DIE TAUSCHBÖRSE

Schwarzer Midas

Autor:

Carew, Jan

Verlag:
List, München
Jahr:
1959
Seitenzahl:
335
Medium:
Hardcover
Sprache:
Deutsch
Anbieter:
(449)

Artikel angeboten seit:
23.12.2013
Tickets:
1
Zustandsbeschreibung
altersgemäß ordentlich, Leinen, Schutzumschlag ziemlich "angeknabbert"
Artikelbeschreibung
Dieser Roman, ein Erstlingswerk, spielt im gegenwärtigen West-Indien. Er handelt von Aron Smart, einem Neger in Britisch-Guayana, dessen Leben von seiner armseligen, aber verzauberten Kindheit bis ins frühe Mannesalter geschildert wird. Aron Smart kommt aus dem tiefsten menschlichen Dschungel und gewinnt dreimal ein ungeheures Vermögen, zweimal durch Diamantenfunde, einmal durch Goldschürfen; aber er verliert den gefährlichen Reichtum ebenso wieder. Man kann nicht die ganze ungemein dramatische Handlung nacherzählen, die an die großen Abenteuerromane der Weltliteratur erinnert, nur daß die Abenteuer hier nicht romantisch und unwahrscheinlich erfunden erscheinen, sondern ursprünglich negerhaft wirken. Das eigentliche Thema ist auch nicht das abenteuerliche Leben, dessen beide Hauptkomponenten Reichtum (und ebenso absolute Armut) und Frauen sind. Dieses ist nur der Handlungsrahmen für das, was man vielleicht als die afrikanische Seele bezeichnen könnte und die hier so erstaunlich gut zum Ausdruck kommt. Es ist die Mischung aus Instinktsicherheit und aus Haltlosigkeit, Großtuerei und aus der Unsicherheit der nie vergessenen Sklaverei, die Aron auf seinem Weg zu den Diamanten und zum Gold begleitet - und zu Belle, die ebenso hundertprozentig Frau ist wie die Diamanten 400 Karat haben, die er findet: Das alles erscheint in einer überaus dichterischen Sprache, die in unnachahmlicher Art die Ausdrucksweise des Negers, seinen Dialekt, wiedergibt, und zwar nicht nur den Dialekt des Sprechens, sondern den des Denkens. Hervorzuheben ist, daß der Stil niemals Schönrednerei betreibt, sondern erstaunlich knapp die äußeren und inneren Ereignisse, nein, nur die äußeren, in denen sich die inneren vollkommen spiegeln, vorantreibt, so daß man das Buch in einem Zuge lesen wird. "Jan
Carew schreibt einen Stil, den man als schwergewichtige Prosa bezeichnen müßte, die aber doch sich leichter auf den Füßen bewegt als die meisten unserer Fliegengewichte. Wenn er sich in unmittelbarem Englich ausdrückt, ist er so lebendig wie Kipling, wenn er in seinem äußerst stilisierten Guayana-Englisch schreibt, haben wir überhaupt keine Vergleichsmöglichkeiten, da sich noch kein anderer westindischer Romanautor mit diesen grundlegenden Problemen beschäftigt hat. Wie wichtig Carews Beiträge sein werden, läßt sich noch nicht ersehen, aber die Fruchtbarkeit der westindischen Literatur läßt doch hoffen, daß diese Bereitstellung einer angemessenen Literatursprache auf weite Sicht hin für uns alle im Lesen und Schreiben in der englischen Sprache von Bedeutung ist.
Times Liter ary Supplement
Schlagworte
k.A.

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