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Leseprojekt Klassiker --- Don Quijote ---

 
Beitrag
erstellt am
Buecherleserle

Mitglied gelöscht

 

Nachtrag: Ich habe die Übersetzung von Braunfels. Die haben wohl die meisten, wenn ich das richtig mitgekriegt habe.
15.07.2010 18:07:29
KCNash

Mitglied gelöscht

 

Aber jemand, der um 1800 gelebt hat, muss doch nicht zwangsläufig näher an jemandem dran sein, der 200 Jahre vor ihm gelebt hat. So linear entwickelt sich das alles nicht. Denk nur mal dran, wie freizügig manches in früheren Jahrhunderten war und wie "viktorianisch" es dann im 19. Jahrhundert wurde, zumindest in England. Nur so als Beispiel. Dinge, die Leute mal irgendwann wussten, gehen verloren oder werden unterdrückt, und später werden sie wieder entdeckt. Ich denke jetzt z.B. an die weisen Frauen früherer Jahrhunderte, die womöglich als Hexen verbrannt wurden. Was die alles wussten ... sicher wesentlich mehr als meine Mutter im 20. Jahrhundert.
Keine Ahnung, ob ich mich jetzt klar genug ausdrücke. Es ist immer noch so heiß ...
15.07.2010 18:09:02
KCNash

Mitglied gelöscht

 

Braunfels hat von 1810 bis 1885 gelebt. Sein Stil ist also der des 19. Jahrhunderts. Rund 300 Jahre nach Cervantes.
15.07.2010 18:11:08
Buecherleserle

Mitglied gelöscht

 

Jepp, Nash. Ich verstehe schon, was Du meinst und gebe Dir prinzipiell auch Recht.
Vermutlich ist es auch eine Geschmackssache.
Aber wenn ich mir die aktuellen und häufig doch sehr geschluderten Übersetzungen ansehe, dann sind mir die alten trotzdem lieber. Da wurde zwar auch oft geschludert, aber da war es dann wenigstens der zur damaligen Zeit aktuelle Stil und kein moderner Versuch, einen altertümlichen Stil zu generieren.
Wie gesagt, mit älteren Übersetzungen bin ich bisher immer sehr gut gefahren. Während mich bei neueren Übersetzungen teilweise schon die neuen Titel abschrecken.
Oftmals sind es Kleinigkeiten, die mir da nicht gefallen.
Und meiner Meinung nach sind die meisten älteren Übersetzungen doch etwas näher am Original, weil sie oft sehr wörtlich übersetzt haben. Das erkenne ich immer wieder, wenn ich neuere Übersetzungen von antiken lateinischen oder griechischen Texten lese. Ich finde, daß das durchaus einiges nimmt, wenn man zu modern übersetzt, auch wenn man es auf alt trimmt.
15.07.2010 18:17:46
KCNash

Mitglied gelöscht

 

Ich meine ja bloß, dass alt nicht gleich alt ist. Was z.B. die Übersetzungen vom Herrn der Ringe angeht, gebe ich dir recht. Die ältere ist viel schöner. Deshalb behalte ich sie auch. Aber da liegen bloß ein paar Jahrzehnte dazwischen.
15.07.2010 18:25:35
KCNash

Mitglied gelöscht

 

Und übrigens lese ich auch nicht gerne deutsche Literatur aus dem 19. Jahrhundert. Ich finde das mühsam.
15.07.2010 18:26:53
Buecherleserle

Mitglied gelöscht

 

Das stimmt schon. Die deutsche Literatur aus dem 19. Jahrhundert ist etwas umständlich geschrieben. Aber ich finde, das gehört eben dazu. Gefällt mir meist besser als Bücher, die im 19. Jh. spielen, aber heute geschrieben wurden.

Was das spanische Original angeht. Da kommt es vmtl. darauf an, wie sehr sich der Stil in der Zwischenzeit gewandelt hat und ob es in einem Dialekt geschrieben wurde. Dantes "Divina Commedia" wurde in einem alten Toskanisch geschrieben, wenn ich mich richtig erinnere und es nicht mit "De Vita nuova" verwechsle, und da haben die Autoren dann natürlich mit der Übersetzung ziemliche Schwierigkeiten.
Alles in allem denke ich aber doch, daß es schlichtweg Geschmackssache ist. Und es kommt auch ein wenig auf den jeweiligen Übersetzer an. *find*
15.07.2010 18:35:50
KCNash

Mitglied gelöscht

 

Vielleicht hab ich mal Gelegenheit, in die neuere Übersetzung vom "Don Quijote" reinzugucken.
Und vielleicht gibt es hier jemanden unter uns, die genügend Spanisch kann, um das Original beurteilen zu können? Wo sind denn all die anderen?
Was das 19. Jahrhundert angeht - ich lese auch nicht gern historische Romane, egal wo sie spielen.
15.07.2010 18:41:35
KCNash

Mitglied gelöscht

 

http://www.gutenberg.org/files/2000/2000-h/2000-h.htm

Hier ist der Originaltext zu finden - für den Fall, dass jemand hier beurteilen kann, wie gut lesbar der ist.
15.07.2010 19:39:28
scarlett_eyes

Mitglied gelöscht

 

ich bin hier ;) aber momentan muss ich noch den augensammler zu ende lesen, dann kann ich mich auch mehr dem quijote widmen. übrigens auch in der braunfels-übersetzung. ich hatte zwar drei jahre spanisch, aber das ist schon ne weile her und daher kann ich zum original nichts sagen.
15.07.2010 20:43:31
ShinjiNGE

Mitglied gelöscht

 

