Das Tauschticket-Forum

Hier können Sie mit anderen Mitgliedern diskutieren, Fragen zu Tauschticket stellen, auf Ihre angebotenen Artikel aufmerksam machen und natürlich andere Mitglieder kennen lernen. Bitte beachten Sie dabei die Regularien unseres Forums.

Suche im Forum

Emma Hamberg: Landliebe gesucht

 
Beitrag
erstellt am
Jai20

Jai20

(480 Beiträge)

Auch wenn die Inhaltsangabe eher einen typischen lustigen Frauenroman vermuten lässt ist Emma Hamberg mit Landliebe gesucht ein wirklich schöner Familienroman gelungen.
Die 3 Schwestern Lena, Marie und Asa könnten wirklich kaum unterschiedlicher sein. Lena hat einen Mann der mehr Zeit in seiner Werkstatt als zu Hause verbringt, 4 Kinder, jede menge Kaninchen und scheinbar nie enden wollende Wäscheberge. Marie arbeitet in Stockholm in einer Heavy Metal Bar als Barkeeperin und der einzig konstante Mann in ihrem Leben ist ihr Rottweiler Otto. Asa ist verheiratet, beruflich erfolgreich, leidet jedoch unter ihrer Kinderlosigkeit. Und dann ist da noch Solvändan, der Bauernhof mit 200 Kühen auf dem die drei aufgewachsen sind. Als der Vater der drei Schwestern stirbt ist plötzlich nichts mehr so wie es wahr, und die drei Schwestern aber auch Irene, ihre Mutter, sind gezwungen ihr bisheriges Leben zu überdenken.

Mit viel Sprachwitz stellt Emma Hamberg dem Leser ihre Protagonistinnen vor und man hat schnell das Gefühl mitten im Geschehen dabei zu sein und Lena, Marie und Asa schon lange zu kennen. Mir waren die drei jedenfals gleich sehr sympathisch.

Das Buch lässt sich gut und flüssig lesen und auch wenn ich am Anfang dachte, die Geschichte sei vorhersehbar wendete sich das Blatt dann mehrmals so dass die Geschichte nie ihre Spannung verlor.

Lediglich den Titel finde ich etwas missglückt, da gefällt mir der schwedische Originaltitel Brunstkalendern schon besser.

Es hat wirklich Spaß gemacht dieses Buch zu lesen und ich bin schon gespannt auf weitere Bücher der Autorin. Ein tolles Buch, für kalte, kuschelige Abende auf der Couch.
11.11.2008 13:33:40
urlaubsbille

urlaubsbille

(1040 Beiträge)

Zur Autorin:
Emma Hamberg, geboren 1971 im schwedischen Vänersborg, hat mehrere Kinder- und Jugendbücher geschrieben. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Töchtern in einem Vorort von Stockholm. Nach 'Immer dieser Zirkus mit den Männern' wurde auch ihr neuer Roman, 'Landliebe gesucht', zu einem überragenden Erfolg.

Klappentext:
Lenas Alltag ist mehr als nervig mit einem Mann, der nie zu Hause ist, vier Kindern und jeder Menge Haustiere. Der einzige Lichtblick ist Conny, der einmal wöchentlich mit seinem Eisauto vorbeikommt Lenas ältere Schwester, die coole Marie, leitet eine Stockholmer Bar, doch ihr sonstiges Leben ist abgesehen von ihrem getreuen Rottweiler Otto ziemlich leer. Und auch Åsa, die dritte im Bunde, ist unglücklich: Das ersehnte Kind will sich einfach nicht einstellen. Als der Vater von Lena, Marie und Åsa überraschend stirbt und ihre Mutter mit dem Bauernhof und zweihundert Kühen alleine dasteht, ändert sich das Leben der drei von einem Tag auf den anderen Mit viel Humor und Herz erzählt Emma Hamberg in ihrem wunderbaren neuen Roman von Liebe, Eifersucht, Leidenschaft und von der großen Kraft der Familienbande

Meine Meinung:

Es handelt sich um einen Familienroman. Die Beschreibungen sind gut nachvollziehbar und durch immer neue Ereignisse wird es nie langweilig. Die Sprache ist locker bis leger.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen und viel Spaß gemacht.
15.11.2008 14:20:35
schwarzwaldelch

schwarzwaldelch

(5306 Beiträge)

