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"Frau Ella" von Florian Beckerhoff

 
Beitrag
erstellt am
metamarta

metamarta

(589 Beiträge)

Ehrlich gesagt habe ich mir von dem Buch etwas mehr versprochen und bin dementsprechend ziemlich enttäuscht.

Im Krankenhaus treffen zwei Generationen aufeinander: Der junge Sascha Hanke und die 87jährige Ella Freitag müssen sich ein Zimmer teilen, worüber Sascha zunächst wenig begeistert ist. Ellas Zimmergenosse, der sich bei einem Fahrradunfall das Auge verletzt hat, wurde bereits operiert, Ella steht dies (da sie ebenfalls ein Augenleiden hat) noch bevor. Doch kurz vor der OP kommen ihr Zweifel und Sascha, der dies unfreiwillig mitbekommt, fasst sich ein Herz, "entführt" die rüstige Rentnerin kurzerhand und nimmt sie bei sich auf. Geplant ist lediglich eine Übernachtung, daraus werden allerdings schnell mehrere Tage und sowohl in Saschas, als auch in "Frau Ella"s (wie Sascha sie liebevoll nennt) Leben nehmen die Veränderungen ihren Lauf.

Für mich war der Anfang der stärkste Teil, danach hat das Buch einige Schwächen. Die Grundidee finde ich gut, allerdings hat der Autor vieles nicht zu Ende gedacht. Es kommt mir oft wie eine Aneinanderreihung von Ereignissen vor, die kein Ziel oder eine Handlung erkennen lassen. Banale Alltagssituationen werden oft sinnlos seitenlang genauestens beschrieben . Viele Situationen sind vorhersehbar, die Dialoge sind sehr einfach und die Jugendsprache oftmals zu gewollt und deplaziert. Und Ella wird dargestellt, als wenn sie 87 Jahre hinter dem Mond gelebt hätte, natürlich gibt es Diskrepanzen zwischen Generationen, allerdings so groß, wie sie hier dargestellt werden ja nun auch nicht. Ab und an blitzt auch die ein oder andere humorvolle Stelle, die man, aufgrund des toll gestalteten Covers auch erwartet, durch. Schade, denn dieses Thema bietet einem wahrlich viele Möglichkeiten.
10.07.2009 16:19:30
schwarzwaldelch

schwarzwaldelch

(5306 Beiträge)

Frau Ella (87) und Sascha (Mitte 20?) landen wegen einer Augenverletzung zufälligerweise beide im gleichen Krankenhauszimmer. Aufgrund eines Vorfalles befreit Sascha sie aus den Fängen der Ärzte und quartiert sie bei sich zu Hause ein. Zwei Welten prallen aufeinander.

Anfangs habe ich mir viel von dieser Geschichte versprochen, es ging humorvoll zu und man konnte zusehen, wie eine außergewöhnliche Freundschaft entstand. Leider wurde die Geschichte dann so unglaubwürdig und konfus, dass ich keine große Freude an diesem Buch mehr hatte. Der Autor hatte eine wundervolle Idee und hat sie unglaublich schlecht umgesetzt.
16.07.2009 21:49:03
Cinderella80

Cinderella80

(10572 Beiträge)

Sags mal so, der Autor hätte durchaus noch mehr aus der Story rausholen können. Was so lustig anfängt, verläuft sich doch ziemlich schnell zu einer nett hinplätschernden Story. Frau Ella wirkt sympathisch, durch ihre Erinnerungsausflüge in die Vergangenheit bekommt das Buch auch die nötige Tiefe. Was mich etwas gestört hat, ist die Rede-/Ausdrucksweise von dem Kumpel von Sasha. Das Geschwafel kam mir stellenweise wie ein Lückenfüller vor. Das Buch hat zum Glück aber auch einige nette Schmunzelmomente und ist durchaus realistisch und vorallem auch mal liebevoll sowie nicht zu übertrieben geschildert.

Nettes, schlichtes Buch für Zwischendurch, aber leider nichts was länger im Gedächtnis haften bleibt.
16.07.2009 22:22:14
Spatzi79

Spatzi79

(12833 Beiträge)

schöne Idee - schwache Umsetzung

Die Leseprobe hatte mir sehr gut gefallen, die Idee des "Generationen-Treffens" klang nach einer vielversprechenden interessanten Geschichte!

