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Das Leben der Wünsche Thomas Glavinic

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Beitrag
erstellt am
harakiri

harakiri

(47345 Beiträge)

ich fands nicht ganz einfach zu lesen,
hier mal meine Rezension:



Was wünscht sich ein Mann, der plötzlich 3 Wünsche frei hat?

Glück, Gesundheit, Zufriedenheit? Nein: Dramatik und Besonderheit in seinem Leben, ein reiches Erbe, einen sinnvollen Tod.
Doch wie das so ist mit den Wünschen: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Die Wünsche von Jonas gehen so oder so ähnlich alle in Erfüllung: seine Aktienkurse steigen, sein kleinwüchsiger Sohn wächst plötzlich um mehrere Zentimeter, Jonas entgeht einem Flugzeugabsturz, doch plötzlich wendet sich das Blatt und alles kommt viel schlimmer als sich Jonas das in seinen Träumen gedacht hatte.
Mich hat gestört, dass die wörtliche Rede ohne Anführungszeichen auskommen musste. Da hat man nicht immer gleich mitbekommen, dass sich jemand unterhält. Auch die pseudo-psycho. Ergüsse hab ich nicht immer verstanden und mir oft gedacht: dieser Absatz sagt mir jetzt gar nichts, den hätte man auch weglassen können. Z.B. die Fahrt mit dem Ruderboot mitten in der Nacht : war das jetzt nur geträumt oder hat er das wirklich erlebt?
Sonst war das Buch recht flüssig zu lesen, hat auch viel Spaß gemacht und ich will jetzt auf jeden Fall auch noch das Vorgängerbuch Die Arbeit der Nacht haben
20.08.2009 15:58:43
Glasschmetterling

Glasschmetterling

(3269 Beiträge)

Na, dann will ich auch mal.


Das Leben der Wünsche

Von der Leseprobe war ich begeistert. Vom Buch bin ich enttäuscht.

Jonas, Werbetexter, Ehemann, Vater, außerehelicher Liebhaber, Freund, bekommt eines Tages von einem ominösen Unbekannten das Angebot, dass ihm drei Wünsche erfüllt werden.
Natürlich ist Jonas zunächst skeptisch und glaubt dem Fremden kein Wort, als dann jedoch eines Abends seine Frau tot in der Badewanne liegt - also ein "Hindernis" auf dem Weg zu einer richtigen Beziehung mit seiner Geliebten beseitigt ist - kommt er ins Grübeln. Seine Aktien steigen, er entgeht einem Flugzeugabsturz etc.

Trotzdem geschieht etwas mit Jonas. Er ist nicht glücklich mit der Erfüllung seiner Wünsche. Sicher war seine Ehefrau im Weg, aber die Lösung, ihren Tod, den hatte er nicht gewollt.

Das Buch ist flüssig zu lesen. Kurze Sätze und Kapitel machen es einem leicht durch die Seiten zu blättern und doch hatte ich kein rechtes Vergnügen daran. Der Inhalt ist aus meiner Sicht sehr philosophisch angehaucht, etwas mit dem ich scheinbar in diesem Stil nichts anfangen kann. Mir fehlte die Spannung, ich konnte mich nicht richtig in die Geschichte einfinden, vor meinem inneren Auge zeichneten sich keine Bilder der Situation oder Umgebung. Auch konnte ich mit den Protagonisten nicht mitfühlen und auch die Beschreibungen von Momenten oder Orten war mir zu lieblos. Völlig konfuse Szenen bzw. Sätze haben mich das ein ums andere Mal die Stirn runzeln lassen und ich habe mich nach deren Sinn gefragt.

Die 320 Seiten des Buches wird man sicher auf 250 zusammenkürzen können, wenn man die halbleeren Seiten, die durch sehr kurze Kapitel (drei Sätze!!) entstehen, streicht. Mir ist bewusst, dass man die Qualität eines Buches nicht an seiner Seitenzahl festmachen kann, doch erscheint mir dieses hier für den Preis, eine Mogelpackung zu sein.

