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Kuchen backen in Kigali - Gaile Parkin

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Beitrag
erstellt am
Lilli33

Lilli33

(18959 Beiträge)

Ich habe dieses schöne Buch von vorablesen bekommen und dafür 4 Sterne gegeben :-)

Hakuna matata

Angel, eine begnadete Kuchenbäckerin aus Tansania, muss sich nach dem Tod ihrer beiden Kinder um ihre fünf Enkel kümmern. Da ihr Mann in Ruanda nach dem Bürgerkrieg mehr verdienen kann, sind sie nach Kigali gezogen. Hier ist sie bekannt dafür, dass sie für besondere Anlässe wie Hochzeiten, Geburtstage, Taufen, Abschiede, Wiedersehensfeiern u.Ä. die schönsten Torten und Kuchen backt. Die Kuchenbestellung erfolgt stets bei einigen Tassen Tee; dabei erzählen die Kunden ihre Geschichten, die mal traurig und mal fröhlich sind, aber immer sehr interessant. Oft wird dabei über Themen wie AIDS, Politik, Bürgerkrieg, Völkermord, Tradition und Moderne gesprochen. Angel bezeichnet sich zwar selbst als "keine gebildete Person", ist aber überaus weise, und da sie ein großes Herz am rechten Fleck hat, erhalten ihre Mitmenschen von ihr Hilfe in allen Lebenslagen. Das geht von guten Ratschlägen bis zur Organisation der Hochzeit eines jungen Paares, das seine Familien verloren hat.

Gaile Parkin beschreibt sehr ausführlich und detailliert, was einem zuweilen langatmig vorkommt, aber auf der anderen Seite vielleicht der "afrikanischen Mentalität" entspricht und so doch sehr gut zu diesem Buch passt. Der Name
"Angel" ist ausgezeichnet gewählt, ist sie doch wie ein (Schutz-)Engel für die Bewohner ihrer Wohnanlage. "Hakuna matata" ist ein Spruch aus der afrikanischen Sprache Swahili, der wörtlich übersetzt "Es gibt keine Probleme" heißt. Zumindest gibt es keine Probleme, für die Angel nicht eine Lösung hätte.

Fazit: Kuchen backen in Kigali ist ein leises Buch, das nachdenklich macht und uns auffordert, mehr auf unsere Mitmenschen zu achten.
04.07.2009 21:47:10
maryrichards

maryrichards

(576 Beiträge)

Kuchen, Tee und Politik

Ich fand das Buch auch richtig schön!!!

Das Buch Kuchen backen in Kigali von Gaile Parkin hat mich direkt in seinen Bann gezogen.

In diesem geht es um die Kuchenbäckerin Angel, die in Kigali (Ruandas Hauptstadt) Ihrem Beruf nachgeht aber zu gleich auch Seelentrösterin für Ihre Kundschaft ist. Zum einen handelt es von vielen ernsten und traurigen Themen (politische Sachlagen, Bürgerkrieg, Feministinnen/Frauenrechte, HIV/Aids und dem Tod) aber es ist auch ein Buch das Mut macht und die schönen Seiten des Lebens aufzeigt, wie zum Beispiel Geburten und Hochzeiten. Auch heitert der Roman durch seine Farbenprächtigkeit auf (Anmerkung: farbenprächtig bezieht sich zwar auch auf den Inhalt, es werden unter anderem Gewänder und Torten in den schillernsten Farben beschrieben, aber auch rein optisch ist der Umschlag dieses Hardcoverbuches eine reine Augenweide). Ebenfallsgefällt mir an diesem Buch, dass die Autorin selbst aus Afrika kommt und dort in vielen verschiedenen Ländern gelebt hat. So ist es nicht verwunderlich und wie ich finde sehr schön dass man durch diesen Roman wirklich einen kleinen Einblick in das Leben in Ruanda bekommt (zum Beispiel dass man dort Strom kaufen gehen muss) und dass auch viele landestypische Bezeichnungen (unter anderem ist so ein pikipiki ein Motorradtaxi) benutzt werden und auch dabei erklärt ist, was diese bedeuten. Das einzige was ich etwas störend beim lesen empfand ist, dass die sonst sehr angenehme Angel sehr oft Eh sagt, als dann noch andere Personen damit anfingen habe ich mal nachgeschlagen: auf Kinyarwanda hat eh 400 Bedeutungen (unter anderem oh, ja, sicher, ist das ein Witz?), also ist es legitim es öfters zu verwenden .

