DIE TAUSCHBÖRSE

Eine blendende Gesellschaft

Verlag:
Goldmann
Jahr:
1998
Seitenzahl:
285
ISBN:
9783442441129
Medium:
Taschenbuch
Sprache:
Deutsch
Anbieter:

Artikel angeboten seit:
14.02.2007
Tickets:
1
Zustandsbeschreibung
wie neu, Remiexemplar
Artikelbeschreibung
Der schwäbische Abgeordnete Anton Sommer untersucht den Mordanschlag auf seinen Freund und Parlamentskollegen Schmid-Selbelang. Dieser hat offenbar ein flottes wie gefährliches Doppelleben geführt. Im Golfclub kommt Sommer mafiosen Machenschaften auf die Spur.
Anton Sommer, ein kleiner Abgeordneter, wundert sich über das plötzliche Ableben seines Kollegen Frank Schmid-Selbelang und fängt an, Fragen zu stellen. Gleichzeitig mit den Nachforschungen beginnt sich auch Franks ehemalige Geliebte für Anton zu interessieren. Und Anton erhält Zutritt zu einem exklusiven Golfclub und zwanzigtausend Mark in einem neutralen Umschlag ohne Absender.

Anton balanciert von einem Sumpf in den nächsten. Immer dran an einer Wahrheit, die je nach Sichtweise und momentanen Erfordernissen völlig unterschiedlich interpretiert wird und die ihm als absolute Wahrheit immer duch die Finger rutschen wird. Anton verliert langsam aber sicher den Überblick und läuft den Finten seiner Gegner fast ungeschützt ins Messer - wenn da nicht Antje wäre mit ihrer untrüglichen und weit weniger leicht beeinflussbaren Situationsanalyse.

Bissiger Tobak, den Herles serviert - und sehr amüsant zu lesen. "Deutschland als Bananenrepublik" schreibt ein Kommentator über das Buch und in der Tat, weit weg davon lässt Herles seine Figuren wirklich nicht stehen. Und wohl wissend um all die Journalistenjahre, die Herles in Bonn verbracht hat, möchte man gar nichts anderes, als das Buch als einen giftigen Blick hinter die Kulissen zu verstehen. Aber wo endet die Wahrheit und wo fängt die verwegene Dichtung an?

Alleine der Stil macht das Buch lesenswert, denn Herles findet abwechslungsreiche Beschreibungen und zwischen den Zeilen triefen abwechselnd Spott, Humor und Ironie. Er lässt die Wichtigen und Elitären sich selber fleißig feiern und enttarnt Szenen aus der Öffentlichkeit als perfekt inszenierte Täuschungsmanöver (Tipp: Die Verleihung eines Medienpreises an den Moderator Göttlich). Solche süffisanten Satiren würde ich gerne öfter lesen.
Schlagworte
k.A.

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