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Finstere Orte, Gillian Flynn

 
Beitrag
erstellt am
Spatzi79

Spatzi79

(12833 Beiträge)

Gibts echt noch keinen Thread dafür? Hab nichts gefunden!

Meine Meinung über das Buch:

Libby Days Familie wurde umgebracht als sie gerade 7 Jahre alt war. Ihre Mutter und ihre beiden Schwestern wurden bestialisch ermordert und ihr älterer Bruder Ben wurde für dieses Verbrechen mit lebenslänglich verurteilt. Libby hat dazu beigetragen, indem sie damals ausgesagt hat, sie hätte ihren Bruder bei der Tat gesehen.

25 Jahre später, Libby ist pleite und muss sich überlegen was sie mit ihrem Leben anfängt. Sie hat nichts gelernt und immer von der Mildtätigkeit fremder Menschen gelebt. Da kommt ihr eine Gruppe namens Kill Club gerade recht. Trotz des Namens ganz normale Menschen, deren Hobby es ist, sich mit den genauen Umständen von Verbrechen zu beschäftigen. Viele der Mitglieder halten Ben für unschuldig und wollen Libby überzeugen, dass sie ihre damalige Aussage revidiert. Sie zahlen ihr Geld dafür, dass sie mit Menschen von damals Kontakt aufnimmt, um neue Fakten zutage zu bringen. Obwohl Libby es anfangs nur für das Geld tut, wird es ihr immer mehr zum Bedürftnis herauszufinden, was damals geschehen ist.

Das Buch wird abwechselnd aus der Sicht von Libby heute, sowie ihrer Mutter und ihrem Bruder damals erzählt.

Schon in der Leseprobe fand ich Libby Day zutiefst unsympathisch, ein Eindruck, der sich im Verlauf des Buches kein bisschen geändert hat. Leider gibt es keinen einzigen anderen Charakter in diesem Buch, der als Sympathieträger durchgehen würde.

Die Geschichte beruht auf einer interessanten Idee, ist aber total öde umgesetzt, einzig die Wechsel der Erzählperspektive erhalten ein bisschen die Spannung aufrecht. Die Auflösung passt in ihrer Belanglosigkeit immerhin hervorragend zum Rest des Buches.
01.03.2010 19:40:38
schwarzwaldelch

schwarzwaldelch

(5306 Beiträge)

Finstere Orte von Gillian Flynn

Libbys Bruder hat vor knapp 25 Jahren die Familie umbegracht. Mutter und zwei Schwestern wurden von ihm ermordet und seither sitzt Ben im Gefängnis, da Libbys Aussage ihn zum Mörder mitverurteilt hat. Libby ist seither eine verbitterte Frau, leidet an Depressionen und ihre Selbstbezogenheit zerfrisst sie. Nachdem der Spendenfonds für sie aufgebraucht ist, lässt sie sich von einer Organisation überreden nochmals über die Vergangenheit zu sprechen. In einem Rückblick in ihre Kindheit ist sie ein fröhliches Kind mit einer besonders guten Beziehung zu ihrem Bruder, könnte es also sein, dass er unschuldig hinter Gittern sitzt? Was geschah damals wirklich?
Libby ist stark traumatisiert und depressiv, hervorgerufen durch den Mord an ihrer Familie. Der Rückblick in die Vergangenheit zeigt aber ein glückliches Kind in ärmlichen Verhältnissen. Ist der Bruder Ben wirklich der Mörder? Trotz der düsteren und beklemmenden Aussichten scheint es, als wäre in der Vergangenheit wirklich etwas anderes passiert.
Ein tolles Buch und eine sehr gut konstruierte Geschichte. Sehr düster, aber die Entwicklung der Personen ist toll zu lesen, man merkt, wie die Stimmung ins positive gleitet, nur wenig, aber merkbar. Eine richtig tolle Auflösung der Morde kann der Leser hier erwarten, die Bücher dieser Autorin sollte man gut im Auge behalten.



01.03.2010 22:35:09
Mary_Poppins

Mary_Poppins

(8564 Beiträge)

Kinakee 1985: Die 7-jährige Libby, lebte zu dieser Zeit mit ihrem Bruder Ben, ihren Schwestern Michelle und Debby und ihrer Mutter Patty auf einer Farm. Ihr Dad runner hatte sie verlassen. Patty plagten außer den Geldsorgen auch noch der 15-jährige Ben, der sich in letzter Zeit sehr verändert hatte: Er trug fast ausschließlich schwarz, verhielt sich merkwürdig und färbte sich zu guter Letzt auch noch die Haare pechschwarz. In der darauf folgenden Nacht wurden Patty, Debby und Michelle auf brutalste Art ermordet. Die kleine Libby konnte entkommen und war sich 100%ig sicher, dass Ben der Mörder ihrer Familie war. Das brachte dem 15-Jährigen eine lebenslange Haftstrafe ein.

