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Ich bin das Buch das du bestimmt gelesen hast
Beitrag
erstellt am
(5523 Beiträge)
Erwähnte ich schon, dass ich das vermutlich auch nicht kenne?
07.05.2013 17:58:04
Mitglied gelöscht
Ich wohl auch nicht, aber warten wir ab.
07.05.2013 20:10:42
Mitglied gelöscht
Aaaah - man kann es googeln...
07.05.2013 20:14:00
(8796 Beiträge)
Ich hab mal eine verräterische Stelle gesucht:
Da kam eine Verfügung aus Berlin, sagte mein Vater, und ich habe dafür gesorgt, dass die Bilder gut verpackt nach Husum transportiert wurden, was weiter mit ihnen passiert ist, weiß ich nich.
Gingen nach Berlin weiter, sagte der Postbote, und wurden da zur Hälfte verbrannt und zur Hälfte verkauft, wie jemand erfahren haben will. - Weiß ich nich, sagte mein Vater, davon hab ich nix gehört, weil ich dafür nicht zuständig bin, ich bin nur für Rugbüll zuständig.
Aber warum sie ihm Malverbot geben, sagte der Postbote, warum sie alles beschlagnahmen aus den letzten Jahren: das weißt du doch.
Da kam eine Verfügung aus Berlin, sagte mein Vater, und ich habe dafür gesorgt, dass die Bilder gut verpackt nach Husum transportiert wurden, was weiter mit ihnen passiert ist, weiß ich nich.
Gingen nach Berlin weiter, sagte der Postbote, und wurden da zur Hälfte verbrannt und zur Hälfte verkauft, wie jemand erfahren haben will. - Weiß ich nich, sagte mein Vater, davon hab ich nix gehört, weil ich dafür nicht zuständig bin, ich bin nur für Rugbüll zuständig.
Aber warum sie ihm Malverbot geben, sagte der Postbote, warum sie alles beschlagnahmen aus den letzten Jahren: das weißt du doch.
07.05.2013 22:07:31
(8796 Beiträge)
war schon jemand da?
soll ich einen weiteren Text posten?
soll ich einen weiteren Text posten?
08.05.2013 17:52:07
Mitglied gelöscht
Ich war da :-). Aber ich habe das Buch nie gelesen. Also poste noch mehr, vielleicht erkennt es ja jemand ohne google.
08.05.2013 17:59:49
Mitglied gelöscht
war da, kenne das buch doch, habe aber noch nie mehr als die ersten 50 seiten geschafft, dann kam immer irgendwas anderes vorbei ;-))
siggi jepsen schreibt diesen text in "deutschstunde" von siegfried lenz
siggi jepsen schreibt diesen text in "deutschstunde" von siegfried lenz
08.05.2013 18:00:08
(8796 Beiträge)
Ja stimmt, greentree!
Wie gesagt, stammt das Buch von meinem SUB weil ich es mal nach einem Anlesen wieder weggelegt hatte. Aber da ich jetzt viele Stellen angelesen habe, möchte ich es wohl doch mal lesen.
Und das mit Google war ein Problem. Ich habe etliche Satzanfänge abgetippt und überprüft. Bei _allen_ bin ich online auf die Textstellen gekommen. Kann das sein, dass ganze Bücher online sind? Liegt das daran, dass es ein Klassiker ist?
Wie gesagt, stammt das Buch von meinem SUB weil ich es mal nach einem Anlesen wieder weggelegt hatte. Aber da ich jetzt viele Stellen angelesen habe, möchte ich es wohl doch mal lesen.
Und das mit Google war ein Problem. Ich habe etliche Satzanfänge abgetippt und überprüft. Bei _allen_ bin ich online auf die Textstellen gekommen. Kann das sein, dass ganze Bücher online sind? Liegt das daran, dass es ein Klassiker ist?
08.05.2013 19:16:13
(8796 Beiträge)
greentree ist dran.
Ich muss ja keine PN schreiben, oder?
Ich muss ja keine PN schreiben, oder?
10.05.2013 22:24:05
Mitglied gelöscht
nein, musst du nicht :-) zieht sich hier nur manchmal ein bisschen, weil wir schon so viele bücher verrätselt haben...
