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Vegan kochen - Tipps und Rezepte
Beitrag
erstellt am
Mitglied gelöscht
mumin, ich finde es vor allem lächerlich darüber zu reden, ob sich Veganer ausgewogen ernähren können, wenn ein Großteil unserer Bevölkerung Mangelerscheinungen und Krankheiten hat, die durch einseitige Ernährung, Fastfood, Konserven und Fertigprodukte entstehen. Vor allem die Kinder sind oft ziemlich schlimm dran. Wenn man sieht, was viele Kinder in der Regelschule in der Pause essen und was da oft in den Pausenkiosken verkauft wird, spiegelt sich das, was zu Hause essenstechnisch abgeht. Da ernähre ich mich doch lieber ein wenig unausgewogen vegan :-).
24.02.2013 16:24:04
(39267 Beiträge)
Das einzige Problem bei veganer Kost ist das Vitamin B12. Aber selbst Gemischtköstler sind damit oft unterversorgt, weil ihr Darm nicht in Ordnung ist, welcher dieses Vitamin dann nicht aufnehmen kann. Ich putze mir neuerdings damit die Zähne:
https://vebu.de/aktuelles/news/1274-gut-versorgt-durch-vitamin-b12-zahncreme
https://vebu.de/aktuelles/news/1274-gut-versorgt-durch-vitamin-b12-zahncreme
24.02.2013 16:44:36
Mitglied gelöscht
Danke für den Link, mumin. Ich schaue bzw. höre es gerade.
24.02.2013 18:24:04
Mitglied gelöscht
Dann berichte doch bei Gelegenheit bitte mal, ob es am Ende noch etwas Spannendes gab, ich bin eine halbe Stunde vor Schluss ausgestiegen. Ich gucke aber noch mal rein, falls es sich lohnt.
24.02.2013 18:50:19
Mitglied gelöscht
Mumin, ich fand die ganze Sendung sehr spannend.
Hast du die Stelle noch geschaut, wo die Frau von der Autorin erzählte, dessen Buch sie übersetzt hat? Ich fand das philosophisch betrachtet sehr interessant, dass bei vielen Vegetariern und Veganern die Liebe zu den Tieren bei den Schnecken aufhört, sobald sie (also die Vegetarier und Veganer) ihr Gemüse selbst anbauen.
Mir hat die Diskussion wieder einmal gezeigt, dass das Thema sehr viel komplexer ist, als man es erst einmal denkt.
Attila hat mir insofern gut gefallen, weil er nicht missioniert, sondern, so wie er es sagt, einen buddhistischen Ansatz lebt. Jeder muss den Weg für sich finden, der ihm gut tut. Aber man merkt auch, er lebt sein Konzept und das auf eine sehr angenehme, sympathische Art und Weise.
Hast du die Stelle noch geschaut, wo die Frau von der Autorin erzählte, dessen Buch sie übersetzt hat? Ich fand das philosophisch betrachtet sehr interessant, dass bei vielen Vegetariern und Veganern die Liebe zu den Tieren bei den Schnecken aufhört, sobald sie (also die Vegetarier und Veganer) ihr Gemüse selbst anbauen.
Mir hat die Diskussion wieder einmal gezeigt, dass das Thema sehr viel komplexer ist, als man es erst einmal denkt.
Attila hat mir insofern gut gefallen, weil er nicht missioniert, sondern, so wie er es sagt, einen buddhistischen Ansatz lebt. Jeder muss den Weg für sich finden, der ihm gut tut. Aber man merkt auch, er lebt sein Konzept und das auf eine sehr angenehme, sympathische Art und Weise.
24.02.2013 19:54:27
Mitglied gelöscht
Nein, ich habe das leider nicht mehr mitbekommen. Aber ich hole es nach.
Ich habe heute Rote Bete gekauft. Morgen gibts eine Premiere. Ich kenne die frisch überhaupt nicht, meine Mutter hat sie nie gekocht, und für Heringssalat nahm sie die aus dem Glas. Die ich zugegebenermaßen auch ab und zu ganz gern esse, statt saurer Gurken zum Naschen.
In einem meiner Kochbücher steht: Wie Pellkartoffeln kochen und pellen. Macht Ihr das auch so?
Ich habe heute Rote Bete gekauft. Morgen gibts eine Premiere. Ich kenne die frisch überhaupt nicht, meine Mutter hat sie nie gekocht, und für Heringssalat nahm sie die aus dem Glas. Die ich zugegebenermaßen auch ab und zu ganz gern esse, statt saurer Gurken zum Naschen.