Ich lese noch dran, bin noch nicht fertig.
15.11.2008 17:37:06
Sillesoeren

Sillesoeren

(107 Beiträge)

Ach, ihr meint das Buch, das ich immer nur "Brunstkalender" nenne, weil der schwedische Titel besser passt:

Titel und Covergestaltung lassen auf oberflächlich-alberne Chicklit schließen. Wie angenehm, während des Lesens feststellen zu dürfen, das das Buch deutlich mehr Tiefgang hat, als die Äußerlichkeiten vermuten lassen. Ich fürchte nur, dass der Verlag damit einige Fehlkäufe heraufbeschwört. Der Originaltitel "Brunstkalender" wäre auch im Deutschen passender und witziger gewesen, immerhin geht es um einen Bauernhof mit Milchwirtschaft und Kälberzucht sowie um eine kinderlose Frau, die quasi auch einen Brunstkalender führt.
Vom Inhalt her ist es ein netter Familienroman: Die drei erwachsenen Töchter des Bauernehepaars Irene und Rolf leben ihr eigenes Leben fernab des elterlichen Hofs. Sie sind in ihren Charakterzügen so unterschiedlich, dass sie sich wohl nie kennen gelernt hätten, wenn sie nicht in derselben Familie aufgewachsen wären. Jede hat ihre eigenen Sorgen und Probleme, die erstmals bei einem Kindergeburtstag aufeinander prallen, mit dem Tod des Vaters aber bei allen Frauen (Mutter Irene und Töchter Åsa, Lena und Marie) zu einer Lebenskrise mutieren.
Der Stil ist flüssig und zeitgemäß, auch wenn ich mich wirklich nicht mit der Gegenwartsform bei Romanen anfreunden kann. Die Autorin wechselt je nach im Mittelpunkt der Handlung stehenden Personen das Tempo und die Formulierungen, nette Idee! Beispiel aus den ersten Kapiteln: Das Kapitel zu Lena ist eine typische Familiensituation mit gestresster Mutter, abwesendem Vater, chaotischen Kindern und vielen Haustieren. Entsprechend durcheinander ist auch der Schreibstil. Marie ist Bardame, sie ist nur an Äußerlichkeiten wie Lippenstift und Zurschaustellung ihrer Brüste interessiert. So oberflächlich und kurz angebunden Gespräche in einem solchen Umfeld sind, so abgehackt und kurzatmig ist auch der Schreibstil dieses Kapitels. Langweilig fand ich besonders die Beschreibung von Åsa. Was interessiert mich das Leben einer stinkreichen, schüchternen, ungewollt kinderlosen IT-Spezialistin?
Dieser Familienroman ist weit von "Friede, Freude, Eierkuchen" oder "Bullerbü für Erwachsene" entfernt, wie es der Waschzetteltext vermuten lässt. Die handelnden Personen sich realistisch gezeichnet, jedes Verhalten ist so gut nachvollziehbar, dass ich mitunter bei einem Streit großes Verständnis für beide Parteien hatte oder sogar dachte, die Autorin beschreibe mich selbst. Bei allen tragischen, traurigen und turbulenten Vorgängen gibt es auch urkomische Elemente. Ich denke da an eine Szene, in der Robert nach einer heißen Sexnacht mit heruntergelassener Hose auf dem Teppich einschläft und in eben diesem Zustand am nächsten Morgen beim Aufwachen in die neugierigen Gesichter seiner drei Kinder blickt, die wissen wollen, ob er in der Nacht den Weg zur Toilette nicht mehr gefunden hat. Angenehm ist das offene Ende in Bezug auf die Liebesbeziehungen der drei Schwestern, alles andere wäre mir zu kitschig gewesen.

Mein Fazit aus dem Buch: Auf der Suche nach dem Glück muss man erst ganz tief fallen oder einen schweren Verlust erleiden, um die Kraft zu haben, neu anzufangen und das Leben zu meistern.

