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Stumm von Sam Hayes

 
Beitrag
erstellt am
schwarzwaldelch

schwarzwaldelch

(5306 Beiträge)

Julia ist Lehrerin und findet eine ihrer Schülerinnen verletzt im Straßengraben, das letzte Wort des Mädchens ist "Doktor". Eigentlich hätte sie schon mit ihrer Mutter genug zu tun, die seit einer Woche verstummt ist, doch das Schicksal des Mädchens geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Als Mutter von 2 Kindern ist sie verängstigt, zumal sie seit der Trennung ihres alkoholsüchtigen Mannes die Verantwortung für alles alleine tragen muß. Der Arzt ihrer Mutter lässt ihr Herz schneller schlagen und es ist unfassbar für sie, dass dieser als Hauptverdächtiger verhaftet wird, der das Mädchen so brutal verletzt hat.

Diese Geschichte wirkt düster und geheimnisvoll. Man weiß als Leser nicht, wie die ganzen Personen zusammenpassen, was wichtig ist oder was unwichtig ist. Die Kapitel sind immer von verschiedenen Protagonisten in der Geschichte in der ich-Form verfasst und sehr gefühlsbetont geschrieben, das hat mich an Jodi Picoult erinnert. Sam Hayes hier als Autor kann den Leser in seinen Bann ziehen, sollte nur die Abschweifungen etwas verkürzen, dann wäre dieses Buch hier sicher ein Bestseller.
08.02.2010 14:36:54
schwarzwaldelch

schwarzwaldelch

(5306 Beiträge)

Ich hätte Stumm noch zu vertauschen, falls jemand Interesse hat und mir was nettes anbieten möchte... :-)
Bitte PN.
08.02.2010 14:40:06
Mary_Poppins

Mary_Poppins

(8564 Beiträge)

Ich lese es noch, allerdings erinnert mich die Art auch an Jodi Picoult. Ich bin ca. bei der Hälfte und bisher fesselts mich nicht wirklich.
09.02.2010 06:41:12
BineL

BineL

(18436 Beiträge)

An einem 29. Dezember findet Julia, Lehrerin, ihre Schülerin Grace nackt und schwer verletzt, während sie mit dem Hund spazieren geht.
Etwa zur gleichen Zeit beginnt ihre Mutter zu schweigen. Sie sagt keinen Ton mehr und reagiert auch sonst nicht mehr auf ihre Umwelt. David Carlyle, der neue Arzt im Ort, will ihr helfen und nähert sich bei den Hausbesuchen auch der Tochter an, die seit einem halben Jahr von ihrem Mann getrennt lebt.
Gerade als Julia und David ihren ersten gemeinsamen Abend bei ihm zu Hause verbringen, wird er von der Polizei verhaftet, da er verdächtigt wird, Grace tätlich angegriffen zu haben.

Leider ist der Psychothriller nicht sehr rasant, sondern plätschert so vor sich hin und gleicht eigentlich eher einem Familienroman. Die Spannung fehlt und ich kann leider das Sam Hayes Werk nicht als DEN Page-Turner erkennen. Dennoch gelingt es ihr, am Ende doch noch die Leserschaft mit einer Wendung der Handlung zu überraschen.

Im Großen und Ganzen lässt sich der Roman gut und und schnell lesen. Die Sprache ist klar, was mir gut gefällt.

Fazit:
Ein durchschnittlicher Psychothriller mit einigen Längen.
09.02.2010 07:39:47
diebuchwaechterin66

diebuchwaechterin66

(13071 Beiträge)

Habe das Buch gerade fertig gelesen, und als Psychothriller kann ich ihn nicht betrachten. Wirklich eher ne Familiengeschichte und vllt leichte Krimitendenzen, aber für Psycho wars eindeutig zu wenig und vom Pageturner fand ich das Buch auch weit entfernt!!
Aber schlecht war es nicht!
09.02.2010 12:13:07
nudossi006

nudossi006

(7436 Beiträge)

Ich habe auch mal rezensiert:

Die 30jährige Lehrerin Julia hat sich zum wiederholten Mal von ihrem alkoholkranken Mann Murray getrennt. Übergangsweise lebt sie mit ihren beiden Kindern auf einer kleinen Farm ihrer Mutter Mary. Nach einem Arztbesuch ist ihre Mutter plötzlich verstummt. Die einst agile Frau wird zu einem apathischen Pflegefall. Eines Abends macht Julia eine schreckliche Entdeckung. Bei einem Spaziergang findet sie ihre schwer verletze Schülerin Grace. Grace liegt in einem Graben, das letzte Wort der Schülerin lautet "Doktor". Julia verliebt sich in David, den um einiges älteren Arzt ihrer Mutter. Doch das Glück währt nur kurz. David wird verdächtigt, den Überfall auf Grace begangen zu haben und verhaftet. Und ausgerechnet Murray übernimmt die Verteidigung ...

