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Alles Fleisch ist Gras

 
Beitrag
erstellt am
Spatzi79

Spatzi79

(12833 Beiträge)

von Christian Mährig

Eine Affäre am Arbeitsplatz führt zu einer Verkettung von Verbrechen, die sich am Anfang sicher keiner hätte vorstellen können - am wenigsten Anton Galba, Leiter der Dornbirner Wasseraufbereitungsanlage. Er hatte doch nur eine kleine Affäre mit einer Kollegin und plötzlich geht es um Erpressung, Mord, das Verschwindenlassen von Leichen - und die Polizei in Person von Chefinspektor Nathanael Weiß ist nach kürzester Zeit ebenfalls tief in die Geschichte verstrickt bzw. sogar die treibende Kraft hinter dem weiteren Geschehen!

Das Buch war recht anspruchsvoll in der Sprache, viele Sätze musste ich zweimal lesen, um wirklich zu begreifen, wo die Story hingeht!

Politische und philosophische Anspielungen heben das Buch über viele Standardkrimis hinaus, das Konzept der Feme-Richter anstelle von versagenden "normalen" Rechtsorganen regt auf jeden Fall zu Nachdenken an!

Insgesamt ganz anders, als ich nach der Leseprobe erwartet hatte, aber ich bin positiv überrascht!
23.01.2010 16:53:00
Spatzi79

Spatzi79

(12833 Beiträge)

Der Autor heißt natürlich Mähr :-)
24.01.2010 08:25:01
sumisueffie

sumisueffie

(26 Beiträge)

Ich fand das Buch grandios

Anton Galba, Leiter einer Abwasseranlage steht auf einmal vor einem Problem: Wie beseitige ich die Leiche meines Mitarbeiters, der mich ween meiner Affäre erpresst hat und jetzt durch einen Unfall gestorben ist? Da kommt einem der Häcksler der Abwasseranlage wie gerufen.

Doch zu früh gefreut, Ermittler Weiß, ehemaliger Schulkamerad von Galba kommt ihm auf die Schliche. Doch anstatt ihn zu verhaften, nutzt dieser "die innovative Technik der Feindbeseitigung" für sich selbst. Denn auch in seinem Umfeld treibt sich ein Störenfried rum, den er nur all zu gern loswerden würde. Doch bei dem einen bleibt es nicht.

Weiß spielt Gott und will die Welt säubern. Wie es vor sich gehen soll wird einem schnell klar. Und eine Gleichgesinnte lässt nicht lange auf sich warten.

Diese überaus makabere Story fand ich einfach super. Die flüssige Sprache des Autors und der derbe Humor haben eine super Mischung ergeben.

Ich froh diesen Autor entdeckt zu haben. Das nächste Buch vom ihm hab ich schon bestellt.

02.02.2010 18:29:54
ultrapaula

ultrapaula

(5758 Beiträge)

Fand es ebenfalls recht gut.Hier meine Rezi:

Was macht man als Vorgesetzter, wenn man von einem Angestellten mit Fotos bei einem Seitensprung erpresst wird? So geschehen in Dornbirn, Österreich im Kriminalroman *Alles Fleisch ist Gras* von Christian Mähr.

Anton Galba, der Leiter der städtischen Abwasserreinigungsanlage (AGA) der Kleinstadt Dornbirn trifft sich mit der Laborantin Helga zu einem Schäferstündchen im Wald. Auch wenn sie sich unbeobachtet fühlen, ist da noch der Kollege Roland Mathis, Prototyp des ungeliebten Schnüfflers in der Nähe, der umbemerkt Fotos von dem Paar macht.

Während eines Betriebsrundganges versucht Mathis Galba damit zu erpressen. Sie befinden sich in der Reinigungsanlage und war es Zufall, war es Mordabsicht, stürzt Mathis in einen großen Gärbehälter, von dem aus er später per Häcksler endgültig beseitigt wird.

Nathanael Weiß, der ermittelnde Polizist konfrontiert Galba mit seinen Vermutungen, spricht aber keinen konkreten Verdacht aus. Diese Form der Andeutungen, familiäre und freundschaftlichen sprachlichen Kodierungen sind unverzichtbarer Bestandteil des Romans. Dadurch entsteht beim Leser immer wieder der Eindruck, der Fall sei bald gelöst. Mehr oder weniger werden der Polizist und Anton Galba zu Verbündeten, denn das Morden geht weiter oder sagen wir seine eigenen Wege, denn wer nicht passt, wird beseitigt, Möglichkeiten und falsche Fährten bieten sich genug.


Christian Mähr hat einen wunderbaren Regionalkrimi mit viel schwarzem Humor und Skurilität geschrieben. Seine sprachliche Gestaltung ist einzigartig und philosophisch inspiriert. An manchen Stellen erschien es mir etwas zu langatmig bzw. zu ausschweifend, aber die Aussicht, dass große Taten bevorstehen, wie es in den Dialogen heißt, ließ mich das Buch bis zum Ende lesen.

Dem Leser wird zwar einiges an Konzentration abverlangt, aber auch wiedrum mit zahlreichen sprachlichen Pointen und anderen unvorhersehbaren Ereignissen belohnt.Insgesamt ist es ein satirischer Kriminalroman, der sich mit den Schwächen und Unzulänglichkeiten in allen Schichten und Berufsgruppen der Bevölkerung beschäftigt.

Christian Mähr ist für mich ein Autor, den es noch zu entdecken gilt.
21.02.2010 08:57:31