DIE TAUSCHBÖRSE

Die Muschelsucher

Verlag:
Wunderlich
Jahr:
1992
Seitenzahl:
704
ISBN:
9783805204712
Medium:
Hardcover
Sprache:
Deutsch
Anbieter:
(194)

Artikel angeboten seit:
04.01.2009
Tickets:
2
Zustandsbeschreibung
Schutzumschlag etwas beschädigt, ansonsten guter Zustand
Artikelbeschreibung
Wer meint, es hier nur mit einem kitschigen Werk zu tun zu haben, der irrt. Vielmehr wird einfühlsam und niemals langatmig die Lebensgeschichte nicht nur der Protagonistin, Penelope Keeling, sondern auch die ihrer Eltern sowie die ihrer Kinder geschildert. Aber auch weitere Charaktere, die in diesem Zusammenhang erscheinen, werden ausführlich beschrieben. Zur Geschichte: die junge Penelope lernt einen charmanten, aber wie sich später herausstellt, allzu plumpen Offiziersanwärter kennen und heiratet ihn. Natürlich scheitert diese Beziehung, und der Gentlemen lebt völlig ungeniert mit auf Kosten von Penelope. Diese zieht ihre drei Kinder groß und versucht, ihnen die wahren Werte des Lebens zu vermitteln, aber bei zwei ihrer drei Kinder scheitert sie daran. Ihr Sohn Noel und ihre Tochter Nancy sind selbstbezogene und geldgierige Menschen, die nach immer weiteren materiellen Werten streben. Einzig ihre zweite Tochter Olivia erkämpft sich ihre Position im Leben und macht als Journalistin Karriere. Was allerdings keines ihrer Kinder auch nur ahnt: die große Liebe ihres Lebens war keineswegs der eigene Vater, sondern ein Lehrer, den Penelope während des Zweiten Weltkrieges kennengelernt hat. Richard wollte ihr und ihrer ersten Tochter Nancy ein erfüllteres und besseres Leben ermöglichen, doch starb er bei der Landung der allierten Truppen in Frankreich. Penelope hat sich von dortan der eigenen Liebe entsagt. Wie sie nach diesem tragischen Verlust ihr Leben meistert, ist überaus lebenswert und wie gesagt, nicht kitschig. In einer heilen Welt, die ja mit dem Kitsch verbunden ist, werden wir kaum Kinder erleben, die versuchen, ihre Mutter um materielle Güter zu bringen oder sich streitende Familien, die immer deutlicher einem totalen Bruch annähern. Außerdem darf man eines nicht vergessen: die häufiger im ZDF laufenden sogenannten Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen sind eine Zumutung, die mit dem Werk der Autorin meist nicht mehr gemeinsam haben als die Titel der Bücher bzw. der Kurzgeschichten. Und diese Verfilmungen sind nun wirklich kitschig! Meine Empfehlung: wer gerne unterhaltende Romane liest, sollte sich für dieses Buch ruhig mal ein Wochenende reservieren.
Schlagworte
k.A.