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Gottes leere Hand, Marianne Efinger
Beitrag
erstellt am
(12833 Beiträge)
Nach der Leseprobe hatte ich, ehrlich gesagt etwas anderes erwartet.
Das Buch dreht sich hauptsächlich um Missstände im Krankenhauswesen. Zwar in Form eines Romans, aber es ist keine wirkliche Geschichte, ich habe immer gewartet, dass mal etwas passiert. Anhand der Geschichten einiger Patienten und vieler Klinik-Mitarbeiter hangelt sich die Autorin so durch das Buch, aber die eigentliche Botschaft kommt dabei zumindest für mich nicht wirklich rüber.
Dazu noch ein Schuss Esoterik mit einem wunderlichen alten Patienten auf der Station, hinter dem aber mehr als ein verwirrter alter Mann stecken soll - diesen Handlungsstrang fand ich recht überflüssig.
Es werden viele Gedanken angeregt, z.B. über den Wert des Lebens von körperlich Behinderten, über die Behandlung von Alten und Kranken in unserer Gesellschaft...aber nichts wird zuende gebracht und von allem nur ein extrem negatives Bild gezeichnet.
Das Buch konnte man deswegen trotz des ernsten Themas schnell lesen - aber einen bleibenden Eindruck wird es bei mir nicht hinterlassen.
Das Buch dreht sich hauptsächlich um Missstände im Krankenhauswesen. Zwar in Form eines Romans, aber es ist keine wirkliche Geschichte, ich habe immer gewartet, dass mal etwas passiert. Anhand der Geschichten einiger Patienten und vieler Klinik-Mitarbeiter hangelt sich die Autorin so durch das Buch, aber die eigentliche Botschaft kommt dabei zumindest für mich nicht wirklich rüber.
Dazu noch ein Schuss Esoterik mit einem wunderlichen alten Patienten auf der Station, hinter dem aber mehr als ein verwirrter alter Mann stecken soll - diesen Handlungsstrang fand ich recht überflüssig.
Es werden viele Gedanken angeregt, z.B. über den Wert des Lebens von körperlich Behinderten, über die Behandlung von Alten und Kranken in unserer Gesellschaft...aber nichts wird zuende gebracht und von allem nur ein extrem negatives Bild gezeichnet.
Das Buch konnte man deswegen trotz des ernsten Themas schnell lesen - aber einen bleibenden Eindruck wird es bei mir nicht hinterlassen.
28.06.2010 08:55:59
(10 Beiträge)
Ich bin auch gerade bei diesem Buch und mit großen Erwartungen rangegangen. Da ich noch nicht allzu weit gekommen bin, steht mir die Enttäuschung voraussichtlich noch bevor. Aber ich werde mal abwarten :)
28.06.2010 10:08:57
(14214 Beiträge)
Am Wochenende habe ich das Buch nun auch gelesen und hier kommt meine Meinung dazu:
Die Gestaltung des Buches hat mir gut gefallen und ich mag Bücher mit Lesebändchen. Im Laden hätte mich dieses Buch rein optisch schon angesprochen und ich hätte es mir näher angeschaut.
Die Geschichte über die Glasknochenkrankheit oder/und den Alltag eines Krankenhauses hat mich zunächst weniger gereizt. Nach der Leseprobe war ich dann aber doch interessiert und habe das Buch im Ganzen gelesen.
Der Schreibstil ist flüssig und der Plot auch recht "unterhaltsam" und spannend. Eine runde Geschichte mit Happy End. Man liest sich schnell durch die Seiten, aber ich habe zwischendurch immer mal innehalten müssen, weil mich einige Dinge sehr nachdenklich gemacht haben.Ist das wirklich schon die Realität in einem heutigen Krankenhaus ? Die Schilderungen von Marianne Efinger klingen sehr glaubhaft und waren teilweise sehr erschreckend für mich. Auch die Gedanken von Manuel Jäger über Menschen mit und ohne "Behinderungen" haben mich sehr nachdenklich gestimmt.
