind.

Der Leser weiß natürlich das Merete noch lebt und unter schrecklichsten Bedingungen gefangen gehalten wird. Leider kann man sich schon recht schnelle die Antwort auf die Frage warum sie entführt wurde und von wem, beantworten.

Aber es bleibt das Mitleiden mit Merete, das Grauen das man empfindet, wenn man sich in ihre Situation hinein versetzt und es ist spannend wie Carl und sein syrischer Assistent Hafez el-Assad, den Tätern, durch teils recht unkonventionelle Methoden, immer näher kommen.

Ich bedauere nicht, diese Buch gekauft zu haben und kann es nur weiterempfehlen.
02.10.2009 08:06:08
Mausi75

Mausi75

(8624 Beiträge)

Ich werde mir das Buch wohl auch kaufen, da ich bei vorablesen kein Glück hatte....
02.10.2009 16:16:57
elke17

elke17

(12941 Beiträge)


Ich hatte zwar Glück, aber es ist noch immer nicht angekommen...

02.10.2009 17:04:02
come2me

come2me

(5422 Beiträge)

Ich les es gerade..und finde es bisher ziemlich klasse!Endlich mal ein Skandinavier, der auch mir gefällt
02.10.2009 18:55:39
tigercat666

tigercat666

(119327 Beiträge)

Hab ich heute auch gelesen, das das Buch noch nicht angekommen ist, es erwartet euch aber ein wirkliches Lesevergnügen. Meine ganz persönliche Meinung. ;o)
02.10.2009 20:16:50
maha2852

maha2852

(3117 Beiträge)

Ich habe es gelesen, fand es sehr spannend, auch wenn gegen Mitte eigentlich klar war, wer die Protagonistin bestrafen wollte.

02.10.2009 20:28:07
Binea7885

Binea7885

(17 Beiträge)

Schwarz wie die Nacht ist der Raum, in dem Merete, die Politikerin, gefangen gehalten wird. Von einer Minute auf die andere ist er hell wie die Mittagssonne. Die Stimme einer Frau spricht zu ihr, stellt ihr eine Frage. Die Antwort von Merete ist falsch und die Folter beginnt.

Dunkel und muffig ist der Keller, in den Carl Morck versetzt wurde. Im Gegensatz zu Merete ist er jedoch nicht gefangen, sondern nimmt nach langer Zeit dort seine Arbeit wieder auf. Nachdem die Schussverletzung verheilt, ist stellt sich Carl wieder seinem Berufsleben, doch es hat sich in dieser Zeit viel verändert. Er ist nun Spezialermittler für das neu eingerichtete Sonderdezernat Q in Kopenhagen. Seine Aufgabe besteht nun darin, Fälle, die schon längst auf Eis gelegt worden sind, wieder neu aufzurollen. Die Akte über den Fall der verschwundenen Frau auf einer Fähre fällt ihm dabei zuerst in die Hände. Bereits über fünf Jahre wird sie vermisst. Bevor sie verschwand, verlief ihr Leben bisher recht einsam und ohne große Auffälligkeiten. Gemeinsam mit Assad, seinem Kollegen, der eigentlich für die Sauberkeit in den Büroräumen zuständig ist, beginnt die Suche nach Merete Lynggaard. Weiß ihr behinderter Bruder Uffe, wo seine Schwester ist? Gibt es nach dieser langen Zeit noch Zeugen oder Spuren? Kann Merete noch leben?
Nachdem die ersten Stolpersteine aus dem Weg geräumt worden, tauchen erschreckende Hinweise auf und die Ermittlungen nehmen ein atemberaubendes Tempo an.