24 Jahre lang lebte Libby aus einem Spendenfonds, der damals für das hinterbliebene Mädchen der Familien-Tragödie eingerichtet wurde. Doch nun ist das Geld aufgebraucht und der Verwalter teilt Libby mit, sie müsse sich nun eine Arbeit suchen. Für Libby ist das nicht vorstellbar: Am Liebsten verbringt sie den ganzen Tag im Bett und redet sich ein sie wäre krank. Getrieben von Geldnot, antwortet sie auf einen Brief, in dem ihr für einen Auftritt Geld geboten wird. Sie soll einmal zu einem Treffen des "Kill Clubs" (deren Mitglieder sich für Verbrechen interessieren) kommen. Was Libby nicht ahnt: Sämtliche Leute, die sich für den Mord an ihrer Familie interessieren, sind von Bens Unschuld überzeugt und wollen, dass Libby Kontakt zu Ben, Runner und anderen Leuten aus ihrer Kindheit aufnimmt, um den wahren Täter zu finden.

Auf das Geld angewiesen, nimmt Libby "den Auftrag" an und geht zurück in die Vergangenheit zu "Darkplace". Doch je weiter sie zurück geht, umso mehr ist auch sie überzeugt, dass Ben nicht der Täter war...



Das Buch wird aus 3 Sichtweisen erzählt: Libby, die jetzt auf der Suche nach dem wahren Täter ist, Patty, die ihren letzten Tag erlebt und Ben, der seinen letzten normalen Tag verlebt, bevor das Massaker sein Leben für immer veränderte.

Zunächst ist die Story äußerst spannend, man weiß ziemlich genau, dass Ben die Tat nicht begangen haben kann. Doch nach gut 100 Seiten wirkt die Geschichte nur abgedroschen, kommt nicht voran und wird somit langweilig. Das Verbrechen ist sehr detailliert und gut beschrieben, daher kein Buch für schwache Nerven. Aber auch Hartgesottenen kann ich das Buch nicht empfehlen.

Libby nimmt Kontakt zu den Leuten aus der Vergangenheit auf, scheint aber nichts Neues zu erfahren und die Spuren verlaufen sich z.T. im Sand. Ich hatte daher das Gefühl, sie würde immer wieder von vorne anfangen. Das Ende ist zwar sehr tragisch und überraschend, kann aber das Buch nicht rausreißen.

Das was die Inhaltsangabe verspricht, kann das Buch leider nicht einhalten. Schade, denn eingentlich ein außergewöhnlicher Thriller, leider falsch umgesetzt.
02.03.2010 06:43:41
tigercat666

tigercat666

(119324 Beiträge)

Gut das ich das nur als Leihbuch hier habe, nach euren Kritiken, möchte ich es nicht lesen müssen.
Reinschauen werde ich natürlich.
02.03.2010 07:51:06
Spatzi79

Spatzi79

(12833 Beiträge)

Falls trotz der Kritiken noch jemand lesen will, ich lasse es in einem meiner LKs wandern, einfach bei mir melden!
02.03.2010 08:29:16
scarlett_eyes

scarlett_eyes

(3400 Beiträge)

ich habe es gestern abend noch ausgelesen und ich muss sagen, mir hat es im großen und ganzen gefallen! es hatte manchmal ein paar längen in denen sich nicht viel weiterentwickelt und das ende fand ich ziemlich überzogen, aber die verschiedenen perspektiven waren gut gelungen und der schreibstil sehr flüssig. klar die figuren waren jetzt nicht die absoluten sympathieträger, aber das muss in so einem buch auch nicht unbedingt sein. mein fazit: nicht der beste thriller des jahres, aber auf jeden fall lesenswert!
02.03.2010 10:25:15
BineL

BineL

(18436 Beiträge)

Auf Darkplace, auf der Farm der Familie von Libby, werden Libbys Mutter und ihre beiden Schwestern brutal ermordet. Libby, damals gerade mal 7 Jahre alt, konnte flüchten. Ihr Bruder Ben wird verdächtigt, diese Gräueltat begangen zu haben und wird zu lebenshafter Haftstrafe verurteilt.
Doch über 20 Jahre später ist sich Libby doch nicht mehr so sicher, ob sie damals wirklich richtig ausgesagt hat und zweifelt an der Schuld ihres Bruders. Ihre Recherche bringt sie selbst in Lebensgefahr.

Dieser Thriller ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Eben ein absoluter Page-Turner. Die Sprache, die Gillian Flynn nutzt, reißt die Leser regelrecht mitten ins Geschehen. Der Spannungsbogen ist der Autorin wirklich gelungen. Man spürt Libbys Verzweiflung und möchte ihr gerne helfen. Man spürt Bens Drang, allen zu gefallen und seine Sehnsucht nach der Vaterfigur....

