Autor:
Verlag:
Random House UK Ltd
Jahr:
2024
Seitenzahl:
407
ISBN:
9781787334380
Medium:
Taschenbuch
Sprache:
Englisch
Zustandsbeschreibung
gut, nur leichte Gebrauchsspuren
Artikelbeschreibung
From Rachel Kushner, Booker Prize finalist and two-time National Book Award finalist, comes a new novel about a seductive and cunning American woman who infiltrates an anarchist collective in France.
Sadie Smith arbeitet als verdeckte Ermittlerin für anonyme Auftraggeber. Ihr aktueller Auftrag besteht darin, dass sie eine Landkommune in Südfrankreich unterwandern und zu gewaltsamen Protesten bis hin zum Mord bewegen soll.
Diese Landkommune klinkt sich aus der Zivilisation aus und engagiert sich gegen sog. Megabassins, riesige Sammelbecken für das Grundwasser, die staatlich gefördert werden, jedoch nur der Agrarindustrie nützen. Dabei springt die Kommune über ihren politisch-ideologischen Schatten und verbündet sich mit den rechtskonservativen Bauern. Solche und andere Widersprüche durchziehen den ganzen Roman, und es macht der Autorin sichtlich Spaß, damit die Zivilisationskritik der Kommune zu diskreditieren.
Geistiger Kopf der Kommune ist der alte Aussteiger Bruno Lacombe, der in einer Höhle lebt und von dort aus seine Weisheiten verschickt - per PC. Seine Lehrbriefe befassen sich überwiegend mit der Menschheitsgeschichte. Seine anthropologisch-philosophischen Überlegungen fand ich ausgesprochen originell und witzig. Für ihn ist der Neandertaler, kurz Taler genannt, eine verkannte Stufe der menschlichen Entwicklung. Der Taler sei friedliebend gewesen und habe eine weitaus höhere Sozialkompetenz besessen als der aggressive Homo sapiens, der die Erde ausbeute und sie in rasantem Tempo und in einem führerlosen Wagen auf ihren Untergang zuführe. Bruno Lacombe hat jedoch die Hoffnung aufgegeben, den Menschen zu verändern. Dazu trägt vielleicht auch die Tatsache bei, dass er mit dem Verlust seiner gesamten Familie im Holocaust leben muss.
Sadie, die Protagonistin, ist der Homo Sapiens in Reinkultur. Sie ist gefühllos. Sie setzt ihre unverbindliche Hübschheit und ihre künstlich vergrößerten Brüste als Mittel ein, mit dem sie ihre Zielpersonen an sich zieht. Sie verleitet ihre Opfer zu Straftaten und verschwindet sofort hinter ihrer falschen Identität. Ein schlechtes Gewissen kennt sie nicht; sie ist gewissenlos und ohne jede Moral. Nur ein einziges Mal erzählt sie von einem Gefühl, wenn sie ihre innere Nähe zum Aussteiger Bruno erkennt und versucht, seine Höhle ausfindig zu machen. Das heißt: sie unterwandert die Gruppe, deren geistiger Führer Bruno Lacombe ist, und auf der anderen Seite wird sie von dessen Gedanken angesteckt. Eine witzig-ironische Drehung von vielen!I Ansonsten ist Sadies Welt- und Menschenbild ohne jede Illusion: die Welt ist gesetzlos, chaotisch und willkürlich .
Gemessen an der Gedankenvielfalt und der erzählerischen Dichte des Romans wirkt das Ende eher enttäuschend. Sadie zieht sich nach Erledigung ihres Auftrags mit ihrem Honorar in die Privatheit zurück.
Wer einen schön erzählten Roman mit so wichtigen Themen wie Umweltschutz. Zivilisationskritik und leicht esoterisch angehauchter Menschheitsgeschichte lesen will, wird hier aufs Beste fündig!
Sadie Smith arbeitet als verdeckte Ermittlerin für anonyme Auftraggeber. Ihr aktueller Auftrag besteht darin, dass sie eine Landkommune in Südfrankreich unterwandern und zu gewaltsamen Protesten bis hin zum Mord bewegen soll.
Diese Landkommune klinkt sich aus der Zivilisation aus und engagiert sich gegen sog. Megabassins, riesige Sammelbecken für das Grundwasser, die staatlich gefördert werden, jedoch nur der Agrarindustrie nützen. Dabei springt die Kommune über ihren politisch-ideologischen Schatten und verbündet sich mit den rechtskonservativen Bauern. Solche und andere Widersprüche durchziehen den ganzen Roman, und es macht der Autorin sichtlich Spaß, damit die Zivilisationskritik der Kommune zu diskreditieren.
Geistiger Kopf der Kommune ist der alte Aussteiger Bruno Lacombe, der in einer Höhle lebt und von dort aus seine Weisheiten verschickt - per PC. Seine Lehrbriefe befassen sich überwiegend mit der Menschheitsgeschichte. Seine anthropologisch-philosophischen Überlegungen fand ich ausgesprochen originell und witzig. Für ihn ist der Neandertaler, kurz Taler genannt, eine verkannte Stufe der menschlichen Entwicklung. Der Taler sei friedliebend gewesen und habe eine weitaus höhere Sozialkompetenz besessen als der aggressive Homo sapiens, der die Erde ausbeute und sie in rasantem Tempo und in einem führerlosen Wagen auf ihren Untergang zuführe. Bruno Lacombe hat jedoch die Hoffnung aufgegeben, den Menschen zu verändern. Dazu trägt vielleicht auch die Tatsache bei, dass er mit dem Verlust seiner gesamten Familie im Holocaust leben muss.
Sadie, die Protagonistin, ist der Homo Sapiens in Reinkultur. Sie ist gefühllos. Sie setzt ihre unverbindliche Hübschheit und ihre künstlich vergrößerten Brüste als Mittel ein, mit dem sie ihre Zielpersonen an sich zieht. Sie verleitet ihre Opfer zu Straftaten und verschwindet sofort hinter ihrer falschen Identität. Ein schlechtes Gewissen kennt sie nicht; sie ist gewissenlos und ohne jede Moral. Nur ein einziges Mal erzählt sie von einem Gefühl, wenn sie ihre innere Nähe zum Aussteiger Bruno erkennt und versucht, seine Höhle ausfindig zu machen. Das heißt: sie unterwandert die Gruppe, deren geistiger Führer Bruno Lacombe ist, und auf der anderen Seite wird sie von dessen Gedanken angesteckt. Eine witzig-ironische Drehung von vielen!I Ansonsten ist Sadies Welt- und Menschenbild ohne jede Illusion: die Welt ist gesetzlos, chaotisch und willkürlich .
Gemessen an der Gedankenvielfalt und der erzählerischen Dichte des Romans wirkt das Ende eher enttäuschend. Sadie zieht sich nach Erledigung ihres Auftrags mit ihrem Honorar in die Privatheit zurück.
Wer einen schön erzählten Roman mit so wichtigen Themen wie Umweltschutz. Zivilisationskritik und leicht esoterisch angehauchter Menschheitsgeschichte lesen will, wird hier aufs Beste fündig!
Schlagworte
k.A.
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