Mein Fazit zum Buch: Nette Lektüre für Leute, die gerne humor- und gefühlvolle Familienromane lesen.
15.11.2008 21:18:52
Everett

Everett

(780 Beiträge)

Bin auch noch am Lesen und werde meine Meinung hier dann auch kund tun. Bisher gefällt es mir ganz gut.
20.11.2008 23:04:38
Everett

Everett

(780 Beiträge)

Das Cover passt noch so einigermaßen zum Buch, der deutsche Titel nun gar nicht. Unter dem Titel erwartet man eindeutig einen anderen Roman, und Ärger mit den Kühen gibt es vielleicht nur im übertragenen Sinn.
Das Buch mit dem schwedischen Originaltitel Brunstkalendern handelt von drei Schwestern und ihrem unterschiedlichen Leben. Aufgewachsen sind sie auf dem elterlichen Hof, auf dem Kühe gehalten werden.
Asa lebt mit ihrem Mann in der Stadt, und hat als IT-Fachkraft viel Geld verdient. Daher kommt die viel zu große Wohnung. Doch ihr größter Wusch, ein Kind, wird ihr bisher nicht erfüllt. Lena ist ver-heiratet, hat vier Kinder und einen Job. Sie lebt in der Nähe des elterlichen Hofes und ist mit dem stressigen Alltag und immer demselben Einerlei völlig überfordert und am Ende. Marie lebt als Single mit Hund in der Stadt und verbringt die Nächte als erste Barfrau einer Rockerkneipe.
Der plötzliche Tod des Vaters verändert das Leben aller.
Den Ausbruch von Lena kann ich gut nachvollziehen, und der Zusammenbruch von Marie hat mich total berührt.
Erst scheint für alle drei und die Mutter alles sehr kompliziert, doch durch die verschiedenen Ereig-nisse klärt sich fast alles zum Guten und die Schwestern finden sich selber und zueinander zurück.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir gut, auch mal flapsig geschrieben. So, wie man selber in gewissen Situationen auch reden würde. Am Anfang dachte ich, wie gut, dass ich die Problem in der Form nicht habe, macht ja schon depressiv. Doch durch den schlimmen Einschnitt, den Tod des Vaters, kommen die längst nötigen Veränderungen. Sehr gute Unterhaltung die auch mal zum Nachdenken über das eigene Leben anregt, und zum Ende alles gut wird.
22.11.2008 20:56:23
Binea7885

Binea7885

(17 Beiträge)

...ist hier die Frage. In Emma Hambergs Frauenroman "Landliebe gesucht" oder auch "Brunstkalendern" genannt, geht es um die drei Schwestern Lena, Asa und Marie die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Lena mit vier Kindern Ihnren Mutterpflichten mehr oder weniger nachkommt, versucht Asa die vermögende Geschäftsfrau vergebens ein Kind zu bekommen. Marie, die dritte im Bunde, geht voll und ganz in Ihrem Beruf der rockenden Barfrau auf, die mit Ihrem Hund Otto durch dick und dünn geht. An Männern, Zigaretten und Snus darf es bei Marie auf keinen Fall fehlen. Auch die Eltern, Irene und Rolf, der drei Schwestern, scheinen nicht allzu interessiert an Ihren Kindern, denn der große Hof mit hunderten von Kühe steht in Ihrem Lebensmittelpunkt. So lebt jeder sein Leben, bis zu dem Tag als Rolf plötzlich stirbt und nicht nur das Leben von Irene, sondern auch das Ihrer Töchter aus dem Ruder läuft.

Emma Hamberg, 1971 im schwedischen Vänersborg geboren, lebt mit Ihren drei Töchtern und Ihrem Mann in einem Vorort von Stockholm.

Mir hat dieser, nach dem Buchcover zu urteilen, kitschige Frauenroman gut gefallen. Einige witzige Passagen sind so herzlich wieder gegeben, dass schmunzeln vorprogrammiert ist und langweilige Stellen im Buch von vornherein ausgeschlossen sind. In einer frischen Art und Weise beschreibt Frau Hamberg Ihre drei Protagonistinnen so, dass man als Leser jede der drei Frauen bildlich vor sich sieht. Doch das Klischee von Kitsch schwindet von Seite zu Seite mehr dahin, als klar wird, dass es hier nicht um das finden der großen Liebe sondern um die Suche nach einem besseren Leben geht. Die Charaktere sind alle auf Ihre Weise sehr eigen und wollen vorerst selbst Ihr Leben auf die Reihe bekommen. Als Lena Ihren Mann und die Kinder verlässt um sich mit dem Eisverkäufer einzulassen, springt Asa als Ersatzmutter ein. Um das Chaos noch perfekt zu machen, stirbt Rolf, Irenes Mann. Daraufhin reise Marie zu Inge und holt auf dem Hof Ihre Versäumnisse von früher auf.