An die fehlenden Satzzeichen zur wörtlichen Rede gewöhnt man sich, trotzdem bin ich das ein ums andere Mal darüber gestolpert und musste Dialoge zweimal lesen, um nachvollziehen zu können, wer denn jetzt spricht.

Diese abstrusen Aussetzer Jonas´ - schreit rum, alles ist schwarz um ihn herum, der Mond! Was diese nun sollten weiß ich auch nicht.

Alles in allem hatte ich mir von der Leseprobe mehr versprochen. Eine gute Idee wurde schlecht umgesetzt. Und das Ende...naja. Schade!

__________

Den anderen Roman von Glavinic muss ich nicht lesen.
20.08.2009 18:18:51
gruenaeuglein

gruenaeuglein

(2349 Beiträge)

Mal eine kleine Zwischenfrage: Habt ihr auch "Die Arbeit der Nacht" gelesen? Und wenn ja, fandet ihr das besser? Von dem Buch war ich nämlich begeistert und hatte jetzt angenommen, dass dieses ähnlich ist.
21.08.2009 07:38:42
Glasschmetterling

Glasschmetterling

(3269 Beiträge)

Nein, das hab ich nicht gelesen und werde ich auch nicht. :-/ Das Leben der Wünsche hat mir gereicht. *ggg*

21.08.2009 08:12:02
Mary_Poppins

Mary_Poppins

(8564 Beiträge)

Ich werde von diesem Autor auch kein Buch mehr zur Hand nehmen. So einen Schrott habe ich schon lang nicht mehr gelesen. Viel zu lang erzählt und die im Buch vorkommenden "Wünsche" hätten genauso gut Zufälle sein können. Das Ende hat das Buch dann etwas aufgewertet, aber mehr muss ich davon nicht haben. Gut, dass ich es versprochen hatte. ;o)
21.08.2009 09:30:21
silkedb

silkedb

(17071 Beiträge)

Das Buch wurde nun ja sogar für den Deutschen Buchpreis nominiert.
Ich habe mich da allerdings auch etwas schwer mit getan.
Ich gebe 3 von 5 Punkten.

Ich wünsche mir ein Zusatzkapitel

Inhalt:
Jonas könnte glücklich sein. Wunschlos glücklich. Er ist verheiratet mit Helen, hat zwei Söhne namens Tom und Chris, einen Job der viel Freiraum lässt und eine Geliebte die seine sonstigen Bedürfnisse erfüllt.
Als er nun eines Tages auf einer Parkbank einen abgerissen wirkenden Mann trifft, der ihm die Erfüllung dreier Wünsche anbietet, hält Jonas das zunächst für einen Scherz.
Doch der Fremde lässt nicht nach und so wünscht sich Jonas schließlich die Erfüllung aller seiner Wünsche, was er für ziemlich clever hält.
Das Leben nimmt seinen Verlauf, doch so langsam treten kleine Veränderungen ein.
Jonas Aktien (eigentlich Fehlinvestitionen) haben unerwartete Zuwächse und sein kleiner Sohn, der bisher etwas zu kurz geraten war, legt ebenfalls einen Wachstumsschub hin.
So ganz wunschlos, kann Jonas also nicht sein.
Aber Schlimmes kann doch gar nicht passieren, denn Jonas ist doch ein guter Mensch, der sich niemals etwas wünschen würde, das anderen schadet, oder?