Als Leser wurde ich vor Spannung fast zerrissen. Hin und hergerissen von dem Erzählstrang der Merete und dem von Carl, war ein aus der Hand Legen des Buches fast unmöglich. Auf der einen Seite ist das Leben und die Vorgehensweise des Polizisten Carl mehr als nur aufregend, auf der anderen Seite ist es ein grausames und nervenaufreibendes, Gefühl mit Merete zusammen in dieser Kammer zu sein. Stellenweise kann man sich vor Hochspannung das Vorblättern der Seiten nicht verkneifen, denn schließlich enden die jeweiligen Erzählstränge mit einem Höhepunkt. Man rast durch die Seiten und in dem Moment, als der äußerste Rand erreicht ist, beginnt ein neues Kapitel. Die Gefühle werden von null auf hundert hochgefahren und genauso schnell wieder von hundert auf null runtergebremst. Eine Achterbahnfahrt, in der ununterbrochen dieses Kribbeln im Bauch herrscht. Doch wenn man denkt, diese Schaukel mit Überschlägen kommt zum Stillstand, wenn nicht Seite um Seite gelesen wird, irrt man sich gewaltig. Dies führt nicht zum Ziel, sondern bringt noch mehr Schwung in diesen mysteriösen Fall. Alle Vorahnungen, evtl. Rückschlüsse und Lösungsansätze werden mit jedem Ermittlungsfortschritt umgeworfen und vernichtet. Trotz dieser prickelnden Atmosphäre hält der Autor auch Stellen mit Schmunzelgarantie bereit, denn Assad, der Assistent von Carl, ist ein ganz besonderes Kaliber.

Aber Achtung, auch nach der letzten Seite bleibt einem dieser Pfeifton im Ohr und man muss wie im Flugzeug beim Landeanflug ständig schlucken.

Für den Thrillerfan mit dickem Fell auf jeden Fall ein MUSS. Jussi Adler Olsen sollte im Thrillerregal einen Platz in der vorderen Reihe bekommen.
04.10.2009 15:11:57
tigercat666

tigercat666

(119327 Beiträge)

maha, das geht mir in letzter Zeit aber öfter so das ich schon recht schnell weiß wer der Bösewicht ist. ;o)
Ich denke das ist der Fluch wenn man viele Thriller liest.
anderes Genre suchen gehe. g
04.10.2009 15:47:56
Moprohexe

Moprohexe

(56917 Beiträge)


Lust, das Buch zu gewinnen?

Im off findet demnächst die jährliche Afrikaverlosung statt.

Ihr könnt Lose kaufen, d.h. wer mindestens 1 Euro an die Afrikahilfe überweist, hat die Chance auf das Buch und weitere tolle Preise
Guckt mal rein:-)

http://www.tauschticket.de/cgi-perl/forumMessage.c
gi/?threadID=288119
06.10.2009 11:28:58
harakiri

harakiri

(47345 Beiträge)

Mitleid

bekommt man beim Lesen dieses Buches mit Merete, die von Entführern jahrelang in einer Druckkammer festgehalten und gequält wird. Doch Mitleid haben ihre Entführer mit Merete in keinster Weise. Im Gegenteil, sie ergötzen sich an ihren Qualen und freuen sich, wie sie leidet.

Schade, dass diese Passagen nicht noch ein bisschen ausführlicher geschildert werden, ich hätte mir mehr Angst und Grüblereien von Merete erwartet. Sie wird jedes Jahr an ihrem Geburtstag gefragt, ob sie wisse, warum sie eingesperrt ist. Aber im Buch wird nicht beschrieben, dass sie z.B. drüber nachdenkt. Die Sprünge zwischen den Schilderungen über ihre Gefangenschaft sind relativ groß. Da hätte man mehr Grusel und Spannung draus machen können.

Das ist aber auch der einzige Grund, aus dem ich "nur" 4 Sterne vergebe.

Das Buch ist sehr locker geschrieben, die Ermittler sind klasse. Vor allem Assad, der geheimnisvolle Asylant und Kollege des Kommissars. Der auf eigene Faust mitermittelt, die richtigen Schlüsse zieht und so am Ende auch dem Kommissar zur Lösung des Falls verhilft.