Der Schreibstil von Emma Hamberg ist sehr flüssig, kurze Sätze, eine einfache, fast schon im bäuerlichen Stil "plumpe" Ausdrucksweise und viele Abschnitte gliedern den Roman. Die Kapitel sind etwas unübersichtlich eingeteilt. Vorerst denkt man, dass immer ein Kapitel einer Protagonistin gewidmet ist, doch im laufe des Buches wird in einem Kapitel von Lena zu Asa über Marie hin und her gesprungen. Anfangs ist es gewöhnungsbedürftig, nach dem umblättern ohne Vorwarnung gleich bei einem anderen Protagonisten zu sein, wo man es aus anderen Romanen gewöhnt ist Punkte oder Schörkel an diesen Stellen zu finden.
Das scheinbar offene Ende, lässt Platz für die Wünsche & Gedanken des Lesers und Frau Hamberg kann dieses Potenzial nutzen, um einen weiteren "Landliebe gesucht" Roman zu schreiben.

Ein Frauenroman für einen gemütlichen Abend, als leichte Kost, bei Kerzenschein und einem Glas Wein.
23.11.2008 12:11:52
Elmo74

Elmo74

(14462 Beiträge)

Landliebe gesucht
Mit den Hühner geht man schlafen

so habe ich mir das Landleben vorgestellt

Landliebe gesucht von Emma Hamberg schreibt von drei Schwestern,wo jeder gerne das andere Leben von einer Schwester haben möchten und mit dem eigenen sehr unzufrieden ist. Es geht um Kinderkriegen,Männer werden betrogen und verlassen und einen Barjob zu schmeißen. Jede von den Schwestern überdenkt das eigene Leben,als der Vater von ihnen stirbt und Frau und Hof mit Kühen hinterlässt. Es muss überlegt werden,was mit dem Hof geschied,wer ihn weiterleitet oder was aus der Mutter wird. Zurück aus der Stadt und wieder im Stall arbeiten;dahin wovon man als junger Mensch wegerannt ist, dass müssen sich die Schwestern überlegen. Igendwie findet man sich in einzelnen Abschnitten selbt im Buch wieder und einige Stellen sind zum schmunzeln,andere bewegen einen zum Taschentuch. Den Titel finde ich etwas unpassend,im Buchladen würde ich das Buch übersehen,aber eine Übersetzung vom Titel der schwedischen Originalausgabe Brunstkalendern viel mir im meinen Lesezeitraum leider auch nicht ein.
30.11.2008 21:08:34
garados

garados

(4329 Beiträge)

Hinter "Landliebe gesucht" verbirgt sich die melancholisch-heitere Geschichte von drei Schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
Die rebellische Marie, Barfrau in einer Rockkneipe, Asa, zurückhaltend, erfolgreich aber mit unerfülltem Kinderwunsch, und Lena, die zwischen Job, Haushalt und Kindern aufgerieben wird.
Durch den plötzlichen Tod des Vaters tun sich tiefe Abgründe auf und jede der drei wird auf die ein oder andere Weise in eine Krise gestürzt...

Den Titel des Buches finde ich äußerst unpassend gewählt, erinnert er doch zu stark an "Bauer sucht Frau", womit die Geschichte rein gar nichts zu tun hat. Auch sucht eigentlich niemand eine Landliebe. Nett fand ich dagegen den Originaltitel "Brunstkalendern", was ja auch in der Handlung des Buches das ein oder andere Mal vorkommt.
Insgesamt war ich sehr positiv überrascht, denn ich hatte mehr einen 0815 Liebes-Groschenroman erwartet. Jedoch konnte ich in die Drei wirklich hineinversetzen (wer würde nicht manchmal genervt am liebsten alles hinwerfen?), sehr einfühlsam bringt die Autorin die Probleme der Schwestern nahe ohne kitschig oder übertrieben zu wirken.
Auch das Ende fand ich gelungen, eine wirklich kurzweilige Unterhaltung!
03.12.2008 09:07:55
Sunangel

Sunangel

(13944 Beiträge)

hab mir das buch letze woche gekauft dann bin ich mal gespannt wie ich da rein komme...
03.12.2008 11:49:47
Jai20

Jai20

(480 Beiträge)

Also ich bin gut in das Buch reingekommen und fand auch die Vorstellung der einzelnen Charaktäre am Anfang nicht zu verwirrend.
Ich wünsche dir viel Spaß beim lesen, mir hat es sehr gut gefallen.
03.12.2008 21:24:21
Daniliesing

Daniliesing

(17589 Beiträge)

Eine positive Überraschung


Als ich den Titel dieses Buches las, dachte ich sofort "Oh nein, nicht ein Buch im Stil von Bauer sucht Frau". Auch der Klappentext konnte mich beim besten Willen nicht überzeugen. Wider erwarten hat das Buch aber mit seinem Cover und Klappentext eigentlich wenig bis gar nichts gemein. Deshalb wurde ich sehr positiv überrascht.

