Das Tauschticket-Forum

Hier können Sie mit anderen Mitgliedern diskutieren, Fragen zu Tauschticket stellen, auf Ihre angebotenen Artikel aufmerksam machen und natürlich andere Mitglieder kennen lernen. Bitte beachten Sie dabei die Regularien unseres Forums.

Suche im Forum

Liebespaarungen

 
Beitrag
erstellt am
MrsMorzarella

MrsMorzarella

(875 Beiträge)

Hallo,

ich habe von vorablesen das Buch "Liebespaarungen" von Lionel Shriver bekommen und habe es schon ausgelesen ;-)

Hier meine Rezension:

Inhalt

Irina, Kinderbuchillustratorin, lebt schon lange mit dem klugen, zuverlässigen Lawrence zusammen, welcher in einem ThinkTank arbeitet und Politikwissenschaftler ist
Die beiden sind nicht 'offiziell' vereiratet, sehen ihre lange Beziehung aber eine Ehe gleich an.
Sie sind befreundet mit dem Ehepaar Jude und Ramsey und gehen jedes Kahr zu Ramseys Geburtstag mit den beiden essen.
Ramsey is professioneller Snooker-Spieler, ein wilder Kerl, der auch zu Drogen und hartem Alkohol nicht nein sagt.

Plötzlich aber trennen sich Jude und Ramsey, und Jude und Irina zerstreiten sich. Als Ramseys Geburtstag naht und Lawrence nicht im Lande ist, beschließt Irina widerwillih alleine mit Ramsey essen zu gehen- so wirklich mag sie ihn nämlich nicht, er scheint nämlich nur das eine Thema Snooker zu kennen...
Doch beim Essen amüsieren sich die beiden wirklich gut, Irina fühlt sich plötzlich von Ramsey sehr angezogen und als Ramsey Irina danach zu sich nachhause auf einen Joint einlädt, sagt sie nicht nein....
Im Keller von Ramseys Haus kommen sich die beiden näher und es scheint auf einen sehr erotischen Kuss herauszulaufen...

Doch haben sie sich nun geküsst? Oder doch nicht?
Hier nun kommt der Satz "Doch was, wenn es zwei Leben gäbe" vom Klappentext zu tragen.
Von hier an werden zwei Geschichten erzählt, getrennt nach 'weißen' und 'schwarzen' Kapiteln - einmal haben sie sich geküsst und einmal nicht!
Wer mehr über die Geschichte wissen will, der muss wohl selber lesen ;-)

Meine Meinung

Die Idee der getrennten Leben ist wirklich eine gute Idee - zwar findet man so etwas im Fantasy-Bereich schon mal, aber in Frauenliteratur eher nicht ;-)
Welche Geschichte man lieber mag, ob das Leben mit dem wilden, ausgelassen Ramsey oder das mit dem netten, aufmerksamen, aber etwas langweiligen Lawrence, dass ist natürlich Geschmackssache.
Mir selber gefällt das Leben mit Lawrence besser ;-)
Etwas störend ist das Verhalten Irinas, die sich doch teilweise etwas kindisch und nervig verhält. Der Erzählstil von Frau Shriver ist nicht zu anspruchsvoll, aber auch nicht zu seicht.
Die Geschichte liest sich trotz der Trennung der zwei Leben flüssig, aber teilweise sind die Kapitel arg lang, sodass man, wenn man zwischen den Leben wechselt, nachschlagen muss, was zwei Kapitel vorher passiert ist.
Etwas komisch fand ich die 'Auflösung' zwischen den beiden Leben, da hätte ich mir mehr erhofft.
Trotz der Kritikpunkte ist es sehr interessant zu lesen, wie unterschiedlich sich ein Leben nach einer klitzekleinen Entscheidung (Kuss oder nicht Kuss) entwickeln kann!
Ich vergebe 7 von 10 Punkten.
12.02.2009 19:56:41
eval_otta

eval_otta

(697 Beiträge)

Uuuuuuuhhh, ich bin auch gerade dran, aber muss mich ziemlich durchquälen... Bisher gefällt es mir noch gar nicht. Darf man bei Vorablesen eigentlich auch abbrechen?
12.02.2009 21:35:03
Sidonie

Sidonie

(15781 Beiträge)

Irina, eine Kinderbuchillustratorin lebt mit Lawrence,einem Politikwisschenschaftler seit10 Jahren zusammen. Lawrence ist klug, geistreich und verlässlich. Eines Abends geht sie mit Ramsey, Snookerspieler und bester Freund von Lawrence aus. Dieser Abend verändert alles.