Ich bin auch hier, habe aber noch nicht weiter gelesen. Evtl. setze ich mich gleich mal ein wenig hin, muss allerdings auch zugeben, dass ich bei dem Buch recht schnell einschlafe, obwohl ich es interessant finde. Denke, es ist schon etwas schwer von der Sprache her, aber ich finde das auch schön. Allerdings kann ich nicht beurteilen, wie die Alternative wäre ;-)

Falls ich mich morgen aufgrund Stress² nicht melde: ich bin Sa-Mi ohne Internet und kann dann frühestens am Mittwoch wieder schreiben. Wünsche Euch vorab schon mal ein schönes WE und Wochenbeginn :)
15.07.2010 21:40:02
ShinjiNGE

Mitglied gelöscht

 

So, Stress hatte ich zwar nicht, aber keine Ruhe zum lesen... werde aber bald aufholen :-)

Habt Ihr eigentlich auch diese Illustrationen? Sogar Picasso hat Don Quijote gemalt, oder? Finde es total interessant, wie sehr das Buch andere bis in die heutige Zeit (Sprichwörter) inspiriert...

Bis bald, liebe Grüße :)
16.07.2010 22:55:58
Buecherleserle

Mitglied gelöscht

 

1. Tofsla (befindet sich auf Seite 62, 7. Kapitel)
2. KCNash (bisher nur Vorwort gelesen)
3. scarlett_eyes (im 1. Kapitel)
4. Shinji (S.64, 8. Kapitel)
5. Buecherleserle (S. 224, 24. Kapitel)



Shinji: Ja, ich habe auch die Kupferstiche (?) im Buch. Don Quijote und Sancho finde ich ziemlich gut getroffen. Salvator Dali hat auch Bilder zu Don Quijote gemalt, bei Picasse vermute ich, daß Du Recht hast, weiß es aber nicht.

Nach 24 Kapiteln, in denen Don Quijote auf immer wieder neue Dummheiten kommt, denkt man sich immer wieder, schlimmer kann es doch nicht werden? Irgendwann kann doch nichts neues mehr passieren. Da aber immer noch gut 900 Seiten übrig sind, schwant mir doch Übles... *gg*
17.07.2010 19:16:56
ankerobst

Mitglied gelöscht

 

Ich habe mal angefangen, das Original zu lesen (dank des Links von KCNAsh*verbeug*), aber mein Spnaisch reicht entweder nicht mehr oder es ist schwierig und es kommen Wortbeugungen vor, die ich mir nicht erschliessen kann. Ich weiss es leider nicht. In der Schule haben wir zwei Texte gelesen, das war wohl nicht genug!? Kann Euch mit Dir Beurteilung des Originals leider nicht wieterhelfen.
Als Konsequenz habe ich mir jetzt aber Don Quijote bestellt, allerdings als gekürztes HB.
Und jetzt fahre ich auch erst mal in urlaub.
*wink*
17.07.2010 19:24:52
Buecherleserle

Mitglied gelöscht

 

Hallo ankerobst!
Vielen Dank für Deinen Versuch, das Original zu lesen!
Zumindest die Dir unbekannten Konjugationen lassen doch darauf schließen, daß es eher altmodisch geschrieben ist.
Viel Spaß im Urlaub!
17.07.2010 19:36:15
scarlett_eyes

Mitglied gelöscht

 

1. Tofsla (befindet sich auf Seite 62, 7. Kapitel)
2. KCNash (bisher nur Vorwort gelesen)
3. scarlett_eyes (S. 62, 7. Kapitel)
4. Shinji (S.64, 8. Kapitel)
5. Buecherleserle (S. 224, 24. Kapitel)

so ich habe vorhin etwas weitergelesen. ist schon ziemlich altertümlich das ganze ;) erinnert mich vom stil ein bisschen an grimmelshausen, über den ich meine bachelor-arbeit geschrieben habe (kurze kapitel mit überschriften, kuriose ereignisse in jedem kapitel etc.). habe sonst ja keine vergleichsmöglichkeiten *g*.
17.07.2010 19:45:21
Buecherleserle

Mitglied gelöscht

 

Hi Scarlett_Eyes!
Grimmelhausen habe ich bisher noch nicht gelesen, aber die Kapitelüberschriften sind eigentlich typisch für diese Zeit, soweit ich das noch im Kopf habe. Ich las mal ein Buch, da waren die Kapitelüberschriften mindestens 10 Zeilen lang! *gg*
17.07.2010 19:47:51
KCNash

Mitglied gelöscht

 

Das ist bei "Gulliver's Travels" (1726 erschienen) auch so.
17.07.2010 19:52:18
scarlett_eyes

Mitglied gelöscht

 

ja das schien sich dann wohl international ähnlich zu verhalten :) mag ich auch ganz gern, es verstärkt das gefühl eines allgegenwärtigen und sympathischen erzählers und man kann sich schon mal drauf einstellen was passiert, ohne dass die spannung genommen wird.
17.07.2010 19:55:17
Buecherleserle

Mitglied gelöscht

 

*lach* Danke Nash! Das war bestimmt eines der Bücher, die ich meinte. Ich glaube bei Ecos "Der Name der Rose" ist es auch so. *gerade nicht nachschauen kann, weil ich das Buch nicht hier habe*

Um ehrlich zu sein: Ich kann mir die Überschriften sowieso nie merken. Aber diese langen machen irgendwie doch mehr Sinn als diese ultrakurzen.
Allerdings scheinen sie beim "Don" doch sehr ironisch zu sein und oft gar nicht genau das zu halten, was der Leser sich einbildet. ;o)
17.07.2010 20:00:52
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