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Der nützliche Freund - Ulrich Wickert

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Beitrag
erstellt am
garados

Mitglied gelöscht

 

Ich bin eben mit dem Buch fertig geworden:

Recherche ist nicht alles

Ein ehemaliger Agent will einen Bestechungsskandal, in den eine große Ölfirma, deutsche Politiker und Schweizer Banken verwickelt sind, aufdecken und sich so von Geldwäschevorwürfen entlasten und wird ermordet.
So lässt sich das Buch zusammenfassen, denn viel mehr passiert nicht. Die Personen sind flach, Spannung nicht vorhanden. Auch die Probleme der Cervelawurst konnten mich nicht faszinieren.
Es mag ja sein, dass die Handlung irgendwie auf wahren Vorkommnissen basiert, wie im Nachwort angedeutet wird, aber gründliche Recherche macht noch keinen guten Krimi. Das Buch muss man wirklich nicht gelesen haben und wird für mich das letzte von Ulrich Wickert bleiben.
14.08.2008 08:52:31
tigercat666

tigercat666

(203114 Beiträge)

ich hab gerade mit dem Buch angefangen, mal sehen wie es mir gefällt.
14.08.2008 09:00:57
frenzy

frenzy

(105 Beiträge)

Das Buch habe ich auch noch da liegen zum Lesen. Ich werde aber wohl erst am Wochenende dazu kommen, es anzufangen. Bin mal gespannt, wie es mir gefällt.
14.08.2008 09:15:52
Katina1978

Katina1978

(2621 Beiträge)

Probleme mit Romanen die in Frankreich spielen

Ich habe schon immer Probleme damit gehabt, Geschichten zu lesen die in Frankreich spielen. Ein politscher Roman ist daher noch schwerer zu verstehen.

Hab nach 3 Seiten die Leseprobe abgebrochen. Vielleicht muß man den Roman aber auch nur von Anfang lesen um reinzukommen?

Irgendwie denke ich aber, liegen mir französiche Romane nicht. Ich hatte schon ganz große Probleme mit "Zusammen ist man weniger allein" und "Die Eleganz des Igels".

Ich habe schon mitbekommen das Ulrich Wickert ein guter Autor geworden ist, aber ich kann mit seinen Romanen nichts anfangen.


14.08.2008 20:51:33
tigercat666

tigercat666

(203114 Beiträge)

Ich konnte mich mit dem Buch leider nicht so recht anfreunden obwohl ich es mit Spannung erwartet hatte.


Vielleicht lag es daran das es zu *französisch* ist, jemand der gar kein französsich spricht braucht ein Wörterbuch um die Aussprache nachschlagen zu können.

Vielleicht fehlte mir auch das Hintergrundwissen, Leuna Affäre u.s.w. ich hatte auch keine Lust mir das noch anzulesen.

Die Handlung an sich fand ich auch nicht gerade spannend und flüssig geschrieben.

Alles in Allem, leider kein Lesevergnügen für mich.
15.08.2008 09:04:03
pepe_84

Mitglied gelöscht

 

Ich fand "Der nützliche Freund" gar nicht so schlecht. Da war Firmin eher eine Qual. Ich freue mich, dass ich die Chance hatte, diesen Roman vorab zu lesen :)

Hier ist meine Rezension:
Schon die Leseprobe von "Der nützliche Freund" weckte mein Interesse an Ulrich Wickerts Kriminalroman. Ich mochte die französischen Einstreuungen und meiner Meinung nach waren sie ein gelungenes Mittel, um den Schauplatz Paris klar von den Schauplätzen Genf und Leipzig abzugrenzen. Als ich das Buch dann zur Hand nahm, war ich nach ein paar Kapiteln doch nicht mehr so überzeugt, denn die Figuren schienen sich alle sehr ähnlich und ich hatte Schwierigkeiten die Szenerien richtig zuzuordnen. Nachdem ich aber konzentrierter gelesen hatte, legten sich diese Probleme wieder. Neben dieser Undurchsichtigkeit muss ich leider auch den Schreibstil Wickerts kritisieren, der an einigen Stellen recht hölzern und gezwungen wirkte. Da merkte man ihm schon den Journalisten an.