Ein wenig habe ich allerdings das Positive am Buch vermisst. Gibt es im Krankenhaus nicht auch schöne Dinge? Die esoterische Idee mit Wendelin Weihrauch hat mir ganz gut gefallen und auch die Gedanken, die sich die Autorin zum Sterben, Krankheit und Tod annehmen, und "auf den Tod vorbereiten"gemacht hat, fand ich sehr gut.
Alles in allem würde ich das Buch nur eingeschränkt weiter empfehlen. Für eine Empfehlung fehlte mir irgendwas, das ich sagen würde: "das muß man gelesen haben".
Die Gestaltung des Buches hat mir gut gefallen und ich mag Bücher mit Lesebändchen. Im Laden hätte mich dieses Buch rein optisch schon angesprochen und ich hätte es mir näher angeschaut.
Die Geschichte über die Glasknochenkrankheit oder/und den Alltag eines Krankenhauses hat mich zunächst weniger gereizt. Nach der Leseprobe war ich dann aber doch interessiert und habe das Buch im Ganzen gelesen.
Der Schreibstil ist flüssig und der Plot auch recht "unterhaltsam" und spannend. Eine runde Geschichte mit Happy End. Man liest sich schnell durch die Seiten, aber ich habe zwischendurch immer mal innehalten müssen, weil mich einige Dinge sehr nachdenklich gemacht haben.Ist das wirklich schon die Realität in einem heutigen Krankenhaus ? Die Schilderungen von Marianne Efinger klingen sehr glaubhaft und waren teilweise sehr erschreckend für mich. Auch die Gedanken von Manuel Jäger über Menschen mit und ohne "Behinderungen" haben mich sehr nachdenklich gestimmt.
Ein wenig habe ich allerdings das Positive am Buch vermisst. Gibt es im Krankenhaus nicht auch schöne Dinge? Die esoterische Idee mit Wendelin Weihrauch hat mir ganz gut gefallen und auch die Gedanken, die sich die Autorin zum Sterben, Krankheit und Tod annehmen, und "auf den Tod vorbereiten"gemacht hat, fand ich sehr gut.
Alles in allem würde ich das Buch nur eingeschränkt weiter empfehlen. Für eine Empfehlung fehlte mir irgendwas, das ich sagen würde: "das muß man gelesen haben".
05.07.2010 10:21:39
(5306 Beiträge)
Mein Eindruck ist gegenüber den bisher eher negativen Meinungen eigentlich sehr positiv. Sicher ist dieses Buch kein Pageturner, aber es hat mir persönlich trotzdem gut gefallen, für zwischendurch ist die Geschichte trotzdem sehr lesenswert!
Manuel bekommt zuhause in seinem Bett keine Luft mehr und wird kurz vor dem Exitus gerettet. Der Notarzt weist ihn ins Krankenhaus ein. Eigentlich will Manuel nicht gehen, aber sein Freund und Nachbar Lothar überzeugt ihn, sich helfen zu lassen. Manuel ist 38 Jahre alt und ein kranker Mann, der an der Glasknochenkrankheit leidet und durch diese und ihre Folgen schon sehr oft im Krankenhaus war und gerade aus diesem Grund lieber einen weiten Bogen drumherum machen würde.
Die Krankenschwester Dagmar ist auf der total überfüllten Station eine gute Seele. Trotz der Widrigkeiten will sie ihren Patienten gutes tun, was sehr schwer ist, weil der Personalschlüssel einfach zu niedrig ist, es verbleibt einfach zu wenig Zeit um etwas mehr als das Allernotwendigste an den Patienten zu erledigen.
Eine Geschichte aus dem Krankenhausalltag, es plätschert so vor sich hin, trotzdem merkt man, wie sich die Situation zuspitzt. Fehler passieren, man bekommt Einblicke zu den verschiedenen Patienten und erfährt einiges über die Pflegenden und die Ärzte. Ich fühlte für alle Seiten Verständnis, Empathie aber auch viel Unglauben über die allgemeine Situation. Wenn dieser Roman der Realität entspricht, dann möchte ich nicht alt werden, nicht krank werden und sicher nicht in ein Krankenhaus.