Sprachlosigkeit zieht sich durch das ganze Buch: Mary, die nicht mehr mit der Außenwelt kommuniziert, Julias gehörlose Tochter Flora, und Murray, der statt zu reden säuft.

Interessant der Ansatz, die Geschichte aus Sicht der drei Hauptfiguren Julia, Mary und Murray zu erzählen. Nur leider kommt hier statt Spannung gepflegte Langeweile auf. Die ersten 200 Seiten plätschern so vor sich hin. Dann nimmt die Geschichte kurz Fahrt auf, um schnell wieder vor sich hin zu dümpeln. Unlogisch zum Beispiel, dass Julia in schwierigen Situationen immer wieder Hilfe und Beistand bei ihrem versoffenen Ex sucht. Marys Pflegekinder, die mal auftauchen und wieder verschwinden, wenn sie nichts zum Verlauf der Story beizutragen haben. Fast wirkt es so, als wären sie von der Autorin vergessen worden. Als geübter Leser wird einem schnell klar, welches Happyend bevorsteht und wer die Bösen sind. Lediglich die Auflösung des Überfalls birgt eine Überraschung.

Der Verlag verspricht uns: "Ein Page-Turner, bei dem Sie Ihren Bus verpassen." Hätte ich das Buch im Bus gelesen, wäre ich wohl eingeschlafen und eher das Aussteigen vergessen.

Ich vergebe einen Stern für die Auflösung
09.02.2010 17:36:23
Mary_Poppins

Mary_Poppins

(8564 Beiträge)

Ich bin auch fertig und gebe mal meinen Senf dazu:


Julia, Lehrerin und Mutter von 2 Kindern, kümmert sich derzeit um ihre Mutter Mary, die von einem auf den anderen Tag stumm geworden ist und sich weder um ihre Tiere noch um ihre Pflegekinder kümmert. Eines Morgens findet Julia beim Spazieren gehen mit dem Hund eine ihrer Schülerinnen schwer verletzt im Graben liegen. Das Mädchen sagt nur ein einziges Wort: "Doktor".

Julia fragt sich, wer der Täter ist und schnell fällt der Verdacht auf David, Marys Hausarzt. Er war mit der verletzten Schülerin Grace mehrfach privat gesehen worden und hatte für die Tatzeit kein Alibi. Doch Julia, leicht verliebt in David, will einfach nicht wahrhaben, dass er zu so einer schrecklichen Tat fähig ist, obwohl alle Beweise gegen ihn sprechen.

Das Buch wird von unterschiedlichen Personen in der Ich-Form erzählt: Julia, ihrem noch Ehemann Murray und Mary, die ein Geheimnis aus der Vergangenheit hat und davon berichtet. Ganz o.k., allerdings mag ichs nicht so, wenn ich mich immer auf eine andere Person einstellen bzw. umdenken muss.

Der Stil ist rech locker, flüssig und daher leicht zu lesen. Leider fehlt gänzlich die Spannung. Ein klassischer Psychothriller ist das Buch auf keinen Fall, ich würde es eher in die Kategorie (Familien-)Drama einordnen.

Des weiteren ist die Handlung bis auf 2 kleine Details sehr vorhersehbar. Bis heute habe ich nicht herausbekommen, warum Mary geschwiegen hat. Immerhin war sie körperlich nicht krank. Es war 30 Jahre lang ihr Geheimnis, aber wenn es ihr wirklich um das Wohl ihrer Tochter gehen würde, hätte sie was gesagt. Für mich ist dieses Handeln sehr unverantwortlich und unverständlich.

Kurzum ein Buch, was man nicht gelesen haben muss. Da hatte der Klappentext eindeutig mehr versprochen.
11.02.2010 07:57:46
ultrapaula

ultrapaula

(5758 Beiträge)

Habe das Buch auch gelesen und war begeistert.
Hier meine Rezension:

Einen regelrechten Volltreffer hat Sam Hayes mit ihrem Psychothriller Stumm geschrieben.Was mit einem neuen Lebensabschnitt beginnen soll, hat schließlich verheerende Folgen für eine ganze Familie.

Die Lehrerin Julia Marshall ist noch mit dem Rechtsanwalt und alkoholkranken Murray French verheiratet.Ihre beiden Kinder Alex und die von Geburt an gehörlose Flora wachsen trotzdem unter relativ günstigen Bedingungen auf.Gelegentlich verbringen die Geschwister die Zeit auf dem alten Boot ihres Vaters.