Meine Meinung:
Eigentlich hat mir "Das Leben der Wünsche" ganz gut gefallen.
Aber man merkt schon, dass da so ein kleiner Zweifel in meiner Aussage ist.
Ich habe bei dem Buch etwas vermisst und ich kann nicht formulieren was es was. Ganz sicher spielt dabei eine große Rolle, dass ich das Ende einfach nicht verstanden habe. Meiner Meinung nach fehlte da noch ein Kapitel, das mir die Klärung und den "Aha-Effekt" bringt.
Geschrieben ist "Das Leben der Wünsche" aus Sicht eines Mannes und über das Leben eines Mannes. Als Einblick, wie denn Männer so ticken ist es also gar nicht schlecht.
Übertragbar ist die Geschichte aber in Ansätzen eigentlich auf jeden von uns.
Was wünschen wir uns ganz tief in uns drin, wovon wir niemals jemandem etwas sagen würden?
Würden wir das Angebot annehmen, dass alle unsere Wünsche erfüllt werden? Wie steht es mit den Konsequenzen auf das Leben unserer Mitmenschen? Würden wir nur die Vorteile sehen, oder vielleicht doch auch eine Art Reue für unseren Egoismus empfinden?
Für mich warf dieses Buch eine Reihe von Fragen auf. Für mich selber kann ich sie beantworten, aber die Hauptfigur Jonas ist mir weiterhin dubios.
"Das Leben der Wünsche" ist das erste Buch von Thomas Glavinic, das ich gelesen habe. Im Vorwort wird auf eine Verbindung zu einem anderen Buch von ihm hingewiesen. Vielleicht wird vieles klarer, wenn man auch dieses Buch kennt.
Nun, ich bin mir nicht sicher, ob ich mich noch einmal auf das Experiment "Thomas Glavinic" einlassen möchte. Empfehlen kann ich dieses Buch allen Freunden anspruchsvoller Literatur. Vielleicht auch etwas für Leser der Bücher von Jakob Hein.
Zwischen dem Titelcover und dem Buchinhalt konnte ich übrigens keine Verbindung feststellen.

Fazit:
Ich hab das Buch zwar nicht wirklich verstanden, aber vielleicht haben andere da mehr Erfolg.
21.08.2009 16:38:57
BineL

BineL

(18436 Beiträge)

Ich selbst fand das Buch wirklich schlecht. Und so sieht meine Rezi dazu aus:

Von der Leseprobe war ich recht begeistert. Die Idee von den 3 Wünschen hat mich gefesselt und ich war neugierig wie der Autor wohl das Märchen in die moderne umsetzen wird.

Aber die Vorfreude wurde sehr schnell getrübt. Durch die kurzen Sätze und die nicht durch Anführungszeichen gekennzeichneten Dialoge wurde ich schnell verwirrt. Der Roman ließ sich nicht gut lesen, so dass ich mich durch die 320 Seiten regelrecht gequält habe und nur deswegen bis zum Ende durchgehalten habe, um diese Rezension schreiben zu können.

Es passieren komische Dinge wie Tankstellenüberfall, Tod seiner Frau, Wunderheilung seiner Ex-Freundin, Wachstum seines kleinwüchsiges Sohnes, Verschwinden von Meerwasser. Alles wird auch so seltsam erzählt, dass man wiederholt nachlesen muss, was da eigentlich passiert ist und warum.

Auch treten viele Personen auf, von denen man nicht immer gleich weiß, wer sie überhaupt sind und in welcher Verbindug sie zu Jonas stehen. Ja, und während des Lesens interessiert es einem auch gar nicht mehr, weil man nur noch das Ende des Romans herbei sehnt.

Mir erschließt sich auch der Sinn nicht, was die ganze Story überhaupt mit den Wünschen zu tun hat. Der "Wunschmann" taucht überhaupt nicht mehr auf.

Fazit:

Die Leseprobe hat bei mir eindeutig falsche Hoffnungen geweckt. Thomas Glavinic hat ein Buch geschrieben, das man sich besser wirklich nicht wünschen sollte. Es ist wirr und lässt keinen roten Faden erkennen. Die Handlung ist keine runde Sache. Sowohl der Schreibstil als auch der Inhalt haben meine Seele in keinster Weise berührt.

22.08.2009 00:32:36
Glasschmetterling

Glasschmetterling

(3269 Beiträge)

Da bin ich ja froh, dass nicht nur ich das Buch so empfunden habe und es nicht meiner "Unverständnis" zuzuschreiben habe.
Liebe Grüße aus dem Pfuhl. ;-)
22.08.2009 09:22:56
TFR01

TFR01

(5815 Beiträge)


Das hört sich ja interessant an. Ich glaube, ich lese das Buch auch. ;-)

22.08.2009 09:37:15
Nieselpriem67

Nieselpriem67

(7335 Beiträge)

Ich nehme an, du hast es bereits ausgelesen? ;-)
Was hältst du denn von diesem Roman?