Manuel bekommt zuhause in seinem Bett keine Luft mehr und wird kurz vor dem Exitus gerettet. Der Notarzt weist ihn ins Krankenhaus ein. Eigentlich will Manuel nicht gehen, aber sein Freund und Nachbar Lothar überzeugt ihn, sich helfen zu lassen. Manuel ist 38 Jahre alt und ein kranker Mann, der an der Glasknochenkrankheit leidet und durch diese und ihre Folgen schon sehr oft im Krankenhaus war und gerade aus diesem Grund lieber einen weiten Bogen drumherum machen würde.
Die Krankenschwester Dagmar ist auf der total überfüllten Station eine gute Seele. Trotz der Widrigkeiten will sie ihren Patienten gutes tun, was sehr schwer ist, weil der Personalschlüssel einfach zu niedrig ist, es verbleibt einfach zu wenig Zeit um etwas mehr als das Allernotwendigste an den Patienten zu erledigen.
Eine Geschichte aus dem Krankenhausalltag, es plätschert so vor sich hin, trotzdem merkt man, wie sich die Situation zuspitzt. Fehler passieren, man bekommt Einblicke zu den verschiedenen Patienten und erfährt einiges über die Pflegenden und die Ärzte. Ich fühlte für alle Seiten Verständnis, Empathie aber auch viel Unglauben über die allgemeine Situation. Wenn dieser Roman der Realität entspricht, dann möchte ich nicht alt werden, nicht krank werden und sicher nicht in ein Krankenhaus.
06.07.2010 09:36:52
(10 Beiträge)
Ich bin jetzt durch mit dem Buch und furchtbar enttäuscht. Die Geschichte hatte auf jeden Fall Potential und Manuel war mir äußerst sympatisch. Es gab schon schöne Passagen, aber mein Ärger nahm mit jeder Seit zu. Extrem gestört hat mich der ständig erhobene Zeigefinger der Autorin. Sie hat es in meinen Augen übertrieben. Ich mag keine pessimistischen Menschen und der Roman vermittelt das Gefühl, dass man machen kann, was man will, es ändert sich ja doch nichts. Das Buch wird definitiv verpackt und geht auf die Reise.
06.07.2010 11:28:18
(18123 Beiträge)
Hier mal mein Eindruck zu dem Buch:
Eine nachdenkliche Geschichte
In dem Roman Gottes leere Hand von Marianne Efinger geht es hauptsächlich um den "Glasknochenmann" Manuel Jäger, seinen besten Freund Lothar und der Krankenschwester Dagmar. Es wird das Leben und Denken aller drei Personen aus deren Sichtweise beleuchtet.
Manuel erleidet kurz vor Weihnachten einen Atemwegsanfall und wird von seinem bestem Freund Lothar in letzter Minute entdeckt, der ihn auch nach dem Rufen eines Krankenwagens dazu überredet mit in das Krankenhaus zu fahren.
Manuel, der bei 100 Knochenbrüchen aufgehört hat zu zählen, war natürlich wegen seiner Grunderkrankung mehr als genug in Krankenhäusern und möchte nicht dorthin.
Nachdem er sich dann doch überreden ließ, landet er auf einer gastroenterologischen Abteilung bei Schwester Dagmar, da dies die einzige Station war, auf der es noch Betten in der Nacht gab. Damit nimmt die Geschichte ihren Lauf.
Es wird von dem mehr als hektischen Alltag auf einer Station erzählt, auf der die Schwestern unterbesetzt sind und zu wenig Zeit für ihre Patienten haben. Dadurch geschehen natürlich Fehler, die auch teilweise durch Ärzte verursacht werden und leider nicht mehr rückgängig zu machen sind.