In einem meiner Kochbücher steht: Wie Pellkartoffeln kochen und pellen. Macht Ihr das auch so?
25.02.2013 14:22:44
Mitglied gelöscht
Jepp, genau so mache ich es auch. Ich koche sie in Salzwasser und gebe auch schon mal großzügig Fenchel, Kümmel oder ähnliche Gewürze mit ins Kochwasser.
Rote Bete hat sich bei mir zum Lieblingswintergemüse hochgearbeitet. Das liegt daran, dass ich hier direkt beim Erzeuger knackfrische Ware bekomme statt der schlaffen Knollen im 500g-Netz im Supermarkt, wie ich es sonst immer gewohnt war.
Ich kann immer noch nicht glauben, dass sich meine Koch- und Essgewohnheiten durch einen Umzug so sehr verändert haben.
Rote Bete hat sich bei mir zum Lieblingswintergemüse hochgearbeitet. Das liegt daran, dass ich hier direkt beim Erzeuger knackfrische Ware bekomme statt der schlaffen Knollen im 500g-Netz im Supermarkt, wie ich es sonst immer gewohnt war.
Ich kann immer noch nicht glauben, dass sich meine Koch- und Essgewohnheiten durch einen Umzug so sehr verändert haben.
25.02.2013 15:04:01
(17537 Beiträge)
mumin, probier unbedingt mal diese Variante:
Rote Bete (ungekocht!) schälen und grob raspeln, mit Apfelessig, Salz, Pfeffer, 2 TL Meerrettich und Sonnenblumenöl anmachen, ich geb gerne ein Löffelchen Ahornsirup dazu, gut durchziehen lassen.
Das Rezept bzw. die Idee ist von jaga und ich bin ihr ewig dankbar dafür ;-)))
Mag ich supergerne, einfach so oder auch zu bzw. auf anderem gemischten Salat, ich mische es nicht gleich mit unter, sonst ist alles rot. Wertet jeden Salatteller auf und ist wunderbar frisch und saftig.
Rote Bete (ungekocht!) schälen und grob raspeln, mit Apfelessig, Salz, Pfeffer, 2 TL Meerrettich und Sonnenblumenöl anmachen, ich geb gerne ein Löffelchen Ahornsirup dazu, gut durchziehen lassen.
Das Rezept bzw. die Idee ist von jaga und ich bin ihr ewig dankbar dafür ;-)))
Mag ich supergerne, einfach so oder auch zu bzw. auf anderem gemischten Salat, ich mische es nicht gleich mit unter, sonst ist alles rot. Wertet jeden Salatteller auf und ist wunderbar frisch und saftig.
25.02.2013 17:39:33
Mitglied gelöscht
Oh, das probiere ich auch mal aus. Aber erst einmal muss ich meine drei Knollen verputzen, die ich heute gekocht und mariniert habe.
25.02.2013 17:41:15
(17537 Beiträge)
Ist wirklich superlecker, zora, und falls es doch mal ein kleines bisschen zu erdig schmeckt, geb ich noch einen Spritzer Zitronen dran.
Heute hab ich mumins Rosenkohl-Kartoffel-Pü mit Wasabi ausprobiert, allerdings in Ermangelung von Rosenkohl einen halben Kopf Blumenkohl verarbeitet, auch lecker! :-)
Heute hab ich mumins Rosenkohl-Kartoffel-Pü mit Wasabi ausprobiert, allerdings in Ermangelung von Rosenkohl einen halben Kopf Blumenkohl verarbeitet, auch lecker! :-)
25.02.2013 17:44:25
Mitglied gelöscht
Tine,
das liest sich frisch und interessant, mal sehen, ob mir morgen nach Kochen oder Roh-Raspeln ist. Ahornsirup habe ich nicht und mag ich nicht, aber da wird ja Honig wohl eine brauchbare Alternative sein. Oder vielleicht mein geliebter Zuckerrübensirup.
das liest sich frisch und interessant, mal sehen, ob mir morgen nach Kochen oder Roh-Raspeln ist. Ahornsirup habe ich nicht und mag ich nicht, aber da wird ja Honig wohl eine brauchbare Alternative sein. Oder vielleicht mein geliebter Zuckerrübensirup.
25.02.2013 17:49:08
Mitglied gelöscht
Apropos Rübensirup: kennt Ihr Lütticher Delikatesse? Das ist auch ein süßer Brotaufstrich, den ich sehr mag. Aus Birnen, Äpfeln und ich glaube Datteln. Ein Löffelchen ohne Brot kommt auch immer sehr gut.