Hier werden zwei Geschichten parallel erzählt: der eine Strang erzählt die Geschichte von einem Leben mit Lawrence, der andere das Leben mit Ramsey. Die zwei Erzählstränge werden dargestellt durch schwarze und weiße Kapitel, was mir gut gefallen hat.

Mit Ramsey zusammen, den sie sogar heiratet, verändert sich ihr Leben völlig. Sie geht mit auf die Snookerturniere, vernachlässigt ihre Arbeit als Kinderbuchillustratorin, fängt an zu rauchen und zu trinken. Ramsey und sie streiten sich oft.

Lawrence mag langweilig sein, aber er erkennt Irinas Arbeit an, während Ramsey nur "Bälle im Kopf" hat, sich also eigentlich nur für Snooker interessiert. Irina muss ihre Arbeit hintenan stellen und ihn überall begleiten, damit er sich wohl fühlt und gewinnen kann.

Ramseys Charakter würde ich als machohaft und stellenweise ordinär bezeichnen, Kosenamen für Irina sind "Perle", "Süße" und "Herzchen". Mit ihrer Mutter geht er auch nicht gerade glimpflich um -mir war er unsymphatisch.

Irina selbst benimmt sich nervig und nicht unbedingt altersgemäß.

Shriver verliert sich in Nebensächlichkeiten, die oft breit erzählt werden.

Was vom Thema her eigentlich interessant ist, wird hier meiner Meinung nach langweilig dargestellt - ich habe mich abmühen müssen, das Buch fertig zu lesen.
12.02.2009 22:14:12
eval_otta

eval_otta

(697 Beiträge)

Irina ist amerikanische Kinderbuchillustratorin mit russischer Abstammung und lebt mit ihrem Freund Lawrence, einem Politikwissenschaftler, in London. Durch ein gemeinsames Buchprojekt lernen sie Jude und ihren Mann, den Snookerstar Ramsey Acton, kennen. Jedes Jahr an Ramseys Geburtstag treffen sich die vier zu einem gemeinsamen Abendessen. Nachdem sich Jude und Ramsey scheiden lassen und Irina sich mit Jude zerstreitet finden die Treffen zu dritt statt. An Ramseys 47. Geburtstag weilt Lawrence im Ausland und Irina trifft sich, gezwungenermaßen und ungerne, allein mit Ramsey. Nach anfänglichen Schwierigkeiten verstehen sich die beiden jedoch gut und es knistert zwischen ihnen merklich. Ab diesem Punkt wird die Geschichte in zwei Möglichkeiten unterteilt. In der ersten lässt sich Irina auf Ramsey ein und verlässt Lawrence, in der zweiten bleibt sie bei ihm und versucht, Ramsey zu vergessen.

Die Idee, die hinter diesem Buch steht, ist sicherlich nett. Leider schreibt die Autorin zähflüssig und sehr ausschweifend und nicht selten langweilt man sich bei der sehr detailierten Beschreibung einer Sushi- Platte etc. Die Kapitel wechseln sich ab, d.h. zuerst wird ein Kapitel Irina/Ramsey erzählt, dann folgt das selbe Kapitel nochmal in der Besetzung Irina/Lawrence. Da die Kapitel sehr lang sind weiß man häufig nicht mehr was in dem zugehörigen Kapitel davor geschehen ist.

Da Irina gebürtige Russin ist spricht sie mit Lawrence und mit ihrer Mutter manchmal russisch. Für Menschen, die der russischen Sprache nicht mächtig sind, ist das eher nervig, zumal die russischen Sätze selten übersetzt werden. Manchmal versteht man etwas aus dem Gesamtzusammenhang, aber überwiegend kann man mit den russischen Sätzen gar nichts anfangen.

Ebenfalls nervig ist das ständige Politikgefasel von Lawrence.

Am meisten gestört hat mich jedoch die offensichtliche verharmlosung von Drogen. In dem Buch wird häufiger mal ein Joint geraucht, vom Drogenkonsum der Studienzeit erzählt und auch Haschisch als "alltägliche Droge" bezeichnet.