11.05.2013 17:09:35
Mitglied gelöscht
Vorallem ein gewisser grüner Baum *g*...
11.05.2013 21:14:40
(8796 Beiträge)
ah prima, ich sehe ihr schaut doch regelmäßig rein ;)
Das kann ich mir ja gut vorstellen, dass ihr schon jede Menge Bücher verrätselt habt.
Da bin ich mal auf das nächste gespannt ...
Das kann ich mir ja gut vorstellen, dass ihr schon jede Menge Bücher verrätselt habt.
Da bin ich mal auf das nächste gespannt ...
11.05.2013 22:14:05
Mitglied gelöscht
hier ist es endlich, schlicht ausgewählt aufgrund des titels. den autor kennt ihr alle:
In endlosen, hügligen Gegenden - Gegenden gleich großen, schwindlig gewordenen Flächen, gleich Zangen, die der Idee, daß es überhaupt etwas wie Ebene gibt, zu widersprechen scheinen und uns allen vergegenwärtigen, daß wir auf einem Planeten mit abschüssigem Dach leben - trifft man von Zeit zu Zeit ganze Täler voll loser Felsen und Steinblöcke, so gewaltig, als wären es losgebrochene Berge. Das Ganze könnte ein mißglückter und aufgegebener Schöpfungsversuch sein. Oft hält es schwer, zu glauben, daß ein solcher kosmischer Auswurf anders als durch menschliche Mittel zustande gekommen sein kann. Die zahmste und beliebteste Vorstellung erfaßt die Gegend als Schauplatz irgendwelcher Gigantenkämpfe. Für mich ist sie mit einer Idee verbunden, die immer wiederkehrt und sich schließlich ganz instinktiv einstellt. Die Szene war der Schauplatz irgendeiner vorgeschichtlichen Prophetensteinigung, eines Propheten, der so viel riesenhafter war als die Propheten nach ihm, wie die Steinblöcke riesenhafter sind als Kiesel. Er redete einige Worte - Worte, die schändlich und fürchterlich schienen - und vor Schreck begrub ihn die Welt unter einer Wildnis von Steinen. Die Gegend ist das Denkmal einer uralten Furcht.
Wenn wir dieser phantastischen Laune nachgeben wollten, würde es schwerer halten, sich vorzustellen, durch welche entsetzliche Deutung oder welch wildes Bild des Weltalls diese erste Verfolgung heraufbeschworen ward, was für eines überraschenden Gedankens Geheimnis unter den grausamen Steinen begraben liegt. Denn in unserer Zeit sind die Lästerungen fadenscheinig. Pessimismus ist jetzt, was er von jeher eigentlich war, ganz offenkundig mehr Gemeinplatz als Frömmigkeit. Gottlosigkeit ist jetzt mehr als eine Affektiertheit - sie ist ein Übereinkommen. Der Fluch gegen Gott ist Übung I. im Elementarkurs der kleineren Dichtung. Gewiß nicht um solcher kindischer Ernsthaftigkeiten willen wurde unser vermeintlicher Prophet am Weltenmorgen gesteinigt. Wenn wir die Angelegenheit auf der unfehlbaren Wage unserer Vorstellung wägen, wenn wir sehen, wozu die Menschheit tatsächlich neigt, werden wir es sehr plausibel finden, daß er des Ausspruchs wegen gesteinigt wurde, das Gras wäre grün, und die Vögel sängen im Frühling; denn die Sendung aller Propheten von Anfang an ist nicht so sehr das Hinweisen auf Himmel und Hölle gewesen als vornehmlich das Hinweisen auf die Erde.