Dennoch muss ich sagen: Dieser Roman gefiel mir, da er zum Einen super recherchiert war (ich mag es, wenn sich einerseits aktueller Bezug herstellen lässt und ich andererseits nach dem Lesen eines Buches im Internet auf immer mehr Informationen stoße) und zum Anderen einem Laien wie mir, wirtschaftspolitsche Zusammenhänge auf eine interessante (!) Art und Weise näher gebracht hat. "Der nützliche Freund" hat bei mir die Lust auf weitere Bücher von Wickert geweckt, denn ich fühlte mich sehr gut unterhalten und nebenbei habe ich sogar noch was gelernt.
18.08.2008 12:46:00
truekrabat

Mitglied gelöscht

 

Ulrich Wickert Der nützliche Freund

Französischer Richter in deutschem Treuhandsumpf

Um ehrlich zu sein, ich bin hin und hergerissen. Das Thema um Korruption auf Staatsebene und allgegenwärtiger Macht von Bankiers ist hinreichend ergiebig, um daraus ganze Romanserien zu erstellen. Sich daraus einen Abschnitt auszusuchen, der vielleicht den Bereich beleuchtet, wenn auch nur fiktiv, der die mögliche Leuna-Affäre und das Mitwirken höchster deutscher Politikerkreise zum Mittelpunkt macht zeugt von einem gewissen Mut, auch mal unbequeme Gedanken zu äussern.

Kurz zur Handlung:

Marc Leroc, verurteilter Mittäter in der Affäre um France Oil und Leuna Raffinerie kündigt in Paris ein Buch an, in dem er die wahren Hintergründe und Hintermänner aufdecken will.

Margaux, Paris Journalistin und befreundet mit dem Untersuchungsrichter Jacques Ricou, wittert eine große Story und interviewt Leroc des öfteren in seiner Wohnung. Eines dieser Treffen endet für Leroc tödlich. Er stürzt vom Balkon seiner Wohnung aus dem 22. Stock auf die Strasse. Margaux wird von der Polizei bewusstlos dort vorgefunden.

Ricou beginnt zu ermitteln und stösst schon bald in ein Wespennest. Eine mysteriöse Frau begeht eine Mordanschlag auf ihn und wird am nächsten Tag aus dem Hospital entführt, scheinbar von der Polizei.

Ricou muss sich gegen den Vorwurf der Vergewaltigung wehren und sein Freund, Kommissar Jean Mahon, gegen den des Amtmissbrauchs.

Und eine ehrgeizige Leipziger Staatsanwältin versucht ihm den einzigen Zeugen zu entreissen, den er hat, Holm Mormann, einen Freund von Leroc.

Die Umsetzung des Themas in einen flotten Roman zu giessen und den Helden zum Schluss mit mehr oder weniger mit leeren Händen dastehen zu lassen gleicht in etwa dem Ausgang der Affäre, die im Roman behandelt wird.

Anfangs erscheint der Stil etwas zu detailliert, die Wegbeschreibungen zu ausführlich, Situationsdarstellungen zu genau. Auch die Wortwahl ist an manchen Stellen vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, wenn auch grammatisch völlig korrekt.

Etwa nach zwei Dritteln des Buches schwenkt der Stil jedoch plötzlich um und die Handlung gewinnt an Fahrt. Stellenweise ist es fast schon schade, das manches nicht ausführlicher beschrieben ist, manche Figuren nur noch am Rande zitiert werden, aber selbst nicht mehr in Erscheinung treten.

Dennoch ist daraus eine gelungene Story mit schlüssiger Handlung geworden, wenn auch das Ende vom Leser vermutlich als abrupt und überraschend wahrgenommen wird.

Alles in allem ein gelungener Roman, der auch eine gewisse Vorfreude auf das vierte Abenteuer des Pariser Richters aufkommen lässt.
19.08.2008 10:01:32
Lee2go

Mitglied gelöscht

 

Auch ich hatte die Möglichkeit es zu lesen und mich fast tapfer durchgekämpft, dann aber doch aufgegeben. Schade...
Nachdem ich die Leseprobe überraschend interessant fand und ich unbedingt wissen wollte, wie sich ein Buch von Ulrich Wickert liest, muss ich enttäuscht zugeben, dass ich mehr erwartet habe. Ich brauchte lange, um mich hineinzulesen und einen eigenen Lesefluss zu finden, doch der etwas holprige Sprachstil wurde nicht besser und ich konnte mich nie damit anfreunden. Weiterhin ist mir die ganze französische Atmosphäre negativ aufgefallen, zu viele franz. Begriffe und für mich war es zum Teil schwer hinterherzukommen was die Straßen und Orte betrifft.

Auch die Spannung innerhalb des Buches hat sehr lange auf sich warten lassen und es kam nie richtig "Schwung" in die Geschichte, die mich gefässelt hätte. Ab der Mitte des Buches habe ich eigenltich alles nur noch überflogen und nicht mehr genau gelesen.