Es ist eine Geschichte dreier sehr unterschiedlicher Schwestern. Als Kinder sind sie zusammen auf dem Hof ihrer Eltern aufgewachsen, wo es viel Arbeit mit den Tieren (speziell Kühen) gab. Frühes Aufstehen und körperliche Anstrengung gehörten zur Tagesordnung.
Mittlerweile sind die 3 erwachsen und haben sich sehr verschieden entwickelt. Marie ist Barkeeperin in einer Rock-Bar, hat sich die Brüste vergrößern lassen und kümmert sich auch sonst eher um ihr äußeres Erscheinungsbild. Von ihrer Mutter hat sie sich nie verstanden gefühlt.
Lena ist schon früh Mutter geworden, hat mittlerweile vier Kinder, so einige Haustiere und einen meist abewesenden Mann names Robert.
Asa lebt allein mit ihrem Mann Adam in der Stadt. Zusammen haben sie eine riesige Wohnung und fühlen sich damit eigentlich gar nicht so wohl. Zwar haben sie viel Geld, aber noch viel lieber hätten sie ein Kind, was sich aber als schwieriger herausstellt, als erwartet.
Alle drei sind nicht zufrieden mit ihren Leben und als dann auch noch der geliebte Vater stirbt, überschlägt sich alles. Sie fühlen sich auch unverstanden und es muss sich einfach etwas in den Leben der Drei ändern.

Anfangs dachte ich ja, dass das Buch sehr von Vorurteilen behaftet ist und sich zu vieler Klischees bedient. Doch je länger ich gelesen habe, desto mehr überzeugte mich das Buch. Die Figuren wirken immer echter und trotz ihrer Unterschiedlichkeit kann man sich in ihre Probleme hineinversetzen. Wirklich liebevoll beschreibt Emma Hamberg die drei Schwestern und man muss sie einfach alle mögen. Zwar tun sie sich auch gegenseitig weh und sind manchmal nicht ganz fair den anderen gegenüber, aber trotzdem wird ihre Liebe zueinander klar ausgedrückt. Ihnen ist immer bewusster, dass man den Lebensstil und die Einstellungen der anderen nicht immer verstehen muss, um sich damit zu arrangieren und sie zu akzeptieren. Für jeden ist etwas anderes richtig und gut.

Sprachlich kann man das Buch sicher nicht als hoch-literarisch bezeichnen, aber das muss es auch gar nicht sein. Es handelt sich ja um das Leben drei ganz normaler Schwestern und so wirkt der Sprachstil auch echt und passend zur Situation. So kann man das Buch sehr schnell lesen und ist doch traurig, wenn es vorbei ist. Man schließt die Figuren einfach ins Herz und gerade Maries Humor gefiel mir äußerst gut.

Als negative Punkte kann ich wirklich nur anmerken, dass der Titel und der Klappentext nicht passen. Man könnte wirklich denken, dass diejenigen, die dafür verantwortlich sind, das Buch gar nicht gelesen haben.
Am besten davon lässt man sich nicht abschrecken und liest diesen schönen, liebevollen und feinfühligen Familienroman selbst. Dann kann man sich nämlich eine passendere Meinung bilden.

Gern würde ich auch eine Fortsetzung lesen, denn möglich wäre diese auf jeden Fall.
06.12.2008 18:35:44
silkedb

silkedb

(17071 Beiträge)

