Autor:
Verlag:
Diana
Jahr:
2001
Seitenzahl:
218
ISBN:
9783828400559
Medium:
Hardcover
Sprache:
Deutsch
Zustandsbeschreibung
fast wie neu
Artikelbeschreibung
Ein ziemlich surreales Erlebnis: Als freier Redakteur der Amazon.de-Buchredaktion einen Roman zu lesen, dessen Held ebendiese Position bekleidet. Die Hoffnung auf Firmeninterna oder geistreiche Bosheiten gegen die "New-Economy-Wichtel" zerstiebt allerdings schnell. Rebecca Casati hat offenkundig keine Ahnung von Amazon -- z.B. würde hier niemand ein Meeting als "Konferenz" bezeichnen. Warum sie dennoch ihren namenlosen Ich-Erzähler in ein Amazon-Büro setzt (obwohl es jedes Büro getan hätte, weil seine Berufstätigkeit für die Geschichte ohnehin keine Rolle spielt), ist das große Rätsel von Hey Hey Hey.
Sein Job interessiert diesen Typen nicht die Bohne, seine ganze Energie fließt in ein erotisches Projekt: "Ich ficke mich einmal durchs Alphabet." Und wie bei allen passionierten Eroberern ist auch in diesem Fall der sexuelle Vollzug weniger wichtig als der Weg dorthin, die Strategien der Verführung. Der ABC-Don-Juan sammelt wegen eigener Identitätsschwäche neben gebrochenen Herzen aber auch die (Lebens-)Geschichten seiner Buchstaben-Mädchen.
Dramaturgisch lebt der kurzweilige Roman von den Problemen, die sich bei der Umsetzung des "bombensicheren Masterplans" zwangsläufig auftun: Bestimmte Vornamen wie solche mit X sind schwer aufzutreiben -- manche Frauen und ihre Geschichten sind "fast beleidigend schnell zu durchschauen" und daher zu langweilig -- Gefahr droht insbesondere durch die Liebe und ihre Folgen: "Anhänglich werden. Nett sein. Kochen oder zusammenziehen, Kinder anlächeln. Sich auf den anderen verlassen wollen. Dumme Fragen stellen. Treue verlangen. Langweilen eben."
So wenig Casati von der Internetbranche weiß, umso mehr kennt sie sich aus mit den Spielchen und Strategien zwischen Frauen und Männern, dem erotischen Hin und Her, der gegenseitigen Instrumentalisierung. Denn natürlich wird auch der Verführer von den Frauen benutzt. Und natürlich gerät er schließlich an eine, die seine schlimmste Befürchtung wahr macht: "Eine zu treffen, die mir wirklich gefiel. Und die noch härter war als ich."
Geschickt spielt die Autorin mit den zwiespältigen Gefühlen des Lesers und dessen Verblüffung, dass ausgerechnet eine Frau einen derart cool-arroganten Frauenbenutzer mit Sympathie und Witz beschreibt. Casatis erstaunlicher Debütroman, der polarisieren wird, überzeugt auch mit seinem frisch-pointierten Stil bzw. wie sie mit wenigen Strichen Personen und Szenen skizziert, z.B. jene gefährlichen "Kaugummi-Mädchen", von denen ihr Held lieber die Finger lässt: "Laute Dinger, die nach Haarspray riechen, auf ihren Kaugummis katschen, einen im Vorbeigehen frech mustern und dann verächtlich auf ihren Plateausohlen weiterstapfen
Sein Job interessiert diesen Typen nicht die Bohne, seine ganze Energie fließt in ein erotisches Projekt: "Ich ficke mich einmal durchs Alphabet." Und wie bei allen passionierten Eroberern ist auch in diesem Fall der sexuelle Vollzug weniger wichtig als der Weg dorthin, die Strategien der Verführung. Der ABC-Don-Juan sammelt wegen eigener Identitätsschwäche neben gebrochenen Herzen aber auch die (Lebens-)Geschichten seiner Buchstaben-Mädchen.
Dramaturgisch lebt der kurzweilige Roman von den Problemen, die sich bei der Umsetzung des "bombensicheren Masterplans" zwangsläufig auftun: Bestimmte Vornamen wie solche mit X sind schwer aufzutreiben -- manche Frauen und ihre Geschichten sind "fast beleidigend schnell zu durchschauen" und daher zu langweilig -- Gefahr droht insbesondere durch die Liebe und ihre Folgen: "Anhänglich werden. Nett sein. Kochen oder zusammenziehen, Kinder anlächeln. Sich auf den anderen verlassen wollen. Dumme Fragen stellen. Treue verlangen. Langweilen eben."
So wenig Casati von der Internetbranche weiß, umso mehr kennt sie sich aus mit den Spielchen und Strategien zwischen Frauen und Männern, dem erotischen Hin und Her, der gegenseitigen Instrumentalisierung. Denn natürlich wird auch der Verführer von den Frauen benutzt. Und natürlich gerät er schließlich an eine, die seine schlimmste Befürchtung wahr macht: "Eine zu treffen, die mir wirklich gefiel. Und die noch härter war als ich."
Geschickt spielt die Autorin mit den zwiespältigen Gefühlen des Lesers und dessen Verblüffung, dass ausgerechnet eine Frau einen derart cool-arroganten Frauenbenutzer mit Sympathie und Witz beschreibt. Casatis erstaunlicher Debütroman, der polarisieren wird, überzeugt auch mit seinem frisch-pointierten Stil bzw. wie sie mit wenigen Strichen Personen und Szenen skizziert, z.B. jene gefährlichen "Kaugummi-Mädchen", von denen ihr Held lieber die Finger lässt: "Laute Dinger, die nach Haarspray riechen, auf ihren Kaugummis katschen, einen im Vorbeigehen frech mustern und dann verächtlich auf ihren Plateausohlen weiterstapfen
Schlagworte
k.A.
Kategorie