Ansonsten sind die 14 Kapitel sehr schön und flüssig zu lesen und man kann das Buch wirklich empfehlen.
04.07.2009 21:52:36
elke17

elke17

(15853 Beiträge)


Falls jemand das Buch vertauschen würde - ich hätte großes Interesse daran :-)

05.07.2009 13:40:30
MeinLuke

Mitglied gelöscht

 

@maryrichard, danke, dass du das mit dem "eh" erklärt hast! :-)
05.07.2009 18:33:54
eval_otta

Mitglied gelöscht

 

Elke, vertauschen werde ich das Buch nicht, ich kann es dir aber gerne leihen wenn du möchest!
05.07.2009 20:35:23
elke17

elke17

(15853 Beiträge)


Danke für das nette Angebot, liebe eva - aber ich konnte es mir gerade auf der Startseite schnappen *freu*

05.07.2009 21:08:39
eval_otta

Mitglied gelöscht

 

Klasse, dann freu dich schon mal, das Buch ist echt toll! :)
05.07.2009 22:20:18
Benno1807

Mitglied gelöscht

 

Ich bin noch am Lesen und bisher gefällt mir das Buch sehr gut. Die Leichtigkeit und Warmherzigkeit, mit der Probleme gelöst und Leben verändert werden ist wunderbar.
06.07.2009 07:33:37
eval_otta

Mitglied gelöscht

 

********Vorsicht, evtl Spoiler!!!**************

Kann es sein, dass Angels Tochter sich mit Tabletten das Leben genommen hat und nicht an den "Kopfschmerzen" gestorben ist? Evtl. wegen einer HIV-Infektion? Oder weil ihr Mann sie verlassen hat? War gerade an der Stelle "so starke Kopfschmerzen müssen mit so vielen Tabletten bekämpft werden", kommt mir irgendwie so vor.
06.07.2009 10:44:12
Spatzi79

Mitglied gelöscht

 

Ich würde es auch gerne lesen, wenn ich eure Kommentare so sehe :-)
06.07.2009 11:07:49
eval_otta

Mitglied gelöscht

 

Spatzi, für dich gilt na klar das Leih-Angebot auch! :)
06.07.2009 11:21:37
Spatzi79

Mitglied gelöscht

 

hach, du weißt doch, bei meinem SUB leihe ich ungern, da ich nie weiß, wie ich so zum Lesen komme - Aber danke für das Angebot!!!
06.07.2009 11:25:40
tigercat666

tigercat666

(203341 Beiträge)

Zu diesem Roman fehlen mir fast die Worte, ich bin absolut begeistert und musste mich bremsen das Buch nicht an einem Stück zu lesen sondern es langsam und in Ruhe zu genießen.

Angel verdient mit dem Verkauf selbst gebackener Kuchen, etwas zum Lebensunterhalt ihrer großen Familie dazu, gemeinsam mit ihrem Mann, zieht sie ihre 5 Enkelkinder auf, deren Eltern, wie so viele andere dieser Generation schon gestorben sind. Sie verkauft aber nicht nur Kuchen an Einheimische und Ausländer, sie gibt auch theoretische und praktische Lebenshilfe, so sammelt sie Geld für ein Liebespaar die beide keine Familie mehr haben, um ihnen den Start ins Eheleben zu erleichtern.