Mein Fazit: Dies war mein erster und letzter Roman von Ulrich Wickert und ich würde dieses Buch nicht weiterempfehlen. Vielleicht bin ich auch mit zu großen Erwartungen an das Buch herangetreten.
20.08.2008 12:08:59
Atalante

Atalante

(9977 Beiträge)


Schön, daß der Herr W. immerhin einige Forumsfrischlinge angelockt hat. ;-)

Herzlich Willkommen, schaut doch auch mal bei den anderen Bücherthreads vorbei.
20.08.2008 12:14:30
dyabollo

dyabollo

(526 Beiträge)

Meine Rezension bitte auch beachten: ich fand das Buch wirklich ok, vor allem nach Anne Holt war es ja ein wahnsinnskrimi ;)

Das Buch
********
Ich muss gestehen als ich das Buch in der Hand hielt war ich schon ein wenig enttäuscht. Der Schutzumschlag kommt in der Glanzoptik ziemlich schlecht weg. Das Bild, das wohl einen Blick aus einem Hotelzimmer gewährt geht unter. Gleichzeitig sieht man jeden Fingerabdruck und weil ich in solchen Dingen sehr pingelig bin, musste der Schutzumschlag zum Lesen weggenommen werden.
Der nützliche Freund hat 320 Seiten und kostet 19,90 Euro was wohl normal für eine gebundene Ausgabe ist.

Die Kapitel werden sehr kurz gehalten, die Schrift ist groß, so dass man wirklich schnell voran kommt.

Es ist meiner Meinung nach auch kein Kriminalroman, denn der allwissende Erzähler berichtet auch aus der Sicht der Täter.

Inhalt
****

Ricou, ein Richter aus Paris bekommt eines Abends einen Anruf: Seine Freundin sei bewusstlos aufgefunden worden doch nicht zu Hause sondern in der Wohnung von Marc Leroc, einem Lobbyisten der als Mittelsmann von France Oil Geld gewaschen und es an deutsche Politiker verteilt haben soll. Marc Leroc habe versucht die Journalistin sexuell zu missbrauchen und sei bei einem Kampf mit ihr aus dem Fenster gefallen - 22 Stockwerke tief. Ricou eilt an die Unglücksstelle, versorgt die Freundin und vernimmt sie einen Tag später. Doch das, was sie erzählt stimmt nicht mit der vermuteten Geschichte überein. Marc Leroc soll ermordet worden sein, denn er stand kurz vor der Veröffentlichung eines Buches, das alle Einzelheiten der Leuna- Affäre klären sollte.
Und plötzlich hat es auch der Richter nicht mehr leicht. Auch er wird beschuldigt eine Frau sexuell missbraucht zu haben. Wer steckt dahinter?

Kritik
*****

Ich bin kein Krimifan doch dieses Buch habe ich gerne gelesen. Denn wenn es sich um wahre Geschichten handelt, die auch noch bilden sollen ;) und das auf so spannende Art und Weise, da kann ich wirklich nicht nein sagen. Ich muss gestehen, dass ich vor der Lektüre keine Ahnung von der Leuna - Affäre hatte und erst hinterher versucht habe ein paar Daten zu ergoogln was mir auch gelang und ich war erstaunt wie genau Wickert die Details beschreibt. Warum gibt es nicht mehr solcher Bücher??? Ich wette Schüler hätten es leichter wenn man ihnen die Geschichte als Kriminalroman präsentieren würde!

Gleichzeitig muss ich auch eingestehen, dass ich als absoluter Nichtswisser immer wieder den Faden verlor und auch die Spannung ging ein paar Mal flöten. Und auch das Ende wurde mir dann doch ein wenig zu kitschig.

Wickerts Schreibstil ist sehr sachlich und wenig ausschmückend, dadurch hat man schnell alle Fakten erfasst und die Geschichte gelesen, doch so ein richtiges Vergnügen kommt nicht wirklich auf. Vielleicht eher für jemanden der in Paris war. Er kann dann in seinen Erinnerungen schwelgen und sich durch die beschriebenen Straßen gleiten lassen. Man merkt Wickert die Liebe zu Paris deutlich an. Leipzig jedoch kommt leider viel zu kurz!!! Ich hätte gerne mehr davon gelesen, denn das was für Wickert Paris bedeutet, bedeutet für mich Leipzig

Alles in allem ist es ein wirklich gut recherchiertes Buch, das viele Fakten der Leuna - Affäre verrät und dabei trotzdem spannend bleibt! Ich kann es wirklich weiterempfehlen!
21.08.2008 09:42:46
Atalante

Atalante

(9977 Beiträge)


Noch ein Neuer. Wunderbar.