Dieser Roman hat mich auch nachdenklich gestimmt: Kennt man seine Familie (Eltern und Geschwister) wirklich so gut, wie man glaubt oder verbirgt sich hinter jedem doch eine andere Persönlichkeit?

Fazit:
Ein wirklich gut durchdachter Thriller mit den Perspektivwechsel zwischen Libby, Ben und Patty, der alleinerziehenden Mutter, der alles über den Kopf zu wachsen scheint. Die Spannung bleibt wirklich bis zum Schluss erhalten und bietet dem Leser ein überraschendes Ende. Ich war begeistert und fast ein wenig enttäuscht, als die letzte Seite gelesen war.

02.03.2010 10:52:14
Cruella

Cruella

(7572 Beiträge)

Die Erinnerung ist ein "finsterer Ort"!

Libby Day ist die Überlebende eines Familienmassakers, bei dem sie ihre Mutter und ihre Schwestern verlor. Früher konnte sie damit gut Geld machen, es half ihr beim Überleben, aber der Trubel um sie hat längst nachgelassen und sie kämpft um jeden Cent. Nur deshalb lässt sie sich auf das Engagement eines "Kill Clubs" ein, der sich mit Morden und deren Aufklärung beschäftigt. Hier ist sie eine Art "Star"... allerdings bringt sie dieser Club auch dazu, über ihre Vergangenheit nachzudenken. Denn die Mitglieder sind der Meinung, dass ihr Bruder Ben auf keinen Fall der Schuldige sein kann. Sie lässt sich darauf ein, besucht ihren Bruder, fängt an in ihrer Vergangenheit zu kramen und es kommen Dinge ans Licht, die sie längst verdrängt hatte und die sie an allem Zweifeln lassen...

Libbys Weg in die Vergangenheit, wird abwechselnd erzählt mit Szenen aus der Vergangenheit. Man erfährt mehr über ihre Familie, deren Geldprobleme und Existenzängste, und auch über den pubertierenden Ben, der sich gerne dunklen Gedanken hingibt und ziemlich angekotzt ist über so vieles...

Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten, um der Spannung nichts zu nehmen... nur soviel: Frau Flynn hat es geschafft, ihrem Stil, den sie in "Cry Baby" gesetzt hat, treu zu bleiben. Sie hat eine Protagonistin, die aus der Reihe fällt, eine düstere Familiengeschichte, die dem Leser unbehagen bereitet. Und dann Wendungen in der Geschichte, die man nicht kommen sieht... diese wirken allerdings bei "Finstere Orte" stellenweise sehr konstruiert.

Alles in allem also ein tolles Buch und ein solider Thriller. Aber leider schafft es Gillian Flynn nicht, mich mit "Finstere Orte" so zu begeistern wie mit ihrem Debüt "Cry Baby".
13.03.2010 21:52:15
sumisueffie

sumisueffie

(26 Beiträge)

Libby entgeht mit sieben Jahren einem schrecklichen Masaker. Nur sie und ihr Bruder Ben überleben. Doch für ihren Bruder ist die Geschichte damit nicht beendet. Er landet lebenslang im Gefängnis, da alles gegen ihn spricht. Sogar die kleine Libby glaubt sich daran zu erinnern wie ihr Bruder ihre Mutter und ihre zwei Schwestern umgebracht hat.

Fündundzwanzig Jahre später, als Libby das Geld aus dem damals gegründeten Spedenfound ausgeht, wird sie gezwungen sich mit ihrer tragischen Lebensgeschichte auseinander zu setzten. Wobei sie damit zunächst nur an Geld kommen will. Aber so langsam glaubt auch sie nicht an Ben´s Schuld.

Nach und nach entfaltet die Geschichten ihre ganze Grausamkeit. Jeder hat Geheimnisse und keiner will mit der Sprache rausrücken. Schließlich und endlich erfährt Libby das dunkle Geheimnis welches diese schreckliche Nacht umweht hat....

Die Autorin schreibt in einer Sprache, die mir sehr gefallen hat. So ziemlich gegen Anfang hat die Spannung ein Loch gehabt was sich schnell wieder geändert hat. Ab da war der Nervenkitzel perfekt.
16.03.2010 21:17:30
tanja_kaeser

tanja_kaeser

(1561 Beiträge)

Ich lese das Buch auch gerade.
Mir gefällt der Schreibstil und die Protagonistin, aber ich tue mich wirklich schwer damit, mehr als 10 Seiten am Stück zu lesen.

Ich bin sehr enttäuscht, da ich Spannung erwartet hatte, aber die kann ich leider nicht finden. Ich finde es eher langweilig... Schade!
05.04.2010 21:39:06