Im Haushalt wohnt seit neuestem auch Mary, Julias Mutter mit ihrem Pflegekindern, sie kränkelt zunehmend.Ein Arzt der Familie, Doktor David Carlyle kümmert sich um die alte Frau und bringt sie in einer Klinik unter, weil sie zusätzlich auch plötzlich verstummt.

Parallel dazu findet Julia bei einem Spaziergang eine ihrer Schülerinnen missbraucht und schwer verletzt in einem Feld.Das einzige Wort, das Grace noch von sich geben kann, ist das Wort Doktor.Was meint sie damit?

Typisch charakteristisch,mehrdeutig und mysteriös auch für andere Situationen, die die Protagonistenfamilie betrifft.

Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf und in Tatortnähe wird ein Kleidungsstück sichergestellt, das David gehört.Julia, die mittlerweile eine Beziehung zu David entwickelt hat, reagiert ungehalten und verteidigt ihn bis zum Letzten, obwohl die Indizien für eine Täterschaft sprechen.Als Anwalt wird Murray der Fall übertragen.Bedingt durch seinen Alkoholkonsum und z.T. auch Befangenheit, weil er einen sehr guten Bekannten seiner Noch-Ehefrau verteidigen soll, gerät er zunehmend unter Druck und muss wiederum häufiger zum Alkohol greifen, um sein Gehirn regelrecht zu sortieren.

Während eines Besuches auf dem Schiff, verschwindet Flora plötzlich.Ihr Vater wollte nur ein paar Einkäufe erledigen, ihr Bruder war einen Moment unachtsam.Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, glücklicherweise wird Flora bei David unbeschadet aufgefunden.

Aber nicht nur das, sondern auch ein Abschiedsbrief, in dem Mary ihr Ableben, den plötzlichen Sprachverlust und weitere Bekenntnisse auflistet taucht auf, der die Unklarheiten beseitigt und das wohlgehütete Familiengeheimnis lüftet, das sich wie ein rotes Band durch die Geschichte windet.

Der Psychothriller wird in einzelnen Kapiteln fortlaufend aus der Ich-Perspektive der Mitglieder der Familie Stewart/French erzählt. Oberflächlich wirkt es wie eine Familiengeschichte, doch aufgrund der psychologischen Schwierigkeiten, die diese Familie hat, spitzt sich die Situation zu und droht mehrfach zu eskalieren.Alkoholismus, Floras Einschränkung und die Verwendung der Gebärdensprache stellen außerordentliche Themen dar, die geschickt miteinander verknüpft werden.Die Antworten auf die Fragen, wer sich warum wie entwickelt hat, werden in einem klaren Stil dargestellt.

Ich persönlich kann meinen ersten Satz nur wiederholen, vergebe volle fünf Sterne für dieses Buch und empfehle Stumm jedem Psychothrillerfreund.
13.02.2010 15:00:13
Dagmara06

Dagmara06

(2017 Beiträge)

Ich habs heute gerade angefordert.
Ich bin schon gespannt.
14.02.2010 18:38:55
tigercat666

tigercat666

(119327 Beiträge)

Ich war nicht so begeistert, als Familiengeschichte recht interessant, als Psychothriller nicht wirklich fesselnd, auch wenn das Ende gut gelungen und überraschend war.
Die Story beginnt, als Julia die übel zugerichtete Grace findet und schon ist der Leser mitten drin in... Ja in was eigentlich? Einem Thriller? oder doch eher einer Familiengeschichte?

Die Geschichte dreht sich um Julia ihre Kinder Alex und Flora ihre Mutter Mary, die nach dem Verbrechen an Grace plötzlich verstummt, ihren zukünftigen Exmann Mann Murray einem Alkoholiker und Anwalt und dem Arzt David.

Und lange Zeit hätte das Buch auch wirklich eine Familiengeschichte sein können, in der eben am Rande ein grausames Verbrechen geschah, bis sich im letzten Drittel die Fäden der einzelnen Personen zusammenfinden, die Gründe für Marys Schweigen zu Tage treten und der versoffene Murray alles tut um die wahren Hintergründe für den Überfall auf Grace zu verbergen um seine Familie zurückzugewinnen, was ihm auch gelingt. Auch wenn der wahre Täter dadurch *ungeschoren* davon kommt

Eher oberflächlich kommen die Charaktere daher, keiner hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei mir, das letzte Drittel reicht leider nicht für einen WOW Effekt.

Interessant ist die Erzählweise, immer wieder wechseln die Ich-Erzähler, mal berichtet Mary, dann wieder Julia dann Murray immer im Wechsel, die die selben Ereignisse aus einer anderen Perspektive erzählen.

Alles in Allem verspricht der Klappentext, die Leseprobe und die Genrezuordnung mehr als das Buch halten kann. Schade.

25.02.2010 07:39:06