Das Buch fing auch gut an, aber schnell wurde es dann recht wirr und unglaubwürdig.

Die Personen waren durch die Bank weg unsympathisch, der schwache, sich in Selbstmitleid suhlende Sebastian, die völlig weltferne Frau Ella, der durchgeknallte Klaus, die Zicke Lina,...

Ich hätte mir gewünscht, dass der warmherzige Schreibstil, der das Buch auszeichnet, durch eine klar durchdachte Geschichte ergänzt wird und nicht ins Absurde abdriftet - man hätte echt mehr draus machen können, finde ich!
19.07.2009 20:31:41
Cruella

Cruella

(7572 Beiträge)

Hier nun auch meine Rezension zu dem Buch "Frau Ella" von Florian Beckerhoff:


HANDLUNG:
Frau Ella, eine 87jährige alte Dame, wird nach einem Wasserrohrbruch in ihrem Krankenhauszimmer zu einem anderen Patienten ins Zimmer verlegt: Sascha. Beide haben Verletzungen an einem Auge, d.h. beide betrachten die Welt aus nur einem Auge. Frau Ella hat Angst vor ihrer bevorstehenden Augen-OP, die sie eigentlich nicht möchte. Sie fragt Sascha um Rat und letztendlich hilft er ihr, aus dem Krankenhaus zu "fliehen" und nimmt sie mit in seine Wohnung. Gemeinsam verbringen sie darauffolgenden Tage und zeigen sich gegenseitig ihre Welt. Sie ersetzen sich gegenseitig das fehlende Auge und mal blickt Frau Ella durch das Auge des jungen Saschas, lernt die asiatische Küche, Latte Macchiato und anderes neumodernes Zeug kennen, nimmt Anteil an seinem Gefühlsleben, seinen Problemen und Sinnkrisen usw.
Dann wieder darf Sascha (und auch seine Freunde) durch Frau Ellas Augen blicken, erfahren von ihrer Vergangenheit im 2. Weltkrieg, ihrer Jugendliebe, ihren Werten und Ansichten und profitieren von ihrer Lebenserfahrung.
Kritisch wird die Situation als Lina - Saschas Exfreundin - plötzlich wieder auftaucht und Sascha sich zwischen ihr und Frau Ella bzw. zwischen seinem alten Leben und einer neuen Lebensperspektive entscheiden muss...

ERZÄHLWEISE
Erzählt wird abwechselnd aus Frau Ella und Sascha Perspektive, jedem ist immer ein Kapitel gewidmet. Das ist sehr schön, denn so ist es auch dem Leser möglich, mal aus dem einen mal aus dem anderne Auge zu sehen und die Geschichte auf zwei verscheidene Arten zu sehen. Die Sprache ist einfach, das Buch liest sich flüssig. Jeder Charakter bekommt die Sprache verliehen, die zu ihm passt... besonders hervor sticht hierbei Kumpel Klaus, dessen Ausdrucksweise durchaus auch mal nerven kann. ;o)

GESAMTEINDRUCK:
Das Buch ist eine nette Lektüre für Zwischendurch und hat mir gut gefallen. Leider macht der Autor nicht wirklich viel aus der Geschichte. Sie plätschert so dahin, die Charaktäre bleiben sehr an der Oberfläche... der Tiefgang fehlt und somit wird auch die Geschichte schnell vergessen sein. Sehr schade, denn die Grundidee ist wirklich toll!
25.07.2009 22:07:45
MeinLuke

MeinLuke

(5558 Beiträge)

Wahre Freundschaft

Ich habe gerade "Frau Ella" von Florian Beckerhoff aus der Hand gelegt. Es ist ein wundervolles Buch, das mit seinen 316 Seiten für mich schon fast zu kurz war!