Die Leseprobe hatte mich sehr neugierig aufdas Buch gemacht, aber leider muss ich meinen Eindruck revidieren. Das Buch ist langatmig und zäh und mehr als ein Mal habe ich mich beim Lesen gelangweilt und mit gewünscht es endlich durchzuhaben. Sehr schade.
14.02.2009 16:07:58
Bengelding

Bengelding

(41148 Beiträge)

Seit 10 Jahren sind Irina und Lawrence ein Paar. Verheiratet sind sie allerdings nicht.
Wie in vielen Partnerschaften hat sich auch hier die Langeweile eingeschlichen. Man
arrangiert sich eben.

Jedes Jahr gehen sie mit einem befreundeten Paar, Jude, eine Kinderbuchautorin, und Ramsey,
ein Snookerspieler, zu Ramseys Geburtstag essen. Eines tages ergibt es sich, dass Lawrence
an eben diesem Tag beruflich unterwegs ist. Da sich Jude und Ramsey inzwischen getrennt haben,
endet es damit, dass Irinia diesen Abend mit Ramsey allein verbringt. Wider erwarten wird es
dann doch ein ganz netter Abend, der damit endet, dass Irinia noch mit Ramsey zu ihm nach
hause fährt. Was als harmloser Abend anfängt, bringt nun ihr ganzes Leben ins Wanken, denn
sie fühlt sich inzwischen zu ihm hingezogen.

Hier beginnt das Buch dann 2 Richtungen zu erzählen. Haben sie sich geküsst? Oder haben sie
doch nicht? Trennen sich Irina und Lawrence? Werden Irina und Ramsey ein Paar? Wie verändert
es das Leben aller beteiligten? Welches Leben wäre das bessere? Wäre es überhaupt besser?
So passt auch Irinas Aussage "Na ja, egal mit wem die Frau am Ende dasitzt, sie wird sich
immer fragen, ob es mit dem anderen nicht besser gewesen wäre". Letztendlich besteht das Leben
eben aus Kompromissen. Ich denke mal das perfekte Leben gibt es nicht.

Nachdem mir die Leseprobe sehr gut gefallen hat, muss ich nun gestehen, dass das Buch selber
nicht mein Fall war. Die Idee finde ich noch immer interessant, auch dass es 2 verschiedene
Richtungen gab, hat mir gut gefallen. Allerdings fand ich das ganze am Ende ziemlich langatmig
und ermüdend, Vielleicht bin ich da oberflächlich, aber es interessierte mich am Ende nicht mehr,
was mit den inzwischen ewig nicht benutzten Gewürzen passiert, oder ob das Öl im Küchenschrank
nun ranzig wird, weil es keiner mehr zum Kochen benutzt. Im übrigen finde ich die Bezeichnung Perle für eine Frau ganz furchtbar.

Kurz gesagt, es ist einfach kein Buch, das ich weiterempfehlen würde.
15.02.2009 21:47:46
allegralu

allegralu

(3245 Beiträge)

ich quäle mich auch sehr mit dem buch... ist so gar nicht mein geschmack und für mich ist es sehr zäh und langweilig geschrieben... ich weiß nicht ob man abbrechen kann... aber mann kann ja anhand der schon vorhandenen lesern sicher eine eigene rezi verfassen ;o) ... ich bin mir nicht sicher ob ich das komplett lesen möchte
15.02.2009 22:18:57
lesebrille

lesebrille

(43681 Beiträge)

Was wäre wenn... neu
3

Was wäre wenn ich ihn geküsst hätte,.... wenn ich ihn nicht geküsst hätte?

Diese Frage stellt sich für Irina McGovern,amerikanische Kinderbuchillustratorin in London lebend, und auch für den Leser des Romans. Wie verändert ein einziger Moment,eine einzige Handlung den weiteren Verlauf des Lebens?

Dies zeigt der Roman kapitelweise im Wechsel bis zum Ende. Irina , in einer langjährigen Beziehung lebend mit dem intelligenten, doch etwas langweiligem Lawrence, trifft sich mit einem gemeinsamen Freund Ramsey,gerade frisch geschieden,und es kommt zu einer Kussszene,bzw. Nicht-Kussszene in dem zweiten Erzählstrang der Geschichte.

Im ersten Fall, ändert sich ihr Leben abrupt,es wird aufregender,aber auch glücklicher? Die Veränderungen in der neuen Beziehung zu Ramsey dem Snookerspieler und auch Irinas Wandlung werden sehr anschaulich dargestellt. Nebenher erfährt der Leser auch einiges über das Snookerspiel selbst.

Im zweiten Fall der "Nicht-Kussszene", erfährt Irina auch eine Wandlung,aber auf eine andere Art,und man sieht welche Überraschungen das Leben doch bereithält.