Gaile Parkin hat es geschafft ernste und teilweise sehr traurige Geschehnisse in eine Rahmenhandlung einzubauen die locker und leicht erzählt wird. Ich habe einiges über Ruanda und den Bürgerkrieg erfahren das mir fremd war und mich, weil so weit weg, auch nicht sonderlich interessierte. Sie erzählt vom Tod und Leid in seinen unterschiedlichen Formen und schafft es doch das ich als Leserin am Ende mit einem Lächeln zuklappte, denn sie erzählt auch vom Sieg des Lebens und der Freude daran. Ich wünsche mir mehr Bücher von Gaile Parkin, mehr Geschichten die Hoffnung machen darauf das das Leben so schwer es auch sein mag immer etwas gutes in sich birgt.
07.07.2009 13:27:11
eval_otta

Mitglied gelöscht

 

Über die Autorin (Klappentext)
Gaile Parkin, geboren und aufgewachsen in Sambia, studierte in Südafrika und England. Sie hat in vielen Ländern Afrikas gelebt. Heute arbeitet sie als Beraterin zu Fragen der Erziehung, Geschlechterrollen und HIV- Erkrankungen.

Kurzbeschreibung
Karibuni in Kigali!
Angel Tungaraza lebt mit ihrem Mann und fünf Enkelkindern im Ruandischen Kigali. Nach dem Genozid (Völkermord) in Ruanda kamen Angel und ihr Mann Pius aus Tansania nach Ruanda. Nach dem Tod ihres Sohnes Joseph und ihrer Tochter Vinas müssen Angel und Pius für ihre fünf Enkelkinder sorgen. Pius arbeitet am Kigali Institute of Science and Technology, Angel verdient Geld mit dem Backen wunderschöner und ausgefallener Torten. Um diese Torten so persönlich wie nur möglich zu gestalten, lässt Angel sich von ihren Kunden deren Lebens- und Familiengeschichten erzählen und hilft so dem ein oder anderen aus einer schwierigen Situation. Doch auch Angel lernt durch diese Gespräche zu verstehen und kommt ihrem Seelenfrieden ein Stückchen näher.

Meine Meinung
Gaile Parkin nimmt uns mit auf eine informative und interessante Reise nach Afrika. Man erfährt viel über die Sitten und Gebräuche in Tansania und Ruanda, aber auch über das Leben und die Probleme dort. Themen wie HIV, Beschneidung von Mädchen und der Völkermord in Ruanda 1994 werden thematisiert und geben dem Buch den nötigen Tiefgang. Die vielen kleinen Geschichten der einzelnen Personen machen die Lektüre kurzweilig, fügen sich aber immer perfekt in den Gesamtzusammenhang ein. Gaile Parkin versteht es, aus vielen kurzen Geschichten eine große, zusammenpassende Handlung zu stricken.

Sprachlich muss man sich sicher erst an den Stil der Autorin gewöhnen, besonders die vielen Eh waren am Anfang doch sehr befremdlich, ebenso häufige Wiederholungen von Sätzen in einem Gespräch. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran, und es stört nicht mehr.

Die Geschichte von Angel, ihrer Familie, Freunden und Kunden hat mich sehr begeistert, aber auch zum Nachdenken angeregt. Einfach zu lesen ist dieses Buch sicherlich nicht, und wer leichte Lektüre für den Strand sucht, ist mit einem anderen sicherlich besser beraten. Wer allerdings anspruchsvolle Literatur lesen möchte, dem kann ich "Kuchen backen in Kigali" nur ans Herz legen. Diese Geschichte ist wunderschön (das Cover übrigens auch) und ich werde sie sicher weiterempfehlen.

"Kuchen backen in Kigali" bekommt 9 von 10 Punkten.
07.07.2009 15:43:11
Alilea

Alilea

(16706 Beiträge)

Das klingt ja sehr interessant. Vertauscht evtl. jemand dieses Buch?
07.07.2009 17:25:38
Lyra70

Mitglied gelöscht

 

...meine Rezi

In ihrem Roman Kuchen backen in Kigali erzählt uns die Autorin Gaile Parkin die Geschichte von Angel, diese ist eine Kuchenbäckerin und sorgt für jede Feier in Kigali für eine wunderschöne Torte und Kuchen.
Angel lebt mit ihrem Mann und den fünf Enkelkindern in einer Wohnanlage die bewacht wird. Das ist ein großer Vorteil, den genießen sie weil Angels Mann Pius einen guten Job als Sonderberater an der technischen Universität hat. Angel und Pius haben schon ihre Zwei Kinder Joseph und Vinas verloren, deshalb sorgen sie sich jetzt um ihre Enkelkinder.