Macht auf alle Fälle neugierig auf die neuen Fälle von Kommissar Mork und seinem "Team"

12.10.2009 12:33:39
Patwelli

Patwelli

(6710 Beiträge)

Merete Lynggard verschwindet von einer Fähre - und keiner hat es gesehen. Carl Morck verschwindet als Chef im Keller - und keiner will ihn sehen. Die Parallelen zwischen den beiden sind nicht zu übersehen, beide sind gefangen, die eine in einem luftdichten Raum, der andere in sich selbst. Nach den traumatischen Erlebnissen einer Schießerei bei einem Einsatz, bei dem ein Kollege umgekommen und ein weiterer querschnittsgelähmt zurückbleibt, kommt Morck, der nur leicht verletzt wurde, wieder in den Dienst zurück. Von Schuldgefühlen zerfressen ist es mit ihm nicht auszuhalten, so bekommt er eine neugegründete Abteilung Q, die sich um ungelöste Fälle kümmern soll. Sein einziger Mitarbeiter ist Assad, ein Syrer, hochintelligent und geheimnisvoll. Das Zusammenspiel der beiden reizt immer wieder zum Lachen, eigentlich hat Carl überhaupt keine Lust sich um die Fälle zu kümmern, aber Assad reizt ihn durch hingeworfene Bemerkungen und stachelt seinen Ehrgeiz an, sich doch näher mit den Fällen zu befassen.

Fast sofort kann Carl Ungenauigkeiten in der Bearbeitung des Falles Merete Lynggard feststellen, er rollt den Fall wieder auf und kommt auch schnell zu neuen Ergebnissen. Nebenbei hilft er noch durch gezielte Hinweise einen aktuellen Fall zu lösen und er kümmert sich auch noch um seinen Freund, der im Krankenhaus liegt. Indem er ihn in die Ermittlungen mit einspannt, kann er wieder seinen Lebensmut erwecken. Auch Assad zeigt durch seine messerscharfen Schlussfolgerungen, dass er seine Talente vergeudet, solange er nur die Büros saubermacht. Und so wird aus Carl und Assad ein interessantes Gespann, die schnell und logisch Ungereimtheiten aufdecken, nicht nur bei den ungelösten Fällen.

Das Buch ist spannend, die Seiten fliegen nur so dahin, aber als gewiefter Thrillerleser weiß man spätestens ab der Mitte, warum Merete im Bunker ist. Aber das schadet dem Buch überhaupt nicht, die Ermittlungen sind allemal spannend und man hat ja auch noch das untypische Gespann Carl und Assad, das immer wieder für Überraschungen sorgt. Das Ende ist dann leider wieder etwas überzogen, ein filmreifes Actionspektakel, wo manche Bemerkungen Assads eigentlich so gar nicht zu seinem sonst so scharfen Verstand passen. Aber trotz des Shootdowns ist der ganze Thriller eigentlich recht unblutig, der Focus liegt eindeutig auf der Ermittlungsarbeit und dem Zusammenspiel der einzelnen Charaktere.

Ein bisschen unglaubwürdig ist die Zeit im Bunker, die Merete übersteht. Nach so langer Zeit ohne die Möglichkeit sich die Haare zu waschen und die Zähne zu putzen, dem Schlafen auf reinem Beton muss eigentlich mehr mit dem Körper passieren. Wenn man dann noch überlegt, dass sie immer die gleichen Sachen anhat, kann man sich gar nicht vorstellen, wie sie aussehen und auch riechen müssen. Eine eindeutige Schwachstelle, denn jeder kann sich denken, dass es so nicht funktionieren kann. Eine weitere Schwachstelle ist auch Carls Ehefrau - warum lässt er sich von ihr soviel gefallen? Völlig unverständlich, es passt auch nicht zum Buch, bei dem ansonsten auch die Nebencharaktere sehr gut getroffen sind.

Alles in allem ist "Erbarmen" ein gelungener Auftakt, hoffentlich wird der nächste Band auch noch übersetzt. Es ist doch immer wieder spannend, alte Fälle aufzurollen und hier haben wir es auch noch mit ein paar ganz gewieften Charakteren zu tun, von denen noch viel zu erwarten ist.

Fesselnd, packend, spannend und ein ungewöhnlicher Plot, dabei noch recht unblutig. Ein richtiges Schmankerl für Thrillerfreunde, die Gefallen an Ermittlungsarbeit und ungewöhnlichen Charakteren haben. Ein Pageturner mit einem ungewöhnlichen Täter und einem ungewöhnlichen Motiv.
19.10.2009 16:16:45
Farin_Urlaub

Farin_Urlaub

(175 Beiträge)

Unter Druck!

