Autor:
Verlag:
Diogenes
Jahr:
1978
Seitenzahl:
290
ISBN:
9783257205480
Medium:
Taschenbuch
Sprache:
Deutsch
Zustandsbeschreibung
Kanten und Ecken sind leicht angestoßen, ansonsten gut
Artikelbeschreibung
Ich glaube, so nah lagen absurde Komik und tiefe Verzweiflung über den Irrgarten des Alltags noch nie beieinander wie in diesen Katastrophengeschichten aus dem bürgerlichen Heldenleben von Hermann Harry Schmitz, einem vergessenen Düsseldorfer Schriftsteller, der sich 1913, mit nur 33 Jahren, das Leben nahm, weil er sich ja sonst eh nur totgehustet hätte.
Ganze Warenhäuser versinken in Schutt und Asche, wenn Tante Dorchen Stoff für eine Bluse kauft, und wenn man eine falsche Eisenbahnkarte hat, landet man eher im Himmel als in Cottbus. Alles wird auf die Spitze getrieben, denn nur so ist es -vielleicht! - zu ertragen, das absurde Leben.«
Komisch und traurig,
melancholisch und heiter,
leicht und weise -
wunderbar subjektiv:
(Elke Heidenreichs Empfehlungen.)
Rezension bezieht sich auf: Das Buch der Katastrophen. (Gebundene Ausgabe)
Wieder mal eine Neuauflage eines kaum bekannten Autors, den zu entdecken sich lohnt... Gerade 33 Jahre alt war Hermann Harry Schmitz, als er sich 1913 das Leben nahm. Hinterlassen hat er zahlreiche Kurzgeschichten und Skizzen, von denen die besten mit Katastrophen aufwarten, wie man sie wahrlich nicht selber erleben will...
Zwar enthält der vorliegende Band auch jede Menge "Pleiten, Pech und Pannen"-Stories der Art, wie sie etwa Mark Twain meisterlich beherrschte (Schmitz beherrscht dieses Genre allerdings auch nicht schlecht), aber die besten Geschichten sind hier eindeutig jene, in denen sich aus alltäglichen Situationen -- ein junges Ehepaar erwartet das erste Kind, ein allzu höflicher Philanthrop in der "Elektrischen"... -- absurde Grotesken entwickeln, und in denen Unerklärbares, nicht mit dem normalen Verstand Fassbares in den Alltag der Protagonisten hereinschwappt und regelmäßig für unerwartete Schlusspointen sorgt. Es werden Einblicke gewährt in Abgründe, die sonst gut verdeckt bleiben. Und egal wie gruslig das Ganze eigentlich wäre -- in Schmitz'scher Diktion ist es vor allem komisch. Ganz eiligen Lesern empfehle ich "Das verliehene Buch" -- es beginnt fast wie eine lehrreiche Parabel, aber enden tut es im wahrgewordenen Alptraum eines Buchbesitzers. Schmitz ist ein Meister der Pointe; den Punkt, an dem seine Handlungen vom Plausiblen ins Aberwitzige umkippen, bereitet er so unbemerkt vor, dass man im entscheidenden Moment bestimmt nicht auf dem Quivive ist...
Ganze Warenhäuser versinken in Schutt und Asche, wenn Tante Dorchen Stoff für eine Bluse kauft, und wenn man eine falsche Eisenbahnkarte hat, landet man eher im Himmel als in Cottbus. Alles wird auf die Spitze getrieben, denn nur so ist es -vielleicht! - zu ertragen, das absurde Leben.«
Komisch und traurig,
melancholisch und heiter,
leicht und weise -
wunderbar subjektiv:
(Elke Heidenreichs Empfehlungen.)
Rezension bezieht sich auf: Das Buch der Katastrophen. (Gebundene Ausgabe)
Wieder mal eine Neuauflage eines kaum bekannten Autors, den zu entdecken sich lohnt... Gerade 33 Jahre alt war Hermann Harry Schmitz, als er sich 1913 das Leben nahm. Hinterlassen hat er zahlreiche Kurzgeschichten und Skizzen, von denen die besten mit Katastrophen aufwarten, wie man sie wahrlich nicht selber erleben will...
Zwar enthält der vorliegende Band auch jede Menge "Pleiten, Pech und Pannen"-Stories der Art, wie sie etwa Mark Twain meisterlich beherrschte (Schmitz beherrscht dieses Genre allerdings auch nicht schlecht), aber die besten Geschichten sind hier eindeutig jene, in denen sich aus alltäglichen Situationen -- ein junges Ehepaar erwartet das erste Kind, ein allzu höflicher Philanthrop in der "Elektrischen"... -- absurde Grotesken entwickeln, und in denen Unerklärbares, nicht mit dem normalen Verstand Fassbares in den Alltag der Protagonisten hereinschwappt und regelmäßig für unerwartete Schlusspointen sorgt. Es werden Einblicke gewährt in Abgründe, die sonst gut verdeckt bleiben. Und egal wie gruslig das Ganze eigentlich wäre -- in Schmitz'scher Diktion ist es vor allem komisch. Ganz eiligen Lesern empfehle ich "Das verliehene Buch" -- es beginnt fast wie eine lehrreiche Parabel, aber enden tut es im wahrgewordenen Alptraum eines Buchbesitzers. Schmitz ist ein Meister der Pointe; den Punkt, an dem seine Handlungen vom Plausiblen ins Aberwitzige umkippen, bereitet er so unbemerkt vor, dass man im entscheidenden Moment bestimmt nicht auf dem Quivive ist...
Schlagworte
hacky62 Satire, Komik, Katastrophen
Kategorie
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