Die Idee und die Umsetzung zwei Leben in einem Roman darzustellen, finde ich sehr interessant und recht gelungen. Nur Lionel Shriver wird in einigen Passagen des Buches sehr ausschweifend und langatmig. Dadurch zieht sich die ganze Geschichte doch sehr hin. Ein paar Seiten weniger hätten dem Buch gut getan.Weniger ist manchmal doch mehr.


17.02.2009 08:23:54
Feelicitas

Feelicitas

(25513 Beiträge)

das klingt aber interessant! Wird mir bestimmt gefallen. Leider hab ich es nicht. Vielleicht mag es ja jemand nach dem Lesen abgeben *träum* ;-)
17.02.2009 08:48:46
Sidonie

Sidonie

(15781 Beiträge)

@Fee: steht doch für 2 Tickets im Katalog:)
17.02.2009 09:18:14
Feelicitas

Feelicitas

(25513 Beiträge)

danke, Sidonie! ich habs! Ich habs! *freu*
17.02.2009 11:19:11
Lilli33

Lilli33

(24338 Beiträge)

Hier meine Rezi:


Zwei Leben

Irina und Lawrence sind seit mehr als neun Jahren liiert und mit dem berühmten Snookerspieler Ramsey befreundet. Lawrence ist eher fürsorglich, nett, zurückhaltend, herablassend, sparsam und vernünftig, während Ramsey ein leidenschaftlicher, großzügiger, reicher, unbeherrschter Macho ist.
Mehrmals jährlich gehen sie zusammen essen. Als Lawrence einmal geschäftlich unterwegs ist, treffen sich Irina und Ramsey allein zum Essen. Im weiteren Verlauf des Abends und unter Einfluss von Drogen funkt es zwischen den beiden. Am Ende des ersten Kapitels steht die Entscheidung, ob sie sich küssen und damit, für welchen weiteren Lebensstil sich Irina entscheidet.
Ab diesem Punkt gibt es jedes Kapitel zweimal. In der einen Version entwickelt sich die Geschichte nach einem Kuss, in der anderen erzählt Lionel Shriver, wie es weitergehen könnte, wenn sie ihre spontanen Gefühle bezähmen.
Die Protagonisten erscheinen mir alle mehr oder weniger unsympathisch, weshalb mir keine Identifikation mit ihnen gelingen mag. Die Sprache wirkt auf mich steril und leblos, irgendwie aus der Distanz erzählt. Evtl. wäre die Geschichte mit einer Ich-Erzählerin lebhafter.
Gestört haben mich auch die eingestreuten russischen Sätze, die nicht übersetzt waren. Ich nehme zwar an, dass sie für den Verlauf nicht unbedingt relevant waren, aber ich möchte trotzdem gerne verstehen, was ich lese.
Nachdem ich von Lionel Shriver Wir müssen über Kevin reden gelesen hatte und das absolut klasse fand, hat mich Liebespaarungen ziemlich enttäuscht.
23.02.2009 14:07:05
Klappstulle

Klappstulle

(1248 Beiträge)

Falls es euch interessiert:

So ganz neu ist das auch in 'solcher' Literatur nicht.
1998 gab es den Film mit Gwyneth Paltrow u.a.:
'Sliding doors'.
Knackpunkt ist eine verpaßte/noch erwischte U-Bahn, der damit verbundene Zeitversatz und was das ausmachen könnte...
In beiden Fällen eine Liebesgeschichte, wenn ich mich recht entsinne, aber eben mit wem anders...

Also, mal davon abgesehen, daß 'beide' Stories jetzt nicht so meinen Filmgeschmack trafen, fand ich die Idee sehr klasse, und auch die Umsetzung ganz gut (das mit dem Zeitversatz. Kommt mir logischer vor als ein Kuß -ohne daß ich Shriver allerd. gelesen hätte).
Ein Film, den ich auch nochmal gucken würde.