In endlosen, hügligen Gegenden - Gegenden gleich großen, schwindlig gewordenen Flächen, gleich Zangen, die der Idee, daß es überhaupt etwas wie Ebene gibt, zu widersprechen scheinen und uns allen vergegenwärtigen, daß wir auf einem Planeten mit abschüssigem Dach leben - trifft man von Zeit zu Zeit ganze Täler voll loser Felsen und Steinblöcke, so gewaltig, als wären es losgebrochene Berge. Das Ganze könnte ein mißglückter und aufgegebener Schöpfungsversuch sein. Oft hält es schwer, zu glauben, daß ein solcher kosmischer Auswurf anders als durch menschliche Mittel zustande gekommen sein kann. Die zahmste und beliebteste Vorstellung erfaßt die Gegend als Schauplatz irgendwelcher Gigantenkämpfe. Für mich ist sie mit einer Idee verbunden, die immer wiederkehrt und sich schließlich ganz instinktiv einstellt. Die Szene war der Schauplatz irgendeiner vorgeschichtlichen Prophetensteinigung, eines Propheten, der so viel riesenhafter war als die Propheten nach ihm, wie die Steinblöcke riesenhafter sind als Kiesel. Er redete einige Worte - Worte, die schändlich und fürchterlich schienen - und vor Schreck begrub ihn die Welt unter einer Wildnis von Steinen. Die Gegend ist das Denkmal einer uralten Furcht.
Wenn wir dieser phantastischen Laune nachgeben wollten, würde es schwerer halten, sich vorzustellen, durch welche entsetzliche Deutung oder welch wildes Bild des Weltalls diese erste Verfolgung heraufbeschworen ward, was für eines überraschenden Gedankens Geheimnis unter den grausamen Steinen begraben liegt. Denn in unserer Zeit sind die Lästerungen fadenscheinig. Pessimismus ist jetzt, was er von jeher eigentlich war, ganz offenkundig mehr Gemeinplatz als Frömmigkeit. Gottlosigkeit ist jetzt mehr als eine Affektiertheit - sie ist ein Übereinkommen. Der Fluch gegen Gott ist Übung I. im Elementarkurs der kleineren Dichtung. Gewiß nicht um solcher kindischer Ernsthaftigkeiten willen wurde unser vermeintlicher Prophet am Weltenmorgen gesteinigt. Wenn wir die Angelegenheit auf der unfehlbaren Wage unserer Vorstellung wägen, wenn wir sehen, wozu die Menschheit tatsächlich neigt, werden wir es sehr plausibel finden, daß er des Ausspruchs wegen gesteinigt wurde, das Gras wäre grün, und die Vögel sängen im Frühling; denn die Sendung aller Propheten von Anfang an ist nicht so sehr das Hinweisen auf Himmel und Hölle gewesen als vornehmlich das Hinweisen auf die Erde.
14.05.2013 14:11:37
Mitglied gelöscht
Auch hier läutet nichts bei mir.
15.05.2013 14:54:36
Mitglied gelöscht
man kann das googlen, ist ein gemeinfreier text... ;-)
16.05.2013 07:30:29
Mitglied gelöscht
Also google sagt: Gilbert Keith Chesterton: Verteidigung des Unsinns, der Demut, des Schundromans und anderer mißachteter Dinge
Schöner Titel ;-).
Schöner Titel ;-).
20.05.2013 11:11:10
Mitglied gelöscht
Neues Buch zum Erraten:
Es war ein Morgen im Mai; eine Zeit von Sonnenschein und Frieden, ein offenes Tor und Indianer.
Innerhalb des hölzernen Vierecks von Parkers Fort waren sechsundzwanzig Menschen zu Salzsäulen erstarrt, als wären sie Kinder, die Statuen spielen. Draußen vor dem Tor saßen Dutzende von bemalten Kriegern mürrisch auf ihren Ponys. Einer von ihnen ließ die schmutzige Fahne fallen, die er gehalten hatte. Sie flatterte langsam zur Erde, wo sein nervöses kleines geschecktes Pferd sie in den Staub tänzelte.
Gib ihnen eine Kuh, Onkel Ben. Bitte. Wenn sie eine Kuh haben wollen, dann gib sie ihnen. Die aufgesprungenen Maiskörner fühlten sich an den Fingern der neunjährigen Cynthia Ann Parker kühl an, als sie die kleine Kürbisflasche mit Hühnerfutter hielt. Unter dem kratzigen Hemd ihres Vaters aus grobem Leinen bekam sie eine Gänsehaut.
Es war ein Morgen im Mai; eine Zeit von Sonnenschein und Frieden, ein offenes Tor und Indianer.
