DIE TAUSCHBÖRSE
Verlag:
Reclam-Verlag Stuttgart
Jahr:
1954
Seitenzahl:
80
Medium:
Softcover
Sprache:
Deutsch
Anbieter:
(199)

Artikel angeboten seit:
25.03.2016
Tickets:
1
Zustandsbeschreibung
Seiten hängen noch zusammen, jedoch sind deutliche altersbedingte Abnutzungserscheinungen wie Vergilbung sichtbar.
Artikelbeschreibung
Bruder und Schwester verirren sich am Heiligen Abend im Gebirge, sie verbringen die Nacht in einer Steinhöhle. Noch in der Nacht sind die Männer aus zwei Bergdörfern aufgebrochen, um die Kinder zu suchen. Am Morgen des Weihnachtstages werden die Kinder unversehrt gefunden. Die Bewohner der beiden Bergdörfer, die sich bisher gegenseitig als Fremde angesehen und behandelt haben, versöhnen sich aufgrund dieser gemeinsamen Rettungsaktion. Die Handlung rahmt Stifter mit Betrachtungen über die kirchlichen Feste.

Zwei Bergdörfer Gschaid und Millsdorf sind durch einen Berg voneinander getrennt, die Einwohner betrachten sich gegenseitig als Fremde. Dessen ungeachtet hat der Schuster aus Gschaid die Millsdorfer Färberstochter geheiratet. Das Ehepaar hat zwei Kinder, Konrad und Sanna. Am Heiligen Abend schickt die Mutter Konrad und Sanna zu den Großeltern in Millsdorf, um ihnen Weihnachtsgrüße und -geschenke zu übermitteln. Dazu gehen die Kinder über den beide Dörfer trennenden Pass mit Namen "Hals". Die Großmutter schickt ihrerseits die Kinder so rechtzeitig auf den Heimweg, dass sie vor Einbruch der Dämmerung wieder daheim sein müssten.

Auf dem Heimweg aber geraten sie in dichten Schneefall. Auf dem Hals verirren sie sich, finden auch nicht den gewohnten Wegweiser: eine rote Säule, die dort als Mahnmal für einen tödlich verunglückten Wanderer steht. Anstatt talwärts zu gehen, irren die Kinder hinauf in die nackte Fels- und Eisregion. Als es dämmert, steigen sie in eine Steinhöhle, um dort zu übernachten. Gegen die Kälte trinken sie von dem Kaffee, den die Großmutter für die Eltern eingepackt hat. Jetzt ist Konrad, der ältere der Geschwister, überwältigt von den Natureindrücken. Die Kinder hören das Eis krachen; sie sehen am Nachthimmel ein Nordlicht wabern. Bei Einbruch der Morgendämmerung brechen Konrad und Sanna auf, um einen Weg talwärts zu finden.

Inzwischen sind aus beiden Dörfern, Gschaid und Millsdorf, die Männer aufgebrochen, um nach den Kindern zu suchen. Als sie gefunden sind, werden sie auf einem Schlitten heim gefahren. Im Elternhaus treffen sich alle Freunde und Nachbarn, sogar die Großmutter aus Millsdorf ist angereist.

Nun kann es für die Menschen aus beiden Dörfern Weihnachten werden. Sanna: "Mutter, ich habe heute nachts, als wir auf dem Berge saßen, den heiligen Christ gesehen." - "O ... du mein liebes... Kind," antwortete die Mutter... Die gemeinsame Rettung der Kinder wird zum Gesprächsstoff im Gasthaus. "Die Kinder waren von dem Tage an erst recht das Eigentum des Dorfes geworden, sie wurden von nun an nicht mehr als Auswärtige, sondern als Eingeborene betrachtet, die man sich von dem Berge herabgeholt hatte. Auch ihre Mutter... war nun eine Eingeborene von Gschaid."

Nun kann es Weihnachten werden: Am Weihnachtstag nehmen die Eltern ihre Kinder wohlbehalten wieder auf. Die Kinder sind nach der Todesgefahr im Gebirge nun wieder unter den Lebenden; das ist wie Karfreitag (Tod Jesu) und Ostern (Auferstehung). Die Bewohner der beiden Dörfer machen sich zur gemeinsamen Rettungsaktion auf und betrachten daher einander nicht länger als Fremde: ein Beispiel für die Auswirkung von Pfingsten. Stifter erwähnt die kirchlichen Feste nur in seiner Einleitung. Die Auswirkungen auf den Charakter der Menschen schildert er ausschließlich anhand des den Naturgewalten ausgesetzten Seins.
Schlagworte
k.A.

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