Angel ist, wie sie immer selbst betont, eine sehr professionelle Person.
Für die Kuchenbestellungen hat sie eigens ein Formular entwickeln lassen, dass vier verschiedene Sprachen enthält.
Die Geschichte wird fortlaufend erzählt und ganz nebenbei werden di Kuchenbestellungen eingeflochten, die die Geschichte vorantreiben.
Taufen, bei der ein Kind - gutgenug - genannt werden soll, weil es ja eigentlich ein Junge werden sollte. Angel konnte die Mutter überreden ihr Mädchen - Perfect - zu nennen. Geburtstage, Wiedersehensfeiern und viele andere Gelegenheiten geben uns einen Einblick in das Leben in Kigali.
Der Roman ist sehr flüssig und afrikanisch zu lesen. Ich hatte ständig Bilder vor meinen Augen, die diese Geschichte fast lebendig haben wirken lassen. Die Ausarbeitung der Charakterfigur Angel lässt sich sehr deutlich erkennen. Auch für die Nebencharakter hat die Autorin ein Faible fürs Detail..
Ein Roman der verspricht etwas anderes zu sein und das hat er gehalten. Ein Buch das auskommt ohne Mord und Totschlag in all seinen Details beschrieben. Ich wünschte es gäbe mehr Autoren, so wie Frau Parkin.

Gerne würde ich mal mit Angel in ihrem Hof sitzen und mir ihr über Politik, Gesundheit und das Leben reden. Und natürlich würde ich einen schönen Kuchen bei ihr bestellen, einen Kuchen für die Freundschaft und für die Gleichheit aller Menschen.
08.07.2009 11:47:32
maryrichards

maryrichards

(576 Beiträge)

@MeinLuke: gerne doch :-)
08.07.2009 13:55:41
metamarta

Mitglied gelöscht

 

In Kigali kann man keine Geheimnisse haben!

Ich bin immernoch begeistert mit welcher Leichtigkeit Gaile Parkin der Spagat gelingt, mir ein Stück Afrika mitsamt den Problemen, die dieser Koninent wahrlich bewältigen muss, aber vor allem die Warmherzigkeit und Lebensfreude der Menschen zu schildern und näherzubringen.

Im Mittelpunkt steht die tansianische Kuchenbäckerin Angel, die zusammen mit ihrem Mann Pius und ihren fünf Enkeln nach Kigali, Ruanda gezogen ist, da ihr Mann in Kigali einen besseren Job angeboten bekommen hat. Leider hat das Schicksal auch vor ihrer Haustür nicht halt gemacht uns somit haben die beiden sowohl ihren Sohn, als auch ihre Tochter frühzeitig verloren und kümmern sich somit um ihre Enkel. Doch Angel, die etwas zu dem Familieneinkommen beisteuern möchte, hat sich mit dem Backen von Kuchen zu den verschiedensten Anlässen selbständig gemacht. Dabei erfährt sie die ein oder andere tragische Geschichte und verrichtet nicht nur mit ihren Kuchen gute Taten.

Natürlich werden in dem Buch viele traurige Themen angesprochen: Fast jeder Kunde oder Nachbar hat ein Familienmitglied durch Aids, Krieg oder Gewaltverbrechen verloren, allerdings hat die Autorin das unglaubliche Talent diese ernsten Themen mit einem durchaus passenden Humor zu vermischen, so dass man ein farbenfrohes Bild von den einzelnen Charakteren erhält. Ich hatte am Ende des Buches das Gefühl jeden im VIertel bzw. im Leben von Angel zu kennen. Angel ist mir während des Lesens richtig ans Herz gewachsen: Eine tolle Person mit einem großen Herz, die man am Liebsten sofort kennenlernen möchte. (Allein wie liebevoll sie ihre Kuchen herstellt und wie detailgetreu dies beschrieben wird, dieses Buch sollte nicht hungrig gelesen werden!). Man merkt dem Buch absolut an, dass die Autorin sehr gut mit den Problemen (Krankheiten, Kriege, Gleichberechtigung der Frauen, Beschneidung) vor Ort und vor allem der Kultur vertraut ist. Sie zeigt mit aller Deutlichkeit, wo die Probleme liegen, aber auch was für großartige Menschen dort leben und das man auch mit "kleinen" Taten ein Stückchen die Welt verändern kann.
08.07.2009 14:47:19
Gela2310

Mitglied gelöscht

 

Hallo - habe das Buch auch gerade beendet und habe das Gefühl von einer Reise nach Hause zu kommen und habe viele Freunde in Afrika zurück gelassen ;o)

*********************************************

Aufgrund des bunten Covers wäre ich nie auf die Idee gekommen, dieses Buch im Laden zu kaufen oder genauer anzuschauen. Auch der Titel klingt nach leichter Leselektüre ohne großen Tiefgang.