Innerhalb des hölzernen Vierecks von Parkers Fort waren sechsundzwanzig Menschen zu Salzsäulen erstarrt, als wären sie Kinder, die Statuen spielen. Draußen vor dem Tor saßen Dutzende von bemalten Kriegern mürrisch auf ihren Ponys. Einer von ihnen ließ die schmutzige Fahne fallen, die er gehalten hatte. Sie flatterte langsam zur Erde, wo sein nervöses kleines geschecktes Pferd sie in den Staub tänzelte.
Gib ihnen eine Kuh, Onkel Ben. Bitte. Wenn sie eine Kuh haben wollen, dann gib sie ihnen. Die aufgesprungenen Maiskörner fühlten sich an den Fingern der neunjährigen Cynthia Ann Parker kühl an, als sie die kleine Kürbisflasche mit Hühnerfutter hielt. Unter dem kratzigen Hemd ihres Vaters aus grobem Leinen bekam sie eine Gänsehaut.
20.05.2013 11:19:07
Mitglied gelöscht
Man, soviele Beiträge von euch :-). Hier geht es weiter:
Das Wort "nanica" gab Cynthia den ersten Hinweis. Nanica. Asa nanica, Star name. Sie sollte einen Namen erhalten. Und wenn sie vorhatten, jemanden umzubringen, würden sie ihm doch keinen Namen geben. Oder doch?
"Naduah." Der alte Mann sagte es viermal. Es musste ihr Name sein. Sie fragte sich, was er bedeutete. Noch etwas, was sie Star Name fragen musste. Das Mädchen konnte wunderbar nachahmen und brachte Cynthia, Tsini-tia, Naduah die Zeichensprache bei. Cynthia wurde ganz schwach vor Erleichterung. Sie hatten nicht vor, ihr weh zu tun.
Sunrise erhob sich als Nächster. Er war ein Zuhörer. Er trank die Worte der Menschen mit den Augen. Worte fielen in sie hinein wie Steine in tiefe Brunnen und ließen auf der glatten, ruhigen Oberfläche seines Gesichts keine Kräuselung zurück. In den sechs Tagen, die Cynthia nun in seinem Zelt lebte, hatte sie ihn nur selten sprechen hören. So überraschte es sie jetzt, seine klare, kräftige Stimme zu hören. Sie konnte die Worte nicht verstehen, an seinem Gesicht aber fast mit Sicherheit ablesen, was er sagte, denn dieses Gesicht wurde plötzlich lebendig und beredsam, genau wie sein Tonfall und die Gesten.
Er bedankte sich bei Wanderer dafür, dass er ihnen eine neue Tochter gebracht hatte. Wanderer nickte leicht zur Antwort.
Das Wort "nanica" gab Cynthia den ersten Hinweis. Nanica. Asa nanica, Star name. Sie sollte einen Namen erhalten. Und wenn sie vorhatten, jemanden umzubringen, würden sie ihm doch keinen Namen geben. Oder doch?
"Naduah." Der alte Mann sagte es viermal. Es musste ihr Name sein. Sie fragte sich, was er bedeutete. Noch etwas, was sie Star Name fragen musste. Das Mädchen konnte wunderbar nachahmen und brachte Cynthia, Tsini-tia, Naduah die Zeichensprache bei. Cynthia wurde ganz schwach vor Erleichterung. Sie hatten nicht vor, ihr weh zu tun.
Sunrise erhob sich als Nächster. Er war ein Zuhörer. Er trank die Worte der Menschen mit den Augen. Worte fielen in sie hinein wie Steine in tiefe Brunnen und ließen auf der glatten, ruhigen Oberfläche seines Gesichts keine Kräuselung zurück. In den sechs Tagen, die Cynthia nun in seinem Zelt lebte, hatte sie ihn nur selten sprechen hören. So überraschte es sie jetzt, seine klare, kräftige Stimme zu hören. Sie konnte die Worte nicht verstehen, an seinem Gesicht aber fast mit Sicherheit ablesen, was er sagte, denn dieses Gesicht wurde plötzlich lebendig und beredsam, genau wie sein Tonfall und die Gesten.
Er bedankte sich bei Wanderer dafür, dass er ihnen eine neue Tochter gebracht hatte. Wanderer nickte leicht zur Antwort.
22.05.2013 10:40:08