Vor fünf Jahren verschwand die aufstrebende dänische Jungpolitikerin Merete Lynggard von einer Schiffsfähre, ohne dass sie wieder gesehen wurde. Man wähnte die junge Frau als ertrunken und aus ihrem behinderten Bruder war nichts herauszubekommen, da er sich nach dem Geschehen in sich selbst zurückzog.
Fünf Jahre später trägt der im Dienst angeschossene Polizist Carl Mørck seinen härtesten Kampf mit sich selbst aus. Nach einer Schießerei, bei dem sein Kollege getötet und er verwundet wurde ist er nicht mehr der Alte und hadert mit dem Schicksal. Aufgrund seines unsozialen Verhaltens schafft man im Polizeipräsidium aus dem Weg, indem man das Sonderdezernat Q aus der Taufe hebt, dem Mørck als einziges Mitglied vorsteht. Unterstützung erhält der alte Recke nur doch seinen syrischen Assistenten Haffez El-Assad, der als Putzkraft Ordnung in Carls neuem Reich halten soll.

Bis hierhin mag einem die Geschichte aus den unzähligen Skandinavienkrimis bekannt vorkommen, aber was Jussi Adler-Olssens dann aus der Ausgangslage zaubert ist hervorragend! Assad darf Carl Mørck aus den ungelösten und ad acta gelegten Fällen einen heraussuchen , dessen kalte Spuren Mørck nun widerwillig aufrollt. Die Wahl des Syrers fällt auf den Fall der damals verschwundenen Merete Lynggard und bald schon findet Mørck Spuren, die zu zeigen scheinen, dass Merete damals vielleicht gar nicht umgekommen ist

Das Perfide an Adler-Olssens Buch ist das Spiel mit dem Wissen des Lesers. Man hat stets einen Wissensvorsprung um das grausame Schicksal von Merete, die in einer Kammer vor sich hin vegetiert, und möchte die Ermittler auf die richtige Spur führen, doch man muss tatenlos zusehen, wie Carl und El-Assad im Dunkeln tappen. Dieses drängende Gefühl, eingreifen zu wollen bzw. zu müssen, macht meiner Meinung nach den Reiz dieses Buches aus.

Ein perfekter skandinavischer Krimi, der sich auf wohltuende Weise vom sonst üblichen nordischen Krimiallerlei abhebt, da Handlung und nicht Privatleben der Ermittler im Vordergrund stehe. Diabolisch, fesselnd, aber auch schön Krimiherz, was willst du mehr?
19.10.2009 17:11:26
Gela2310

Gela2310

(14214 Beiträge)

Wie lange ist es her, dass ich so einen spannend vergleichbaren Thriller gelesen habe ? Das muß bestimmt ein Jahr her sein....

Dieses Buch hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen. Nach der Leseprobe war ich schon sehr gespannt aufs Buch und Jussi Adler-Olsen hat mich mit seinem Debütroman der Ermittler Carl Mörk und Hafez el-Assad nicht enttäuscht.

Eine Frau verschwindet spurlos auf einer Fähre von Rödby nach Puttgarden. Es wird "Tod durch Ertrinken" vermutet. Doch sie ist nicht tot, sondern wird in einem Gefängnis aus Beton gefangen gehalten. Der Grund ist fast bis zum Schluß unklar. Bis zur letzten Seite hat mich dieser Roman gefesselt.

Der Leser kommt gut und schnell in die Handlung. Aufgelockert wird das Ganze, weil auch privates der Ermittler nicht zu kurz kommt. Man fragt sich, wer eigentlich der mysteriöse Helfer Hafaz el-Assd eigentlich ist und warum er in Dänemark lebt und arbeitet ?! Das wird auch bis zum Schluß nicht verraten. Aber Carl und ich als Leser staunen immer wieder, was in diesem Mann steckt. Ich bin sehr gespannt, mehr in weiteren Büchern dieser Reihe zu erfahren. Auch Carl Mörk ist ein Typ, den man schnell ins Herz geschlossen hat. Der Autor hat sich viel Mühe mit den Charakteren der beiden gegeben.

