DIE TAUSCHBÖRSE

Unsere großen Männer. Roman

Verlag:
Piper
Jahr:
2002
Seitenzahl:
340
ISBN:
9783492230964
Medium:
Taschenbuch
Sprache:
Deutsch
Anbieter:

Artikel angeboten seit:
24.05.2007
Tickets:
1
Zustandsbeschreibung
fast wie neu, Remi-Exemplar
Artikelbeschreibung
Nach dem Tod des berühmten jüdischen Schriftstellers Zaltz soll sein Freund Berl Lourson dessen autobiographisches Werk "Unsere großen Männer" veröffentlichen. Es ist ein von überlebenden Juden Osteuropas in Auftrag gegebenes Erinnerungsbuch. Zwischen den Zeiten, den fiktiven Gestalten und wirklichen Menschen, in den vielen Geschichten und Legenden, den Anekdoten, Fakten und Fiktionen wird Lourson bewußt, wie die menschlichen Lebenswege und Träume sich miteinander verzweigen und ineinander übergehen, bis sie ein großes Ganzes ergeben. Alain Gluckstein beginnt ein bravouröses Spiel, indem er schreibend reist. Wohin reist er ? In die Vergangenheit. Er sucht seine Wurzeln und er findet sie. Mal im Schtetl Kulichow, das es heute längst nicht mehr gibt, aber was macht das schon, mal in Spanien. Dann wieder springt er nach Paris (dem Aufenthalt des Autors) und geht dort durch die Straßen, durch die Zeiten (immer auf der Suche nach der Vergangenheit, immer auch findet er was, und das ist nicht wenig!). Kann man das alles so einfach nachvollziehen ? Es geht manchmal dahin in Windeseile und wieder mal geht es langsam und dann und wann staubt es unter einem Stein und blitzschnell läuft eine Eidechse davon, unsere Freundin, die schelmische, die sich nicht fangen läßt und uns das Zünglein nur aufblitzen läßt für den Bruchteil einer Sekunde. Ist Philosophie mit im Spiel, Kabbala gar und somit Religion ? Auch das. Und einwenig Wehmut sowie Schmerz über den Tod der Frauen und Männer und immer wieder erscheinen Gestalten, die man zu kennen meint und es dreht sich wie im Kreise und alles fängt wieder an, so wie im richtigen Leben. Einmal heißt es:"Ich konnte nur auf französich zum Schriftsteller werden, und du verstehst warum:Der andere in mir, der jiddisch sprach und auf jiddisch geliebt hatte, der Genosse Zaltz, der jiddisch lebte, der Freund Jitzschak war tot,wie die jiddische Sprache tot war, Friede ihrer Asche, wie du sagst." Nein, keineswegs ist alles tot, was gestorben zu sein scheint, hier in diesem großen Roman unserer Zeit ist alles sehr lebendig. Alain Gluckstein gibt uns ein Puzzle zu Lesen, das mit wachen Sinnen nachzuvollziehen ist und ganz genau, wie in den wunderbaren Fotografien Roman Vishniaks aus den polnischen Landen um die Jahre 1935-38, spricht eine Menschlichkeit zu uns, die uns alle gefangennimmt. Man befindet sich wie in einem Netz, wie ein Fischlein zappelt der Leser und nimmt direkt Anteil am Geschehen. Die Geschichte vergeht, etwas aber bleibt.
Schlagworte
k.A.

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