Sieht so aus:
http://www.grafschafter.de/web/produkte/luetticher_delikatesse.html
Sieht so aus:
http://www.grafschafter.de/web/produkte/luetticher_delikatesse.html
25.02.2013 17:51:29
(17537 Beiträge)
selbstverfreilich, mumin, jede Art von Süße kannst du nehmen, Honig wollte ich nicht schreiben, der ist ja nicht vegan ;-)
25.02.2013 17:52:36
Mitglied gelöscht
Zora, drei Knollen? Ich habe mich heute beim Einkauf getraut, ein einziges kleines Knöllchen mitzunehmen.
Was macht die Endivie? Ich habe heute einen Teil von meiner in einer Gemüsepfanne ganz kurz mitgegart. Das machte die Sache knackig.
Was macht die Endivie? Ich habe heute einen Teil von meiner in einer Gemüsepfanne ganz kurz mitgegart. Das machte die Sache knackig.
25.02.2013 17:53:58
Mitglied gelöscht
Tine, stimmt :-)
ja, so ganz vegan lebe ich dann doch nicht - ich glaube, ohne Honig für Senf-Honig-Dressing hätte ich ein Problem. Ansonsten finde ich ihn entbehrlich.
Während der Fastenzeit überlege ich mir also was anderes. Andererseits sind wir ja hier gar nicht im Fastenfred, wie ich gerade sehe...
ja, so ganz vegan lebe ich dann doch nicht - ich glaube, ohne Honig für Senf-Honig-Dressing hätte ich ein Problem. Ansonsten finde ich ihn entbehrlich.
Während der Fastenzeit überlege ich mir also was anderes. Andererseits sind wir ja hier gar nicht im Fastenfred, wie ich gerade sehe...
25.02.2013 17:57:55
Mitglied gelöscht
Ja, drei Knollen. Ich wollte sie ja eigentlich füllen, mit Berglinsen usw., aber das war mir gerade zu aufwändig. Es sind aber drei kleine Knollen, waren zusammen noch nicht mal ein Pfund.
Die Endivie... ja, morgen muss ich sie verbrauchen, weil wir von Mittwoch bis Sonntag weg sind. Gestern gab es zum Essen (Schwarzwurzeln mit Kartoffeln) noch eine Salatbeilage.
Morgen versuch ich mich noch mal an dem Kartoffelstampf mit Endivie drin.
Heute gab es Hirse. Mit getrockneten Tomaten und frischen Paprikastücken (jaja, es ist Winter, aber mir war nach was Frischem) und viel Cajun-Gewürz in der Pfanne gemischt. Ganz vegan.
Die Endivie... ja, morgen muss ich sie verbrauchen, weil wir von Mittwoch bis Sonntag weg sind. Gestern gab es zum Essen (Schwarzwurzeln mit Kartoffeln) noch eine Salatbeilage.
Morgen versuch ich mich noch mal an dem Kartoffelstampf mit Endivie drin.
Heute gab es Hirse. Mit getrockneten Tomaten und frischen Paprikastücken (jaja, es ist Winter, aber mir war nach was Frischem) und viel Cajun-Gewürz in der Pfanne gemischt. Ganz vegan.
25.02.2013 18:00:58
(17537 Beiträge)
Ich mag ja Ahornsirup im Gegensatz zu dir sehr gerne, der kommt in fast alle meine Salatsoßen.
Zuckerrübensirup oder Reissirup hab ich aber auch ab und an.
Zuckerrübensirup oder Reissirup hab ich aber auch ab und an.
25.02.2013 18:03:09
Mitglied gelöscht
* mir Ahornsirup auf der Einkaufstafel notiere *
25.02.2013 18:04:36
Mitglied gelöscht
Zora,
ich finde es auch bemerkenswert, dass ein Umzug solche Gewohnheitsänderungen bewirken kann. Zumal Du ja nicht aufs platte Land gezogen bist.
Ich hingegen lebe auf dem Land (na ja, eingebettet zwischen Großstädten) und habe zwar die Möglichkeit, auch Obst und Gemüse auf einem Hofladen zu bekommen (Eier sowieso, die kaufe ich da auschließlich). Aber die Ware stammt genauso vom Großmarkt wie die im Supermarkt. Aus dem Selbstanbau stammen nur Kartoffeln (die gibts übrigens bis ins Ruhrgebiet zu kaufen, meine Tochter hat sie in Bochum schon gesehen) und Spargel (dito). Und Erdbeeren.