(Ähnliches Muster übrigens auch beim Film 'Lola rennt', wobei das keine so klassische Liebesgeschichte ist; dafür aber gleich vier Möglichkeiten... und m.E. anspruchsvoller).
23.02.2009 16:16:05
urlaubsbille

urlaubsbille

(1040 Beiträge)

Zu Anfang werden die Hauptpersonen und deren berufliche Tätigkeiten vorgestellt. Dann teilt es sich in zwei Handlungsstränge. Es werden die gleichen Geschehnisse aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt.
Der Schreibstil ist flüssig und leicht lesbar. Mich haben die russischen Sätze, die nicht übersetzt werden, gestört. Mir wurde auch zuviel über Snooker und Terrorismus erzählt.
Das Buch beginnt sehr seicht und lässt dann noch weiter nach. Für mich zieht es sich über fast 600 Seiten und es fehlt jegliche Spannung oder Neugier. Die Geschichte ist sehr schnell vorhersehbar und es geschieht auch nichts Unerwartetes.
09.03.2009 17:39:28
Popeye

Popeye

(2586 Beiträge)

"Liebespaarungen" habe ich gestern angefangen zu lesen und heute mittag abgebrochen.

Die Idee der Geschichte klingt zwar spannend, die tatsächliche Handlung ist aber dermaßen langweilig, daß ich meine (kostbare Lese-)Zeit nicht mit den restlichen 450 Seiten vergeuden möchte.

Schade, denn die Buchvorstellung hatte (viel) mehr versprochen :-(
12.06.2009 17:56:16
silkedb

silkedb

(17071 Beiträge)

Leider hat dieses Buch deutlich Schwächen, weswegen ich nur 3/5 Punkten vergeben konnte.

Der eine Moment

Inhalt:
Irina McGovern ist bereits seit 10 Jahren mit Lawrence zusammen, als dieser eine Moment auftritt. Ein Moment, der einen entscheidenden Einfluss auf ihr weiteres Leben nehmen wird. Lawrence ist beruflich verreist, als sich der Geburtstag eines gemeinsamen Freundes nähert. Ramsey Acton, von Beruf Snookerspieler, ist bereits seit Jahren eine feste Verabredung am 6. Juli. Doch dieses Jahr ist es anders. Ramsey ist schon lange von seiner Frau geschieden und Lawrence drängt Irina, ohne ihn an der Verabredung festzuhalten. Der von Irina gefürchtete Abend verläuft besser als erwartet. Es finden sich gemeinsame Gesprächsthemen und schließlich gehen sie noch zusammen zu Ramsey nach Hause. Plötzlich ist Irina alles klar: Sie findet Ramsey attraktiv und ihr größter Wunsch ist es ihn jetzt zu küssen. Doch soll sie dieser Versuchung nachgeben? Sie weiß noch nicht, dass diese Entscheidung ihr Leben für immer verändern wird ...

Meine Meinung:
Die Idee zu "Liebespaarungen" finde ich sehr interessant. Eine Entscheidung, die dazu führt, dass Irinas zukünftiges Leben in vollständig unterschiedlichen Bahnen verläuft. Stilistisch hat Lionel Shriver hier ein tolles Werk abgeliefert. Doch leider hat mir die Geschichte inhaltlich nicht so besonders gut gefallen.
"Liebespaarungen" beginnt auf die herkömmliche Weise. Doch schließlich kommt es zum entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte und Irina steht vor der Entscheidung, ob sie Ramsey küssen soll oder nicht. Sie entscheidet sich für den Kuss und es kommt wie es kommen musste, es bleibt nicht bei diesem einen Kuss. Doch im nächsten Kapitel kommt sich der Leser vor wie bei einem Déjà-vu-Erlebnis. Die Geschichte beginnt erneut, doch nun entscheidet sich Irina gegen den Kuss und kehrt in Lawrence Arme zurück.
Lionel Shriver erzählt von dieser Stelle an, jedes Kapitel zweimal (gekennzeichnet durch unterschiedlich markierte Kapitelnummern), unter Fortführung der Konsequenzen, die Irinas jeweilige Entscheidung hatte. Besonders beeindruckend fand ich hierbei, dass Ereignisse und Dialoge aus der ersten Variante fast identisch in der zweiten Variante wieder auftauchten, dabei aber aus dem Mund einer anderen Person erzählt wurden oder andere Personen betrafen. Ich habe mich schon nach jedem Kapitel wieder darauf gefreut, was die Autorin nun aus den Ereignissen in der zweiten Geschichte macht.
Was mich jedoch ganz massiv gestört hat ist, dass es sich hier eigentlich nur um Sex dreht. Irinas Sex mit Lawrence, Irinas Sex mit Ramsey, Irinas Sex mit sich selbst, Irinas Phantasien über Sex und Irinas Gedanken an die Sexphantasien anderer. Es gibt eigentlich kaum ein anderes Thema.
Etwas weniger Oberfläche hätte dem Buch an dieser Stelle gut getan. Insgesamt war mir "Liebespaarungen" daher zu wenig mit einer fesselnden Geschichte versehen und das wiegt auch nicht nur die tolle Idee der Romanstruktur auf.