23.08.2009 09:04:48
TFR01

TFR01

(5815 Beiträge)


Wer ich? Nein, nein das ist erst auf dem Weg zu mir.
23.08.2009 09:10:36
Atalante

Atalante

(9655 Beiträge)


Wenn ich schon so nett gegrüßt werde. ;-)

Mir hat das Buch gefallen, aber ich kann mir denken, warum manche in ihren Erwartungen enttäuscht wurden.
Die ersten Kapitel fangen scheinbar harmlos an und stimmen den ahnungslosen Leser auf eine Wunscherfüllungsverwirrungsgeschichte ein, die hinlänglich aus Hollywoodproduktionen für die ganze Familie bekannt sind.
Aber der Mann im Park hatte keine blauen Punkte und der Autor heißt nicht Paul Maar.
Glavinic entscheidet sich für eine surreale Geschichte. Manchmal ist es nicht ganz klar, ob wir Traumsequenzen folgen oder real Irrealem, wozu jeder Roman ja nun einmal neigt. Das Buch ist also durchaus mehrmals zu lesen. Mir haben gerade die Überlegungen Jonas sehr gut gefallen. Ziemlich am Anfang lässt sich außerdem erahnen, wohin das Ganze führt.

Die Arbeit der Nacht ist, wie schon oben gesagt, die Vorgeschichte dieses Romans, die ich demnächst unbedingt lesen muss. Inspiriert wurde Glavinic von Rosendorfer, Großes Solo für Anton.
24.08.2009 15:11:16
TFR01

TFR01

(5815 Beiträge)


Das Buch ist da. Ich konnte es nicht lassen, gleich mal reinzuschauen und das erste Kapitel zu lesen.

Halbleere Seiten? Da habe ich Schlimmeres gesehen. Ich finde das Layout angenehm. Schnell- und Vielleser sind sicher ruckzuck fertig.

Der Anfang erinnert mich ein wenig an "Der Meister und Margarita" von Michail Bulgakow, auch ein Park auch eine seltsame Gestalt mit unerhörtem Gerede.

Das Vorwort spricht von einer interessanten Verzahnung von "Das Leben der Wünsche" und "Die Arbeit der Nacht", Lesereihenfolge egal.

27.08.2009 19:48:48
tigercat666

tigercat666

(119327 Beiträge)

Ich wollte mir das Buch ja eigentlich auch ertauschen oder sogar kaufen, aber nach den doch eher negativen Rezensionen hier, bin ich mir nicht mehr sicher.
28.08.2009 07:47:12
Atalante

Atalante

(9655 Beiträge)


Tigercat, vielleicht möchtest Du an der Buchpreisleserunde teilnehmen, dann könntest Du fast ohne Risiko den Glavinic testen?
28.08.2009 08:41:13
elfi67

elfi67

(61557 Beiträge)

ich bin sehr gespannt auf das buch. ehrlich gesagt gerade wegen der negativen stellungnahmen ;-)
28.08.2009 08:49:48
tigercat666

tigercat666

(119327 Beiträge)

was muss ich denn da tun?
ich such euch mal.
28.08.2009 10:51:59
TFR01

TFR01

(5815 Beiträge)


Vorsicht 666te, ein Arbeitskollege des Helden hat eine Broschüre mit dem Titel "66 Arten, eine Katze zu quälen" geschrieben. ;-)

29.08.2009 16:22:33
TFR01

TFR01

(5815 Beiträge)


Nur sich mehr Wünsche zu wünschen wurde ihm verwehrt. Das Geld kommt zum Schluss. Aber was denn nun? Ich zähle 14 Wünsche nicht 3.

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29.08.2009 16:26:58
Glasschmetterling

Glasschmetterling

(3269 Beiträge)

Ja, aber was denn nun? *ggg* Diese Frage habe ich mir öfters gestellt.
Aber zum Glück sind die Geschmäcker ja verschieden.
Ich hoffe niemanden mit meiner Rezi vom lesen abgehalten zu haben. Nur für mich war dieses Buch so absolut überhaupt nichts.
29.08.2009 17:23:55
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