Wie der Titel schon verrät, geht es um Frau Ella, die mit iheren 87 Jahren im Krankenhaus, wo sie am Auge operiert werden soll, dem 30-jährigen Sascha begegnet. Er "befreit" Far Ella aus dem Krankenhaus, weil sie zu einer Vollnarkose überredet wurde, die sie überhaupt nicht will. Eigentlich soll Frau Ella nur eine Nacht bei Sascha verbringen und dann zurück in ihre Wohnung gebracht werden, doch aus dieser einen Nacht werden gleich mehrere...

Im Verlauf der Geschichte freunden sich Sascha und Frau Ella, trotz des großen Altersunterschiedes, an. Für beide ist diese ungewöhnliche Freundschaft bereichernd. Frau Ella lernt Dinge wie Latte macchiato und musikalische Eier kennen, und Sascha lernt, kann man so sagen, viel über sich selbst und das Wichtige im Leben.

Dieses Buch von Florian Beckerhoff ist nicht nur wahnsinnig witzig, sondern hat auch eine Menge Tiefgang, ohne dabei traurig oder gar kitschig zu werden! Ich fand es nur schade, dass ich es so schnell durchgelesen hatte :-)
26.07.2009 10:52:30
Lilli33

Lilli33

(24338 Beiträge)

"Schön, dass Sie da sind, Frau Ella"

Im Krankenhaus treffen zwei Menschen aufeinander, die fast nicht unterschiedlicher sein könnten. Auf der einen Seite der 30jährige Sascha, zwar freundlich und hilfsbereit, aber auch leicht genervt und etwas oberflächlich. Auf der anderen Seite die 87-jährige Frau Ella, die von der technisierten Welt etwas überfordert ist, dafür noch auf die alten Tugenden wie z.B. Ordnungsliebe schaut. Frau Ellas Krankenzimmer ist durch einen Wasserschaden unbewohnbar geworden, deswegen wird sie vorübergehend bei Sascha einquartiert. Bei einem Gläschen Klosterfrau Melissengeist kommt man sich näher. Als Frau Ella zu einer Vollnarkose gezwungen werden soll, vor der sie furchtbare Angst hat, flieht Sascha mit ihr in seine Wohnung. Eigentlich nur für eine Nacht, aber wie so oft im Leben kommt es anders als gedacht. Langsam, aber sicher, entwickelt sich die Beziehung der beiden zu einer wunderbaren Freundschaft, was nur durch gegenseitige Toleranz und Hilfsbereitschaft möglich ist. Frau Ella lernt neue Arten, Kaffee und Eier zu kochen, während Sascha von der Lebenserfahrung der alten Dame profitiert. Frau Ella muss man einfach gern haben. Das sehen auch Saschas Freunde so, und so bescheren sie ihr einige Tage, in denen sie so glücklich ist wie in den 20 Jahren seit dem Tod ihres Mannes nicht mehr.

Abwechselnd erzählt Beckerhoff aus der Sicht von Frau Ella und Sascha. Dabei kommen sehr schön die Gedanken zum Ausdruck, die sich beide zu ihrem Gegenüber sowie auch zu ihrer Vergangenheit und Zukunft machen.

Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es ist locker und lebendig geschrieben, stellenweise richtig lustig. Man kann sich die Situationen, in denen sich die beiden Protagonisten befinden, super gut vorstellen. Dabei hat das Buch nicht nur witzige Anklänge, sondern auch leicht traurige und ein bisschen philosophische.
30.07.2009 09:40:58
silkedb

silkedb

(17071 Beiträge)

Das ist ein echtes Generationen-Buch!

Ein Kaffee mit Macchiato

Inhalt:
Ella Freitag und Sascha Hanke fügt das Schicksal zusammen, oder eher ein Wasserschaden in Ella Freitags Krankenzimmer. So finden sich die beiden als Bettnachbarn auf der Augenstation wieder und sind eigentlich so gar nicht zufrieden mit dieser Situation. Doch ein Klosterfrau Melissengeist als Abendtrunk lockert Sascha und "Frau Ella" wie er Ella Freitag nennt, schnell auf.
Als nun Frau Ella gegen ihren Willen operiert werden soll, ist Sascha als Retter in der Not zur Stelle und flüchtet mit ihr in seine Wohnung.
Nur mit ihrem Nachthemd bekleidet und ohne ihre Wohnungsschlüssel, ist Frau Ella nun nicht nur mit Sascha konfrontiert, sondern auch noch mit dessen Freunden. Eine nicht ganz einfache Aufgabe für eine 87jährige, die seit über 20 Jahren alleine gelebt hat.