Die Geschichte liest sich sehr flüssig und ist nie langweilig. Ich hatte Probleme, das Buch aus der Hand zu legen.

Nun freue ich mich schon sehr auf einen Fortsetzungsroman !
21.10.2009 13:33:22
maryrichards

maryrichards

(192 Beiträge)

Der dänische Thriller Erbarmen von Jussi Adler Olsen ist ein toll und fesselnd geschriebenes Buch, welches mir wirklich richtig super gefallen hat!

Es handelt von einer Frau, Merete Lynggard, die das Martyrium erleidet entführt zu werden um jahrelang in einem Raum gefangen gehalten zu werden und hier physisch und psychisch unter Druck gesetzt wird. In den 5 Jahren Ihrer Gefangenschaft nimmt Ihrer Peinigerin regelmäßig an Ihrem Geburtstagen Kontakt mit Ihr auf und stellt Ihr die Frage, warum sie es verdient hat in dieser Lage zu sein. Da Merete dies nie beantworten kann muss sie Sanktion wie durchgehend 1 Jahr gleißend helles Licht oder einige bar Überdruck ertragen. Der schreibstill ist sehr anschaulich und daher auch sehr bedrückend, wenn geschildert wird wie das Opfer sich fühlt und dass sie weiß, dass sie dies alles nicht ewig durchhalten wird. Parallel dazu gibt es noch einen anderen Handlungsstrang, der hoffen lässt, dass Merete noch eine Chance hat gerettet zu werden. Es kommt nämlich das Ermittlerduo Carl Mørck ins und sein Kollegen (eigentlich ist er Putzhilfe und Mädchen für alles) Assad ins Spiel. Ein besonderes Bonbon an dem Buch ist, dass die Charakteren richtig gut und ausführlich beschrieben sind, ohne dass es langweilig wird. Die beiden sind eine neue Sonderermittlungsabteilung, die sich mit alten, ungelösten Fällen beschäftigen, wie der um Merete: ein Fall voller ungeklärte Fragen und Rätseln. Die beiden sind ein tolles Team und ich musste das eine oder andere mal schmunzeln und bin gespannt, welches Geheimnisse Assad noch umringen. In Dänemark ist der 2. Teil des Buches nämlich schon erschienen und ich warte begierig auf die Übersetzung in deutsch: der nächste Band steht ganz oben auf meiner Winschliste.

Fazit: Ich konnte mich an dem Buch nicht satt lesen und empfehle es jedem Thrillerliebhaber.
21.10.2009 18:42:38
Chikia

Chikia

(2419 Beiträge)

Meine Rezi (auch dank vorablesen)

-Aber über die Abstände der Gitterstäbe bestimmte sie selbst-, so versuchte sich Merete Lyngaard in den ersten Tagen ihrer Gefangenschaft Trost zuzusprechen.
Verzweifelte Versuche einer Frau nicht dem Wahnsinn zu verfallen um stets ihrem Bewusstsein und ihrem Wahrnehmungsvermögen vertrauen zu können.
Solange sie lebensfähig und sie selbst bleibt, so glaubt sie, hat sie ihr eigenes Nest, ein Nest in das die Entführer nicht vordringen können. Ein Teil ihres eigenen Lebens für sich, für sich ganz alleine.

Fremde Menschen haben ihr von jetzt auf gleich alles genommen.
Die Freude am Leben, ihre Freiheit und was für Merete am schlimmsten ist, sie haben ihrem behinderten Bruder die Schwester, sein einziges Familienmitglied genommen. Stets kreisen ihre Gedanken um Uffe, ihren Bruder, der wie sie, den Autounfall bei dem die Eltern starben, überlebte. Sie opferte sich auf, sie tat es gerne.
Was wird aus ihm während sie in Gefangenschaft irgendwo im nirgendwo dahinvegetieren muss?

-Dieser Gedanke war bitter und traurig,und als sie sich selbst schluchzen hörte, empfand sie nichts als Einsamkeit. Lange Zeit saß sie da mit der Gewissheit, dass Uffe nun allein in der Welt war. Das war wohl mit das Entsetzlichste, was man ihr antun konnte.-

Und was wird aus Ihr? Was passiert mit einem Menschen der vollkommen abhängig von Anderen über Jahre in einem stahlcontainerähnlichen Etwas verbringt?
Wie verändern Jahre der Isolationshaft eine menschliche Seele?