Auch Manuel wird das Opfer einer von sich überzeugten Ärztin...
Fazit: Die Geschichte hat mich berührt. Zwischendurch war ich allerdings auch ein wenig gelangweilt. Frau Efinger hat meiner Meinung nach die Randgeschichten wie z. B. die Fallpauschalen für mich zu ausführlich erzählt. Ich arbeite in einem Krankenhaus und für mich ist das in der Verwaltung Alltag. Für jemanden, der keine Ahnung von so etwas hat, war es dafür nur wieder angerissen. Ich kam mir auf jeden Fall zwischendurch immer mal vor, als ob ich im Pschyrembel lesen würde oder einem DRG-Seminar wäre.
Nichtsdestotrotz war es eine schön zu lesende Geschichte von Manuel und Dagmar, die ihn an seine verstorbene Liebe Lenora erinnert hat, und die selber doch anscheinend kreuzunglücklich in ihrem Beruf ist, was sie dank Manuel auch langsam einsieht. Und auch Manuel, der sich trotz Behinderung als normalen Menschen sieht, der doch auch leider immer wieder Sticheleien und Kränkungen ausgesetzt ist, ist letztendlich glücklich mit seinem Leben.
So gibt es in diesem Buch doch wenigstens ein kleines Happy End.
Eine nachdenkliche Geschichte
In dem Roman Gottes leere Hand von Marianne Efinger geht es hauptsächlich um den "Glasknochenmann" Manuel Jäger, seinen besten Freund Lothar und der Krankenschwester Dagmar. Es wird das Leben und Denken aller drei Personen aus deren Sichtweise beleuchtet.
Manuel erleidet kurz vor Weihnachten einen Atemwegsanfall und wird von seinem bestem Freund Lothar in letzter Minute entdeckt, der ihn auch nach dem Rufen eines Krankenwagens dazu überredet mit in das Krankenhaus zu fahren.
Manuel, der bei 100 Knochenbrüchen aufgehört hat zu zählen, war natürlich wegen seiner Grunderkrankung mehr als genug in Krankenhäusern und möchte nicht dorthin.
Nachdem er sich dann doch überreden ließ, landet er auf einer gastroenterologischen Abteilung bei Schwester Dagmar, da dies die einzige Station war, auf der es noch Betten in der Nacht gab. Damit nimmt die Geschichte ihren Lauf.
Es wird von dem mehr als hektischen Alltag auf einer Station erzählt, auf der die Schwestern unterbesetzt sind und zu wenig Zeit für ihre Patienten haben. Dadurch geschehen natürlich Fehler, die auch teilweise durch Ärzte verursacht werden und leider nicht mehr rückgängig zu machen sind.
Auch Manuel wird das Opfer einer von sich überzeugten Ärztin...
Fazit: Die Geschichte hat mich berührt. Zwischendurch war ich allerdings auch ein wenig gelangweilt. Frau Efinger hat meiner Meinung nach die Randgeschichten wie z. B. die Fallpauschalen für mich zu ausführlich erzählt. Ich arbeite in einem Krankenhaus und für mich ist das in der Verwaltung Alltag. Für jemanden, der keine Ahnung von so etwas hat, war es dafür nur wieder angerissen. Ich kam mir auf jeden Fall zwischendurch immer mal vor, als ob ich im Pschyrembel lesen würde oder einem DRG-Seminar wäre.
Nichtsdestotrotz war es eine schön zu lesende Geschichte von Manuel und Dagmar, die ihn an seine verstorbene Liebe Lenora erinnert hat, und die selber doch anscheinend kreuzunglücklich in ihrem Beruf ist, was sie dank Manuel auch langsam einsieht. Und auch Manuel, der sich trotz Behinderung als normalen Menschen sieht, der doch auch leider immer wieder Sticheleien und Kränkungen ausgesetzt ist, ist letztendlich glücklich mit seinem Leben.
So gibt es in diesem Buch doch wenigstens ein kleines Happy End.
10.07.2010 20:16:31