Was die Frische der Gemüse angeht, muss ich wirklich aufpassen. Mein Dorf-Edeka (der ziemlich groß ist und ein ziemlich breites Sortiment hat) hatte neulich Staudensellerie, der sich ohne zu brechen um 90 Grad biegen ließ, sprich: welk war. Ich denke dann zwar einerseits: Blöd, dass die das jetzt alles wegwerfen müssen - aber andererseits freue ich mich, wenn ich wie heute in einem großen Laden am Stadtrand superfrischen Sellerie erstehen kann, bei dem die Schnittkanten noch kein bisschen angetrocknet sind.
Rote Bete habe ich bei "unserem" Edeka noch gar nicht gesehen. Aber ich habe auch noch nicht wirklich darauf geachtet.
ich finde es auch bemerkenswert, dass ein Umzug solche Gewohnheitsänderungen bewirken kann. Zumal Du ja nicht aufs platte Land gezogen bist.
Ich hingegen lebe auf dem Land (na ja, eingebettet zwischen Großstädten) und habe zwar die Möglichkeit, auch Obst und Gemüse auf einem Hofladen zu bekommen (Eier sowieso, die kaufe ich da auschließlich). Aber die Ware stammt genauso vom Großmarkt wie die im Supermarkt. Aus dem Selbstanbau stammen nur Kartoffeln (die gibts übrigens bis ins Ruhrgebiet zu kaufen, meine Tochter hat sie in Bochum schon gesehen) und Spargel (dito). Und Erdbeeren.
Was die Frische der Gemüse angeht, muss ich wirklich aufpassen. Mein Dorf-Edeka (der ziemlich groß ist und ein ziemlich breites Sortiment hat) hatte neulich Staudensellerie, der sich ohne zu brechen um 90 Grad biegen ließ, sprich: welk war. Ich denke dann zwar einerseits: Blöd, dass die das jetzt alles wegwerfen müssen - aber andererseits freue ich mich, wenn ich wie heute in einem großen Laden am Stadtrand superfrischen Sellerie erstehen kann, bei dem die Schnittkanten noch kein bisschen angetrocknet sind.
Rote Bete habe ich bei "unserem" Edeka noch gar nicht gesehen. Aber ich habe auch noch nicht wirklich darauf geachtet.
25.02.2013 18:09:39
Mitglied gelöscht
Mumin, das ist erstaunlich, nicht wahr?
Nun, in dem Hagener Stadtteil, in dem ich 25 Jahre lebte, haben viele Geschäfte aufgegeben, es gibt einen enormen Leerstand. Früher hatten wir dort freitags einen üppigen Markt, es gab einen Coop, einen Kaisers, dazu ein türkisches, ein griechisches und ein deutsches (also was die Inhaber angeht) Obst- und Gemüsegeschäft. Zwar bekamen die ihre Waren auch aus dem Großmarkt, aber doch in unterschiedlicher Qualität und auch die Sortenvielfalt war üppiger.
Dann schloss der deutsche Obst- und Gemüseladen, dann irgendwann gab der Grieche auch auf. Coop verabschiedete sich. Es blieb der Türke und Kaisers und auch der Wochenmarkt hatte nur noch einen Obst- und Gemüsestand mit dem Standardangebot und das sehr teuer.
Möhren gab es meist nur in Beuteln abgepackt. Mehligkochende Kartoffeln? Fehlanzeige. Pastinaken, Petersilienwurzeln, Topinambur? Vergiss es. Und so geht es weiter.
Wenn ich die Wirsingköpfe bei Kaisers sah, schossen mir die Tränen in die Augen. Und den hyperbiegsamen Staudensellerie kenne ich auch.
Ab und an fuhr ich samstags nach Iserlohn auf den Markt, aber manchmal stand auch was anderes auf dem Programm und dann hatte ich leider nicht das frisches Gemüse, was ich gerne haben wollte.
Hier in Essen, allein in meinem Stadtteil ist dienstags und freitags ein Markt mit mehreren Obst- und Gemüseständen. Mein Lieblingsstand kommt aus Wesel und hat viele Eigenerzeugnisse im Sortiment. Zwiebeln, Kartoffeln, Kohlsorten, Salate (der Feldsalat ist ein Gedicht), Pastinaken, Petersilienwurzel, Lauch, Sellerie, rote Bete, Spinat... im Sommer ist das Angebot noch größer.
Ich kann hier aus dem vollem schöpfen und genau das tue ich.