Fazit:
Kurzweilig, aber zu wenig echter Inhalt.
28.10.2009 14:16:15
Farin_Urlaub

Farin_Urlaub

(175 Beiträge)

Liebe und die große Frage Was wäre wenn

Irina McGovern ist gebürtige Russin. Und Kinderbuchautorin mit viel Talent. Und begeisterte Hobbyköchin. Und sie liebt Ramsey. Und sie liebt Lawrence. Aber beide unterschiedlich. Oder ist sie gar nicht verliebt? Oder was wäre, wenn Lawrence oder Ramsey jeweils ganz alleine für Irina leben würden oder Irina wüsste, wie sich ihr Leben mit einem anderen Menschen anders entwickeln würde?
Hört sich furchtbar kompliziert, muss aber nicht unbedingt sein, wie Lionel Shriver in ihrem Roman Liebespaarungen beweist. Ausgangspunkt für ihren Roman ist die Protagonistin Irina McGovern, die dem attraktiven Ramsey während eines Essens im Sushi-Restaurant näherkommt, während sich ihr Gatte Lawrence auf Geschäftsreise befindet. Von dieser inneren Zwiespältigkeit Irinas heraus entwickelt die Autorin zwei parallele Lebenswege für Irina, die sich im einen Fall für den attraktiven Ramsey, im anderen Fall für ihren etwas unaufmerksamen Partner Lawrence entscheidet. Von diesem Treffen mit Ramsey aus lässt sie die Heldin eine ereignisreiche Reise antreten, an deren Ende sie so oder so verändert sein wird, egal wie sie sich entscheidet.
Im Allgemeinen und hier im Speziellen bin ich nicht der große Liebesroman-Fan und ich hatte deshalb einige Schwierigkeiten mit dem Thema des Buches, doch ich kam allmählich in den Leserhythmus und muss gestehen, dass ich dass Buch doch nicht so schlecht fand, wie der Buchausschnitt vermuten ließ.
Was Positiv vermerkt werden muss, ist die Tatsache, dass man die Charaktere nicht gleich wieder vergisst, da sie alle ihre eigenen Besonderheiten sowie Vor- und Nachteile haben. So entpuppt sich der attraktive Ramsey nicht als der Über-Gentleman und Frauenversteher, den sich Irina zu Beginn ausmalt und auch Lawrence zeigt sich als etwas anders als zu Beginn vermutet. So sind die Sympathieanteile für die verschiedenen Charaktere nicht das ganze Buch über stets gleich verteilt, sondern man identifiziert sich mal mehr und mal weniger mit den Protagonisten.
Auch die Verknüpfung der einzelnen Handlungsstränge gelingt der Autorin sehr gut. So musste ich mehrmals schmunzeln, da die Autorin dazu neigte, Geschehnisse aus einem Erzählstrang in den anderen Erzählstrang zu importieren, wobei sie diese dann in einen anderen Kontext bettete. So merkte man beim Lesen dann immer: Das kommt mir doch bekannt vor! Wenn die Szene sich doch jetzt anders darstellte führte dies bei mir oftmals zu unwillkürlichem Schmunzeln.
Allerdings gibt es natürlich auch negative Punkte am Buch: Mir persönlich war Irina McGovern zu unsympathisch, da sie nur auf ihr persönliches Glück bedacht ist und für mich sehr oberflächlich wirkt, als Äquivalent nannte ich schon in meiner Buchausschnitt-Lektüre eine Art Carrie Bradshaw aus Sex and the City. Trotz dieser Offensichtlichkeit neigt die Autorin bzw. ihre Protagonistin zu abschweifenden Gedankengängen, was bei mir dazu führte, dass ich manche Passagen über- bzw. mehrmals las oder mich dabei ertappte, dass meine Gedanken über die Lektüre abschweiften.
Insgesamt kann ich über das Buch aussagen, das mir das Sujet Liebe und Was wäre wenn nicht unbedingt zusagte, dass die Autorin aber ihre Aufgabe gut gemeistert hat. Die Charaktere sind interessant und die unterschiedlichen Erzählstränge untereinander gut verknüpft. Eine Lektüre mit interessanter Grundidee!
28.10.2009 19:22:44