DIE TAUSCHBÖRSE
Interpret:

Aloe Blacc

Label:
Stones Throw Records
Jahr:
2010
EAN:
0602527506739
Medium:
1 CD
Sprache:
Englisch
Verzeichnis:
1 : I Need A Dollar
2 : Green Lights
3 : Hey Brother
4 : Miss Fortune
5 : Life So Hard
6 : Take Me Back
7 : Femme Fatale
8 : Loving You Is Killing Me
9 : Good Things
10 : You Make Me Smile
11 : If I
12 : Mama Hold My Hand
13 : Politician (Reprise)
Anbieter:

Artikel angeboten seit:
12.05.2023
Tickets:
1
Zustandsbeschreibung
Gut bis sehr gut
Artikelbeschreibung
Kein Newcomer aber neu auf der Liste: bemerkenswerter Soul ohne Wenn und Aber. „Good Things“ ist sein zweites Album, immerhin vier Jahre nach dem Debüt und es ist – soviel sei vorweggenommen – auf seine Art exzellent, auch wenn man es nach rein musikalischen Entwicklungskriterien als Rückschritt bezeichnen müsste. Blacc liefert ein strikt am klassischen Consciousness-Soul der Frühsiebziger orientiertes, dezent Funk-gesättigtes, unglaublich warmherziges Album mit nachdrücklichem Groove im Zeitgeist der damaligen Ära, das zuallererst enorm eingängig ist. Es ist natürlich nicht unproblematisch, so ziemlich jede musikalische Entwicklung der letzten vierzig Jahre konsequent auszublenden, sich so auf ein derart klassisches Soundmodell zu stützen, dass man tatsächlich sofort an die Leuchttürme – Curtis Mayfield und Marvin Gaye – erinnert wird, die diesen Rahmen ein für allemal abgesteckt haben. Und Blacc macht das ja auch verdammt gut, „Good Thing“ funktioniert sofort und perfekt, mit aller Wärme und Geschmeidigkeit, die man so direkt und unpeinlich nur in wirklich guten Soul-Songs überhaupt hinbekommt. Soziale und politische Themen gleich mitzudenken, gehört in diesem Kontext wie selbstverständlich dazu. Aber es mutet eben auch wie eine Art Selbstbeschränkung Blaccs an, der bisher einen eigentlich sehr viel weiteren Kosmos ausfüllte. Trotzdem: der Mann scheint seine Bestimmung gefunden zu haben. Selbst die vergleichsweise schwächeren Songs auf diesem Album brillieren mit stilsicherer, grundeleganter Note, ein großartiges, breitwandig angelegtes und trotzdem immer hochkonzentriertes „Take Me Back“ schafft mühelos den Sprung in die eindrucksvollsten Songs des Jahres, „Mama Hold My Hand“ ist das selbstverständlich unabdingbare Tränendrüsen-Melodram und mit „Femme Fatale“ – die Auswahl des Velvet Underground-Klassikers als Coverversion ist an sich auch nicht gerade naheliegend – gelingt eine durchaus überzeugende Transformation vom unterkühlten Gestus der Unnahbarkeits-Ikone Nico in eine kleine, feine Schummer-Ballade. Ein wirklich gutes Album ist „Good Things“, wenn man denn mit Soul etwas anfangen mag und akzeptiert, dass es auch mal ohne Modernismen geht. Und das war ganz bestimmt noch nicht das Ende der Fahnenstange. Der Name Aloe Blacc steht jetzt jedenfalls ziemlich weit oben auf der Merkliste.
Schlagworte
k.A.

Kategorie
Musik  >  Soul & R&B  >  Soul
Musik  >  Soul & R&B  >  Sonstiges

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