Kommt ihr alle von der Rezensentenakademie? ;-)


21.08.2008 10:03:45
Everett

Everett

(1223 Beiträge)

Ich möchte auch meine Meinung zu dem Buch loswerden.
Rezensentenakademie? Ist ja gut, sind bestimmt alle vorableser, grins.

Da ich bisher noch nie ein Buch von Ulrich Wickert gelesen hatte und mir die Leseprobe recht gut gefiel, war ich recht gespannt auf das Buch Der nützliche Freund.
Sollte man einen Freund als nützlich bezeichnen, nun ja.
Soweit hat mir das Buch gefallen, es wurde alles eingebaut, was ein Buch, Krimi, so braucht. Angenehm fand ich auch, dass es kein langatmiges Drumherum-Geschreibe, nur die nötigsten Erklärungen gab. Ich habe es sehr zügig durch gelesen bekommen.
Dafür empfand ich es, je länger ich das Buch las, dann eher unschön, dass man so gar nicht auf irgendwelche Dinge vorbereitet wurde. Mit einem Kapitelwechsel wurde einem eine neue Situation ja schon fast um die Ohren gehauen. So sind der Richter und die Staatsanwältin Essen gegangen und regelrecht plötzlich waren sie gemeinsam im Bett. Am Ende die große Liebe? Auch das Verhältnis zu Margeaux wurde nur gestreift. Da ich auch gerne mal einen Liebesroman lese, fehlte in der Gefühlsebene doch einiges, auch, wenn es kein Liebesroman ist.
Die französischen Wörter, Bezeichnungen zwischendurch haben mich nicht weiter gestört, auch für übersetzungsfaule denke ich, kann man weiter lesen. Die ab und zu zwischen geschobenen Beschreibungen, wie die der Kommode in der Wohnung des Anwalts war dann mal eine nette Auflockerung.

Es ist alles gut zu verstehen und man kommt nicht aus dem Redefluss. Mal wieder erstaunlich, was für ein Politik- und Wirtschaftssumpf vorherrscht. Die Dinge machen schon wütend und darüber nachdenken, was heute alles so abläuft, ist wohl fast schon ungesund.

Gestört hat mich, dass die Leute im Roman scheinbar dauernd Rotwein und Whiskey trinken. Zum Ende hin, die Entführung und das Vergessensprogramm war dann doch etwas heftig.

Ein Sachbuch, wie das Neueste von Ulrich Wickert, würde mich bei seinem Schreibstil schon interessieren.
22.08.2008 16:36:56
Atalante

Atalante

(9977 Beiträge)


Irgendwie ist dieser Thread schon ein Phänomen für Buchticket. ;-)
22.08.2008 17:27:48
tigercat666

tigercat666

(203114 Beiträge)

Atalante, ist doch gut. So haben wir einige neue Opfer die vielleicht gute Bücher für uns haben. ;O)
22.08.2008 18:16:02
Atalante

Atalante

(9977 Beiträge)


Sage ich doch, und vor allem haben sie auch ausführliche Meinungen zum Gelesenen.


22.08.2008 19:22:55
Atalante

Atalante

(9977 Beiträge)


Und jedes Phänomen hat meist eine ganz einfache Erklärung. *lol*

Danke, Katze.
22.08.2008 21:11:34
Everett

Everett

(1223 Beiträge)

Das Buch habe ich gerade für ein Ticket eingestellt, falls Interesse besteht. Man kann eindeutig nicht alles behalten.
22.08.2008 21:31:09
portobello13

Mitglied gelöscht

 

Auch ich durfte das Buch vorablesen und wollte hier mal meine Meinung dazu loswerden...

Den Inhalt spare ich mir jetzt mal, da er ja schon von anderen beschrieben wurde, und komme gleich zur Sprache:
Der Schreibstil ist flüssig und das Buch liest sich generell gut. Da die Kapitel meist kurz sind, kann man auch mal wenn wenig Zeit ist, ein oder zwei Kapitel lesen, ohne mittendrin unterbrechen zu müssen. So weit, so gut.
Aber, das Manko - für mich als Französisch-Unwissende (da ich Russisch in der Schule hatte) waren die französischen Begriffe und teilweise ganze Sätze einfach zu viel. Klar, es ist ein Buch, das in Frankreich spielt und dort wird nunmal Französich gesprochen, doch ein paar kleine Erklärungen mehr auf Deutsch bei bestimmten Ausdrücken hätten nicht geschadet.