Meine Meinung:
"Frau Ella" ist ein Roman voller Details, der mich zum schmunzeln und nachdenken gebracht und mir dabei auch gut gefallen hat.
Die Unterschiede zwischen den Generationen der 87jährigen Ella und dem 30jährigen Sascha wurden hier charmant aufs Korn genommen und aus beiden Perspektiven betrachtet. Oft fühlte ich mich auch an meine eigenen Großeltern erinnert und Gespräche die ich mit ihnen geführt habe. Dabei stellte sich mir die Frage, ob Florian Beckerhoff hier ebenfalls aus Erfahrungen aus seinem Verwandten- und Bekanntenkreis schöpfen konnte.
Frau Ella versucht sich in Saschas Welt zu integrieren und ihm möglichst wenig Umstände zu machen, solange sie in seiner Wohnung ist. So lernt sie einen Kaffee mit Macchiato zu machen und Frühstückseier mit Musik zu kochen. Auf der anderen Seite genießt Sascha das Gefühl von Familie in seiner Wohnung, die Organisationsfähigkeit von Frau Ella im Haushalt und ihre Art Probleme aus der Welt zu schaffen. Doch das funktioniert nur, weil beide Seiten bereit sind, ihre Vorlieben und Gewohnheiten zurück zu stecken. Alles könnte so schön sein, wenn es da nicht noch die Außenwelt geben würde.
Durch die Schilderung der Ereignisse sowohl aus der Sicht von Frau Ella, als auch von Sascha, wird klar, dass vermeintlich einfache Situationen durchaus ein Problem für das Gegenüber sein können. Sascha hätte sich zuvor nicht vorstellen können, dass ihm eine alte Dame so sympathisch ist und entgegen aller Klischees nicht an allem rumnörgelt, sondern äußerst aufgeschlossen ist. Auch für Frau Ella ist der Kontakt zu einer jüngeren Generation und ihrem Lebensstil neu. Dabei stellen schon Kleinigkeiten wie Fremdwörter in der Deutschen Sprache eine Hürde dar. Trotz aller Unterschiede wird hier klar, dass beide von einander lernen können, sofern man die andere Seite mit Humor und Toleranz betrachtet. Ich würde gerne weiteren Gesprächen von Sascha und Frau Ella lauschen.
Sehr schön finde ich auch die stabile Bindung als Softcover, sowie das ansprechende Cover.
Etwas enttäuschend fand ich jedoch das Ende des Romans, dass mir insgesamt zu abrupt und offen ist.

Fazit:
Jung und alt werden sich hier wieder finden.
19.08.2009 14:34:06
rebellyell666

rebellyell666

(25 Beiträge)

Inhalt:

Frau Ella und Sascha lernen sich gezwungener Maßen im Krankenhaus kennen: Beide werden oder sollen am Auge operiert werden. Doch alles kommt anders: Eines Tages wacht Frau Ella in einer fremden Wohnung auf...

Erzählstil:

Beckerhoff schreibt oft sehr doppeldeutig, bevor er die wahre Bedeutung im Satz hinterher schiebt. Ihm ist es anscheinend sehr wichtig, den deutschen Sprachgebrauch mehr auszuleben und den Leser an längst vergangene Gesichtspunkte zu erinnern. Zeitweilig ist das sehr mühselig, doch wer seinen Kopf ein bisschen mehr anstrengt, kann auch dem noch folgen. Weiterhin gebraucht er viele umgangssprachliche Begriffe, die selbst die Jungend von heute überlegen lässt.