Jussi Adler Olsen beweist an seiner Protagonistin Merete ein unglaubliches Gespür für menschliche Gefühle in Extremsituationen.
Gerade noch am Leben gelassen von Dritten.
Irgendwo.
Ohne Hoffnung.
Aber mit lauter lebenswerten Erinnerungen.

Dieser Psychothriller geht unter die Haut. Er lässt den Leser nicht mehr los.
Der Vizepolizeikommissar Morck sowie sein ausländischer Helfer Assad, beide Teil des 2. Handlungsstrangs, werden ebenso wie Merete unbeschreiblich realistische Eigenschaften zugeordnet. Stets bleiben die Charaktere ihrem ganz eignen Stil treu.
Dabei gelingt es Olsen, sich in die unterschiedlichsten Menschentypen vollständig hinein zu versetzen, diese in Gedanken und Handlung wahrhaftig zu skizzieren.
Aber nicht nur das beschriebene Gefühl für menschliche Emotionen sondern auch das passende Taktgefühl für Witz, Ironie aber auch Rückbesinnungen und philosophische Ansätze zeugt von einer enormen schriftstellerischen Leistung.

-Carl Mork wollte das alles gern rational verarbeiten, aber das war schwer. Vom Tod wusste er nicht viel. Nur, dass er so unvorhersehbar war wie ein Blitzschlag. Und unendlich still wenn er eingetreten war.Aber wie gewalttätig Sterben sein konnte und wie sinnlos, darüber wusste er alles. Fünfundzwanzig Jahre bei der Mordkommission der Kriminalpolizei härteten ab. Hatte er gedacht. Bis zu jenem Tag. Da stand er einem Fall gegenüber, der seinen Panzer durchdrang.-

Der Autor springt zwischen Merete und den laufenden Ermittlungen des Sonderdezernats Q hin und her.
Es ist kein nackter Thriller, der von Anfang an auf die Lösung aus ist. Olsen schmückt die Situationen im passenden Maße und Länge aus. Gerade dadurch wirken die Personen so real.
Beide Handlungsstränge ergänzen sich zu einer packenden Spannung.

Merete, wie sie immer weiter Kraft abbaut, wie sie versucht sich durch ihren Erinnerungen Kraft zu holen, Stärke um das Unglaubliche und Unverständliche zu überstehen.
Daneben, Carl Morck und Assad, die Spuren finden und sie wieder verlieren. Zusammenhänge entdecken und wieder verwerfen.
Manchmal ist mir jedoch beim Lesen negativ aufgefallen das die Jahre die Merete in Gefangenschaft lebt nicht genug ausgebaut sind. Es verändert sie zu wenig. Das Buch dreht sich zwar um die Suche nach ihr, allerdings liegt der Schwerpunkt zu sehr auf dem Ermittler. Ich hätte mir gewünscht, auch durch die Leseprobe, dass das Opfer mehr in den Vordergrund rückt. Allerdings ist dies auch meine einzige Kritik.

Ganz kurz:
-Erbarmen- kennt im äußerst positivem Sinne selber kein Erbarmen für den Leser. Das Buch kann man nicht zur Seite legen.
23.10.2009 16:52:16
Lyra70

Lyra70

(3630 Beiträge)

