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Elly Griffiths, Totenpfad

 
Beitrag
erstellt am
Spatzi79

Mitglied gelöscht

 

Dr. Ruth Galloway ist Archäologin und wird von der Polizei um ihre Mithilfe bei der Aufklärung eines 10 Jahre zurückliegenden Verbrechens gebeten. Damals ist ein kleines Mädchen verschwunden und nun wurden Knochen entdeckt. Ruth soll herausfinden, wie alt diese sind und ob das Mädchen damit gefunden wurde. Sie stellt allerdings schnell fest, dass die Knochen uralt, durch den torfigen Boden im Moor aber sehr gut erhalten sind. Außerdem bittet der Inspector Harry Nelson sie um Hilfe bei rätselhaften Briefen, die er seit Verschwinden des Mädchens erhält, deren Sinn er aber nicht wirklich entschlüsseln kann.

Kurz darauf verschwindet ein zweites Mädchen, wieder fehlt jede Spur.

Ruth lebt seit Jahren in der einsamen Gegend am Rande des Moores und nun tauchen einige Gestalten aus ihrer Vergangenheit wieder auf, ihr früherer Professor und Ausgrabungsleiter, ihr Exfreund von damals, ein Anhänger des Druidenglaubens, der damals schon gegen ihre archäologischen Grabungen prostestiert hat... Hat einer von ihnen etwas mit dem Verschwinden der Mädchen zu tun? Oder ist es jemand ganz anderes?

Das Buch hat sich flüssig gelesen, für meinen Geschmack war aber zuviel in die Geschichte hineingequetscht worden. Die interessante Beziehung zwischen Ruth und Harry entwickelt sich nicht richtig, die Figuren aus der Vergangenheit bleiben größtenteils etwas unklar gezeichnet und einige weitere Episoden sind total überflüssig gewesen.

Insgesamt ein solider düsterer englischer Krimi, aber nichts herausragendes.
27.12.2009 13:33:47
elke17

elke17

(15850 Beiträge)


Wieder ein neuer Name am Forensikthriller-Himmel: Elly Griffiths - noch nie etwas von ihr gehört.

Und nach der Lektüre des Buches muss ich leider gestehen, dass ich mir den Namen auch nicht merken werde.

Die Geschichte an sich ist sehr einfach konstruiert und für mein Empfinden tut sich ein Verlag keinen Gefallen, wenn er schon im Klappentext beschreibt, wo's lang geht: Die Hauptfigur ist die forensische Archäologin Dr. Ruth Galloway, die an der University of North Norfolk Lehrkraft ist und Vorlesungen für die Doktoranten des Studienfaches Archäologie hält. Als im nahegelegenen Salzmoor Kinderknochen gefunden werden, wird sie von der örtlichen Polizei in Gestalt von Harry Nelson um Mithilfe gebeten. Ist es die seit längerem verschwundene Lucy ?

Nein, die Untersuchungen ergeben, dass es sich um einen archäologischen Fund handelt - aber dann verschwindet wieder ein Mädchen...

Spoilern möchte ich nicht, deshalb halte ich mich auch mit weiteren Inhaltsbeschreibungen zurück, denn der (Lady) - Thriller ist wirklich sehr vorhersehbar. Und das zieht sich durch bis zur Entlarvung des Täters, den der geübte Thrillerleser schon sehr früh in Verdacht hat.

Das ist eigentlich schade, denn die Protagonistin hebt sich angenehm von den üblichen Klischees ab. Endlich mal kein Lara Croft - Verschnitt, sondern eine übergewichtige, schrullige 40-Jährige, deren einzige Gesellschafter ihre Katzen sind. Aber der Autorin fehlt wahrscheinlich einfach noch die Routine, um ihren Stoff dem Leser ansprechend zu präsentieren.

Der Schreibstil ist meiner Meinung nach absolut "grottig": Erzählt wird aus der Perspektive 3. Person/Präsens - und das ganze dann noch in sehr kurzen, stakkatohaften Sätzen, sperrig und emotionslos. Dadurch wird der Leser permanent auf Distanz gehalten und entwickelt auch im Verlauf der Handlung keine besonderen Sympathien für die Figuren.

Fazit:

Gerade im Bereich der "Forensik-Thriller" gibt es genügend Autoren, die ihr Handwerk souverän beherrschen - Elly Griffith gehört meiner Meinung nach nicht dazu!

27.12.2009 13:53:57
Farin_Urlaub

Mitglied gelöscht

 

Hier kommt mal wieder meine bescheidene Meinung:

Im Moor der verschwundenen Mädchen

Mit Totenpfad feiert die Autorin Elly Griffiths ihr Deutschland-Debüt, was ihr auch solide, wenn auch nicht überragend gelingt. Griffith schickt ihr Protagonistin Ruth Galloway, eine Uni-Dozentin für Archäologie an der Uni von Norfolk, wider Willen auf Mördersuche, die sie zusammen mit DCI Harry Nelson bestreitet. Ruth erscheint als ganz normaler Single mit zwei Katzen, Gewichtsproblemen und einem ganz beschaulichen Leben, das sie sich mit der Lektüre von Inspektor-Rebus Romanen von Ian Rankin versüßt.
In dieses geregelte Leben bricht nun unvermutet Harry Nelson, ein Polizeibeamter der Norfolk Police, der Ruth zu Analyse von gefundenen Knochen heranzieht, da er vermutet, dass diese aus einem Verbrechen stammen. Diese These bestätigt Ruth dann aber nicht, da sich herausstellt, dass die Knochen über tausende Jahre alt sind und noch aus der Eisenzeit stammen. Doch schon bald bricht der Polizeibeamte erneut in Ruths Leben, da im Moor ein Mädchen verschwunden ist und er einen Zusammenhang mit dem Fall eines bereits vor zehn Jahren verschwundenen Mädchens wittert. Er eröffnet Ruth, dass er seit diesem ersten Mädchen seit zehn Jahren mysteriöse Briefe erhält, in denen es um die Entführung geht und in denen eine Fülle archäologischer Begriffe auftauchen, weshalb er vermutet, dass ein Zusammenhang mit dem Moor, an dem Norfolk liegt, und archäologischen Ausgrabungen besteht.

Recht dünn, aber dennoch in liebevoller Ausstattung kommt dieses im Wunderlich-Verlag erschienene Büchlein daher. Das Cover transportiert perfekt die bedrohliche und ungastliche Atmosphäre, die im ganzen Buch herrscht und schafft es so, den Leser in die kalten Gefilde des Moores mit den verschwundenen Mädchen zu ziehen. Leider ist die Geschichte reichlich unspektakulär und für das Rätsel der Verschwundenen hatte ich recht schnell die Lösung ausgemacht, was mir die Spannung im Buch dann etwas schmälerte. Auch die eingebaute Liebesgeschichte im Buch empfand ich als überflüssig. Die Grundkonstruktion kommt wie eine Mischung aus den David-Hunter Romanen von Simonen Beckett und der Inspektor-Lynley Reihe von Elizabeth George daher und erinnert recht stark an Die Chemie des Todes. Dennoch ist die Geschichte recht angenehm zu lesen, was daran liegt, dass Elly Griffiths zumeist abwechselnd aus den Perspektiven von Ruth und Harry erzählt und so nicht statisch an einer Person und deren Blickwinkel hängt.
Insgesamt ein solider, aber nicht wirklich herausragender Roman und Beginn einer Krimireihe, die ihr Potenzial in den Folgebänden erst noch beweisen muss!
27.12.2009 14:27:16
zehn123

zehn123

(11547 Beiträge)

Vielen Dank für diesen thread.

Ich hatte schon mit dem Buch gerungen. Wenn allerdings zwei TTler, deren Urteil ich absolut vertraue, das Buch als nicht herausragend beschreiben habe ich doch Tickets oder Geld gespart.
28.12.2009 12:45:37
harakiri

harakiri

(44102 Beiträge)

Roman oder Thriller? neu
4. Liebesroman oder Krimi? Das ist die Frage, die sich einem beim Lesen des Romans von Ella Griffiths stellt.

Sie vereint beide Elemente im Stile einer Nora Roberts. Meiner Meinung nach gelingt ihr das sehr gut, ihr ist die perfekte Mischung gelungen. Außerdem schreibt sie weniger schwülstig als Frau Roberts. Krimi überwiegt eindeutig, dabei ist das Buch aber an keiner Stelle blutrünstig oder schockig - wie nur allzu viele neue Bücher zur Zeit.

Spannende Elemente kommen auf, wenn zwischendurch eine junge Frau zu Wort kommt. Der Leser weiß bald, um wen es sich handelt, auch der Täter ist schnell zu entlarven, trotzdem steigert sich die Spannung am Ende noch um ein Vielfaches.

Mit Ruth lernen wir eine sympatische junge Frau kennen, die in einen Mordfall verwickelt wird. Die Handlung läuft schön vor sich hin. Die Sprache ist sehr einfach und bildhaft, man kann sich das Moor und den englischen Regen beinah vorstellen und leidet mit als sich Ruth im Moor verläuft.

Und beim Lesen der letzten Seiten will man unwillkürlich mehr. Wissen, wie es Ruth weiter ergeht. Ich freu mich schon auf die Fortsetzung
04.01.2010 18:41:48
sumisueffie

Mitglied gelöscht

 

Ich fand das Buch super!

Ruth,39 und nichts Besonderes an sich, schlägt sich mit ganz normalen Frauenproblemen rum. Als Dozentin für Archäologie führt sie ihrer Meinung nach auch kein all zu spannendes Leben. Sie ist lieber für sich mit ihren zwei Katzen und ihrem Moor. Alles läuft geregelte Bahnen bis Ruth gebeten wird für die Polizei gefundene Knochenreste anzusehen.

Ab da läuft nichts mehr wie vorher. Zwei Mädchen sind verschwunden. Ruth wird bedroht. Es tauchen merkwürdige Geheimnisse aus ihrem näheren Umkreis auf und sie weiß nicht mehr wem sie vertrauen kann.

ich kann das Buch wirklich weiterempfehlen. Es war gut zu lesen und hatte die nötige Prise Spannung drin. Die Charaktere sind nicht abgehoben sondern ganz normale Leute.
20.01.2010 21:02:19
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