Als Krimifan bin ich da wohl wirklich schon etwas "betriebsblind" und gucke automatisch immer nach schwarzen Buchdeckeln mit skurrilen und mörderischen Gegenständen ;-) Im Nachhinein finde ich, dass der Titel und das Cover wunderbar zu dieser tollen tiefsinnigen Geschichte passen !

Asante sana, dass ich dieses Buch lesen durfte. Es ist eine unheimlich schöne und traurige Geschichte über eine warmherzige Frau namens Angel in den besten Jahren, die mit ihrem Mann und den fünf Enkelkindern aus Tansania nach Ruanda gekommen ist. Angels Mann arbeitet hier für die Uno und der Leser erfährt sehr viel über Ruanda mit seinen Problemen, wie zum Beispiel HIV und Völkermord. Trotz all dieser Begebenheiten in ihrem Umfeld verliert Angel aber nicht die Hoffnung und ihre Fröhlichkeit. Im Gegenteil: sie macht ihrem Namen alle Ehre und ist eine Anlaufstelle für Freunde, Nachbarn und Verwandte und deren Nöte, Sorgen und Kuchenwünsche. Nebenbei verarbeitet sie ein eigenes Problem mit ihrer Tochter aus der Vergangenheit.

Gaile Parkin schafft es auch einem Leser wie mir, der sich vorher nicht tiefer mit der Lage in Ruanda beschäftigt hat, einen guten Einblick über die teilweise sehr verzweifelte und aussichtslose Lage der Menschen in diesem Land zu verschaffen. Ich werde die Geschichte trotz vieler Traurigkeiten gern in Erinnerung behalten und bin neugierig auf dieses Land und die Menschen geworden. Eine Fortsetzung von Angel und ihren Freunden würde ich gern lesen.
13.07.2009 15:48:57
BineL

Mitglied gelöscht

 

Nun habe ich das Buch auch gelesen:

Ich bin von Parkins Buch wirklich positiv überrascht, zumal mir die Leseprobe als erster Eindruck nicht wirklich zugesagt hatte.

Der Leser erfährt durch Angel, die für viele Festlichkeiten in Kigali Kuchen backt und darin auch eine wahre Meisterin ist, viel über Afrika und vor allem über Ruanda. Dadurch dass ihr ihre Kundinnen und Kunden viele private Geschichten anvertrauen - Angel ist ja eine professionelle Person, bei der die Geheimnisse gut aufgehoben sind - erfährt man als Leser sehr viel über die Privilegierten und die Nicht-Privilegierten in Afrika. Da ist die Geschichte der "Sexarbeiterin" Jeanne dArc oder Erzählung vom Verlust und Wiederfinden von verloren geglaubten Familienmitgliedern, die flüchten mussten. Wir lesen die Geschichte vom Captaine, der durch eine Notlage bei der Armee gelandet ist und plant dem Leben als Soldaten zu entfliehen.

So bekommt der Leser mit jedem neuen Kuchen auch eine neues Schicksal serviert, oft harte Schicksale. Afrika wird uns präsentiert mit einer leichten Süße. Und in jedes einzelne Stück Kuchengeschichte bin ich mit ganzen Herzen eingetaucht.

Dabei bedient sich Gaile Parkin einer wunderschönen Sprache mit landestypischen Ausrufen. Sie schreibt sehr bildhaft und lebendig.

Fazit:

Ein wunderschönes Buch, das die Afrika-Problematik in eine herzerwärmende Geschichte packt und einem immer wieder aufs Neue zum Nachdenken anregen.
16.07.2009 20:35:13
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