Meine Meinung:

Die Grundidee zu diesem Roman ist wundervoll: Ein unüberwindbarer Generationenkonflikt steht schon lange im Raum. Die Alten können nicht mit den Jungen, die Jungen wollen nicht mit den Alten. Doch hier muss Sascha sich mit der neuen Situation auseinandersetzen, dass er jetzt Frau Ella beherbergt. Sie liefern sich Wettkämpfe im Eierkochen und machen dem jeweils anderen eine Freude. Das Buch zeigt, dass man sehr wohl mit der jeweils anderen Generation zurecht kommen kann, wenn man ein Stück von sich selbst gibt und lernt, den anderen so zu nehmen, wie er ist. Die Doppeldeutigkeit mancher Wörter, und seien sie auch noch so abgehoben, beeindruckten mich zum Teil. Sascha, die Hauptfigur fängt an, mehr von sich zu geben und gibt seine schlechte Launen dafür auf. Frau Ella ist darauf bedacht, Sascha glücklich zu machen: Sie möchte ihn wieder mit seiner Freundin zusammen bringen. Ein Stück Geschichte verbindet sich mit jemanden, der seinen Weg noch finden muss. Auch dieser Konflikt wird wunderbar beleuchtet. So einfach hat eigentlich niemand, wie hier treffend dargelegt wird.

Das Ende ist wiederum sehr offen. Für meine Geschmack lässt Beckerhoff den Leser plötzlich im Regen stehen. Einige Gesichtspunkte sind zwar noch nicht geklärt, doch ich glaube, dass man, wenn man das Buch noch einmal liest, doch alles versteht. Beckerhoff hat mit seinem Romandebüt zwar alles richtig gemacht, doch die Feinheiten fehlen noch etwas. Die Absätze waren teilweise doch etwas lang und langatmig, doch diese wurden wieder von spannenden Dialogen abgelöst.

Fazit:

Ein interessantes Romandebüt, dass uns zeigt, dass man auch mit dem anderen kann, egal wie alt. Wir müssen uns nur öffnen, die Hektik des Alltags nicht überbewerten, sondern einfach mal abspringen vom fahrenden Zug der Zeit. Beckerhoff schreibt außergewöhnlich, doch die Feinheiten stimmen noch nicht ganz.
20.08.2009 10:40:55
Kiara84

Kiara84

(19 Beiträge)

In dem Roman "Frau Ella" von Florian Beckerhoff muss sich der 30-jährige Sascha nach einer Augen-OP kurzfistig das Krankenhauszimmer mit der 87-jährigen - beim Schlafen laut schnarchenden - Frau Ella teilen und ist davon verständlicherweise wenig begeistert. Als sie jedoch gegen ihren Willen am Auge operiert werden soll, treten die beiden spontan die Flucht an und quartieren Frau Ella erst einmal bei Sascha ein. Und das ist der Beginn einer ganz besonderen Freundschaft ...

Sascha, 30 Jahre jung, ziellos und unglücklich verliebt, ist mir mit seinem ständigen Selbstmitleid am Anfang ganz schön auf die Nerven gegangen. Andauernd war er mit sich und der Welt am hadern und natürlich waren immer die anderen an allem schuld. Zum Glück hat sich ein Verhalten aber im Laufe des Buches "gebessert", was vor allem der wirklich knuffigen frau Ella zu Verdanken ist. Diese rüstige alte Frau, die mit den ganzen neumodischen Wörtern der jungen Leute gar nicht parat kommt, muss man einfach gern haben! So sehen das auch der durchgeknallte Klaus ( dessen verrückte Ideen wohl in der Mischung "Zu viel Geld und Langeweile" ihren Ursprung haben ) und seine Frau Ute - zwei Freunde Saschas - und tragen hauptsächlich dazu bei, dass Frau Ella weit länger als eine Nacht bei Sascha bleibt. Gemeinsam erleben die vier allerhand Abenteuer - bis Saschas Ex-Freundin zurückkommt und damit Sascha in ein neues, großes Gefühlschaos stürzt.