Merete Lyngaard, zukünftige Parteivorsitzende der Demokraten, wurde am 2. Mai 2002 entführt.
Sie wird in einem kleinen Raum gefangen gehalten. Draußen war Sommer, Herbst, Winter... Sie bekam nichts davon mit, saß allein in ihrer dunklen Kammer. Ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt.
Über eine Lautsprecheranlage hält man mit ihr Kontakt. Immer wieder sagt man ihr: sie kann davon kommen, wenn sie die Frage beantworten kann, warum man sie gefangen hält. Merete aber weiß es nicht. Sie wird subtil gefoltert, durch Erhöhung des Luftdrucks in der Kammer, oder durch grelles Licht. Das Licht machte ihr die Lage in der sie wahr grausam bewusst. Ein eisig weißer Raum, gräuliche Wände, scharfe Ecken, farbloses Essen.
Eine blöde Geschichte in die sie da geraten ist, keinerlei Konsistenz, ein einziger Nebel.
5 Jahre nach dem Verschwinden von Merete Lyngaard. Perspektivenwechsel.
Das Ermittlerduo Carl Morck und Hefez el Assad werden vorgestellt. Der Fall wurde schon ein halbes Jahr nach dem Verschwinden zu den Akten gelegt. Genau wie Merete stochern sie im Nebel herum. Es hieß Merete sei ertrunken, dann kursierten Gerüchte ihr Bruder habe sie getötet. Doch schließlich ging man davon aus, dass sie ertrunken wäre, oder gar Selbstmord begangen habe.
Doch die Schreibkraft von Carl Morck, Hafez, erinnert dich an Fakten die damals unklar waren und die beiden versuchen den Fall wieder zum laufen zu bringen..

Der Autor Jussi Adler-Olsen, hat eine wunderbar klare Schrift. Seine Gedanken teilt er ohne Umschweife unmittelbar mit.
Leider haben wir aber auch in diesem Thriller/Krimi wieder einen gebrochenen Kriminalbeamten. So wie es ihn schon in hundert anderen Romanen gibt. Neu ist die Figur der Schreibkraft, bzw. Bürohilfe Hefez el Assad. Für mich ist die Figur die eigentliche Hauptperson dieses Romans.
Für die Spannung hätte ich mir ein etwas subtileres Ende gewünscht, da ich schon im ersten drittel wusste warum Merete dort gefangen gehalten wird.
Die Covergestaltung finde ich sehr gelungen, das Buch hätte mich auch im Buchladen angesprochen. Wobei ich persönlich das Blut unter der Kette durch Rost ersetzt hätte, als Synonym
Alles in allem schön zu lesen, ohne viel Blut.
28.10.2009 08:39:54
vicoli

vicoli

(9144 Beiträge)

Ein spannendes Buch, dass auch ohne viel Blut auskommt.
Ich hoffe, dass es noch mehr von dem Gespann geben wird. Es liegen ja genug ungelöste Fälle auf dem Schreibtisch.
30.10.2009 21:27:38
schaetzelein83

schaetzelein83

(20313 Beiträge)

Hier meine Rezension (Note 2)

Zunächst muss ich anmerken, dass ich bisher keinen nordischen Krimi gelesen habe, der mich annähernd von dieser "Spezies" überzeugen konnte. Jussi Adler-Olsen ist der Erste, der das zumindest in Ansätzen geschafft hat.
Wenig landschaftliche Beschreibung, wenig Drumherum, einfach die Story, ein guter Plot - mehr will ich ja gar nicht.

Die Story an sich war allein durch die Leseprobe,die sehr gut gewählt war, weil - wie ich feststellen musste - mal nicht einfach der Anfang des Buches genommen wurde, schon des Lesens wert und das Buch an sich dann auch. Klar gibt es einige Dinge, die mir nicht so gefallen haben, insbesondere die eher lahme und unspannende Auflösung der Entführer, die mir leider (aufgrund der detailierten Beschreibung des Autounfalls) in der Mitte des Buches schon sehr klar war und es keine besonderen Vorkommnisse mehr gab auf die ich während des Lesens nicht schon selbst gekommen bin.
Aber das Zusammenspiel von Carl und Assad ist wunderbar gewählt und macht das Lesen trotz der paar Unzulänglichkeiten lustig und sehr kurzweilig.

Ich bin gespannt auf den 2. Teil und hoffe dabei auf ein bisschen mehr Spannung!
02.11.2009 07:28:43
elke17

elke17

(12941 Beiträge)


Und wieder einmal gibt es einen neuen skandinavischen Autor in der Krimi - und Thrillerszene: Jussi Adler-Olsen debütiert mit "Erbarmen", einem Thriller, der einerseits die Entführung und Gefangenschaft einer jungen, erfolgreichen Politikerin beschreibt, andererseits die Ermittlungsarbeit eines 2-Mann-Taems in einem Fall, der längst abgeschlossen scheint.