Nach jedem Gewitter folgt auch wieder Sonnenschein

Inhalt:
Marie hat ihr Leben im Griff. Sie ist gut aussehend, taff und arbeitet als Barchefin in Stockholm.
Asa ist finanziell unabhängig, erfolgreich im Job und glücklich verheiratet.
Lena hat sich früh den Wunsch nach Kindern erfüllt und wollte schon immer eine große Familie haben. Jetzt lebt sie mit vier Kindern und Mann im eigenen Haus.
Das einzig gemeinsame das diese drei Frauen haben, ist ihre Familie - sie sind Schwestern.
Doch auf der Geburtstagsfeier von Hampus, Lenas Jüngstem, sind erst Risse im heilen Gefüge der Schwestern zu erkennen.
Lena kann die Fassade der glücklichen Mutter und Hausfrau nicht weiter aufrecht erhalten. Sie bricht unter dem Druck zusammen. Doch niemand aus der Familie erkennt ihre stillen Hilferufe. Als schließlich auch noch Rolf, der Vater der Schwestern überraschend stirbt, lässt Lena alles hinter sich. Sie verlässt ihren Mann und ihre Kinder.
Konfrontiert mit den Problemen ihrer Schwester und wachgerüttelt durch den Todesfall in der Familie, gerät nun auch das gewohnte Leben von Asa und Marie aus den Fugen.
Wie wird nun die Zukunft der Schwestern aussehen und welche weiteren Schicksalsschläge müssen sie noch verkraften?

Meine Meinung:
Anhand des Titels hatte ich "Landliebe gesucht" schnell in die Schublade "triviale Frauenliteratur" gepackt. Das wird dem Buch jedoch absolut nicht gerecht. Es geht weniger darum eine Liebe zu finden, sondern eher den Weg zurück zu den eigenen Wurzeln und der Familie. Meiner Meinung nach, wäre daher der Originaltitel "Brunstkalender" passender gewesen (die Zusammenhänge klären sich im Buch) und zudem hätte er sicherlich auch mehr die Neugier potenzieller Leser geweckt.
Einige Schwierigkeiten hatte ich mit der schwedischen Währung und den schwedischen Begriffen im Text. Ich hätte es schön gefunden, wenn für die deutschen Leser ein kleiner Glossar oder Fußnoten vorhanden gewesen wären.
Die Einblicke in schwedische Traditionen ("Sandwichtorten") und die unterschiedliche Sichtweise der Schwestern auf Land und Leute empfand ich als sehr interessant.
Insgesamt war das Buch tiefgründiger als ich erwartet hatte. Hier wird keine heile Welt vorgegaukelt und alle Probleme lösen sich zum Ende in Wohlgefallen auf. Die anfangs so harmonische Welt der Schwestern zerbröckelt. Was sie jeweils für die Erfüllung ihres Traums gehalten haben, entwickelt sich immer mehr zum Albtraum. Doch wie entkommt man einem Albtraum den man selbst geschaffen hat? "Landliebe gesucht" bietet keine Lösung für jedes Problem, doch am Ende ist klar, dass jedes Problem kleiner wird, wenn man eine Familie hat die hinter einem steht. Symbolisch entwickelt sich der Sonnenschein zu Anfang rasch zu einem heftigen Gewitter. Das Buch endet mit dunklen Wolken am Himmel, doch es blitzen schon wieder die ersten Sonnenstrahlen durch. Der Rest bleibt der Phantasie der Leser überlassen.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Emma Hamberg den drei Schwestern vom Solvändan Hof ein weiteres Buch widmet.

Fazit:
Ein unterhaltsamer Roman für einen gemütlichen Abend.
15.12.2008 08:25:41
Flaemmle

Flaemmle

(2654 Beiträge)

Gut, mir fällt ja schon schwer, mir einem Wohlfühlroman vorzustellen - ich weiß jedoch, dass ich keinen Roman wie "Landliebe gesucht" erwartet hätte. Der Anfang, so ziemlich genau die Leseprobe, erschien dem nahe zu kommen - locker, leicht, amüsant, zwar mit einigen Klischees gespickt, aber Klischees gibt es schließlich auch, weil sie zutreffen können ;-). Der Roman wird danach aber zunehmend düsterer, ernster und irgendwie intensiver.

Die Konstellation dreier Schwestern, unterschiedlich und mit sich überkreuzenden Bedürfnissen, Träumen, Wünschen, gibt es doch oft in der Literatur und hat sich durchaus bewährt. Natürlich ist Emma Hamberg in keinster Weise zum Beispiel mit Herrn Tschechow vergleichbar, aber ihr gelingt ein schöner Spiegel der Gesellschaft und deren Wandel anhand einer "Großfamilie".