Im Hofladen kaufe ich Kartoffeln und Eier (die haben eigene) und das selbst gebackene Vollkornbrot und einmal die Woche (die haben ja nur freitags und samstags geöffnet) gönne ich mir ein Stück von deren selbstgebackenem Blechkuchen. Yammi.
Käse haben die auch zwei tolle Sorten: einen Räucherkäse und einen handwerklich hergestellten Käse wahlweise aus Kuh- oder Ziegenmilch. Den bekommen die von einem anderen Hof. Und auch nur in begrenzter Anzahl, was weg ist ist weg.
Manchmal ist so eine Großstadt gar nicht so übel. Ich hätte auch nicht gedacht, dass die Strukturen hier so sind.
Leider hat der Umzug meine freiberufliche Tätigkeit ziemlich gekillt. Meine Kunden sind ja nicht mit umgezogen. Das heisst, ich habe viel, sehr viel Zeit im Moment. Und muss mir Gedanken machen, wie ich wieder an Aufträge komme. Das kann ich gut beim Gemüseputzen und Kochen. Ja, und ich genieße es auch, dass ich so viel Zeit habe, um all die Märkte und Hofläden zu entdecken. Ist ein bisschen wie Urlaub. ;-)
Nun, in dem Hagener Stadtteil, in dem ich 25 Jahre lebte, haben viele Geschäfte aufgegeben, es gibt einen enormen Leerstand. Früher hatten wir dort freitags einen üppigen Markt, es gab einen Coop, einen Kaisers, dazu ein türkisches, ein griechisches und ein deutsches (also was die Inhaber angeht) Obst- und Gemüsegeschäft. Zwar bekamen die ihre Waren auch aus dem Großmarkt, aber doch in unterschiedlicher Qualität und auch die Sortenvielfalt war üppiger.
Dann schloss der deutsche Obst- und Gemüseladen, dann irgendwann gab der Grieche auch auf. Coop verabschiedete sich. Es blieb der Türke und Kaisers und auch der Wochenmarkt hatte nur noch einen Obst- und Gemüsestand mit dem Standardangebot und das sehr teuer.
Möhren gab es meist nur in Beuteln abgepackt. Mehligkochende Kartoffeln? Fehlanzeige. Pastinaken, Petersilienwurzeln, Topinambur? Vergiss es. Und so geht es weiter.
Wenn ich die Wirsingköpfe bei Kaisers sah, schossen mir die Tränen in die Augen. Und den hyperbiegsamen Staudensellerie kenne ich auch.
Ab und an fuhr ich samstags nach Iserlohn auf den Markt, aber manchmal stand auch was anderes auf dem Programm und dann hatte ich leider nicht das frisches Gemüse, was ich gerne haben wollte.
Hier in Essen, allein in meinem Stadtteil ist dienstags und freitags ein Markt mit mehreren Obst- und Gemüseständen. Mein Lieblingsstand kommt aus Wesel und hat viele Eigenerzeugnisse im Sortiment. Zwiebeln, Kartoffeln, Kohlsorten, Salate (der Feldsalat ist ein Gedicht), Pastinaken, Petersilienwurzel, Lauch, Sellerie, rote Bete, Spinat... im Sommer ist das Angebot noch größer.
Ich kann hier aus dem vollem schöpfen und genau das tue ich.
Im Hofladen kaufe ich Kartoffeln und Eier (die haben eigene) und das selbst gebackene Vollkornbrot und einmal die Woche (die haben ja nur freitags und samstags geöffnet) gönne ich mir ein Stück von deren selbstgebackenem Blechkuchen. Yammi.
Käse haben die auch zwei tolle Sorten: einen Räucherkäse und einen handwerklich hergestellten Käse wahlweise aus Kuh- oder Ziegenmilch. Den bekommen die von einem anderen Hof. Und auch nur in begrenzter Anzahl, was weg ist ist weg.
Manchmal ist so eine Großstadt gar nicht so übel. Ich hätte auch nicht gedacht, dass die Strukturen hier so sind.
Leider hat der Umzug meine freiberufliche Tätigkeit ziemlich gekillt. Meine Kunden sind ja nicht mit umgezogen. Das heisst, ich habe viel, sehr viel Zeit im Moment. Und muss mir Gedanken machen, wie ich wieder an Aufträge komme. Das kann ich gut beim Gemüseputzen und Kochen. Ja, und ich genieße es auch, dass ich so viel Zeit habe, um all die Märkte und Hofläden zu entdecken. Ist ein bisschen wie Urlaub. ;-)
25.02.2013 18:42:35