Das Lesen von "Frau Ella" hat mir von Anfang bis Ende große Freude bereitet. Der locker-leichte Schreibstil und die eingestreuten Witze machen das Buch zu einer perfekten Urlaubslektüre, die durch die Thematisierung des Generationenkonflikts in der heutigen Zeit sogar etwas an Tiefe gewinnt. Von mir gibt es deshalb 4 Sterne!
20.08.2009 17:54:35
harakiri

harakiri

(47345 Beiträge)

Jung und alt treffen aufeinander

Das Buch war sehr schön zu lesen, nur zwischendurch reichlich unglaubwürdig. Welcher junge Mann und sei er noch so reich, geht mit einer ihm fremden älteren Frau zum Shoppen und gibt Hunderte von Euros für sie aus?
Von der Idee her fand ich das Buch gut, die Umsetzung hätte ein bisschen besser ausfallen können. Sicher mag es für manche Jugendliche ein Spaß sein, mit älteren Leuten einen Tag zu verbringen, aber so wie es hier geschildert ist, kann und wird es niemals sein.
Ich weiß natürlich, dass es eine erfundene Geschichte ist, aber bei diesem Buch hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht. Einen bleibenden Eindruck hat es jedenfalls bei mir nicht hinterlassen
21.08.2009 14:40:38
BineL

BineL

(18436 Beiträge)

Nun habe ich auch das Buch gelesen und auch gleich meine Rezi dazu geschrieben:

Der Roman "Frau Ella" von Florian Beckerhoff erinnert doch zeitweise sehr an Harold und Maude, nur fehlt bei Frau Ella der englische Humor.

Dennoch ist "Frau Ella" sehr unterhaltsam und hat mir zu einem vergnüglichen Lesevormittag verholfen.

Eine alte Dame wird von dem 30-jährigen Sascha aus dem Krankenhaus entführt, der befürchtet, dass Ella Freitag eine Vollnarkose nicht überleben wird. Sasche nimmt Ella mit in seine Wohnung und integriert sie in ihr Leben. Sehr schön stellt Florian Beckerhoff die Unterschiede zwischen jung und alt dar. Frau Ella versteht die jungen Menschen nicht, die sich über alles Gedanken machen und dabei scheinbar das Handeln vergessen und umgekehrt müssen sich Sascha und seine Freunde sich in die alte Dame hineinversetzen.

Zum Teil könnte man die Geschichte für oberflächlich halten, doch wenn man zwischen den Zeilen liest, gibt das Buch dem Leser doch neben dem Vergnügen genügend Stoff, über das man nachdenken kann. Machen sich junge Menschen wirklich viel zu viele Gedanken? Werden alte Menschen wirklich immer ernst genommen?

Fazit:
Florian Beckerhoff hat ein unterhaltsames Buch mit Tiefgang geschrieben, der auf den ersten Blick nicht wirklich zu erkennen ist. Leider erreicht Beckerhoff nicht die Klasse von Harold und Maude.

29.08.2009 13:02:49
Phantomime

Phantomime

(9645 Beiträge)

Eine mehr als ungewöhnliche Freundschaft...

Sascha,30 Jahre alt,liegt aufgrund eines Unfalls schon seit einer Woche im Krankenhaus und staunt nicht schlecht,als er seine neue Bettnachbarin sieht,die aufgrund eines Wasserschadens des Krankenhauses zu ihm ins Zimmer ziehen musste.

Denn sie ist 87Jahre alt,hat dünne Haare und ein faltiges Gesicht und jedesmal wenn sie schläft schnarcht sie auch noch furchtbar laut!Aber Sascha muss sich zähneknirschend auf die neue Situation einstellen.

Doch als die beiden sich miteinander unterhalten haben und Sascha mitbekommt,daß die Ärzte und Krankenschwestern die alte Frau gar nicht ernst nehmen,denn diese möchte sich gar nicht operieren lassen,und möchte die Einwilligungserklärung für die Narkose gar nicht unterschreiben.

Sie bekommt aber Beruhigungsmittel verabreicht und unterschreibt die Erklärung eben dann doch.Sascha ist geschockt und sieht keinen anderen Ausweg,als mit "Frau Ella",wie er sie nennt zu flüchten.

Er nimmt sie kurzentschlossen mit zu sich nach Hause.Am nächsten Tag lernt sie dort die Freunde von Sascha kennen und die vier haben viel Spass miteinander,sodaß sich eine richtige Freundschaft entwickelt zwischen den jungen Menschen und der alten "Frau Ella".

Ein unterhaltsames Buch,das humorvoll geschrieben ist und als Buch für zwischendurch,wenn man mal lachen möchte durchaus zu empfehlen ist!
22.09.2009 10:53:45