Das Landleben erscheint zumindest zwei der drei Schwestern als sicherer Hafen, der keinerlei Veränderung unterliegt. Doch auch hier trügt der Schein. Spätestens durch den Tod des Vaters gerät die Fassade ins Wanken, aber auch vorher war schon nicht mehr alles so rosig wie es schien. Besuchten doch Marie und Asa ihre Eltern immer seltener, da diese den Lebenswandel ihrer Kinder nicht verstanden und insbesondere Asa zudem noch bemitleideten, wie die sehr anschaulichen Vergleiche mit der Rinderzucht verdeutlichen.

Wer einen melancholisch-heiteren Roman in "nordischer" Tradition erwartet, kommt bei "Landliebe gesucht" nicht ganz auf seine Kosten, denn manche dem Leser vorschwebende lustig-komische Szene, z.B. auf der Beerdigungsfeier, bei der Lena sich versteckt, tritt nicht ein. Frau Hamberg entscheidet sich in diesen Situationen eher für den Ernst, die Situationskomik geht in einen verzweifelten Ton über, der tragisch ständig mitklingt. Auf jeden (kurzfristige) Genuss folgt Reue, geleistete Hilfe wird als selbstverständlich abgetan.

Ich nehme am Ende der Lektüre mit, dass ich mich vielleicht öfters mal für Selbstverständlichkeiten bedanken sollte, mehr Mut zum NEIN-Sagen aufbringen sollte und dass die Anpassung an Erwartungen und Traditionen nicht glücklich, nicht einmal zufrieden machen muss. Keine wirklich neuen Erkenntnisse, aber gut und flüssig geschildert, so dass "Landliebe gesucht" durchaus des Lesens wert war.
21.02.2009 10:38:26
josifini

josifini

(5287 Beiträge)

Dieses Buch erzählt die Geschichte der drei Schwestern Lena, Asa und Marie, die unterschiedlicher nicht sein können: Lena als Haufrau und Mutter von vielen Kindern, Asa als gutsituierte Karrierefrau, Marie als unabhängiger Exot. Doch alle drei sind mit ihrem Leben unzufrieden.

Als der Vater stirbt und nun die Frage offen steht, ob der Hof von einer der Schwestern weiter geführt wird, brechen alle Frauen aus ihrem bisherigen Leben aus.

Das Cover und der Titel sind völlig irreführend, weil man einen lustigen Roman erwartet. Den bekommt man hier allerdings nicht.

Die Schreibweise ist sehr flüssig und die Charaktere werden sehr bildhaft dargestellt. Der Leser kann sich in alle Frauen rein versetzen, weil Probleme unserer Zeit gezeigt werden.

Für mich ist das Buch ein Beispiel für moderne Frauenliteratur. Es könnte durchaus ein Fortsetzungsbuch geben, welches ich auch sofort lesen würde.





02.03.2009 17:40:42
Elmo74

Elmo74

(14462 Beiträge)

schubs
07.03.2009 12:04:11
MeinLuke

MeinLuke

(5558 Beiträge)

In dem Roman "Landliebe gesucht" von Emma Hamberg geht es um die drei Schwestern Lena, Marie und Asa, die recht wenig miteinadenr gemeinsam haben. Lena ist Hausfrau, hat vier kleine Kinder und jede Menge Haustiere. Marie arbeitet nachts in einem Nachtclub, will sich nicht fest binden und feiert am liebsten Parties. Asa ist verheiratet und wünscht sich sehnlichst ein Kind, was sich leider so gar nicht einstellen will, dafür ist sie aber beruflich sehr erfolgreich. Was die Schwestern verbindet? Alle drei sind unglücklich, jede auf ihre eigene Art!

Als unverhofft ihr Vater stirbt, und ihre Mutter mit dem Bauernhof und den zweihundert Milchkühe alleine dasteht, ändert sich das Leben der drei Schwestern von Grund auf...

Emma Hamberg hat mit den drei Schwestern Protagonisten geschaffen, die mir sofort sympathisch waren! Man liest sich sehr schnell in die Geschichte hinein, was vorallem an dem lockeren Schreibstil liegt!

Allerdings muss ich sagen, dass ich von diesem Buch etwas anderes erwartet hätte! Ich dachte, es sei eine heitere Geschichte mit schönem Happy End, dabei standen eher tragische Ereignisse im Vordergrund. Nur Marie hat das Buch, meiner Meinung nach, etwas lustiger und positiver gemacht! Der Schluss hat mir überhaupt nicht gefallen :-(

Entweder hätte ich gerne ein anderes Ende gehabt oder zumindest noch 50 - 100 Seiten mehr!
31.07.2009 23:23:16