Zum Inhalt möchte ich hier nichts weiter schreiben, denn das wurde hier schon bis zur Genüge durchgekaut. Wesentlich interessanter finde ich die Anlage dieses Buches:

Die Geschichte besteht aus zwei getrennten Handlungssträngen. Zum einen ist da Merete Lynggaard, Politikerin, Schwester, Entführungsopfer und Gefangene. Zum anderen das Sonderdezernat Q, das aus zwei Personen besteht, nämlich dem traumatisierten Polizisten Carl Mørck und seinem"Mädchen für alles" Assad. Carl und Assad sind im typischen Stil eines 'Buddy-Movies' angelegt - sehr gegensätzliche Personen mit kleinen Geheimnissen, die sich anfänglich kabbeln, dann aber gemeinsam als Team erfolgreich sind. Dieses Motiv ist ja hinlänglich aus den diversesten Filmen bekannt.

Und genau da liegt meiner Meinung auch die Schwäche des Buches: Es wird zwar durch die relativ kurzen Kapitel mit Cliffhangern am Ende temporeich und auch spannend erzählt, bietet aber dem geübten Thrillerleser nicht viel Neues. Motiv und Täter sind relativ früh zu erkennen und auch die Beziehungen der Protagonisten folgen altbekannten Handlungsmustern.

Fazit: Mit Stieg Larsson kann man Adler-Olsen zu keinem Zeitpunkt vergleichen - diese Stiefel sind ihm eindeutig mehrere Nummern zu groß!
08.11.2009 13:47:24
metamarta

metamarta

(589 Beiträge)

Temporeicher, spannender Thriller

Schon der Klappentext läßt dem Leser das Blut gefrieren. Mich hat er jedenfalls neugierig gemacht und ich wurde nicht enttäuscht.

Die junge, engagierte Politikerin Merete Lynggaard verschwindet 2002 spurlos auf einer Fähre, die sich auf den Weg nach Deutschland befindet. Schnell nehmen die Ermittler an, dass es sich hierbei um einen unglücklichen Unfall handelt und stellen das Verfahren ein. Fünf Jahre später wird ein Sonderdezernat namens Q ins Leben gerufen, dessen Leitung der unbeliebte und eigenbrötlerische Spezialermittler Carl Morck übernimmt. Er soll sich um ungelöste Fälle kümmern und wird daher mit dem Fall der verschwundenen Merete Lynggaard beauftragt. Mithilfe seines Assistenten Assad entdeckt er schnell, das die Polizei damals mehr als schlampig gearbeitet hat und erkennt schon bald, dass sie duchaus noch eine Chance haben...

Nach langer Zeit, war dies mal wieder ein Thriller, der mich durchweg gepackt und überzeugen konnte. Der Autor springt immer zwischen den Zeiten hin und her, er schreibt aus der Sicht der Gefangenen und in der Gegenwart, d. h. der Leser verfolgt in der Gegenwart die Ermittlungen von Carl Morck mit. Das Bild des unbeliebten Polizisten, der eigenwillig und unsympathisch daherkommt ist natürlich nicht neu, zu dieser Handlung passte das allerdings durchaus. Die Geschichte ist gut und spannend konstruiert. Die Charaktere sind klar herausgearbeitet. Die Kapitel aus der Sicht der Gefangenen empfand ich als sehr beklemmend, brutal und angsteinflössend. Man leidet mit ihr und der Autor beschreibt alles so detailiert, als befände man sich ebenfalls in dem "Gefängnis". Die Spannung wird dadurch gesteigert, dass der Leser mit Merete hofft und bangt bzw. wissen möchte, ob sie überleben wird. Der Täter ist schnell entlarvt, dies schadet dem Buch allerdings überhaupt nicht. Ein echter Pageturner!

Da es sich hierbei um eine neue Reihe handelt, freue ich mich schon sehr auf den zweiten Fall.
28.11.2009 19:00:40
« Start   « zurück   | 1 | 2 |   weiter »   Ende »
Treffer pro Seite: 10 | 20 | 50 | 100