Nun zu meiner Meinung:
Das Buch ist teilweise nicht schlecht gemacht, aber im Großen und Ganzen nur mittelmäßig. Für einen guten Krimi waren mir zu wenig (und vor allem gut ausgebaute) Spannungsmomente vorhanden. Ewig plätschert die Geschichte vor sich hin, ohne dass wirklich etwas Interessantes passiert - dann, wenn mal etwas Spannung aufkommt, wird es schnell auf einer Seite abgehandelt.
Die Figuren und ihre Beziehungen zueinander kommen einem teilweise etwas platt vor, so z. B. das Hin und Her zwischen Jacques, Margaux und Karen.
Die merkwürdige Nebengeschichte mit der Cervela hätte sich Wickert auch sparen können. Meiner Meinung nach ein sinnloser Versuch, die Geschichte und die Personen lebendiger zu machen.
Zum Schluss des Buches bleiben dann noch ein paar Fragen offen, die ruhig noch beantwortet hätten werden können, so z. B. wie die Machenschaften der "GGs" ausgingen.

Alles in allem ist "Der nützliche Freund" für mich nur ein mittelmäßiges Buch. Wer die Bücher von Wickert oder relativ ruhige Polit-Krimis mag, der kann es sich ja zu Gemüte führen... Allen anderen rate ich nicht unbedingt dazu.
25.08.2008 17:19:43
monja1995

Mitglied gelöscht

 

Ein für mich enttäuschendes Buch...

Dass Ulrich Wickert ein hervorragender Jounalist ist, läßt sich nicht verleugnen. Er hat hervorragend für dieses Buch recherchiert, aber meiner Meinung nach zu sich zuviel auf die Ergebnisse er Recherchen versteift. Irgendwie kam bei mir das Gefühl auf, er will was sagen, weiß aber nicht wie. Denn wie sonst kam es dazu, dass das Buch umständlich und verwirrend geschrieben ist und man sich teilweise über andere Medien über den Inhalt des Buches schlau machen muss, um die Zusammenhänge auch wirklich zu verstehen. Dass sehr viele französische Ausdrücke gebraucht wurden, hat mich gestört, denn ein Buch zu lesen, zu dem man ein Wörterbuch braucht, ist nicht das, was ich erwarte. Im Großen und Ganzen störte mich, dass immer mehr oder weniger um den heißen Brei geschrieben wurde, aber bis zum Schluß nicht so richtig auf den Punkt kam. Schade, ich hatte mir besseres erwartet.
27.08.2008 15:06:51
Wurm4471

Wurm4471

(9756 Beiträge)

Bemüht und steif

Am Wochenende habe ich das Buch von Herrn Wickert nun beendet - und ich bin enttäuscht.
Ich hatte einen Krimi erwartet, einen Krimi mit politischem Bezug - und bekommen habe ich einen verlängerten Zeitungsartikel über eine politische Affäre, aufgefüllt mit allerlei nebensächlichen Geschehnissen, die die Handlung weder beeinflussten noch voranbrachten.
Meiner Meinung nach ließe sich dieses Buch um ein Vielfaches kürzen, ohne dass dabei Wesentliches verloren ginge.
Wenn man die Schriftart und -abstände etwas verringert, alle nicht handlungstragenden Abschweifungen über Cervela-Würste, Restaurants, Milchkaffee und Croissants, die wichtige Frage, wer wie viele Zeitungen liest und die wirklich überflüssigen Liebesbekenntnisses streicht, so bliebe vielleicht noch ein Viertel des Buches übrig.
Wenn man dann noch die leblos und unnahbar wirkenden Protagonisten entfernt, dann wäre am Ende nur noch ein Zeitungsdossier zu einer politischen Affäre übrig.
Herr Wickert hat sein Buch sicher gut recherchiert, aber die journalistische Sprache passt eher zu einem Sachbuch oder Zeitungsartikel als zu einem Roman und die Versuche, den Artikel mit "romanhaftem" Leben zu umgeben hat in meinen Augen leider nicht funktioniert.

Mein Fazit:
Das Buch ist langatmig und unspannend und hält leider nicht, was ich mir davon versprochen habe.
Mir persönlich ist es auch zu "französisch".
Auf Grund des Schreibstils würde ich auch keinen weiteren Roman von Herrn Wickert lesen, ein Sachbuch könnte ich mir je nach Thema aber durchaus vorstellen zu lesen.

28.08.2008 13:20:07
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